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„Die rote oder die blaue Pille“: Patrick Ratheiser über KI, die im Unternehmen ankommt

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Die KI Con 2026 von Digital Findet Stadt, Österreichs größter Plattform zur Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft, versammelte am 20. Mai im ersten Wiener Bezirk in der BUWOG EntscheiderInnen und PraktikerInnen aus Planung, Bau, Projektentwicklung und Betrieb. Im Mittelpunkt stand der Einsatz von KI entlang des gesamten Gebäudelebenszyklus – samt KI-Toolparcours und Diskussionen über Datenhoheit, Governance und die regulatorischen Leitplanken.

Eröffnet wurde der Nachmittag von Carina Zehetmaier (Paiper.One, KI-Beirat der Bundesregierung) mit einer Ansage, die den Ton setzte: KI sei keine IT-Frage, sondern eine strategische Infrastruktur-Entscheidung. Einer der Vorträge, die diese Ansage mit Leben füllten, kam von Patrick Ratheiser – und er begann nicht mit Technik, sondern mit zwei Fragen.

Zwei Fragen stellt Patrick Ratheiser dem Publikum, bevor er überhaupt zum Thema kommt. Erstens: Wie viele finden Künstliche Intelligenz noch ein wenig unheimlich? Ein paar Hände gehen hoch. „Es wird weniger, aber noch immer bleibt etwas im Bauch.“ Zweitens: Wie viele würden gerne wissen, wie man KI nachhaltig im Unternehmen einsetzt? Jetzt gehen fast alle Hände hoch. „Gott sei Dank – deshalb sind wir ja hier.“

Ratheiser, seit Anfang 2026 Head of AI bei EY Österreich und davor sieben Jahre lang Gründer und Geschäftsführer des Grazer KI-Unternehmens Leftshift One, hatte bei der KI Con 2026 von Digital Findet Stadt zwölf Minuten Zeit für einen Vortrag, der sonst 45 dauert. Sein Titel: „Fünf Gewohnheiten, die alles im Unternehmen verändern“. Die zentrale These ist unbequem und für einen, der heute bei einer der großen Beratungen das KI-Geschäft verantwortet, bemerkenswert nüchtern: Die meisten KI-Projekte scheitern nicht an der Technologie. Sie scheitern an Use Cases, an Daten und an Menschen.

Die Zahlen geben ihm recht. Laut dem EY KI Readiness Check 2026 setzen 69 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen KI zumindest in Pilotprojekten ein – aber nur acht Prozent haben sie unternehmensweit skaliert. Zwischen dem Ausprobieren und dem produktiven Einsatz klafft eine Lücke, und Ratheisers Vortrag handelt im Kern davon, wie man sie schließt.

Vom Grazer Speedboot zur Big-Four-Beratung

Ratheiser ist kein Berater, der über KI redet, ohne sie gebaut zu haben. 2017 gründete er in Graz Leftshift One, das zunächst mit der generischen KI-Plattform G.A.I.A. antrat und nach dem ChatGPT-Schock 2023 auf eine datensichere, europäische Unternehmenslösung umschwenkte. Investoren wie ARM-Mitgründer Hermann Hauser, eQventure und öffentliche Stellen brachten in Summe einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag ein; Referenzkunden waren unter anderem McDonald’s Österreich und Fresenius Kabi. Nach eigenen Angaben hat Ratheiser über 170 KI-Projekte begleitet – im Vortrag spricht er von „ungefähr 180, die meisten erfolgreich abgeschlossen“.

Im September 2025 übergab er die Geschäftsführung von Leftshift One an seinen langjährigen Vertriebschef und wechselte zum Jahreswechsel zu EY. Dort ist er Director und verantwortet die strategische Weiterentwicklung des KI-Angebots. Es ist ein Wechsel, der die Branche ganz gut beschreibt: Der Gründer, der zehn Jahre an der „Enterprise-Entwicklung“ gearbeitet hat, sitzt heute dort, wo das große Geld in KI-Transformation fließt. Wer ihm zuhört, hört beides heraus – den Praktiker, der weiß, wie teuer eine schlecht geplante Lösung wird, und den Berater, der ein Angebot zu verkaufen hat.

