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Kein Blatt vor dem Mund

in 3 Stunden

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Immobilienexperte Gerald Gollenz
Immobilienexperte Gerald Gollenz
© Immobilienmanagement Gerald Gollenz
Immobilienexperte Gerald Gollenz

Im Interview mit der Immobilien-Redaktion spricht Gerald Gollenz über seine 25 Jahre als Funktionär in der Wirtschaftskammer, seine Erfahrungen und die Zeit danach.

Sie sind zwar nicht mehr Funktionär in der Wirtschaftskammer, aber weiterhin in der Immobilienbranche tätig.

Gerald Gollenz: Die Immobilienwirtschaft lässt einen nicht los. Wenn es darum geht, Grundstücke zu kaufen und zu entwickeln, bin ich gerne dabei, und das plane ich auch für die Zukunft. Ich werde aber nicht mehr so viele Projekte entwickeln. Da geht es um meine Nerven – und die habe ich nicht mehr so wie früher. Ich habe 2025 eine größere Entwicklung abgeschlossen und bin aktuell wieder an einem neuen Projekt dran. Das Schöne ist jetzt, dass ich mir aussuchen kann, was ich entwickle und mit wem ich zusammenarbeite. Ich werde von vielen Kollegen angesprochen, und wenn mir das Projekt Spaß macht, dann mache ich es, wenn nicht, dann interessiert es mich nicht. Dieses Privileg habe ich jetzt. Ich merke schon, dass es ein gewisser Vorteil ist, wenn ich mir kein Blatt mehr vor den Mund nehmen muss, wobei ich das als Funktionär sehr selten getan habe.

Dafür waren Sie ja bekannt. Wie sehen Sie rückblickend Ihre Arbeit in der Wirtschaftskammer?

GG: Ich bin und werde immer ein Verfechter der Wirtschaftskammer sein, die neben der Arbeiterkammer ein wichtiger Faktor für die Zusammenarbeit im Wirtschaftsbereich ist. Wir brauchen eine starke Wirtschaftskammer. Wir brauchen starke Funktionäre und gut ausgebildete Mitarbeiter. Beides haben wir, aber aus meiner Sicht geht es immer mehr in die Richtung, dass die Funktionäre das machen müssen, was die Verwaltung über die Mitarbeiter vorgibt, und nicht umgekehrt. Echte, ehrliche Interessensvertretung kann nur von den Wirtschaftstreibenden selbst gemacht werden – die Organisation dahinter soll die Abläufe gewährleisten, nicht Themen setzen.

Nur so haben wir viel weitergebracht, aber vieles leider auch nicht, weil die Politik nicht mitgespielt hat beziehungsweise oft ein Kuhhandel der Parteien auf dem Rücken der Konsumentinnen und Konsumenten erfolgt ist. Wie zum Beispiel bei der Wertsicherungsklausel.

Können Sie das näher erläutern?

GG: Die Politik jubelte, aber ich habe keinen Hausverwalter getroffen, der die Lösung toll findet. Sie ist nämlich schlicht und einfach nicht administrierbar oder eben nur mit sehr viel Mehraufwand. Für die Verwalter ist das schwierig, die Stimme der Interessensvertretung wird über die Institution gezügelt. Dazu kommt natürlich, dass man vonseiten der Politik mit der Branche solche Entscheidungen vorab besprechen sollte, bevor man das umsetzt.

Das war ja nicht die einzige Entscheidung, die – sagen wir einmal – nicht besprochen wurde.

GG: Im Endeffekt sind wir bei vielen Entscheidungen als Immobilienwirtschaft nicht gehört worden. Das geht aber in Wahrheit auch dem Sozialpartner so. Wenn wir uns anschauen, was die AK alles fordert und was dann tatsächlich umgesetzt wird, haben wir dort die gleiche Situation. Es ist schon klar, dass da zwei Ideologien aufeinandertreffen: AK und WKO, SPÖ und ÖVP, MieterInnen und VermieterInnen. Ich habe immer versucht, die gegenseitige Hetze – vor allem die gegen uns gerichtete – abzuwenden, weil das nichts bringt. Es ist auf allen Seiten eine starke Interessensvertretung wichtig, aber eine, mit der man reden kann. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten brauchen wir das besonders. Es heißt ja Sozialpartnerschaft und nicht Sozialfeindschaft.

Unter Ihrer Führung kam es auch zu einer Annäherung an die Gemeinnützigen Bauvereinigungen Österreichs. Ich kann mich an eine entsprechende Pressekonferenz erinnern.

GG: Es war ein mühsamer und weiter Weg. Man war verfeindet, aber die Chemie mit dem jetzigen Präsidenten und mir hat gepasst. Wir haben ein gutes Einvernehmen, und wir haben uns gegenseitig unterstützt. Wir haben zwar in gewisser Weise jeweils andere Probleme, aber den gleichen Weg und das gleiche Ziel. Auch da wäre es wichtig, mit einer Stimme zu sprechen.

Ihre Meinung zur Umstrukturierung in der WKO gegen Ende des letzten Jahres?

