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ORGATEC 2026: Was Büroimmobilien jetzt können müssen

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von Gerhard Popp

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5 Minuten Lesezeit

Auf der ORGATEC 2026 in Köln waren heuer kaum noch Schreibtische zu sehen. Oliver Bertram (Bertram ZT) hat dort den neuen Office Report übergeben und mit Stefanie Fischer (Munich Re), Christian Chalupa (Office Concepts), Jan Oelze (pro m²), Els Kerckhof (BuzziSpace), Leo Lübke (COR Sitzmöbel), Martin Luptacik (FORMFUNK consulting) und Patrick Toifl (Bene) gesprochen. Die Botschaft an EntwicklerInnen: nicht weniger Fläche, sondern andere.

„Wir sehen keine Schreibtische. Ich glaube, ich habe fünf, sechs Schreibtische bisher gesehen auf der gesamten Messe", so Jan Oelze, pro m². Wer heuer vom 27. bis 30. Oktober durch die Kölner Hallen der ORGATEC 2026 gegangen ist, kann das bestätigen. Sofas, Akustikboxen, Pflanzen und warme Farben dominieren, der klassische Arbeitsplatz ist zur Nebensache geworden.

Dabei steckt die Branche in einer schwierigen Phase. „Die Möbelbranche ist in der Krise, und das sieht man, finde ich, hier auch sehr deutlich", meint Oelze. Christian Chalupa, Geschäftsführer von Office Concepts in Wien, erinnert an die ORGATEC von vor zehn, 14 Jahren und sagt über die heutige: „nur noch vier Hallen". Ob sich darin die Stagnation am Immobilienmarkt spiegle? „Ich glaube schon. Ja, sicher."

Im Gepäck hatte Oliver Bertram, Bertram ZT, den neuen Office Report. Er gibt ihn gemeinsam mit Andreas Gnesda und teamgnesda heraus, die Umfrage hat pro m² unterstützt. Der zentrale Befund: Jeder dritte Schreibtisch steht leer. Was das für Büroflächen und Bürogebäude bedeutet, wollte er von Stand zu Stand wissen.

Nicht weniger Büroflächen, sondern andere

Die naheliegende Schlussfolgerung, Unternehmen bräuchten künftig weniger Fläche, teilt Chalupa nicht. „Ich glaube nicht, dass sie weniger Fläche brauchen, sondern die Fläche wird zurzeit anders gestaltet." Unternehmen wollten ihre Leute zurück ins Büro holen und investierten dafür in informelle Mittelzonen. Da habe man „tendenziell sicher keine Einsparungen".

Desk Sharing: Der Quadratmeter muss sich rechtfertigen

Stefanie Fischer arbeitet bei Munich Re im Bereich Real Estate & Services am Transformationsprogramm „Places that Work". In München betrifft es rund 4.500 Mitarbeitende. Eine fixe Sharing Ratio gebe es nicht, sie werde aus der laufend gemessenen Anwesenheit jeder Abteilung abgeleitet. Derzeit liege sie im Schnitt bei etwa 0,7. Flächeneffizienz sei aber nicht der Auslöser: „Es geht darum, lebendige Orte zu schaffen. Und das wissen wir alle, wenn man durch leere Büros geht. Das macht keinen Spaß." Mittelfristig bündle der Konzern Standorte, ein Abstoßen von Immobilien sei nicht ausgeschlossen.

Für EntwicklerInnen ist das die eigentliche Nachricht. Der Konzern reduziert Flächen deutlich und zieht sie zugleich an weniger Standorten zusammen. Wer heute Büroimmobilien plant, konkurriert um weniger, aber anspruchsvollere MieterInnen.

Oelze bringt es auf den Punkt: Es gehe nicht darum, „wie viel Quadratmeter brauche ich denn eigentlich noch? Sondern was ist der Mehrwert jedes einzelnen Quadratmeters?" Die Medienberichte, wonach DAX-Konzerne ihre Leute zurückholen, sieht er nüchtern: „Unsere Zahlen zeigen ja, es ist in der Fläche nicht so, wir sehen eine sehr starke Konstanz." Die eigentliche Welle beim Desk Sharing stehe noch bevor, nämlich bei konservativeren Unternehmen und bei der öffentlichen Hand. Diese beginne wegen des Kostendrucks gerade erst, darüber nachzudenken.

Anders gesagt: Der Umbau des Bestands hat kaum begonnen.