Warum die meisten KI-Projekte scheitern

Eine Folie bringt Ratheiser nach eigenem Bekunden seit zehn Jahren – „und eigentlich ist es ziemlich traurig“. Rund 81 Prozent der KI-Projekte scheitern, sagt er. Die Quote schwankt je nach Studie erheblich: Die RAND Corporation kommt auf „mehr als 80 Prozent“, eine vielzitierte MIT-Untersuchung aus dem Jahr 2025 sogar auf 95 Prozent der Pilotprojekte ohne messbaren Geschäftseffekt. Je nachdem, wie man „Scheitern“ definiert, verschiebt sich die Zahl – die Größenordnung bleibt. Die Gründe, die Ratheiser nennt, klingen wenig nach Zukunftstechnologie und sehr nach Hausverstand:

Die falschen Anwendungsfälle. „KI ist eine wunderbare Technologie, kann aber nicht alles lösen.“ Man kaufe Copilot für 20 Dollar oder irgendeine Softwarelösung, ohne sich zu fragen, ob man sie überhaupt braucht. Die Datenqualität. „Datenqualität ist King“, den ganzen SharePoint in die KI zu kippen und zu glauben, sie könne das jetzt, funktioniere nicht. Die Komplexität, weil Unternehmen unter Druck der Geschäftsführung „natürlich mit dem komplexesten Use Case starten, damit man ganz sicher sein kann, dass es nicht funktioniert“. Und das fehlende Know-how: Im Vortrag nennt Ratheiser die Zahl, dass sich 60 Prozent der MitarbeiterInnen nicht ausreichend geschult fühlen.

69 Prozent testen, 8 Prozent skalieren: der EY KI Readiness Check 2026

An dieser Stelle ein Hinweis in eigener Sache: Die Prozentzahlen, die Ratheiser frei vorträgt, decken sich nicht eins zu eins mit dem öffentlich verfügbaren EY KI Readiness Check 2026. Dieser, im Mai veröffentlicht, befragte über 100 österreichische Führungskräfte und kam zu einem ähnlichen Befund mit anderen Zahlen: 69 Prozent setzen KI zumindest in Pilotprojekten ein, aber nur acht Prozent haben unternehmensweit skaliert, und nur jedes fünfte Unternehmen sieht einen nachweisbaren Geschäftserfolg. Die Stoßrichtung bleibt dieselbe – viele probieren, wenige kommen über den Pilotstatus hinaus.

Das H.A.B.I.Ts-Framework: KI nachhaltig einführen

Was also tun, statt den Kopf in den Sand zu stecken? Ratheiser bietet ein Akronym an: H.A.B.I.Ts. Es steht für Healthy, Analyze, Build, Inspire und Teamwork – fünf Gewohnheiten, die ein Unternehmen etablieren muss, damit KI nicht im Pilotstadium stecken bleibt. Ihm gefällt das Bild der Gewohnheit, weil eine Gewohnheit nichts ist, was man einmal macht. „Es dauert circa 90 Tage, bis wir Menschen eine Gewohnheit wirklich etabliert haben.“

