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Vom Kostenfaktor zum Kulturträger: Die neue Bedeutung des Büros

vor 3 Tagen

3 Minuten

Gruppe von Unternehmern, Architekten, die Probleme in Innenräumen im Büro diskutieren und an einem Projekt arbeiten
Gruppe von Unternehmern, Architekten, die Probleme in Innenräumen im Büro diskutieren und an einem Projekt arbeiten
© halfpoint

Neue CBRE-Studie zeigt „postpandemische Renaissance“ des Büros. Flächen werden effizienter genutzt: Globale Belegungsquote mit 111 Prozent auf „All time high“. Strategien verändern sich grundlegend – Desk Sharing ist der neue Standard.

„Hybrides Arbeiten hat sich weltweit als fester Bestandteil moderner Arbeitswelten etabliert und verleiht dem Büro eine neue, strategische Bedeutung“, sagt Frank Gschiegl, Leiter der Abteilung Workplace & Design bei CBRE Österreich.

Nach der aktuellen Studie „2026 Global Workplace & Occupancy Insights“ des internationalen Immobiliendienstleisters CBRE, im Rahmen derer global Kunden mit einer Portfoliogröße von jeweils mehr als 450.000 Quadratmetern befragt wurden, wird das Büro zunehmend als zentraler Ort für Zusammenarbeit, Austausch und Unternehmenskultur neu positioniert, während Unternehmen ihre Flächen effizienter und datenbasierter steuern.

Weltweit ist die durchschnittliche Büroauslastung auf 53 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Gleichzeitig erreicht die Spitzenbelegung erstmals 80 Prozent. „Die verbesserten Nutzungsraten sind das direkte Ergebnis aktiver Optimierungsmaßnahmen von Corporate-Real-Estate-Teams. Diese stehen vor der komplexen Aufgabe, eine dynamische Belegschaft mit den weniger flexiblen Gegebenheiten von Gebäuden, Etagen und Flächenlayouts in Einklang zu bringen. Denn mit Spitzenauslastungen von 80 Prozent kann ein Büro schnell an seine Kapazitätsgrenzen gelangen“, so Gschiegl.

Ein weiteres zentrales Ergebnis: Die globale Belegungsquote liegt inzwischen bei einem „All Time High“ von 111 Prozent. Das bedeutet im Vergleich zu 2024 eine Steigerung um rund zehn Prozent, wodurch mittlerweile mehr Mitarbeitende Arbeitsplätzen zugeordnet sind, als physische Schreibtische vorhanden sind. Desk Sharing ist damit zum neuen Standard geworden. Rund 69 Prozent der Unternehmen setzen auf geteilte Arbeitsplätze, allerdings zunehmend mit moderaten Verhältnissen zwischen Mitarbeitenden und Arbeitsplätzen.

Auch die Immobilienstrategien verändern sich deutlich. 57 Prozent der befragten Unternehmen rechnen in den kommenden drei Jahren mit einer Verkleinerung ihrer Büroflächen. Hauptgrund ist laut Studie der geringere Flächenbedarf durch hybrides Arbeiten. Gleichzeitig bleibt die Optimierung bestehender Portfolios das wichtigste Ziel der Corporate-Real-Estate-Teams.

Hybrides Arbeiten ist heute überwiegend strategisch verankert: 89 Prozent der Unternehmen verfügen über ein formales Hybridmodell. Der Fokus liegt nicht mehr nur auf Flexibilität, sondern zunehmend auf einer attraktiven Büroerfahrung, klaren Anwesenheitsregeln und einer stärkeren Rolle der Immobilienabteilungen als strategische Partner im Unternehmen. „Der Erfolg hybrider Arbeitsmodelle hängt künftig von klarer Kommunikation, verlässlichen Kennzahlen und der Fähigkeit ab, Arbeitswelten kontinuierlich an die Bedürfnisse von Unternehmen und Mitarbeitenden anzupassen“, sagt Gschiegl.

Die Studie zeigt zudem eine klare Tendenz bei Anwesenheitsmodellen: Drei oder mehr Präsenztage pro Woche gelten bei zwei Dritteln der Unternehmen als Standard. Gleichzeitig besteht eine wachsende Lücke zwischen den Erwartungen des Managements und dem tatsächlichen Verhalten der Mitarbeitenden. Rund 70 Prozent der Unternehmen berichten, dass die Anwesenheit hinter den Vorgaben zurückbleibt.

„Wir sind überzeugt davon, dass hybrides Arbeiten dauerhaft Bestand haben wird. Die Form wird sich jedoch kontinuierlich weiterentwickeln. Unternehmen lösen sich zunehmend von der einfachen Gegenüberstellung von Büro- und Remote-Arbeit und setzen stattdessen auf differenzierte Strategien, die Flexibilität, Effizienz und Mitarbeitererlebnis miteinander verbinden“, sagt Gschiegl.

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