Diese Empfehlungen sind ein Grund für Alan Cohen, Datenanalyst bei RationalFX, den aktuellen Zustand des Wohnungsmarkts in Europa zu untersuchen. Um die derzeitige Dynamik und den strukturellen Druck, der den europäischen Wohnungsmarkt prägt, zu erfassen, hat das Team von RationalFX verschiedene Faktoren analysiert: die Eigentumsmuster, die Verteilung der Wohnungstypen und Preistrends sowohl pro Wohnung als auch pro Quadratmeter sowie die Veränderungen im Jahresvergleich. „Außerdem haben wir die größten Märkte kartiert, die Bauproduktion im Verhältnis zur Bevölkerung bewertet und die regionalen Unterschiede untersucht, um die strukturellen Kräfte und Ungleichgewichte aufzuzeigen, die bestimmen, wo und wie die Europäer heute leben“, erklärt Cohen.
Starke Kontraste
Wohneigentum in Europa weist tiefgreifende Kontraste auf, die breitere sozioökonomische Muster und historische Hinterlassenschaften widerspiegeln. Laut dem Eurostat-Bericht „Wohnen in Europa 2025“ verzeichnen die osteuropäischen Länder die höchsten Wohneigentumsquoten in Europa: In Rumänien (94,3 %), der Slowakei (93,1 %), Ungarn (91,6 %) und Kroatien (91 %) wohnt weniger als jeder zehnte Einwohner zur Miete. Das andere Ende des Spektrums nimmt der DACH-Raum ein: mit der Schweiz als Schlusslicht, davor Deutschland, und Drittletzter ist Österreich. In der Schweiz haben nur 42 Prozent der Einwohner eine eigene Wohnimmobilie, in Österreich sind es 54,5 Prozent, in Deutschland 47,2 Prozent.
Land und Stadt
In Irland leben über 90 Prozent der Bevölkerung in Häusern, was vor allem auf die verstreuten Siedlungsmuster und die starke ländliche Tradition des Landes zurückzuführen ist. Die Niederlande folgen mit 77,1 Prozent, was durch die Entwicklung der Vorstädte und die umfangreiche Stadtplanung mit niedrigen Gebäuden geprägt ist, wobei Belgien (76,8 %) eine ähnliche Präferenz zeigt, die in seiner langjährigen Kultur des Einfamilienhausbesitzes begründet ist.
Die teuersten Länder
Im Jänner 2026 wurden die höchsten Durchschnittspreise für Wohnungen mit einem, zwei oder drei Schlafzimmern in Luxemburg (961.333 €), Kopenhagen (916.333 €) und Bern (852.976 €) verzeichnet. Im Vergleich dazu sind die höchsten Quadratmeterpreise in Luxemburg (11.095 €/m²), Paris (9.678 €/m²) und Oslo (9.191 €/m²) zu finden. Die Unterschiede in der Rangfolge spiegeln die Unterschiede bei der typischen Wohnungsgröße wider, meint Alan Cohen: „Die durchschnittlichen Gesamtpreise werden davon beeinflusst, wie groß die Häuser in den einzelnen Märkten sind, während der Preis pro Quadratmeter den zugrunde liegenden Grundstücks- und Flächenwert direkter erfasst.“
Preisentwicklungen
Zwischen Q3 2024 und Q3 2025 stiegen die Preise für Wohnimmobilien in Ungarn (+21,1 %), Portugal (+17,7 %), Bulgarien (+15,4 %) und Kroatien (+13,8 %) am stärksten. „Die Kluft zwischen den europäischen Wohnungsmärkten ist zunehmend strukturell und nicht konjunkturell bedingt. Märkte mit historisch hohen Eigentumsquoten, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, sind jetzt einem besonders hohen Preisdruck ausgesetzt, was Fragen hinsichtlich der Erschwinglichkeit für jüngere Kohorten trotz weitverbreiteten Eigentums aufwirft“, meint Alan Cohen. Gleichzeitig sehen sich Länder mit einem ausgereiften Mietsektor und einer hohen städtischen Dichte mit Zwängen konfrontiert, die eher auf Grundstücksknappheit und Engpässe beim Bau zurückzuführen sind als auf die Besitzverhältnisse.
Lösungen?
„Bis 2026 wird die Entwicklung wahrscheinlich davon abhängen, wie effektiv die Regierungen ihre politischen Zusagen mit einem tatsächlichen Wohnungsangebot umsetzen: In Ländern, in denen die Genehmigungsverfahren beschleunigt werden und die Bauintensität hoch bleibt, könnte sich das Preiswachstum stabilisieren“, so Alan Cohen.
Weitere Details unter: https://www.rationalfx.com/forex-brokers/europe-housing-market/
Europäische Länder mit dem höchsten Anteil an Hausbesitzern:
Rumänien - 94.30%
Slowakei - 93.10%
Ungarn - 91.60%
Kroatien - 91%
Litauen - 87.40%
Polen - 87.10%
Bulgarien - 86%
Lettland - 83.70%
Estland - 79.30%
Italien - 75.90%
Europäische Länder mit dem niedrigsten Anteil an Hausbesitzern:
Schweiz - 42.00%
Deutschland - 47.20%
Österreich - 54.50%
Dänemark - 60.90%
Frankreich - 61.20%
Luxemburg - 63.50%
Schweden - 64.80%
Malta - 68.10%
Finnland - 68.10%
Niederlanden - 68.80%