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abseits der Immobilienwirtschaft? Also ich glaube, mich würde, wenn ich ganz etwas anderes gelernt hätte, wahrscheinlich die Medizin am meisten reizen. Warum? Weil es ein unheimlich komplexes Feld ist. Also Herausforderungen grundsätzlich reizen mich. Also je komplexer, desto lieber an und für sich. Und ich glaube, die Medizin ist einfach so etwas, was nie zur Gänze ergründet werden kann.
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Okay. So ähnlich wie, man muss dann auch wieder ein neues Haus irgendwo bauen und wieder von vorne anfangen. Gibt es eigentlich in deiner Vergangenheit eine Person, zu der du aufschaust, die ein bisschen Mentor war? Und wenn ja, wer wäre das? Also ich bin nach dem Studium nach Berlin gegangen, um sozusagen meine Lehrjahre im Ausland zu verbringen. Auf die Walz quasi. Auf die Walz, ja. Und dort wurden dann aus einem Jahr oder zwei Jahren, die ich mal so angedacht habe, insgesamt fünf Jahre.
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Ich bin bei Collignon Fischert in Berlin gewesen, ein Büro, das es in der Form jetzt heute nicht mehr gibt. Aber diese beiden Architekten waren für mich sicher sehr prägend. Was ist dir da in Erinnerung, wo du sagst, okay, das nehme ich bis heute in mein Leben mit? Beide hatten sozusagen im Büro ihre Schwerpunkte. Der Florian Fischert, war ein großartiger Entwerfer. Oliver Collignon war ein sehr guter Manager und Rechner und die beiden haben sich an und für sich sehr gut ergänzt. Sie kamen beide von Richard Rogers aus London. Das
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sind sozusagen die Eigenschaften, die für mich da ganz wesentlich waren. Wie der Florian gezeichnet hat, wie der Oliver es geschafft hat, mit Bauherren über Verträge zu verhandeln. Das sind beides ganz wesentliche Dinge, wo man sehr viel lernen kann. Möchtest du die Arabiata kosten zumindest? Da haben wir die. Ein bisschen weg vom Beruflichen. Wenn du zurückdenkst, wie würden dich deine besten Freunde beschreiben? Was würden die als Highlight aus deinem Leben erzählen?
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Also ich hoffe, dass mich meine besten Freunde natürlich gut beschreiben. Ich glaube, sie würden sagen, dass ich jemand bin, der mit beiden Beinen im Leben steht und auf einer klaren Bahn unterwegs ist. Das ist, glaube ich, etwas ganz Wichtiges, dass man ein Ziel vor Augen hat oder auch wenn man kein Ziel vor Augen hat, einen Weg vor Augen hat und auf diesem Weg bleibt. Das heißt, du machst dir quasi deine Regeln und nach denen gehst du. Ja. Und welche Regel würdest du ganz bewusst oder
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nicht würdest, aber welche Regel missachtest du ganz bewusst? Na ja, als Fahrradfahrer zählen definitiv keine bunten Linien oder Lichter im Straßenverkehr. Okay. Also du bist einer der Fahrradraudis. Ich bin ein Fahrradraudi, ganz klar. Nicht nur im Wald, sondern auch auf der Straße. Sondern auch in der Wiener Innenstadt. Okay, müssen wir aufpassen. Jetzt aber doch. Also jetzt haben wir alle ein bewegtes Berufsleben und da macht man viele Dinge richtig und manches auch falsch. Was wäre es, was du gerne quasi hinterlassen
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möchtest, wenn du auf dein Berufsleben zurückschaust? Ja, prinzipiell muss man sich seiner Endlichkeit ja immer bewusst sein. Also die kann jeden Tag kommen und insofern muss alles, was man macht, so sein, dass man es auch ruhigen Gewissens hinterlassen kann. Ja, und wie wenn es das Letzte wäre. Wie wenn es das Letzte wäre. Wir kämpfen auch oft ins letzte Hemd. Nein, was wollen wir hinterlassen? Wir wollen wirklich anständige Projekte hinterlassen, die eine lange Lebensdauer haben, die von den Leuten geschätzt werden. Das muss eigentlich so sein
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und das passiert manchmal auch, dass jemand irgendwo vorbeifährt und sagt: „Hey, da habt ihr auch was gebaut", ohne dass er weiß, dass wir das geplant haben. Also ja, haben wir gebaut. Stimmt auch meistens. Sieht man das? Gibt es eine Andreas Hawlik Handschrift? Es gibt schon, glaube ich, so etwas. Wir haben sicher eine Reihe von Gebäuden. Ich sage einmal, es gibt vielleicht Familien von Handschriften. Okay. Ja. Wenn du jetzt quasi noch einmal auf dein Leben zurückblickst, was würdest du deinem 20-jährigen Ich mitgeben?
