Innsbruck, 22. Juni. Historische Gebäude stellen Planer und Betreiber regelmäßig vor besondere Herausforderungen. Fehlende oder veraltete Bestandsunterlagen, komplexe Geometrien und jahrzehntelange bauliche Veränderungen erschweren sowohl den laufenden Betrieb als auch zukünftige Umbau- und Sanierungsmaßnahmen. Für die Stadtverwaltung Thun hat der Innsbrucker Immobiliendigitalisierungsspezialist Miviso deshalb ein digitales Bestandsmodell des historischen Rathauses erstellt. Das BIM-Modell im Level of Development (LOD) 200 basiert auf einer hochpräzisen Punktwolke und bildet die vorhandene Gebäudestruktur realitätsnah ab.
Neben den architektonischen Bauteilen wurden auch die Dachkonstruktion sowie die sanitären Anlagen modelliert. Besonderes Augenmerk lag auf der Erfassung bestehender Verformungen und geometrischer Abweichungen, um den tatsächlichen Zustand des Gebäudes möglichst exakt widerzuspiegeln.
„Gerade bei historischen Bauwerken mit komplexen Strukturen und nicht standardisierten Bauteilen ist diese Detailtreue entscheidend. Sie schafft die Grundlage für fundierte Entscheidungen bei zukünftigen Eingriffen und reduziert Unsicherheiten in der Planung“, beschreibt Michael Danklmaier, CEO von Mivsio.
Der Mehrwert des Modells zeigt sich insbesondere im täglichen Betrieb. Die digitale Bestandsgrundlage wird aktiv für die Instandhaltungsplanung, das Facility Management sowie für zukünftige Umbau- und Sanierungsmaßnahmen genutzt.
Damit entsteht nicht nur ein Planungsmodell, sondern ein langfristig nutzbarer digitaler Zwilling des Gebäudes. Er liefert zuverlässige Bestandsdaten genau dort, wo diese bei älteren Gebäuden häufig fehlen, und unterstützt die nachhaltige Bewirtschaftung über den gesamten Lebenszyklus hinweg.