Healthy. Ein Unternehmen sei dann „gesund“, wenn es repetitive Prozesse ohne echten Mehrwert an die KI abgibt – und die wertschöpfenden, kreativen, zu validierenden Aufgaben beim Menschen lässt. Es gehe um die Symbiose zwischen Mensch und Maschine, nicht um den Ersatz. Analyze. Ohne saubere Daten bleibe die intelligenteste KI blind. 80 Prozent eines KI-Projekts seien Datenaufbereitung – „das ist sehr langweilig“, aber unverzichtbar. Build. KI brauche ein klares Ziel und einen messbaren ROI, und zwar nicht nur über Kostenersparnis: Qualität, bessere Services, mehr Output, bessere Entscheidungen. Mindestens zwei dieser Parameter sollten zutreffen, „sonst lassen Sie das bitte“. Inspire. Am wichtigsten bleibe der Mensch. Man solle die KI-affinen Vorreiter im eigenen Haus suchen, die andere anstecken, und Schulungen mit den passenden Werkzeugen verbinden. Teamwork. 80 Prozent eines Projekts seien Change, Normen und Datenaufbereitung – nur 20 Prozent KI. Zwei Leute von der Uni in den Keller zu sperren, führe zu nichts.

Vom Chatbot zum digitalen Mitarbeiter

Wie das in der Praxis aussieht, illustriert Ratheiser am eigenen Haus. Der Sprung, den er beschreibt, ist der von der assistierenden zur agentischen KI: Ein Chatbot beantwortet Fragen innerhalb eines vorgegebenen Rahmens, ein KI-Agent verfolgt eigenständig ein Ziel, plant mehrere Schritte, nutzt Werkzeuge und handelt – ein „digitaler Mitarbeiter“ innerhalb definierter Leitplanken. Bei EY arbeite man bereits mit solchen digitalen MitarbeiterInnen – Agenten, die PowerPoints bauen, Angebote schreiben, Projektmanagement aufsetzen. „Unser Master-Agent nennt sich Susi, so wie unsere Chefin. Das war relativ praktisch.“ Der Witz sitzt, der Punkt dahinter ist ernst: Repetitive Arbeit wandert zur Maschine, die wertschöpfenden Prozesse bleiben beim Menschen. Das, sagt Ratheiser, werde in den nächsten 18 Monaten auf die Unternehmen zukommen.

Was EY anbietet – und wer hier spricht

Dass Ratheiser nun für EY auf der Bühne steht, ist kein Zufall. Die Beratung hat ihr KI-Geschäft in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut – und es lohnt sich, das mit der nötigen Distanz zu betrachten, denn EY ist hier nicht neutraler Beobachter, sondern Anbieter mit handfestem Eigeninteresse.

Global bündelt das Unternehmen sein Angebot unter der Marke EY.ai, in die nach eigenen Angaben 1,4 Milliarden US-Dollar geflossen sind. Dazu gehören ein internes Sprachmodell namens EYQ und die im März 2025 vorgestellte EY.ai Agentic Platform, die gemeinsam mit NVIDIA entwickelt wurde. Im Mai 2026 kündigte EY zudem eine vertiefte Allianz mit Microsoft an, in die beide Seiten laut Aussendung über fünf Jahre mehr als eine Milliarde Dollar investieren wollen. EY tritt dabei als „Client Zero“ auf – das Unternehmen rollt die Werkzeuge zuerst bei den eigenen über 400.000 Beschäftigten aus, bevor es sie Kunden empfiehlt. Für das Geschäftsjahr 2025 berichtet EY ein KI-bezogenes Umsatzplus von 30 Prozent; in Österreich, wo die Beratung über 1.500 Menschen beschäftigt, sollen die KI-Projekte um mehr als die Hälfte zugelegt haben.

Das Leistungsspektrum, das daraus erwächst, liest sich wie Ratheisers Vortrag in Angebotsform: KI-Strategie und Use-Case-Identifikation, Governance und Responsible AI inklusive EU-AI-Act-Compliance, der Aufbau von Daten und Plattformen, Schulung und „AI Literacy“ sowie die Implementierung von Agenten und „digitalen MitarbeiterInnen“. EY beschreibt die eigene strategische Linie als Wandel „weg vom reinen Governance-Advisor, hin zum Trusted AI Partner“ – eine Formulierung, die man als das lesen sollte, was sie ist: die Selbstpositionierung eines Hauses, das künftig nicht nur prüfen, sondern bauen will.