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Die Frage ist durchaus aktuell. Ich habe einen 18-jährigen und einen 16-jährigen Sohn. Aha. Kann man denen was mitgeben? Doch, denen kann man schon was mitgeben. Die nehmen es auch an, grundsätzlich. Aber was würde ich ihnen mitgeben? Ich glaube, bei der Berufswahl, sich zwei Fragen zu stellen. Einerseits: Ist das, was ich lerne, in 20 Jahren noch relevant? Okay. Das ist beim Architektenberuf eine spannende Frage. Vor 30 Jahren
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hat man diese Frage sicher anders beantwortet als heute. Wenn man shrinking cities denkt und so weiter, dann ist das echt ein Thema. Klar. Und das Zweite ist: Was macht dir wirklich Spaß? Was macht dir Freude? Und das sind die zwei ganz wesentlichen Dinge. Nichts ist, glaube ich, blöder, als wenn man einen Beruf erlernt, der einem nicht eine intrinsische Motivation gibt. Das heißt, du hast noch Freude an dem, was du tust. Ich habe auf jeden Fall Freude an dem Beruf, den ich habe, ja. Gut. Vielleicht da auch so ein
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bisschen eine Retrospektive: Was war aus deiner Sicht die beste Investition deines Lebens? Und ganz bewusst nicht Geld. Worin hast du Energie oder Zeit investiert, wo der Return on Investment für dich, um nicht zu sagen, auf den du stolz sein kannst, sondern wo du glücklich und zufrieden darauf zurückblicken kannst? Also wir haben über mehrere Jahre ein Grundstück in Griechenland gesucht. Wir haben dann ein Grundstück gekauft und ein kleines Haus gekauft und mittlerweile erweist sich das Haus als super Investition, weil das Grundstück
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ist mittlerweile archäologische Fundstätte geworden. Oh, okay. Das kleine Häuschen, ein ganz simples Häuschen in Griechenland. Das ist etwas, wo man wirklich zufrieden sein kann, aufs Meer schauen kann. In vier Minuten ist man am Strand und das ist sicher eine der besten Investitionen, die ich gemacht habe. Schlagst du in Griechenland auch so etwas wie Wurzeln? Ist man dann schon irgendwie auch in der... Weil gerade wenn man baut, kommt man ja durchaus mit der Community, nehme ich an, ins Gespräch. Also das ist durchaus schwierig, sage ich einmal.
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Die Welt des Bauens und Planens ist in Griechenland eine ganz andere. Jedermann, auch ohne irgendeine Befugnis, kann Real Estate und Construction auf sein Schild draußen schreiben, Architecture, glaube ich, auch. Und das führt halt dazu, dass dort alle Leute glauben, sie können ein Haus bauen und so schaut es im Detail dann auch aus. Und jetzt fährst du hin und erzählst denen allen, wie es wirklich geht. Ich erzähle denen dann, wie es wirklich geht. Es gibt natürlich einige wenige, die es wirklich können, die das auch teuer verkaufen, ihr Know-how,
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viele Bauherren das aber dort nicht in Anspruch nehmen. Nur die, wo Geld wirklich keine Rolle spielt. Und sprichst du selbst schon mehr Griechisch als Kali nichta, kali spera und efcharistó? Nein, überhaupt nicht. Ich freue mich, wenn ich was lesen kann. Okay. Meine Frau, die lernt ganz brav, aber das habe ich mir noch aufgehoben. Lesen ist ein gutes Stichwort. Vielleicht gibt es ein Lieblingsbuch, das du hast? Oder auch, welchen Buchtitel könnte dein Leben haben? Aktuell mein Lieblingsbuch. Ich weiß jetzt gar nicht den Titel. Rosling, Factfulness. Ja.
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Ist ein geniales Buch. Genau, wie man die Welt objektiv betrachten lernt. Also vielleicht könnte das Buch über mein Leben Joyfulness heißen. Das ist ein cooler Ansatz. Ja, ich meine, das Factfulness ist ja voll mit Dingen, wo man eigentlich sagt: „Okay, früher war gar nichts besser eigentlich, wenn man es nimmt und in Wahrheit Kindersterblichkeit gesunken und wie viele Menschen hungern und so weiter. Würdest du sagen, du bist schon ein Mensch, oder, der mit Optimismus durch die
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Welt geht? Was wird die Zukunft bringen aus deiner Sicht? Auf jeden Fall. Also ich glaube definitiv, dass die Menschheit mit jeder Herausforderung wächst und sich weiterentwickelt. Und wenn es nicht irgendwelche Verrückte gibt, die auf den Knopf drücken, dann wird das auch weiter so gehen. Also was wird die Zukunft bringen? Also ich glaube definitiv, die Bevölkerung wird schrumpfen, zum Wohle des Planeten in Wahrheit. Und ich glaube, langfristig die Kolonialisierung des Weltalls wird anorganisch passieren.
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Okay, wie darf ich das verstehen? Also sozusagen autark lebende Maschinen. Okay. Spannend. Vielleicht abschließend: Gibt es eine Entscheidung, wo du sagst, die hat wirklich mein Leben verändert? Also es war sicher ein ganz prägender Schritt, nach dem Studium nach Berlin zu gehen, dort berufliche Erfahrung zu sammeln. Ich habe meine Frau dort kennengelernt. Also dieser Komplex sozusagen, der damals ja wirklich ein Schritt jetzt zwar ins Ungewisse, aber auch nicht ins ganz Gefährliche war. Also Berlin, zumindest die gleiche Sprache.
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Aber das kann ich jedem raten, einen solchen Schritt zu machen. Das verändert ... Über den Tellerrand. Definitiv. Über den Tellerrand hinausschauen, sich so weiterzuentwickeln, ist das Beste, was man tun kann. Gut, jetzt darfst in den Tellerrand schauen und die Arrabbiata endlich genießen. Ich hoffe, sie ist noch warm. Danke, lieber Andreas, fürs Gespräch. Gerne.