Büro-Akustik beginnt im Rohbau

Leo Lübke, geschäftsführender Gesellschafter von COR Sitzmöbel, liefert den Hinweis, der PlanerInnen und Developer am meisten betrifft – „weil die modernen Büros oft aus Beton bestehen. Auch der Fußboden ist glatt und hart. Große Fensterflächen, damit es schön hell ist – mit der Folge, dass man Akustikthematik hat." Polstermöbel, Akustikpaneele und Wandelemente seien die Antwort darauf. „Architektur und Möbeldesign im Büro – die korrespondieren miteinander."

Els Kerckhof von BuzziSpace unterscheidet genauer. Eine gute Architektin oder ein guter Architekt kümmere sich um die Bauakustik, das heiße aber noch nicht, dass die Raumakustik stimme. Neuere Gebäude schnitten tendenziell besser ab als ältere. Dazu kommen die Spitzentage im hybriden Arbeiten: Wer Fläche reduziere, habe an den gemeinsamen Bürotagen Leute, die „wie Sardinen in der Dose" säßen, und damit den Lärm zurück (übersetzt aus dem Englischen).

Akustik wird damit Teil der Vermietbarkeit, und sie ist nicht mehr nur Aufgabe des Möbelhändlers.

Flexible Büroflächen als Bauaufgabe

„Man muss auch die Flächen freimachen und auch den Mut aufbringen, in Organisationen tatsächlich einmal diese Tische ins Lager zu stellen", so Martin Luptacik, Geschäftsführer von FORMFUNK consulting. Gefragt seien Kommunikation, Kollaboration und Rückzug. Für die Immobilie heiße das: Diese Flächen würden „viel, viel flexibler noch sein oder werden müssen für diese schnelleren Veränderungen". Das Büro habe zusätzliche Aufgaben zu erfüllen und müsse bieten, was das Homeoffice nicht liefern könne.

Oelze denkt in Modulen. Man müsse nicht gleich den ganzen Raum wieder abreißen, „oder ich mache andere Module zum Beispiel rein, bin wesentlich flexibler. Das wird die Zukunft des Büros sein aus meiner Sicht." Den Hang zur Vorsicht kennt er: Es sei „etwas sehr Deutsches, immer erstmal die Bedenken nach vorne tragen". Sein Gegenrezept: „Einfach machen, einfach ausprobieren."

Wer heute Grundrisse festlegt, entscheidet also mit darüber, wie oft ein Mieter in zehn Jahren umbauen kann, ohne auszuziehen.

Hybrides Arbeiten, KI und der Elefant im Raum

Bleibt die Frage, auf die auch die Messe keine Antwort hatte. Sie habe hier „auch wenig Antworten gegeben zu dem großen Elefant im Raum, nämlich: Was passiert mit KI?", stellt Oelze fest. Er erwartet eine zweite Welle, die „in der Dimension wesentlich mehr ist als New Normal". Die klassische Sachbearbeitung falle weg, ins Büro der Zukunft komme man für Entscheidungen, Kreativität und Zusammenarbeit.

Patrick Toifl, Bene, sieht das gelassen. Basistätigkeiten müssten künftig „nicht mehr zwingend auf einem Arbeitsplatz ausgeführt werden". KI werde Routinetätigkeiten übernehmen, neue Aufgaben kämen dazu. Er bleibe Optimist.

Was bleibt für Büroimmobilien

Für EntwicklerInnen lässt sich die ORGATEC 2026 in einem Satz zusammenfassen: Nicht der Schreibtisch vermietet das Büro, sondern alles rundherum. Gefragt sind Büroimmobilien, die gute Akustik, Tageslicht, Rückzugsräume und Umbauten ohne Abriss ermöglichen. Wer das liefert, hat auch bei schrumpfenden Büroflächen pro Kopf gute Karten.

Oder, wie es Leo Lübke formuliert: „Das Büro von heute ist eine Art zweites Wohnzimmer."

Die Gespräche von der ORGATEC gibt es als Zusammenschnitt im Video zu diesem Beitrag.

Dieser Inhalt enthält KI-generierte Elemente.

Transkript

0:14 Köln, Ende Oktober. Vier Tage lang ist die Orgatec wieder Treffpunkt der Büro- und Objektbranche. Die Leitmesse für moderne Arbeitswelten. Doch die Branche steckt in einer schwierigen Phase. Die Möbelindustrie steht unter Druck und die Messe ist kleiner geworden als in früheren Jahren. Wir waren mit Oliver Bertram unterwegs. Im Gepäck: der neue Office Report, die größte Umfrage zur Arbeitswelt im deutschsprachigen Raum. Sein Befund: Jeder dritte Schreibtisch steht leer. Von Stand zu Stand haben wir Hersteller, Händler, Berater und Nutzer gefragt: Was heißt das für das Büro? Die Antworten gleichen sich.

