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Neukauf Spittal ist Österreichs bestes Einkaufszentrum. Zufriedenheit der Händler bleibt stabil. Nahversorgungs-Ausrichtung entscheidend.

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Die Gewinner des Shoppingcenter Performance Reports Österreich von ecostra wurden am Handelsflächenforum des Handelsverbands ausgezeichnet. Der Shopping Haidäcker Park in Eisenstadt ist Gewinner der Kategorie Retail Parks. Mieterzufriedenheit bleibt insgesamt stabil.

Die Gewinner des Shoppingcenter Performance Reports Österreich von ecostra wurden am Handelsflächenforum des Handelsverbands ausgezeichnet. Der Shopping Haidäcker Park in Eisenstadt ist Gewinner der Kategorie Retail Parks. Mieterzufriedenheit bleibt insgesamt stabil.

Welche Einkaufszentren bieten ihren Mietern die besten Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg? Wo stimmen Standort, Frequenz, Branchenmix und Centermanagement? Welche Standorte haben aus Sicht des Handels Aufholbedarf? Antworten auf all diese Fragen liefert der Shoppingcenter Performance Report Österreich (SCPRÖ) 2026, der von ecostra erstellt und in Kooperation mit dem Handelsverband beim Handelsflächenforum 2026 präsentiert wurde. Im Rahmen dieses Kongresses, der gestern in Wien stattfand, wurden auch die Awards of Excellence an die jeweiligen Centerbetreiber vergeben.

Für den aktuellen Report wurden 1.380 Filialstandorte in österreichischen Shopping Malls und Fachmarktzentren bewertet. 58 teilnehmende Filialunternehmen gaben ihre Einschätzung zu ihren jeweiligen Standorten ab. Insgesamt schafften es 117 Malls und Fachmarktzentren in die Rankings.

Neukauf Spittal holt Gesamtsieg

Der Sieg in der Kategorie Shopping Malls geht 2026 nach Kärnten: Das Neukauf in Spittal an der Drau eroberte mit einer Durchschnittsnote von 1,83 den Award of Excellence als bestes Shoppingcenter des Jahres. Bereits 2020 stand das Neukauf an der Spitze des SCPRÖ und konnte auch in den Folgejahren immer wieder Spitzenplatzierungen erzielen.

Nur einen Wimpernschlag dahinter landet das EO in Oberwart mit einer Durchschnittsnote von 1,84 auf Rang zwei. Platz drei geht an die Varena in Vöcklabruck mit 1,92. Besonders bemerkenswert: Die Varena verbessert sich gegenüber dem Vorjahr (2,46) deutlich und schaffte damit erstmals den Sprung in die Top 10 – und gleich auf das Podium.

Der Europark Salzburg sowie der Messepark Dornbirn – ebenfalls frühere Gewinner des SCPRÖ – finden sich mit einer Bewertung von jeweils exakt 2,00 auf dem gemeinsamen fünften Platz. Beide Standorte werden derzeit umfassend weiterentwickelt: Der Europark erweitert seine Fläche seit Anfang 2026 um rund 6.000 Quadratmeter, die Fertigstellung ist für Herbst 2027 vorgesehen. Auch im Messepark Dornbirn wurde ein umfassender Umbau im laufenden Betrieb gestartet – was bei beiden Centern für die Zukunft einen weiteren Attraktivitätszuwachs erwarten lässt.

Die Top 10

Insgesamt umfasst die Top 10 aufgrund von Punktegleichheit heuer elf Center und zeigt eine bemerkenswerte Mischung: Große regionale Shoppingdestinationen sind ebenso vertreten wie kleinere, stadtteilbezogene Center. Vier der elf Top-Standorte befinden sich in Wien.

„Der Shoppingcenter Performance Report ist deshalb so wertvoll, weil hier jene Unternehmen zu Wort kommen, die täglich unmittelbar erleben, wie gut ein Handelsstandort tatsächlich funktioniert: die Mieter selbst. Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass erfolgreiche Handelsflächen weit mehr brauchen als Quadratmeter. Entscheidend sind Frequenz, Erreichbarkeit, ein attraktiver Branchenmix, professionelles Centermanagement und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für die Händler“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des freiwilligen, überparteilichen und unabhängigen Handelsverbands.