GG: Harald Mahrer war zu sehr in politisches Denken verstrickt und handelte nicht interessenspolitisch. Er ist ein Toppolitiker und ein super Stratege, aber er hatte Angst, wenn er einem Unternehmer die Hand geben musste. Jetzt muss man schauen, wie es weitergeht. Ich kenne die neue Präsidentin Martha Schultz nicht persönlich, aber aufgrund ihrer Vita und Herkunft könnte ich mir vorstellen, dass sie das könnte, was es bräuchte: nämlich aufräumen.

In der WKO?

GG: Ja. Die Parteipolitik gehört raus aus der Wirtschaftskammer, und ein paar Köpfe gehören auch ausgetauscht. Sowohl bei der WKO als auch beim Wirtschaftsbund. Dann wäre einiges machbar. Mir fallen ein paar Dinge ein, die bringen Millionen ohne Qualitätsverlust. Diesen Themen ist man nie nachgegangen, weil sie wichtige Versorgungsjobs betroffen hätten.

Zum Beispiel?

GG: Es gibt sieben Sparten in der Kammer, die gibt es in jedem Bundesland und auf Bundesebene auch. Das sind 70 Obleute und viermal so viele Stellvertreter. Alleine wenn wir diese einsparen, bringt das mehrere Millionen. Wenn diese Leute fehlen, merkt das niemand, außer denen, die betroffen sind. Diese Sparten sind irgendwann eingeführt worden und ein klassischer politischer Abtausch – das sind Versorgungsposten, die zum Abgleichen verwendet werden. Das gehört abgeschafft.

Wurden Ihnen auch Versorgungsposten angeboten?

GG: Eines kann man mir nicht vorwerfen: dass ich irgendwelche Nebenämter übernommen hätte. Ich bin einer der wenigen Funktionäre, die das nicht getan haben. Ich war in meiner Funktion für unsere Mitglieder da und für die Branche und muss nicht in irgendwelchen Aufsichtsräten sitzen. Wichtig ist eine starke Interessensvertretung.

Wie sehen Sie aktuell die WK Immo?

GG: Ich bin jetzt kein Funktionär mehr, sondern „nur“ Mitglied. Und als solches vermisse ich ein hartes, klares Auftreten in der Öffentlichkeit zugunsten der Positionen der Immobilienwirtschaft. Der aktuelle Kurs ist mir zu sanft. Und dass statt Funktionären Kammerangestellte bei Pressekonferenzen zu Wort kommen, wie bei der jüngsten PK des Fachverbands, sehe ich natürlich aufgrund all der vorhin genannten Punkte besonders kritisch. Wir brauchen eine starke Stimme der Wirtschaftskammer, weil wir die Einzigen sind, die die gesamte Branche vertritt. Vom kleinsten EPU bis zum größten Bauträger plus die Maklerunternehmen und Hausverwalter – wir müssen die Mitte finden und als Ziel vor Augen haben. Deswegen können wir uns nicht auf eine ruhige Position zurückziehen und das Feld anderen, zum Teil sehr einseitigen Vereinen überlassen.

Sie haben jetzt eine neue Betätigung als Keynote-Speaker für sich aufgetan. Wie ist es dazu gekommen?

GG: Ich wurde in der Zeit als Fachverbandsobmann zu zahlreichen Veranstaltungen als Podiumsgast eingeladen. Vor Kurzem habe ich in Kärnten gehalten Vortrag gehalten und erklärt, wie die Branche tickt, die Politik, die Kammern – wie politische Entscheidungen politisch ablaufen. Diese Einblicke eines Insiders sind sehr gut angekommen, und ich habe mittlerweile weitere Vorträge gehalten und danach mit dem Publikum über die verschiedenen Themen diskutiert.

Ich stelle fest, dass in zahlreichen Organisationen außerhalb der Immobilienbranche an diesen Insights enormes Interesse besteht. Ich habe unter anderem vor Immobilienfinanzierern einer Bank einen Vortrag gehalten. Ich habe den Zuhörerinnen und Zuhörern erklärt, wie die Lage vonseiten der Branche gesehen wurde, vor allem die KIM-Verordnung, warum wir dagegen waren. Die Banker haben das naturgemäß aus einer ganz anderen Sicht betrachtet, und ich kann unsere Standpunkte verständlich machen und zeige die verschiedenen Zugänge. Wir wollen alle das Gleiche, sehen es aber von zwei Seiten.

Zum Abschluss: Wie beurteilen Sie allgemein die Wohnbausituation?

GG: Es hat sich seit meiner Aussage „Wenn die Alarmglocken jetzt noch immer nicht läuten, dann weiß ich nicht, wann sie läuten sollen“ (Artikel auf der Immobilien Redaktion am 24.4.2025) nicht viel geändert. Der Markt ist immer noch unglaublich schwierig, wie ich in der Steiermark sehe, und das wird in den anderen Bundesländern nicht anders sein.
Ich bin mir nicht sicher, ob sich hier rasch etwas ändert – ich befürchte ineffiziente und populistische Maßnahmen der Regierung, die im Endeffekt nicht zum gewünschten Ergebnis führen.

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