Dank der vergleichsweise günstigen Preise sind Wohnimmobilien im Burgenland auch leistbarer: Wer im Burgenland im Jahr 2025 ein Einfamilienhaus kreditfinanziert erwerben wollte, musste rund ein Viertel des monatlichen Haushaltseinkommens für Zinsen und Tilgung aufbringen. In Vorarlberg lag dieser Wert bei 68 Prozent, in Salzburg sogar bei rund 72 Prozent. Das Burgenland weist damit österreichweit die höchste Leistbarkeit beim Erwerb eines Eigenheims auf. „Niedrigere Preise und damit bessere Leistbarkeit waren in den letzten Jahren ein klarer Wettbewerbsvorteil für den burgenländischen Immobilienmarkt“, so Matthias Reith, Senior Ökonom und Immobilienexperte bei Raiffeisen Research. (Quelle: RBI/Raiffeisen Research)
Nach einer Phase der Zurückhaltung gewinnt die Kreditnachfrage im Burgenland denn auch wieder spürbar an Dynamik. Insbesondere im privaten Wohnbaubereich verzeichnet man bei der Raiffeisenlandesbank Burgenland eine steigende Nachfrage. „Vor allem in den wachstumsstarken Regionen des Nordburgenlands beobachten wir eine zunehmende Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen. Gleichzeitig ist auch in den südlichen Bezirken das Interesse an Sanierungen, Modernisierungen und Investitionen in bestehenden Wohnraum unverändert hoch. Viele Projekte, die in den vergangenen Jahren aufgrund wirtschaftlich herausfordernder Rahmenbedingungen, hoher Baukosten und restriktiver Finanzierungsbedingungen zurückgestellt wurden, werden nun wieder aktiv aufgegriffen und konkret umgesetzt. Diese Entwicklung zeigt sich deutlich in der steigenden Zahl qualifizierter Finanzierungsanfragen.“, erklärt Mag. Rudolf Suttner, Vertriebsvorstand der Raiffeisenlandesbank Burgenland.
Leistbare „Sorglos-Immobilien“ gefragt
Die Nachfrage nach Wohnimmobilien im Burgenland ist laut den Expert:innen von Raiffeisen Immobilien stabil. Gefragt sind vor allem Regionen mit guter Anbindung an den Wiener Zentralraum, wie etwa Eisenstadt, Eisenstadt Umgebung oder das Nordburgenland. Besonders gesucht werden leistbare Einfamilienhäuser sowie Drei-Zimmer-Wohnungen. „Für viele Kaufinteressent:innen ist derzeit vor allem der Preis ausschlaggebend. Die Bereitschaft, für eine ehemals hochwertige Ausstattung gebrauchter Immobilien einen Aufpreis zu zahlen, ist deutlich gesunken.“, erläutert Prok. Martina Schiller-Jankoschek, Teamleitung Burgenland bei Raiffeisen Immobilien. Generell bemerkt man bei Raiffeisen Immobilien einen Trend zur „Sorglos-Immobilie“: Objekte mit kleineren Gärten und überschaubarer Wohnfläche werden immer beliebter, da ihre Erhaltung weniger Zeit- und Geldaufwand verursacht.
Mehr Haushalte werden für zusätzliche Nachfrage sorgen
Bis 2035 wird die Bevölkerung im Burgenland laut Prognosen nur leicht wachsen. Allerdings steigt die Zahl der Haushalte im gleichen Zeitraum um rund 4,5 Prozent und damit deutlich stärker als die Einwohnerzahl. Ausschlaggebend dafür ist der Trend zu kleineren Haushalten. Dadurch entsteht zusätzlicher Wohnraumbedarf, obwohl die Bevölkerung nur moderat wächst.
Große Baulandreserven wirken preisdämpfend
Trotz steigender Nachfrage rechnen die Raiffeisen Expert:innen im Burgenland in Zukunft nicht mit einer überdurchschnittlichen Preisentwicklung. Ein wesentlicher Grund dafür sind die großen Baulandreserven. Laut ÖROK (Österreichische Raumordnungskonferenz) sind rund 30 Prozent der bebaubaren Flächen im Burgenland bereits gewidmet, werden derzeit jedoch noch nicht bebaut. Damit verfügt das Burgenland über die größten Baulandreserven Österreichs. Zum Vergleich: In Salzburg beträgt dieser Anteil lediglich rund 13 Prozent, in Wien sogar nur etwa 7 Prozent. Dadurch kann das Angebot im Burgenland deutlich leichter ausgeweitet werden als in vielen anderen Bundesländern. Das sollte einem starken Preisanstieg entgegenwirken, der burgenländische Immobilienmarkt dürfte sich also auch künftig stabil entwickeln.