Was hat Sie ursprünglich zur Immobilienbranche gebracht?
Christoph Nemetschke: Im Zuge eines Praktikums in der Rechtsabteilung eines Ziviltechnikerbüros bin ich das erste Mal mit der Branche in Berührung gekommen. Weil mich aber vor allem die Entwickler-Seite sehr interessiert hat, war es mein Ziel, Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln. Mein darauffolgendes Praktikum bei Bondi Consult war ursprünglich auf einen Monat angelegt, wobei mir rasch klar wurde, dass ich in diesem Umfeld gerne länger bleiben möchte, weil ich mich wohlgefühlt habe und der Lerneffekt enorm war.
Können Sie sich noch an Ihre ersten Aufgaben als Trainee bei Bondi Consult erinnern?
CN: Als kaufmännischer Projektassistent konnte ich sämtliche Bereiche des Berufs in einem geschützten Umfeld kennenlernen und habe gleichzeitig kompletten Einblick in alle Aspekte und Phasen eines Developments erhalten.
Highlight aus dieser Zeit war sicherlich die Teilnahme an den Ankaufsgesprächen für die heutige TwentyOne-Liegenschaft in meiner zweiten Arbeitswoche als Praktikant. Ich darf das Projekt somit seit der Stunde null begleiten.
Wie haben Sie den Übergang vom Projektassistenten zum kaufmännischen Projektleiter und in der Folge zum Prokuristen erlebt?
CN: Mit Mitte zwanzig die Verantwortung für ein Development der Größenordnung des TwentyOne übernehmen zu dürfen, war herausfordernd und spannend, wobei ein großartiges technisches Projektteam und die enge Zusammenarbeit mit Herrn Bondi diesen Schritt maßgeblich erleichtert haben. So ist es mir nicht schwergefallen, Verantwortung zu übernehmen, vor allem weil es mir große Freude bereitet, unsere Projekte aktiv mitgestalten zu können.
Die Erteilung der Prokura stellt für mich den bisher größten Meilenstein meiner beruflichen Laufbahn dar – und ist für mich vor allem Ausdruck des tiefen Vertrauens, das mir entgegengebracht wird.
Welche Rolle spielen Mentoren wie Anton Bondi de Antoni oder Johannes Baillou für Ihre persönliche Entwicklung?
CN: Ich habe das große Privileg, zur richtigen Zeit den richtigen Förderern begegnet zu sein. Mein gesamter bisheriger Werdegang – beruflich, ausbildungstechnisch und auch persönlich – wurde maßgeblich von Herrn Bondi und Herrn Baillou gefördert und geprägt, und ich profitiere tagtäglich von der jahrzehntelangen Erfahrung der beiden.
Wie möchten Sie mit dieser erweiterten Verantwortung umgehen – gibt es bestimmte Werte oder Prinzipien, die Sie leiten?
CN: Ich habe stets die direkte Verantwortung und die Agilität, die unsere Struktur mit sich bringt, genossen und versuche die Chancen, die sich dadurch ergeben, bestmöglich wahrzunehmen. Besonders wichtig sind mir direkte und offene Kommunikation und die gemeinsame Definition der zu erreichenden Ziele.
Kommen wir wieder zum TwentyOne! Es ist ein großes und viel beachtetes Businessquartier – was macht dieses Projekt für Sie so besonders?
CN: Vor allem die flexible Nutzungsvielfalt, die Größe des Developments und die Vernetzung der Gebäude untereinander machen dieses Projekt sehr besonders. Jedes Gebäude ist ein innovativer Baustein des Quartiers und trägt dazu bei, das TwentyOne zu einem zukunftsfähigen Gesamtensemble zu machen. Ich lade jeden herzlich ein, sich persönlich ein Bild zu machen!
Was war bis dato Ihr Highlight in der Projektentwicklung bzw. Umsetzung? Was waren die größten Herausforderungen bisher?
CN: Das Highlight ist jedenfalls die Fertigstellung des dritten Bauabschnitts des TwentyOne, des Central Hubs. Zu sehen, wie positiv das Gebäude und das zugrundeliegende Konzept von den Nutzern und bei Besichtigungen wahrgenommen wird, macht uns als Team sehr stolz.
Die Berücksichtigung der sich rapide ändernden Anforderungen an Gewerbeobjekte ist ein herausfordernder Aspekt, der uns aber auch erlaubt, bei unseren Konzepten neue Wege zu gehen. Auch der Umstand, dass wir mit dem TwentyOne einen ganzen Stadtteil maßgeblich mitgestalten können, ist eine spannende Herausforderung.
Wie geht’s weiter?
CN: Wir gehen davon aus, noch dieses Jahr mit dem Bau der nächsten drei Bauteile – Hotel Hub, Office Hub und Student Hub – beginnen zu können. Auf knapp 50.000 Quadratmetern entstehen hier ein Hotel, Serviced Apartments, ein Kindergarten, Gastronomieflächen und weitere Nahversorgung – Ausdruck des Mixed-Use-Charakters dieses Quartiers.
Wir sind also für die absehbare Zukunft projektmäßig gut ausgelastet.
Wo sehen Sie sich selbst und Bondi Consult in fünf Jahren?
CN: Persönlich sehe ich mich um fünf hoffentlich lehrreiche und erfolgreiche Jahre älter, mit der gleichen Begeisterung für meine Tätigkeit. Bondi Consult ist für die kommenden Jahre sehr gut aufgestellt, und ich freue mich auf die Herausforderungen, die diese spannende Zeit für uns bereithält.
Welchen Rat würden Sie jungen Talenten geben, die in der Branche Fuß fassen möchten?
CN: Ich empfehle jedem, früh Berufserfahrung zu sammeln, eine Struktur zu finden, in der man seine Stärken ausspielen kann, und die verschiedenen Bereiche der Branche kennenzulernen, um sich dann gezielt zu spezialisieren. Außerdem lebt die Branche von einem engen Austausch. Lernbereitschaft und keine Scheu zu haben, Kontakte zu knüpfen, halte ich daher für enorm wichtig.