Bemerkenswert ist, dass Ratheisers nüchterne Botschaft und das Verkaufsinteresse seines Arbeitgebers gut zusammenpassen. Wenn 80 Prozent eines KI-Projekts aus Daten, Normen und Change-Management bestehen und nur 20 Prozent aus der eigentlichen KI, dann ist der größte Teil der Wertschöpfung – Beratung. Genau dort verdient EY.

Was das für die Bau- und Immobilienwirtschaft heißt

Dass dieser Vortrag bei der KI Con 2026 fiel, ist kein Zufall: Digital Findet Stadt adressiert mit der Veranstaltung gezielt die Bau- und Immobilienwirtschaft, eine Branche, die mit KI zwischen Euphorie und Zögern pendelt. International setzen einer Bluebeam-Umfrage zufolge bereits rund drei Viertel der Planungs- und Bauunternehmen KI in mindestens einer Projektphase ein, am häufigsten in Entwurf und Planung. Der Befund aus Ratheisers Vortrag trifft die Branche dabei besonders: Daten über den gesamten Gebäudelebenszyklus liegen oft verstreut, in unterschiedlichen Systemen und Formaten vor – und genau diese Datenqualität ist die Voraussetzung, an der viele Vorhaben scheitern, ob im BIM-Modell, im Facility Management oder in der Projektentwicklung. Wer in der Immobilienwirtschaft mit KI beginnen will, fängt selten beim Algorithmus an, sondern bei den eigenen Daten.

„Ab in den Kaninchenbau“

Am Ende greift Ratheiser zum Bild, das ohnehin in der Luft lag. Die rote oder die blaue Pille. Die blaue: Es bleibt alles, wie es ist. Die rote: „Ab in den Kaninchenbau.“ Wer KI nachhaltig nutze, werde schneller, effizienter, spare Kosten und gewinne Wettbewerbsvorteile. Wer es nicht tue, eben nicht.

Sein Schlussappell ist unaufgeregt und gerade deshalb wirksam: Man solle den Hausverstand benutzen, sich überlegen, was man mit KI macht und was nicht, klein anfangen und Kollaboration Stück für Stück aufbauen. Vor allem aber solle man eine Entscheidung treffen. „Und das sollten Sie nicht morgen machen, sondern jetzt.“

Ob die Entscheidung am Ende zu EY führt oder zu einem der vielen heimischen Anbieter – Ratheiser verweist selbst auf die starke österreichische Szene, gerade erst hat der französische KI-Konzern Mistral das Linzer Startup Emmi AI übernommen –, ist eine andere Frage. Sie zu stellen, bleibt dem Unternehmen überlassen. Ratheiser hat sie nur unbequem gemacht.

Transkript

0:00 Die erste Frage, die mein Publikum immer stellt: Wie viel von Ihnen finden künstliche Intelligenz noch ein wenig unheimlich? Mein Name ist Patrick Ratheisher und seit über zehn Jahren begleite ich Unternehmen, KI nachhaltig in die Unternehmen einzuführen. Mittlerweile Head of AI Österreich für die Ernst and Young. Wenn man sich das anschaut, KI ist bitte kein Trend mehr. Ich mache das jetzt über zehn Jahren und es ist wirklich, es kommt eine neue Arbeitsweise. Wir werden uns das überlegen müssen: Wie arbeiten wir mit digitalen Mitarbeitern zusammen? Wer macht noch was? Was sind die wertschöpfenden Prozesse?

