Grüne Wien/Prack, Grossauer-Ristl: „Abbruchspekulation in Wien endlich einen Riegel vorschieben“

vor 3 Jahren

2 Minuten

Ein schützenswertes Gebäude in der Schönbrunner Straße 276 in Meidling wird dem Verfall preisgegeben – Grüne Wien fordern das Einschreiten der Baupolizei und politische Konsequenzen

Ein Gebäude in der Pufferzone des UNESCO Weltkulturerbes in der Umgebung des Schloss Schönbrunn ist durch Abdeckung des Daches im November 2022 Wind und Wetter ungeschützt ausgesetzt. Die Grünen Wien fordern ein Einschreiten der Behörden: „Mit dem Abtragen des Daches wird die Bausubstanz derart beschädigt, dass in der Folge aufgrund von wirtschaftlicher Abbruchreife eine Abbruchbewilligung erwirkt werden kann. Die Baubehörde muss umgehend einschreiten – hier wird ganz klar die Bewilligungspflicht für den Abbruch von Gebäuden umgangen, die vor 1945 errichtet wurden", fordert Georg Prack, Wohnsprecher der Grünen Wien, und weiter: „Wenn solche Beispiele Schule machen, wird die Schutzwirkung der Bauordnung für erhaltenswerte Gebäude generell in Frage gestellt. Abbruchspekulation ist Wohnraub, der wir endlich einen Riegel vorschieben müssen!“ 

Bei den Grünen Wien fordert man darüber hinaus bei der Reform der Bauordnung einen wirksamen Schutz von Altbauten sicherzustellen. „Das Beispiel Schönbrunner Straße 276 zeigt einmal mehr: Die wirtschaftliche Abbruchreife muss endlich abgeschafft werden. Der Entfall dieser Regelung würde verhindern, dass Spekulant:innen die wirtschaftliche Abbruchreife absichtlich herbeiführen, um schützenswerte Gebäude abzureißen und Immobilien gewinnbringend zu verwerten. Es braucht aber auch eine Erhöhung der Strafen für illegale Abrisse und den konsequenten Einsatz von Zwangsmaßnahmen der Stadt gegen Spekulant:innen“, so Prack.

Die Grünen Wien sehen aber auch Defizite bei der Verordnung von Schutzzonen für historische Gebäude: „Für die Äußere Schönbrunner Straße ist die Verordnung einer Ortsbild-Schutzzone überfällig. In dieser Frage ist die Stadt seit langem säumig. Wir sprechen hier von der Pufferzone des UNESCO Weltkulturerbe. Wir müssen diese historische Gebäudesubstanz besser schützen. Hätten wir die Schutzzonenverordnung, bestünde kein Zweifel an der Erhaltungspflicht für die Schönbrunner Straße 276 und es wäre einfacher für die Baubehörden einzuschreiten“, sagt Tanja Grossauer-Ristl, Klubobfrau der Grünen Meidling. 

Hat ihnen dieser Artikel gefallen?

Diskussion zum Artikel

Sei der/die Erste, der/die diesen Artikel diskutiert.

Aktuell sind keine Antworten möglich.
Logo

In einem sich stetig wandelnden Immobilienmarkt ist zeitnahe und präzise Information von unschätzbarem Wert für strategische Entscheidungen und nachhaltige Investitionen.

Kategorien

Quicklinks

Rechtliches

© 2026 Die unabhängige Immobilien Redaktion. Made with ♥️ by  Gerhard Popp
Mindestens 2 Zeichen tippen, um zu suchen.
Schließen mit Esc Öffnen mit ⌘K / Ctrl K