Nahversorgung als Erfolgsfaktor

Ein Muster zieht sich durch viele der besonders gut bewerteten Center: Lebensmittelanker und ergänzende Nahversorger sorgen für verlässliche Grundfrequenz, von der auch andere Händler profitieren. Beim Sieger Neukauf Spittal übernehmen diese Funktion u.a. Billa Plus und dm, beim zweitplatzierten EU Interspar, dm und Müller.

„Auch 2026 bestätigt sich, dass starke Lebensmittelanker und ergänzende Nahversorger ein wesentliches Merkmal erfolgreicher Einkaufszentren sind. Sie schaffen regelmäßige Grundfrequenz und damit eine wichtige Basis, von der letztlich der gesamte Standort und seine Mieter profitieren“, erklärt Thomas Terlinden, Projektleiter bei ecostra und verantwortlich für den SCPRÖ.

Über das gesamte untersuchte Shoppingcenter-Portfolio hinweg bleibt die Zufriedenheit weitgehend stabil. Die durchschnittliche Bewertung liegt 2026 bei 2,59 nach 2,56 im Vorjahr. Damit bewegt sich die Bewertung weiterhin auf einem besseren Niveau als 2024 mit 2,71 sowie 2023 und 2022 mit jeweils 2,77.

Während zwischen mittelgroßen und sehr großen Einkaufszentren nur relativ geringe Bewertungsunterschiede bestehen, schneiden Center mit weniger als 10.000 m² Geschäftsfläche mit durchschnittlich 2,93 deutlich schwächer ab. Sehr große Center mit mehr als 40.000 m² kommen hingegen auf 2,46.

Große Namen nicht automatisch an der Spitze

Gleichzeitig zeigt das Ranking, dass Größe und Bekanntheit allein keine Garantie für eine Spitzenposition sind. Einige der größten und bekanntesten Shoppingdestinationen Österreichs finden sich 2026 im Mittelfeld: Die Westfield Shopping City Süd liegt auf Rang 36, das G3 Shopping Resort auf Rang 41, die PlusCity auf Rang 47 und das Westfield Donau Zentrum auf Platz 58 unter 75 gerankten Shopping Malls.

„Die Ergebnisse unterstreichen somit, dass unterschiedliche Centerformate erfolgreich sein können. Entscheidend ist nicht alleine die Größe, sondern auch das Zusammenspiel aus Frequenz, Angebotsmix, Standortqualität und Management“, so Studienleiter Terlinden.

Citygate mit größtem Sprung nach vorne

Dass sich konsequente Arbeit an einem Standort auszahlt, zeigt das Citygate Shopping in Wien. Mit einer Verbesserung um 0,60 Punkte gegenüber dem Vorjahr weist das Center den größten Sprung im Jahresvergleich auf. Nach Bewertungen von 4,47 im Jahr 2018 und 4,25 im Jahr 2019 kommt das Citygate heute bereits auf 2,70. Auch beim Stadion Center in Wien und dem Tenorio in Wolfsberg entwickelten sich die Mieterbewertungen über einen längeren Zeitraum hinweg auffällig positiv.

„Shoppingcenter stehen ebenso wie ihre Mieter unter enormem Veränderungsdruck. Umso wichtiger ist die Erkenntnis, dass Standortperformance kein unveränderbares Schicksal ist. Wer konsequent in Aufenthaltsqualität, Angebotsmix, Erreichbarkeit und die Zusammenarbeit mit seinen Mietern investiert, kann einen Standort nachhaltig nach vorne bringen“, erklärt Handelssprecher Will.

Gerngross ist „heimlicher Sieger“

Eine Besonderheit des diesjährigen Reports liefert das Traditionskaufhaus Gerngross in der Wiener Mariahilfer Straße. Mit einer Durchschnittsnote von 1,33 erreicht der Standort sogar den besten Wert der gesamten Untersuchung. Da allerdings nur drei Einzelbewertungen vorlagen, wurde die für das Ranking erforderliche Mindestzahl nicht erreicht. Bereits im Vorjahr war das Gerngross mit 1,75 außergewöhnlich positiv bewertet worden, hatte mit vier Einzelbewertungen aber ebenfalls das Mindestquorum knapp verfehlt.

