25 PropTech-Unternehmen aus Österreich mit Künstlicher Intelligenz: Wer macht was — und wie weit ist man wirklich?

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Dreißig Prozentpunkte in einem Jahr. So lautet die ernüchternd simple Kennzahl, die erklärt, warum Künstliche Intelligenz gerade zum beherrschenden Thema auf jedem Immobilienkongress geworden ist: Laut EY-Trendbarometer testeten 2024 bereits 35 Prozent der österreichischen Immobilienunternehmen KI intensiv — gegenüber 15 Prozent im Vorjahr. Die Frage, die kaum jemand laut stellt, lautet: Was steckt hinter diesen Tests? Ist es strukturelle Innovation oder Schaufensterdekoration?

Die Redaktion hat sich durch den österreichischen PropTech-Markt gearbeitet und alle Anbieter recherchiert, die mit KI-Funktionen aktiv am Markt sind. Das Ergebnis: 25 PropTech-Unternehmen lassen sich mit verifizierten Funktionen für Künstliche Intelligenz belegen. Dahinter stehen Ansätze, die von ausgereiften hedonischen Bewertungsmodellen mit zehnjähriger Produktionshistorie bis zu Voice Agents reichen, die sich noch im Pilotbetrieb befinden. Dieses Spektrum macht den Vergleich schwierig — und notwendig.

Die folgende Übersicht erfasst alle identifizierten österreichischen PropTech-Anbieter mit KI-Einsatz. Für jedes Unternehmen werden zwei Aspekte beschrieben: das Kernprodukt und die konkreten Funktionen der Künstlichen Intelligenz. Marketing-Aussagen wurden, soweit möglich, an überprüfbaren Daten gespiegelt.

PROPCORN AI — KI-gestützte Kaufpreisindikation und Baupotenzialanalyse

PROPCORN AI, gegründet im Jänner 2024 als eine der ersten FlexCos Österreichs mit Sitz in Klosterneuburg, hat sich auf die Identifikation von Nachverdichtungs- und Neubaupotenzial spezialisiert. Die Plattform kombiniert Flächenwidmungspläne, Grundbuchdaten und Transaktionsinformationen zu automatisierten Standortprofilen, die Projektentwicklern, Investoren und Banken Ankaufsindikationen liefern sollen. Mit Stand April 2026 deckt das System alle neun Bundesländer ab; eine Expansion nach Deutschland ist in Vorbereitung. Das Startup hat sich eine FFG-Förderung von 640.000 Euro sowie ein Pre-Seed-Investment von insgesamt 800.000 Euro gesichert, unter anderem von Hansi Hansmann und tecnet equity.

Die KI-Funktionen von PROPCORN AI stützen sich auf Machine Learning und OCR zur automatisierten Auswertung von Bebauungsvorschriften, Widmungsplänen und Grundbuchdaten. Daraus werden Kaufpreis-Indikatoren, geschätzte Verkaufspreise und prognostizierte Jahresmieten berechnet, ergänzt durch eine 3D-Visualisierung der identifizierten Baupotenziale. Die Datenbasis bezieht PROPCORN AI von etablierten Quellen, darunter EHL, BUWOG, Statistik Austria, Willhaben und IMMOunited. Damit ist der Ansatz weniger ein generatives als ein analytisch-prädiktives Modell — was für die Verlässlichkeit der Ausgaben in einem regulierten Bewertungskontext eher als Vorteil zu werten ist.

IMMOunited — Marktdaten, Transaktionsanalyse und automatisierte Bewertung

IMMOunited, gegründet 2007 und vollständig im Eigentum von Roland Schmid, ist das marktführende Datenunternehmen der österreichischen Immobilienwirtschaft. Die Produktpalette umfasst IMMObase (Grundbuch- und Firmenbuchzugang), IMABIS (Angebotsmarktdatenbank mit täglich über zwei Millionen analysierten Inseraten), IMMOmapping (geographische Darstellung grundbücherlich eingetragener Kaufverträge), IMMOvaluation (Marktwertindikation nach ÖNORM B 1802-1) sowie IMMOstats und IMMOfarming. Über 2.000 Kunden nutzen das System; eine geplante Übernahme durch Scout24/Sprengnetter wurde im Jänner 2026 einvernehmlich beendet — IMMOunited bleibt eigenständig. Im Jahr 2025 wurden in Österreich rund 115.000 Immobilientransaktionen verzeichnet, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der KI-Einsatz bei IMMOunited ist weniger sichtbar als bei jüngeren PropTech-Konkurrenten, dafür tiefer in die Produktionsinfrastruktur integriert. Machine Learning ermöglicht die automatisierte Erfassung und Deduplizierung von Millionen Inseraten täglich; Predictive Analytics liefern Preisentwicklungsprognosen auf regionaler Ebene. Die Marktwertindikation IMMOvaluation Slim setzt auf statistische Bewertungsmodelle; Geodaten zu Demographie, Infrastruktur, Lärm, Hochwasserrisiko und Flächenwidmung werden automatisiert angereichert. NLP-Methoden kommen bei der strukturierten Datenextraktion aus Freitextfeldern zum Einsatz. Die Stärke liegt im Datenfundament — nicht im Algorithmus allein.

