Mancherorts machte sich schon Furcht breit. Durch den Kauf der IMMOunited würde zu viel Marktmacht bei Immoscout gebündelt, der Konzern würde dann die Preise erhöhen und man sei dann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Dieser Sicht folgt offenbar auch die Wettbewerbsbehörde.
Ob das strategisch klug ist, sei dahingestellt. Kurzfristig mag dieses Aufatmen mancher Marktteilnehmer über das Scheitern des Deals nachvollziehbar sein. Langfristig ist es jedoch ein Nachteil.
Warum? Die IT-Landschaft wird in vielen Bereichen von US-Konzernen dominiert, die Märkte und Preise nach Belieben bestimmen. Google und Meta seien hier erwähnt, aber auch Proptechs aus den USA. Zillow hat einen dreimal so hohen Unternehmenswert wie Scout24. Und wenn die KI Giganten einmal den Immobilienmarkt wirklich entdeckt haben, wird es rundgehen.
Insofern wäre das Entstehen eines europäischen Gegengewichtes im Hinblick auf die Zukunft extrem wünschenswert. Sonst macht nicht der Vorstand eines DAX-Unternehmens die Preise, sondern Donald Trump.
Nun ist es mehr als verständlich, dass einem kleinen Maklerunternehmen aus Mürzzuschlag mit den aktuellen Rahmenbedingungen die strategischen Implikationen in ferner Zukunft herzlich egal sind. Den Beamten der Bundeswettbewerbsbehörde könnte man aber schon entsprechende Vorgaben machen. Wenn man denn selbst an die langfristigen Auswirkungen von Entscheidungen denken würde.