Bemerkenswert ist das Ergebnis auch aufgrund der zahlreichen Verkaufsebenen des Gerngross – eine Gebäudekonzeption, die bei Shoppingcentern von Mietern ansonsten häufig kritisch beurteilt wird.

„Die Top-Bewertung des ‚heimlichen Siegers‘ Gerngross liegt sicherlich auch an der Standortlage mitten an der größten Einkaufsstraße des Landes. Aber das allein kann es nicht sein, sonst wären andere Anbieter in dieser Lage immer noch dort und hätten den 6./7. Wiener Gemeindebezirk nie verlassen“, meint ecostra-Experte Terlinden.

Retail Parks: Shopping Haidäcker Park bestes Fachmarktzentrum

Bei den Fachmarktzentren bzw. Retail Parks geht der Sieg ins Burgenland. Der Shopping Haidäcker Park in Eisenstadt erreicht mit einer Durchschnittsnote von 1,50 Platz eins und steht damit nach 2021 zum zweiten Mal ganz oben auf dem Stockerl.

Dahinter folgen das Ziwa in Baden mit 1,67 und der Panoramapark Neunkirchen mit 1,71. Beide Standorte konnten den SCPRÖ in der Kategorie Retail Parks bereits in früheren Jahren gewinnen.

Die Fachmarktzentren werden von ihren Mietern insgesamt weiterhin etwas besser bewertet als die Shoppingcenter. Ihre Durchschnittsnote liegt 2026 bei 2,41, nach 2,32 im Vorjahr. Auffällig ist auch das extrem dichte Spitzenfeld: Die Bewertungsunterschiede zwischen Rang 4 (1,77) und Rang 10 (1,89) sind minimal.

Im Bundesländervergleich schneiden bei den Fachmarktzentren die Standorte in Kärnten mit durchschnittlich 2,05 am besten ab, gefolgt von der Steiermark (2,23), Wien (2,32), Tirol (2,33) und Niederösterreich (2,35). Aufgrund der teilweise geringen Zahl untersuchter Fachmarktzentren pro Bundesland sind diese Ergebnisse allerdings mit entsprechender Vorsicht zu interpretieren.

Rutter-Gruppe erneut bester Centerbetreiber

Auch die Qualität des Centermanagements wird im SCPRÖ aus Sicht der Mieter bewertet. Hier setzt die Rutter-Gruppe ihre Erfolgsserie fort und wird mit einer Durchschnittsnote von 1,72 erneut als bester Centerbetreiber Österreichs bewertet. Dahinter folgen die Auhof Center & Riverside Betriebsgesellschaft mit 2,05 sowie mit minimalem Abstand dahinter SES mit 2,08. CC Real erreicht Rang vier.

„Damit Handelsflächen langfristig erfolgreich bleiben, müssen Eigentümer, Betreiber und Händler gemeinsam an attraktiven Standorten arbeiten. Genau dafür liefert der SCPRÖ eine wertvolle Orientierung: Er macht sichtbar, wo die Zusammenarbeit funktioniert, wo Investitionen Wirkung zeigen und wo noch Handlungsbedarf besteht“, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will anlässlich der Award-Verleihung.

Über den Shoppingcenter Performance Report Österreich

Der Shoppingcenter Performance Report Österreich (SCPRÖ) untersucht die wirtschaftliche Performance österreichischer Einkaufszentren aus Sicht ihrer Mieter. Teilnahmeberechtigt sind Filialunternehmen, die in mindestens drei unterschiedlichen österreichischen Shoppingcentern vertreten sind. Der Shoppingcenter Performance Report Österreich wird seit 2012 von ecostra durchgeführt und seit 2025 in Kooperation mit dem Handelsverband Österreich erstellt.

Der SCPROE 2026 ist als lizensierte PDF-Datei (ca. 150 Seiten mit diversen Tabellen, Grafiken und Karten) ab sofort im ecostra-Webshop (www.ecostra.com/shop) zum Kauf erhältlich.

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