Ein Zinshaus bitte, zum Preis wie vor 10 Jahren

vor 1 Monat

2 Minuten

unterstützt von

Trotz des Kriegs im Iran und der Sperre der Straße von Hormus zeichnen sich auf dem Wiener Zinshausmarkt Signale wirtschaftlicher Entspannung ab. Die Wende ist da, mit Einkaufskosten wie 2016. Doch aufgrund hoher Bau- und Betriebskosten bleiben die Mieten weiterhin hoch, analysieren die Vorstände der IMMOBILIENRENDITE AG.

In Zeiten von teuren Spritpreisen und steigender Inflation setzt die Immobilienbranche ein positives Zeichen. Die Wende ist da und ein Aufschwung in Sicht, prophezeit IMMOBILIENRENDITE AG-Vorstand Mathias Mühlhofer. „Im Einkauf sind Wiener Zinshäuser heute teilweise bereits wieder auf dem Preisniveau wie vor zehn Jahren, bei rund 2.000 Euro pro Quadratmeter.“ Doch der aktuelle Reset bedeute gleichzeitig aber auch, dass die Krise „die Rendite der letzten zehn Jahre gekostet hat.“ Für auf Wohnbau Spezialisierte lohnt sich der Kauf von Zinshäusern aktuell also zwar wieder, doch die IMMOBILIENRENDITE AG investiert bewusst nicht im Wohnsegment. „Wir punkten auch weiterhin mit dem Upcycling von alten leerstehenden Gewerbeobjekten. Wie die letzten Jahren zeigten, waren und sind sie wesentlich stabiler.“

„Baukosten bis zu 70 % höher als vor 10 Jahren“

Möglich wurde die Preissenkung bei Zinshäusern durch eine Abwertung in der Bilanz von Banken. „Viele hatten faule Immobilienkredite im Portfolio mit überhöhten Werten“, erklärt Mühlhofer. „Jetzt kommen die Objekte zu realistischen Preisen auf den Markt.“ Zum Beispiel fast leere Zinshäuser, die für Wohnbauträger attraktiv sind, weil das Dachgeschoss ausgebaut werden könnte. „Doch infolge von Rezession und Inflation mit hohen Lohn- und Materialkosten sind die Baukosten heute 50 bis 70 Prozent höher als noch vor zehn Jahren“, rechnet der Sanierungs-Experte vor. „So müssen alleine für den Dachbodenausbau derzeit 5.000 Euro pro Quadratmeter ausgegeben werden.“

Wien: 2030 fehlen bis zu 100.000 Wohnungen

Dazu kommen Spezial-Auflagen aus der Wiener Bauordnung. Sie sieht bei allen Wohnhäusern in der Bundeshauptstadt Raum für Fahrräder und Lastenräder vor. In größeren Bauten sind das teilweise hunderte Plätze, weiß IMMOBILIENRENDITE AG-Vorstand Markus Augenhammer. „Lastenräder sind beliebt, doch die strikte Auflage verteuert Wohnraum noch einmal. Irgendwer muss die Radabstell-Hallen schließlich bauen und bezahlen.“ Für Mieterinnen und Mieter bedeute die Entwicklung laut dem Makler-Profi leider: „Wohnungen werden nicht billiger“, obwohl es für Bauträger derzeit gute Gelegenheiten zum Zinshaus-Kauf gibt. Dazu kommt: Während Bau-Genehmigungen stagnieren, werden private Vermieter systematisch ausgebremst. „Überbordende Regulierung macht Vermietung unattraktiv.“ Als Folge fehlen allein in der Bundeshauptstadt viele (leistbare) Mietwohnungen. Laut Schätzungen werden es 2030 schon bis zu 100.000 sein.

Hat ihnen dieser Artikel gefallen?

Diskussion zum Artikel

Sei der/die Erste, der/die diesen Artikel diskutiert.

Aktuell sind keine Antworten möglich.
Logo

In einem sich stetig wandelnden Immobilienmarkt ist zeitnahe und präzise Information von unschätzbarem Wert für strategische Entscheidungen und nachhaltige Investitionen.

Kategorien

Quicklinks

Rechtliches

© 2026 Die unabhängige Immobilien Redaktion. Made with ♥️ by  Gerhard Popp
Mindestens 2 Zeichen tippen, um zu suchen.
Schließen mit Esc Öffnen mit ⌘K / Ctrl K