Das Transaktionsvolumen am Wiener Zinshausmarkt ist 2025 auf 1,3 Milliarden Euro gestiegen. In guten Lagen wurden zu Jahresbeginn erste Preisanstiege verzeichnet, ehe die Eskalation im Nahen Osten die Erholung zu Jahresmitte 2026 ins Stocken brachte. Das geht aus dem aktuellen Zinshausmarktbericht der EHL Immobilien Gruppe hervor.
„Der wichtigste Faktor für die Erholung war zweifellos die Entspannung auf der Zinsfront. Die Europäische Zentralbank beließ zwar in ihrer Sitzung vom 23.07.2026 den Leitzins unverändert, weitere Anhebungen im Herbst gelten allerdings als wahrscheinlich.", sagt Franz Pöltl, Geschäftsführender Gesellschafter EHL Investment Consulting.
Ein wachsender Teil der gehandelten Objekte stammt dem Bericht zufolge aus Restrukturierungen: Banken drängen zunehmend auf Rückführung aushaftender Kredite, die betroffenen Portfolios werden meist außergerichtlich und in Abstimmung zwischen Bank und Kreditnehmer verwertet. Als Käufer treten dabei vor allem eigenkapitalstarke Privatinvestoren und Family Offices auf.
Der Bericht dokumentiert zudem eine deutliche Entkoppelung der Teilmärkte: Die Quadratmeterpreise ganzer Zinshäuser liegen selbst bei weitgehend bestandsfreien Objekten bis zu 30 Prozent unter den Preisen, die beim Einzelverkauf der Wohnungen erzielt werden können.
Weitere Themen sind die wachsende Bedeutung des Lagezuschlags für die Preisbildung, die Bewertungspraxis im veränderten Zinsumfeld sowie neue Nutzungskonzepte für Erdgeschoßflächen. Der Bericht enthält Analysen zu allen 23 Wiener Bezirken sowie ein Round-Table-Gespräch mit Vertretern aus Bank-, Rechts- und Beratungspraxis zum Thema Restrukturierung.
Der vollständige EHL-Zinshausmarktbericht 2026 steht unter ehl.at/research zum Download bereit.