Nationalrat: Maßnahmen für das Recht auf Wohnen zur Debatte

vor 3 Jahren

3 Minuten

Austrian Parliament
Austrian Parliament
© envato elements

Erste Lesung des Volksbegehrens "Recht auf Wohnen": In einem weiteren Teil der heutigen Nationalratssitzung standen die Anliegen des Volksbegehrens "Recht auf Wohnen" auf der Tagesordnung. Die Abgeordneten unterzogen die darin vorgeschlagenen Maßnahmen zur Umsetzung des Rechts auf Wohnen einer Ersten Lesung. Das Volksbegehren wird nun im Bautenausschuss weiter behandelt.

Volksbegehren fordert Maßnahmen für das Recht auf Wohnen

Die Umsetzung des Rechts auf Wohnen fordern die Proponent:innen des Volksbegehrens "Recht auf Wohnen" und schlagen hierzu konkrete Maßnahmen vor. Das Volksbegehren nahm mit der Unterstützung von 134.664 Menschen (2,12 % der Stimmberechtigen) die Hürde von mindestens 100.000 Unterschriften zur Behandlung im Nationalrat.

Aktuell könnten sich viele Menschen kaum noch eine adäquate Unterkunft leisten und es gebe immer noch Obdachlose in Österreich, wird im Volksbegehren argumentiert. Auch Wohneigentum sei für viele nicht mehr erreichbar. Diese Situation treibe Menschen mitunter in physische und psychische Erkrankungen und manche auch in die Kriminalität. Daher solle die Republik alle Staatsbürger:innen auf Antrag ab einem bestimmten Alter beim Erwerb oder Erhalt von Wohneigentum etwa durch zinsenlose Darlehen unterstützen, fordern die Proponent:innen. Zudem solle der Staat, jedem Menschen auf Antrag eine kostenfreie Unterkunft zur Verfügung stellen, solange dieser sich keine Unterkunft leisten kann.

Die Positionen der Parlamentsparteien

Aus den Anliegen des Volksbegehrens würden sich viele Fragezeichen ergeben, meinte Johann Singer (ÖVP) und hinterfragte, wie etwa die Forderung nach der Unterstützung beim Erwerb und Erhalt von Wohneigentum umgesetzt werden soll. Bei der Forderung nach einer kostenfreien Unterkunft, verwies Singer auf bereits vorhandene Maßnahmen der Bundesländer und der Bundesregierung zur Abfederung von Wohnkosten. Es sei schockierend, dass Bürger:innen in einem modernen Sozialstaat auf der Straße leben müssten, meinte Irene Neumann-Hartberger (ÖVP) und hob die wichtige Arbeit der zahlreichen Sozial-Einrichtungen in den Bundesländern hervor.

Wie weit die Forderungen des Volksbegehrens auszulegen seien, hinterfragte auch SPÖ-Bautensprecherin Ruth Becher. Insgesamt sei mit der Wohnbauförderung, der Wohnbeihilfen der Bundesländer und Projekten für Obdachlose bereits einiges für das Menschenrecht auf Wohnen in Österreich umgesetzt. Hinsichtlich der Forderung nach einem zinsenlosen Darlehen beim Erwerb von Wohneigentum wäre dies eine "Massensubvention" von Krediten, die die Immobilienpreise und die Spekulation in "exorbitante Höhen" treiben würde, gab Becher zu bedenken. Zudem gebe es bei vielen Genossenschaftswohnungen bereits die Möglichkeit, diese zu einem späteren Zeitpunkt zu erwerben. Die Forderung der SPÖ nach einem Aussetzen der im April anstehenden Erhöhung der Richtwertmieten und Kategoriebeträge erneuerte Maximilian Köllner (SPÖ). Die Mietpreisspirale gehöre unterbrochen, die Mieten eingefroren und die Mieterhöhungen von der Inflation bzw. dem Verbraucherpreisindex entkoppelt sowie auf maximal zwei Prozent gedeckelt, forderte Köllner.

