Ist Österreich als Standort für Datencenter überhaupt interessant?

vor 3 Monaten

2 Minuten

Die jüngste 2026 Global Data Center Outlook-Analyse von JLL zeichnet ein eindrucksvolles Bild eines rasant wachsenden Marktes für Rechenzentrumsimmobilien.

Laut dem Bericht wird die weltweite Kapazität von Data Centern bis 2030 nahezu verdoppelt und könnte bis dahin rund 200 GW erreichen, getrieben von hyperskaliger Cloud-Expansion und dem wachsenden Bedarf durch künstliche Intelligenz. Diese Entwicklung geht mit einer prognostizierten jährlichen Wachstumsrate von rund 14 % einher und erfordert Investitionen in Infrastruktur im Umfang von bis zu 3 Billionen USD – ein massiver Impuls für die Immobilien- und Technologiebranchen gleichermaßen. Dabei wird deutlich, dass klassische Standorte wie Nordamerika zwar weiterhin dominant sind, aber auch andere Regionen, darunter EMEA/Mittlerer Osten, aufgrund staatlicher Initiativen zur Förderung von AI-Infrastruktur an Bedeutung gewinnen.

In dieser globalen Dynamik eröffnet sich für Österreich eine zunehmend strategische Rolle. Der heimische Markt für Rechenzentren wächst ebenfalls kontinuierlich: Analysen zeigen, dass der österreichische Data-Center-Markt von einem Volumen von rund 1,3 Mrd. USD im Jahr 2020 auf über 2,2 Mrd. USD bis 2025 ansteigen soll, mit einer erwarteten weiteren Steigerung bis 2035. 

Österreichs Standortvorteile liegen dabei nicht nur in der stabilen politischen und wirtschaftlichen Umgebung, sondern auch in seiner zentralen Lage innerhalb Europas, der gut ausgebauten Energie- und Dateninfrastruktur sowie einem zuverlässigen regulatorischen Rahmen. Im Gegensatz zu überlasteten traditionellen Rechenzentrums-Hubs wie Frankfurt oder London, wo Flächen- und Energieengpässe zunehmen, bieten österreichische Standorte noch Entwicklungsspielraum.

Vor allem aber eröffnet der wachsende Bedarf nach performanter, latenzarmer digitaler Infrastruktur Österreich Chancen, sich als regionales Drehkreuz zu positionieren: für Unternehmen, die neben Sicherheit und Datenschutz auch geografische Nähe zu ihren Endanwendern in Europa suchen. Rechenzentren entwickeln sich so zu einer neuen Schlüssel-Assetklasse im Immobilienportfolio, deren Bedeutung weit über reine Nutzfläche hinausgeht und vielmehr infrastrukturelle Grundpfeiler der digitalen Wirtschaft bildet.

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