0:55 Den Schreibtisch muss niemand mehr zeigen. Auf der Messe ist er kaum zu finden. Stattdessen: Sofas, Akustikboxen, Pflanzen, warme Farben. Das Büro wird zum zweiten Wohnzimmer. Ein Ort, an den man gern kommt. Und über allem schwebt eine Frage, auf die hier noch niemand eine Antwort hat: Was macht die KI mit dem Büro? Evi, du bist eine liebe Kollegin von mir. Wir haben viele Jahre parallel in unterschiedlichen Unternehmen, aber am selben Thema in Wien gearbeitet. Du bist eine absolute Spezialistin für Workplace. Du bist Workplace Managerin bei der Münchner Rückversicherung.

Vollständiges Transkript anzeigen

1:37 Du bist jetzt drei Tage auf der Orgatec und hast jetzt alles tief eingeatmet. Und meine Frage ist aus deiner professionellen Sicht, aus deiner persönlichen Sicht, aus der Sicht nach dem Besuch der Orgatec: Was sind die Trends, die wir heute in der Arbeitswelt hier sehen? Also hier sehen ist echt eine schwierige Frage, weil ich habe ehrlich gesagt überlegt. Ich war, glaube ich, vor vier Jahren zuletzt hier und ich habe mich gefragt, als ich hier durchgegangen bin. Ich meine, es ist overwhelming, was es alles an Farben und Varianten von Stühlen, Möbeln, Telefonboxen gibt. Aber ich habe mich gefragt: Was ist wirklich anders

2:20 geworden in den letzten vier Jahren? Also ich glaube, es sind weniger die Möbel. Natürlich, Farben ändern sich, Formen ändern sich. Aber wenn ich so die Trends der Arbeitswelt sehe, glaube ich, ist die Antwort nicht das Möbel. Wie nimmst du den Markt wahr in Bezug auf die Immobilien? Brauchen Unternehmen weniger Fläche, mehr Fläche und wie reagieren sie darauf? Ich glaube nicht, dass sie weniger Fläche brauchen, sondern die Fläche wird zurzeit anders gestaltet. Ich kriege jetzt sehr viel mit, dass die Unternehmen wieder die Leute ins Büro holen wollen. Also dieses Homeoffice ist bis zum gewissen Grad ein Dorn im Auge, wo

3:03 jetzt Maßnahmen gesetzt werden, dass die Leute wieder ins Büro zurückkommen. Und um diese Motivation bei den Mitarbeitern anzuregen, dass sie kommen, wird jetzt sehr viel in informellen Zonen, Mittelzonen et cetera investiert. Da hat man tendenziell sicher keine Einsparungen, sondern einfach die Räume oder der Platz wird anders gestaltet. Die Immobilienindustrie verändert sich, die Bürowelt verändert sich. Wie verändert sich das Design im Büro? Kannst du das mal kurz zusammenfassen? Was sind die Trends? Was sind die Trends? Das, was wir auf der Orgatec sehen, ist, dass seit zwei, drei

3:43 Jahren sich in der Masse relativ wenig bewegt. Die Möbelbranche ist in der Krise und das sieht man, finde ich, hier auch sehr deutlich. Nichtsdestotrotz bestätigen sich dann auch Trends. Wir sehen, dass organische Formen, dass Naturprodukte, dass relativ pastellige Farben weiterhin Trends sind, um eben eine Wohlfühlatmosphäre im Büro zu haben. Wir sehen keine Schreibtische. Ich glaube, ich habe fünf, sechs Schreibtische bisher gesehen auf der gesamten Messe. Das heißt, dieses Thema Living, wie kommt Living zurück ins Büro und wie mache ich Wohlfühlorte, ist eine entscheidende Rolle. Auf der anderen Seite, wenn man mal guckt, was sind Trends und wie gucke ich in die

4:20 Zukunft, gibt es zwei, drei Stände, die glaube ich, sehr deutlich zeigen, wo es hingeht. Und die 70er sind zurück. Wir sehen, dass die 70er zurückkommen. Einige erinnern sich ans Kinderzimmer vielleicht noch. Das heißt, Gelbtöne, Senfgelb bis in ins Orange, Rot kommt. Diese Farben werden perspektivisch trendig, eher wieder kräftiger, weg vom Pastelligen. Wir sehen, dass Lack wieder zurückkommt als Möglichkeit, aber in Kombination mit Naturprodukten. Das sind so Themen, die wir auf der Gestaltungsseite sehen. Auf der anderen Seite eine große Unsicherheit. Hier hat die Messe, finde ich, auch wenig Antworten gegeben zu dem großen Elefant