Auf die bereits bestehenden Unterstützungsmöglichkeiten und -maßnahmen verwies auch FPÖ-Bautensprecher Philipp Schrangl. Der FPÖ sei es wichtig, dass die Menschen hierzulande gut, schön und leistbar wohnen können. Jeder solle sich eine Wohnung anschaffen können, unterstützte Schrangl den Vorstoß von Finanzminister Brunner, die Grunderwerbssteuer bei einem Kaufpreis von bis zu 500.000 € für Erst-Erwerber:innen auszusetzen.

Es sei die Aufgabe der Politik, für leistbares Wohnen zu sorgen, betonte Nina Tomaselli (Grüne). In Zeiten der Teuerung seien die Wohnkosten eine "riesen Last" für die Menschen. Zur Entlastung werde die Bundesregierung unter anderem die "unfairen" Maklergebühren abschaffen.

Es sei nicht die Aufgabe des Staates, Wohnraum kostenlos zur Verfügung zu stellen, meinte Johannes Margreiter (NEOS). Wohnen sei ein Grundbedürfnis, das auch etwas kosten dürfe. Es sei ein Fehler gewesen, die Zweckbindung der Mittel der Wohnbauförderung aufzuheben, da dies ein "großer Hebel" für leistbares Wohnen sein könnte, forderte Margreiter nicht nur die privaten Vermieter:innen in die Pflicht zu nehmen. (Fortsetzung Nationalrat) pst

HINWEIS: Sitzungen des Nationalrats und des Bundesrats können auch via Livestream mitverfolgt werden und sind als Video-on-Demand in der Mediathek des Parlaments verfügbar

Hat ihnen dieser Artikel gefallen?

Kommentare (0)

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Anmelden

Noch keine Kommentare vorhanden.

Seien Sie der Erste, der kommentiert!

Unternehmensprofile auf der Immobilien Redaktion

Präsentiere dein Unternehmen auf der führenden Immobilien-Wissensplattform im DACH Raum und erreiche tausende Fachleute.

Kostenlos

€0

Grundlegende Präsenz

Mindestanforderungen:

Kostenloses Unternehmensprofil
1 Artikel veröffentlichen
1 Event veröffentlichen
1 Stellenanzeige Veröffentlichen
Profil anlegen
Spare 17%

Premium Jährlich

€490

pro Jahr • €40,83/Monat

Spare €98 jährlich

Jährlich Exklusiv:

Gutschein für 1 Woche Newsletter Banner
WordPress Plugin zum automatischen Übertragen von Beiträgen

Alle Premium-Features:

Unlimitiert Unternehmensnews veröffentlichen
Unilimitiert Stellenanzeigen veröffentlichen
Unlimitiert Events veröffentlichen
Zugang zu exklusiven Premium-Inhalten
Erweiterte Sichtbarkeit für Ihr Unternehmen
Priority Support via E-Mail
Mehere Admins die Unternehmenseinträge verwalten
Videos in Unternehmensprofilen
Jetzt Premium Jährlich

Premium Monatlich

€49

pro Monat • Jederzeit kündbar

Premium-Features:

Unlimitiert Unternehmensnews veröffentlichen
Unilimitiert Stellenanzeigen veröffentlichen
Unlimitiert Events veröffentlichen
Zugang zu exklusiven Premium-Inhalten
Erweiterte Sichtbarkeit für Ihr Unternehmen
Priority Support via E-Mail
Mehere Admins die Unternehmenseinträge verwalten
Videos in Unternehmensprofilen
Premium buchen

Sichere SSL-Verschlüsselung • Zahlung via Stripe • Jederzeit kündbar

Logo

In einem sich stetig wandelnden Immobilienmarkt ist zeitnahe und präzise Information von unschätzbarem Wert für strategische Entscheidungen und nachhaltige Investitionen.

Kategorien

Quicklinks

Rechtliches

© 2026 Die unabhängige Immobilien Redaktion. Made with ♥️ by  Gerhard Popp
Update profile

Make changes to your personal details.

Name
Date of birth