Ferien auf Balkonien wegen Teuerung
Die Teuerung hat in die Urlaubskasse vieler Befragten ein Loch gerissen. So gehen heuer 20 % gar nicht auf Reisen. Besonders Menschen über 50 und mit geringem Haushaltseinkommen machen Ferien auf Balkonien, im Freibad oder am Baggersee. Zum Vergleich: Auf Urlaub verzichten hingegen nur 11 % der Unter-30jährigen. Jungen ist Reisen also weiterhin lieb und teuer.
Im Hotel siegt die Bequemlichkeit
Wer sich einen Urlaub leisten kann, möchte so viel Bequemlichkeit wie nur möglich für sein Geld bekommen. Deswegen checken oder checkten 45 % der Befragten im Hotel ein, vor allem Jüngere, wegen der Lage, des Preises und Zimmerservices. 61 % buchen eine Herberge, weil sie hier die Verpflegung schätzen, besonders Menschen mit höherem Einkommen. Für 50 % ist der Aufräum- und Putzservice ausschlaggebend, vor allem für Menschen aus Wien. 42 % bevorzugen das Hotel wegen seiner guten zentralen Lage, besonders die Einwohner Tirols und Vorarlbergs. 34 % wissen im Hotel den guten Preis zu schätzen, 32 % den schönen Pool. Vergleichsweise wenige Menschen buchen wegen der Animation (13%) oder der Kinderbetreuung (7%).
Mittelschicht bucht Ferienwohnung
13 % (in Wien sogar 17 %) zieht es hingegen lieber eine angemietete Airbnb-Wohnung oder in ein Miet-Ferienhaus. Das buchen vor allem Menschen mit mittlerem Einkommen (€ 2.500 bis 3.500). Weder die Bezieher niedrigerer Einkommen noch die Wohlhabenderen haben diese Nische in diesem Ausmaß für sich entdeckt. Erstere verzichten wohl öfter ganz auf den Urlaub, Letztere checken in hohem Maße im Hotel ein, weiß Mathias Mühlhofer, Vorstand der IMMOBILIENRENDITE AG: „Speziell für die Mittelschicht sind Ferienwohnungen eine echte Alternative zu Hotels. Alleine in Wien gab es 2025 rund 1,7 Mio. Nächtigungen in Ferienwohnungen, die Verteufelung der Kurzzeitvermietung durch die Politik führt hier also zu richtigem Schaden im Tourismus“.
Nur 6 % besitzen eigene Ferienwohnung
Nur 6 % besitzen hingegen eine eigene Ferienwohnung (FeWo) oder ein eigenes Ferienhaus, vor allem Menschen mittleren Alters und aus Tirol sowie Vorarlberg. Markus Augenhammer, Vorstand der IMMOBILIENRENDIGE AG, überraschen die niedrigen Eigentumszahlen bei der Ferienimmobilie nicht. „Wie beim Wohnungseigentum zeigt sich auch hier, dass die Politik nach wie vor nicht daran interessiert ist, Menschen in Österreich Eigentum und damit die Absicherung gegen Armut im Alter zu ermöglichen“, kritisiert der Profi-Makler. „Dafür müsste sie nämlich die Steuern senken. Doch das kann nur mit der Verringerung der Ausgaben für die überbordende Bürokratie gelingen, also einem schlanken Staat. Leider ist das nicht in Sicht.“
FeWo-Luxus Freiheit
Wer ins Ferienhaus oder die -wohnung fährt schätzt zu 59 % die Freiheit, sich nicht an fixe Zeiten für Frühstück oder Abendessen halten zu müssen, 52 % auch den Preis, der günstiger ist als im Hotel. 48 % der Befragten sind der Meinung, dass sie hier mehr für ihr Geld bekommen, nämlich Ruhe und Platz. 45 % schätzen dasAusschlafen und Frühstücken nach persönlichem Rhythmus. Nach dem Boom der Vorjahre hat sich die Lust auf Urlaub im Wohnwagen oder Zelt heuer verringert: Nur 6 % logieren auf dem Campingplatz, besonders Menschen aus der Steiermark und Kärnten. Auch stechen nur 4 % in den Ferien per Schiff in See. Dieser Trend ist in Österreich also (noch) nicht angekommen.