0:40 Und das ist das, was in den nächsten 18 Monaten auf uns zukommen wird. Dein Vortrag heute heißt „Fünf Gewohnheiten, die in Zukunft alles verändern". Ich frage dich jetzt nicht nach den fünf Gewohnheiten, weil ich nehme deinen Vortrag eh auf. Ich frage dich: Was ist denn alles? Was ist alles? Ich glaube, dass ich grundsätzlich, wie wir heute arbeiten, der Bürojob von heute, der eigentlich erst in den 70er Jahren gestartet ist, ob der in den nächsten Jahren auch noch so sein wird. Das heißt, es wird sich grundlegend viele Dinge verändern. Wir werden neu arbeiten. KI ist kein Trend mehr, sondern es ist eine neue

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1:11 Arbeitsweise. Enorm an KI. KI ist eine Technologie wie jede andere auch. Sie ist nur schneller und das Problem ist aber, dass wir enorme Wartungshaltung haben, gerade von der Geschäftsführung. Sie wird viele Dinge machen können. Wir haben tolle Anwendungen, aber nicht immer werden wir alles mit KI lösen und es ist ein kontinuierliches Lernen. Das heißt nicht, dass ich kaufe einmal die Software und die Geschichte ist getan, sondern es sind so Themen, ich muss sie weiterentwickeln. Wir Menschen müssen uns entwickeln, aber auch die KI. Wenn du das jetzt so sagst, heißt das, wir müssen uns nicht fürchten vor KI, wir

1:42 müssen nur offen sein für Veränderung. Ja, es geht um eine Transformation, so wie bei jedem großen Hype. Also ob es die Dampfmaschine war, die Elektrifizierung, das Internet, das iPhone. Jetzt haben wir halt KI. Es geht um einiges schneller, aber auch da werden wir uns anpassen. Und das ist das, was wir Menschen am stärksten können, nämlich uns anzupassen. 60 % der Mitarbeiter fühlen sich nicht ausreichend geschult. Natürlich ist es einerseits, die Unternehmen müssen das zur Verfügung stellen bis zu einem gewissen Grad, aber auch der Mitarbeiter darf sich intrinsisch motivieren und darf mittlerweile KI auch selbst

2:12 lernen. Ressourcen, nicht nur finanzielle, sondern das Thema ist oft, wir geben den Leuten nicht die Zeit, dass sie experimentieren dürfen. Für mich gefühlt so ein bisschen eine Phase gerade, wo wir die vergessen, die bisher noch gar keine Berührungspunkte mit KI haben. Bisher müssen wir denn auf die noch achten heutzutage? Ich glaube, wir müssen auf jeden achten und schauen, dass wir sie alle mitnehmen. Jeder will nicht mitgenommen werden, aber dann ist es auch leider so. Wie gesagt, fragen wir heute einen Hufschmied, was er heute macht. Aber wenn wir uns nicht verändern und nicht anpassen werden, dann wird es auch für

2:40 diese Menschen schwierig. Das heißt, es geht da schon sehr stark um intrinsische Motivation. Die Unternehmen werden nicht alles leisten können, sondern wie gesagt, auch wir Menschen müssen dazu beitragen, wie wir in Zukunft in Symbiose mit KI interagieren. 81 % der KI-Projekte scheitern nach dem Proof of Concept. Das heißt, was wir immer wieder sehen, ist, dass wir zwar eine tolle Technologie haben und dass jeder mit diesem großen Hype lebt und KI wird uns die Welt retten und jeden Mitarbeiter ersetzen. Leider ist es nicht so. Was sind die Gründe deshalb? Warum scheitern die ganzen vielen KI-Projekte, obwohl wir immer so

3:12 tolle Geschichten auch haben? Wir haben in sehr vielen Fällen einfach die falschen Anwendungsfälle. KI kann nicht alles lösen. Ist eine wunderbare Technologie, nur dass man es wirklich überlegt: Was tun wir eigentlich damit? So ein Copilot ist geschwind gekauft, 20 Dollar, oder wir haben sonstige Softwarelösungen, wenn man es nicht wirklich überlegt, ob wir das überhaupt brauchen. Und in vielen Bereichen überschätzen wir massiv das KI-Potenzial. Ein Punkt, glaube ich, ist auch, der aktuell vielleicht ein bisschen den Fokus verändert: Wir setzen momentan wirklich alles auf KI, wo vielleicht in manchen Bereichen regelbasierte Algorithmen viel besser

