Der Spatenstich für das neue Sicherheitszentrum Keplergasse ist am 1. Juni 2026 in der Keplergasse 10 in Wien-Favoriten erfolgt. Realisiert wird das Projekt von der ARE Austrian Real Estate im Auftrag des Innenministeriums. Der Neubau ersetzt die bisherige Polizeiinspektion Keplergasse, deren Belegschaft seit Herbst 2024 in einem Ausweichquartier in der Columbusgasse arbeitet. Für die rund 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der Bezug für Anfang 2028 geplant.
Sicherheitszentrum Keplergasse: Holz-Hybrid statt Bestand
Der bisherige Bau umfasste rund 600 Quadratmeter; der Neubau bringt es nach Plänen von atelier.23 Architekten auf rund 2.100 Quadratmeter Gesamtfläche auf sechs Geschossen – mehr als eine Verdreifachung. Errichtet wird er in Holz-Hybrid-Bauweise, die Fassaden werden teilweise begrünt. Für die Bewässerung der Bepflanzung sammelt eine Zisterne das Regenwasser. Im Inneren ist ein rund 300 Quadratmeter großer, begrünter Innenhof vorgesehen, der für Besprechungen und Pausen genutzt werden soll.
ARE-Geschäftsführerin Christine Dornaus verwies beim Spatenstich auf die regionale Wertschöpfung: Von jedem investierten Euro flössen rund 88 Prozent in österreichische Wertschöpfung, rund 98 Prozent der beauftragten Firmen seien österreichische Unternehmen. Den Anspruch an die Architektur formulierte sie mit Bezug auf einen Satz des Innenministers: „Es hat zwar noch nie ein Gebäude einen Verbrecher gefangen, aber wenn das Gebäude passt und inspirierend ist", gelinge die Arbeit besser.
Energieversorgung: Fernwärme, Wärmepumpe und Photovoltaik
Bei der Energieversorgung setzt die ARE auf eine Kombination aus Fernwärme und Luftwärmepumpe; eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt einen Teil des benötigten Stroms. Das Gebäude solle „nicht nur schön" sein, sondern „effizient" und „nachhaltig", so Dornaus – angestrebt wird die Zertifizierung klimaaktiv Gold. Die Bauzeit ist mit rund eineinhalb Jahren veranschlagt, die Fertigstellung für das dritte oder vierte Quartal 2027 vorgesehen.
Untergebracht werden im neuen Sicherheitszentrum Keplergasse nicht nur die Polizeiinspektion, sondern auch Ermittlungseinheiten des Landeskriminalamts sowie des Landesamts für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung. Hinzu kommen Bereitschaftsräumlichkeiten für Einsatzkräfte.
Stimmen zum Spatenstich
Innenminister Gerhard Karner ordnete den Bau in die laufende Stärkung der Wiener Polizei ein und betonte zugleich die Grenzen von Infrastruktur: „Ein Gebäude hat noch nie einen Verbrecher gefangen. Es sind Menschen aus Fleisch und Blut." Eine gute Ausstattung sei wichtig, eine ausreichende personelle Ausstattung aber entscheidend.
Landespolizeivizepräsident Franz Eigner wies darauf hin, dass die Polizeiinspektion Keplergasse „deutlich in die Jahre gekommen" sei, und griff zum Bild des Spatenstichs: „Wir graben das Fundament aus – und das Fundament für die Sicherheit haben wir schon vor vielen Jahren gelegt." Landtagsabgeordneter Marcus Schober, in Vertretung des Wiener Bürgermeisters, sprach von einem „gemeinsamen Zeichen für mehr Sicherheit in Wien".
Es ist nach dem Sicherheitszentrum Gudrunstraße bereits das zweite große Polizeibauprojekt in Favoriten.