4:54 im Raum, nämlich was passiert mit KI und wie verändert KI die Büronutzung? Da gab es interessante Austausche, dann aber auf anderen Formaten und ich glaube, das ist das große Thema und die zweite große Welle, die aus meiner Sicht in der Dimension wesentlich mehr ist als New Normal und alles, was uns nach Corona beschäftigt hat. Da kommt was sehr Großes auf uns zu. Das heißt nicht, dass es weniger Quadratmeter ist. Das heißt nicht, die Leute kommen nicht mehr zurück, sondern es heißt, dass die Trends, die wir sowieso schon sehen, warum komme ich ins Büro zurück, noch viel mehr bestärkt werden und noch wesentlich wichtiger sind, weg vom Arbeitsplatz nach deutscher

5:33 Arbeitsstättenrichtlinie, sondern hin zum Menschen, hin zum fokussierten Nutzer. Was braucht der Nutzer eigentlich, um dann in ein Büro zu kommen? „Outlook to the Future. In the report we found out that there are a lot of underutilized office spaces. So the demand is less, right? But the people in the office might be less. Companies lay off people or they change the way of working and so on, but they use the same space. Is this something that you basically also observe in the market? Well, what we've noticed is that some of our customers, they downsize the surface.

6:13 Yes. They rent out or sublease. Yes. But then the problem is this on the hybrid working days, that the spaces are overpopulated. Okay. So they look like sardines in a can almost. And then you have the excessive noise coming in again. Yes. So that's something that people are really struggling with. Okay. And that kind of has a result that people again say, „I'm working from home." Mm-hmm. So the peaks of density, they are really difficult to manage. Mm-hmm. So that's why we advocate on bringing in soft boundary architectural to kind of have that sound transmission not passing by. Yes. And think about the right solutions for your employees-

6:57 Yes. -and also for the correct roles, because we also see a tendency on requests for more neurodiverse people. Mm-hmm. Because they're sitting in an open space and then they cannot focus because they are kind of triggered differently. Mm-hmm. So that's also something that companies started to work on heavily, and that's to do with the high density and the population of spaces. Okay. Ihr gehört jetzt zu den absoluten Urgesteinen der deutschen Möbelindustrie, auch im Contracting Bereich. Ja. Und da stellt sich für mich eigentlich die Frage, ein bisschen auch langfristig betrachtet: Wie hat sich die Branche entwickelt und wie sind die Trends aktuell?

7:40 Ja, ich meine, die ganze Welt ist in Entwicklung, in einem Umbruch und das gilt natürlich auch für so eine Büromöbelbranche. Und da muss man sagen, früher hätte man auf diesen Messen viel, viel mehr Bürostühle zum Beispiel gesehen. Wahnsinnig, auf jedem Stand stand immer im Mittelpunkt. Die gibt es hier auch noch, die sind noch relevant und auch da gibt es tolle Entwicklungen. Aber das ist momentan nicht mehr so im Fokus. Warum? Weil spätestens seit Corona natürlich Homeoffice ein Thema ist. Und wenn man jetzt gute Leute haben will, dann erwarten die Leute auch schon, dass sie einen Tag im Homeoffice verbringen können.

8:12 Ja. Und manche Firmen erlauben das sogar frei die ganze Woche. Und manche Firmen profitieren auch davon, weil die dann sagen: „Oh, wir bauen Büroflächen ab, weil wir brauchen das gar nicht. Wir müssen nicht für jeden Mitarbeiter einen Platz vorhalten, wenn vielleicht nur 50 % belegt sind." Das heißt, die Büros schrumpfen. Und dann sorge ich mir auf der anderen Seite aber dafür, dass dann die Aufenthaltsqualität im Büro steigt, wenn man schon mal da ist. Mm-hmm. Und dadurch werden weiche Möbel wichtiger, Mittelzonenmöblierung, Ecken, wo man sich zurückziehen kann. Es spielen Möbel eine Rolle, die akustisches Potenzial haben, weil die modernen

8:46 Büros oft aus Beton bestehen. Auch der Fußboden ist glatt und hart. Große Fensterflächen, damit es schön hell ist, mit der Folge, dass man eine Akustikthematik hat. Und da ist es natürlich toll, da können auch Polstermöbel wie jetzt hier natürlich helfen. Deswegen auf einmal gibt es viel, viel mehr Akustikpaneele, Akustikwandelemente. Also das heißt, durch eine Veränderung in der Architektur gibt es dann auch wieder eine neue Art von Möbel. Das heißt, Architektur und Möbeldesign im Büro. Die müssen korrespondieren miteinander, sie hängen miteinander zusammen. Wie siehst du denn diese Trends in den Arbeitswelten?