3:45 funktionieren würden. Wie kann ich denn als Unternehmer oder wie kann ich denn im Unternehmen darauf achten? Oder wo muss ich denn darauf achten, zu sagen: „Okay, das ist jetzt nicht KI, das ist jetzt eigentlich ein Algorithmus, den ich dann aber vielleicht mit Vibe Coding erst recht wieder von KI schreiben lasse"? Es muss ganz ehrlich sein: Das ist genau dieser große Hype, den wir im Moment haben beziehungsweise eh schon etwas länger. Biller hat es damals recht gut gesagt: Ich glaube, der Hausverstand ist ganz wichtig. Ich habe immer wieder CEOs, Geschäftsführer, bei mir sitzen, die mir Fragen stellen zu gewissen Use Cases, die überhaupt keinen Sinn machen.

4:16 Wir müssen uns schon auch die Sinnfrage stellen. Es ist zwar KI da, der große KI-Hammer, nicht alles ist geeignet und ich glaube, wenn man ein bisschen Hausverstand benutzt, dann braucht man nicht immer KI dazu. 78 % der Unternehmen in Österreich nutzen zumindest eine einzige Funktionalität, was einmal super ist. Was ist noch rausgekommen? Leider 36 % der Unternehmen machen nämlich folgendes: Sie überlegen, KI überhaupt noch einzusetzen. Vielleicht braucht man es auch gar nicht mehr. Ist eher erschreckend. Heute KIcon. Warum hast du dich entschieden, heute hier ausgerechnet auf der Veranstaltung vorzutragen? KI-Veranstaltungen könnte man ja, glaube ich, jeden Tag

4:50 wo einen Vortrag halten. Also ich glaube, ich toure seit über zehn Jahren von Veranstaltung zu Veranstaltung und versuche, die Leute grundlegend einmal aufzuwecken und jede Veranstaltung, die dazu beiträgt, eine Veränderung herbeizuführen, dass die Unternehmen endlich den Mut auch haben, wirklich was zu tun. Weil ich glaube, gerade in Europa, Österreich, wir sind da schon sehr stark hinten nach und ich glaube, alles, was Sinn macht, die Leute ein bisschen mitzunehmen, dass sie jetzt wirklich den Mut haben, das zu tun. Das ist, glaube ich, wichtig. Also jeden Task, den sie selber tagtäglich tun, ob sie es selber

5:19 tun in der Abteilung oder im Unternehmen, schauen Sie: Ist es möglich, da KI einzusetzen? Ist es vielleicht wirklich nur repetitiv und macht es überhaupt Sinn beziehungsweise ist dann der ROI auch ergeben gegeben in dem Fall? Wie hat sich denn in den letzten Jahren das Feedback, das du dann bekommst, wenn du versuchst, Leute aufzuwecken, verändert? Spürst du da einen anderen Zugang inzwischen zu dem Thema? Es wird langsam besser, aber auch die letzte Studie, die wir jetzt dann erhoben haben, nämlich schon 2026, es tut sich langsam was. Lange nicht so schnell, wie ich es mir gern wünschen würde, aber die Technologie

5:53 ist schneller als wir und es könnte besser sein, wenn ich ganz ehrlich bin. Jetzt bleibt noch eines eigentlich, dass Sie eine Entscheidung treffen müssen: Die rote oder die blaue Pille. Die blaue, es bleibt alles so, wie es ist. Und ganz ehrlich, die rote Pille ab in den Kaninchenbau. KI nutzen. Sie werden sehen, wenn Sie KI wirklich nachhaltig nutzen, Sie werden schneller sein, Sie werden effizienter sein, Sie werden Kosten einsparen und neue Wettbewerbsvorteile generieren. Wichtig ist, dass Sie diese Entscheidung treffen. Und das sollten Sie bitte nicht morgen machen oder heute, sondern das ist eine

6:22 Mindset-Geschichte. Die sollten Sie einfach jetzt treffen. Danke schön.

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