Fakten
• Transaktionsvolumen: rund EUR 1,15 Mrd. (H1 2025: rd. EUR 1,16 Mrd.)
• Bestandswohnimmobilien: rund 26 % Marktanteil, liquideste Assetklasse
• Spitzenrenditen Core: 4,00 % bis 6,50 %, je nach Assetklasse und Lage
• „Deutschsprachiges" Kapital dominiert weiter
• EZB-Leitzinserhöhung verteuert Fremdkapital, eigenkapitalstarke Investor:innen profitieren
Nach der jüngsten Leitzinserhöhung der EZB am 11. Juni 2026 rückt für Investor:innen ein Faktor immer stärker in den Vordergrund. Qualität entscheidet über den Preis. Bestandswohnimmobilien blieben mit einem Marktanteil von rund 26 % die liquideste Assetklasse, getragen von hoher Nachfrage und stabilen Cashflows. Auch Hotels, Serviced Apartments und studentisches Wohnen blieben gefragt, ebenso Highstreet-Immobilien in Toplagen und lebensmittelgeankerte Fachmarktzentren. Institutionelle Investor:innen, insbesondere Spezialfonds, zeigten nach einer zurückhaltenderen Phase wieder wachsende Präsenz am Markt und kauften selektiv zu, ein positives Signal für die zweite Jahreshälfte.
„Für das zweite Halbjahr 2026 ist, abhängig von der Entwicklung der Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten, weiterhin von einer vorsichtigen, abwartenden Haltung der Investor:innen auszugehen. Nach der Leitzinserhöhung der EZB um 25 Basispunkte am 11. Juni 2026 rechnet der Markt mit weiteren, aber moderaten Zinsschritten. Gemeinsam mit der verhaltenen Konjunktur dürfte dies das Marktgeschehen weiter prägen und den gewerblichen Vermietungsmarkt ebenfalls belasten. Diese Zurückhaltung dürfte in eine überwiegend seitwärts verlaufende Investmentaktivität münden, mit weniger Dynamik als in alternativen Veranlagungssegmenten. Die Renditesteigerungen der letzten Jahre bieten aber inzwischen wieder ein attraktives Einstiegsniveau, das zunehmend mehr Investor:innen nutzen", sagt Franz Pöltl, Geschäftsführer EHL Investment Consulting.
Markus Mendel, Geschäftsführer EHL Investment Consulting, ergänzt: „Die anhaltend hohen Insolvenzzahlen in der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie die schwierigen Finanzierungsbedingungen verschärfen die Lage. Die Investoren fokussieren sich derzeit weiter auf Core-Objekte und meiden schwächere Standorte, ein Trend, der sich im zweiten Halbjahr fortsetzen dürfte. Besonders im institutionellen Bereich dürfte auch die Preisdifferenzierung zwischen ESG-konformen und nicht-konformen Objekten weiter zunehmen. Bei den Assetklassen bleiben Wohnimmobilien gefragt, getrieben von Nachfrage nach Wohnraum und starker Vermietungsdynamik, auch wenn sich die Preisvorstellungen der Parteien oft noch deutlich unterscheiden. Auch gewerbliche Wohnformen wie Hotels, Serviced Apartments und Studentenwohnheime sind stark nachgefragt. Im Einzelhandelssegment dominieren Highstreet-Lagen und lebensmittelgeankerte Fachmarktzentren mit Nahversorgungsfunktion. Logistik/Light Industrial bleibt im Top-Segment stabil, sekundäre Standorte werden zunehmend abgestraft. Starkes Wachstumspotenzial sehen wir bei Gesundheitsimmobilien und Rechenzentren, wo die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt. Trotz herausforderndem Umfeld findet der Markt also Alternativen in neuen, gut performenden Wachstumssegmenten.“
Für das zweite Halbjahr rechnet EHL wie im vergangenen Jahr mit einer wesentlich stärkeren Dynamik sowie einer höheren Transaktionszahl bzw. -volumen. Finanz- und eigenkapitalstarke Investor:innen finden im aktuellen Marktumfeld attraktive Opportunitäten für Markteinstieg oder Portfolioausbau, insbesondere bei Core-Objekten sowie in wachsenden Segmenten wie Gesundheitsimmobilien und Rechenzentren.
Das vollständige Marktupdate können Sie unter ehl.at/research herunterladen.