9:21 Wie siehst du denn die Trends damit, dass Fläche übrig ist in Büros? Na ja, tatsächlich sieht man das. Man braucht ja nur an diesen berühmten Montagen und Freitagen in die Büros gehen und das kann man ja dann rückspielen auf die anderen Tage, nicht genutzte Flächen letztlich, weil einfach der Tisch, dieser klassische Arbeitsplatz, nicht mehr der alleinige Arbeitsort in Zukunft sein wird. Und deswegen werden hier Flächen frei. Man muss auch die Flächen freimachen und auch den Mut aufbringen, in Organisationen tatsächlich einmal diese Tische ins Lager zu stellen und das eben für Flächen freimachen, die eben jetzt erforderlich sind für viele Mitarbeitende.

10:01 Und das sind halt so Kommunikations-, Rückzugsorte, die Dinge, die in den nächsten Jahren hier gefragt sein werden auch. Jetzt haben wir das Homeoffice ausgelöst durch die Veränderung ursprünglich mal in der Corona-Zeit und jetzt kommt die nächste Welle, die KI. Wie glaubst du, wird die KI unsere Bürowelten verändern? Das ist eine wirklich sehr gute Frage, die ich aber nicht beantworten kann. Ich habe ein paar Theorien. Wir haben ja als Bene auch selbst das ganze Motto bei uns hier am Messestand versucht, auch diese Frage zu beantworten grundsätzlich. Also wir fragen uns selbst: Wie wird KI unseren

10:38 Arbeitsalltag verändern? Pauschal da jetzt eine Prognose abzugeben, wie sich KI überhaupt verändert. Wir reden heute wahrscheinlich von irgendeiner KI-Lösung, die übermorgen schon wieder ganz anders ist und viel schneller ist und ganz andere Themenbereiche unseres Arbeitsalltags erfasst. Ich denke aber sehr wohl, dass diese Basisaufgaben, die heute die LLM übernimmt, zum Beispiel, das sind so Reports, Zusammenfassungen, aber auch To-dos verteilen und so weiter, das funktioniert ja heute alles schon über KI und ist eigentlich schon flächendeckend anwendbar. Das heißt, ich glaube grundsätzlich, dass diese Basistätigkeiten nicht mehr

11:17 zwingend auf einem Arbeitsplatz ausgeführt werden müssen. Ich habe eine ziemlich weit nach vorne schauende Vision. Wenn man jetzt auch an Wearables denkt, die Meta-Glas, das sind irgendwelche Glöckchen, die man im Ohr trägt, an Uhren, die man am Handgelenk hat oder Blau, die wir zum Beispiel auch jetzt auf dem Radaren von der KI oder als Checkkartenformat in der Jackentasche einstecken hast. Auch das sind alles Tätigkeiten, wo man sich vielleicht mal die Frage stellen muss: Ist es denn überhaupt noch mal nötig, dass irgendjemand auf einem Tastaturarbeitsplatz doch sitzt? Weil vielleicht ist es in Zukunft auch so, dass ich einfach nur mit mir selbst

11:54 rede, sozusagen, die KI das sowieso mitnimmt, mir Entscheidungsräume, To-dos und so weiter aufzeichnet dann und das vielleicht im besten Fall auch noch verteilt und Kalendereinträge macht. Und das ist immer ganz so weit weg jetzt. Aber du siehst das positiv, die Entwicklung? Ich darf den Chris Müller zitieren, der jetzt vor drei Wochen oder vor vier Wochen bei uns in Waidhofen einen Vortrag gehalten hat und hat gesagt: „Es ist zu spät, um Pessimist zu sein." Und ich bin generell grundsätzlich ein Optimist und ich glaube, man kann dem nur positiv gegenüberstehen. Man kann jetzt keine Dystopien aufzeichnen, dass jetzt irgendwie die KI wird

12:30 natürlich unsere Arbeitswelt komplett verändern. Die wird Routinetätigkeiten effizienter gestalten, die wird sie auch ein Stück weit wegnehmen, sodass wir sie gar nicht mehr ausüben müssen, wahrscheinlich. Und wie es dann am Ende des Tages ist, es gab ja durchaus in der Geschichte schon ganz viele unterschiedliche Revolutionen und die haben immer wieder dazu geführt, dass gewisse Arbeiten, Tätigkeiten und so weiter weggebrochen sind und dass wir dann neue dazugekommen sind. Also grundsätzlich stehe ich dem positiv und optimistisch gegenüber.

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