Handel und Hotel stark
Das Transaktionsvolumen Österreichischen Investmentmarkt lag im 1. Halbjahr 2026 bei rund 1,08 Mrd. Euro und damit um 34 % unter dem Vergleichswert des 1. Halbjahres 2025 (1,65 Mrd. Euro). Dabei entsteht ein differenziertes Bild: Während das Volumen in den Segmenten Wohnen (-74 %), Sonstige (-61 %), Industrie/Logistik (-47 %), Betreibergeführtes Wohnen (-47 %), Büro (-39 %) und Hotel (-19 %) zurückging, verzeichnete die Assetklasse Handel, getrieben durch eine Großtransaktion in Parndorf, einen Anstieg (+287 %). Entsprechend verschob sich die Verteilung des Transaktionsvolumens: Der Anteil von Handel stieg von 8 % (2025) auf rund 31 %, während der Anteil von Wohnen von 33 % auf rund 16 % sank. Angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen bleibt abzuwarten, ob sich die Marktdynamik im 2. Halbjahr 2026 verbessert.
Büromarkt
Im ersten Halbjahr 2026 setzte sich der Rückgang des Transaktionsvolumens in der Assetklasse Büro fort: Mit rund 211 Mio. Euro lag das Volumen um rund 39 % unter dem Vergleichswert des H1 2025 (344 Mio. Euro). Der Anteil von Büro am Gesamtvolumen sank damit von 28 % (2025) auf 20 % (H1 2026). Der Fokus liegt dabei jedoch unverändert auf Bestandsobjekten in zentralen Lagen mit langfristig abgesicherten Mieteinnahmen. Vor dem Hintergrund dieses deutlichen Rückgangs im ersten Halbjahr erscheint eine stabile bis leicht positive Marktentwicklung für das Gesamtjahr 2026 aus heutiger Sicht ambitioniert – ob die erwarteten Zinssenkungen und die anhaltend starke Nachfrage nach Core-Objekten in Spitzenlagen im 2. Halbjahr entsprechend wirken, bleibt abzuwarten.
Spürbarer Rückgang bei Wohnen
Der institutionelle Wohnimmobilienmarkt verzeichnete im 1. Halbjahr 2026 einen deutlichen Rückgang der Transaktionstätigkeit. Mit einem Transaktionsvolumen von rund 171 Mio. Euro lag das Segment um rund 74 % unter dem Vergleichswert des 1. Halbjahres 2025 (656 Mio. Euro). Ein großer Anteil des Volumens entfiel weiterhin auf in hohem Grad vermietete Bestandsimmobilien in Wien und den Bundeshauptstädten, wobei insbesondere offene Immobilienfonds weiterhin Objekte aus ihren Portfolios veräußerten. Forward-Deals spielen aufgrund der aktuellen Marktbedingungen nach wie vor keine Rolle.
Logistik: Abschwung nach starkem 2025
Im 1. Halbjahr 2026 ist das Transaktionsvolumen im Segment Industrie/Logistik mit rund 112 Mio. Euro deutlich zurückgegangen – ein Minus von rund 47 % gegenüber H1 2025 (209 Mio. Euro). Der Anteil des Segments am Gesamtvolumen reduzierte sich damit von rund 14 % (2025) auf rund 10 % (H1 2026). Im Gesamtjahr 2025 hatte die Assetklasse mit rund 580 Mio. Euro (+29 % ggü. 2024) noch den zweithöchsten Wert der vergangenen fünf Jahre erzielt. Da im Logistik-Hotspot Wien und Umgebung in den letzten Jahren viel gebaut wurde, dürfte das Transaktionsvolumen im Jahresverlauf wieder steigen – vorausgesetzt, wichtige Neubauten werden vollständig vermietet.