DataScience Service GmbH / ImmAzing — Automatisierte Immobilienbewertung für Banken und Institutionelle

Die DataScience Service GmbH, gegründet 2016 in Wien, betreibt die ImmAzing-Produktfamilie — ein automatisiertes Immobilienbewertungssystem, das von der Schnellbewertung für Endkunden (ImmAzing QUICK) bis zur Portfoliobewertung für Institutionelle (ImmAzing PF) reicht. Das Unternehmen liefert den offiziellen Wohnimmobilienpreisindex der Österreichischen Nationalbank und betreibt ein kleinräumiges Frühwarnsystem für Immobilienmarktrisiken. In Deutschland ist man über eine eigene GmbH aktiv. Im Jänner 2025 wurde Ronald Weberndorfer alleiniger Geschäftsführer; die Compass-Verlag GmbH ist als neuer Gesellschafter eingestiegen. Das Unternehmen beschäftigt rund 35 Mitarbeiter und ist ISO 27001 zertifiziert.

Die KI-Architektur von ImmAzing basiert auf hedonischen Preismodellen und geostatistischen Bewertungskernen — methodisch ausgereift und für den Bankenbereich auf CRR-III-Compliance ausgerichtet. Bemerkenswert ist der Einsatz von Convolutional Neural Networks zur KI-gestützten Analyse der Wohnumgebung aus Bilddaten, entwickelt in Forschungskooperationen mit der FH Kufstein und der FH St. Pölten. Zero-Shot-Classification-Ansätze werden für die regelbasierte Kategorisierung eingesetzt. Der Gesamtansatz ist wissenschaftlich fundierter als der vieler Mitbewerber — und genau deshalb bei Kreditinstituten wie Raiffeisen, Volksbank und UniCredit Bank Austria gesetzt.

Sprengnetter Austria / EXPLOREAL — Big-Data-Bewertungsmodelle und Bauträgerdatenbank

Sprengnetter Austria ist die österreichische Niederlassung der deutschen Sprengnetter GmbH und betreibt hierzulande seit 2015 ein vollständiges Produktangebot aus automatisierten Bewertungsmodellen, Vergleichspreisen und Marktdaten. Die hundertprozentige Tochter EXPLOREAL führt eine laufend aktualisierte Datenbank aller Wohnungsneubauprojekte österreichischer Bauträger — seit September 2021 flächendeckend über alle Bundesländer. Sachverständige, Makler und Kreditinstitute zählen zum Kernkundenstamm; die geplante Übernahme von IMMOunited scheiterte im Jänner 2026.

Das KI-Angebot von Sprengnetter konzentriert sich auf Big-Data-basierte Automated Valuation Models, die jährlich über 100.000 neue Vergleichswerte verarbeiten und Echtzeit-Bewertungen via API bereitstellen. Die methodische Nähe zu IMMOunited und DSS ist bewusst: Alle drei bedienen denselben regulatorischen Markt und unterscheiden sich primär in Datenanreicherung, Schnittstellenarchitektur und Marktabdeckung.

PriceHubble — Machine-Learning-Bewertung mit österreichischer Investorenbasis

PriceHubble ist kein österreichisches Unternehmen — die AG hat ihren Sitz in der Schweiz und wurde 2016 gegründet. Der Österreich-Bezug ist dennoch substanziell: Mit der Soravia-Gruppe hält ein österreichischer Immobilienentwickler eine strategische Beteiligung; zudem wurde das Wiener PropTech CheckMyPlace übernommen, um das Data-Team zu stärken. Die Plattform liefert datengetriebene Immobilienbewertungen und Standortanalysen für Banken, Makler und Investoren.

Die KI-Funktionen basieren auf Machine-Learning-Modellen für automatisierte Marktwertindikation sowie auf prädiktiven Standortanalysen, die Infrastruktur, Demographie und Marktdaten verknüpfen. PriceHubble ist damit ein direkter Konkurrent zu DSS und Sprengnetter, mit dem Unterschied, dass das Produktportfolio stärker auf internationale Skalierbarkeit ausgelegt ist.

SearchPlace.ai — Semantische KI-Immobiliensuche per WhatsApp und Web

SearchPlace.ai ist das KI-Produkt der Allimmo Technologies FlexCo, gegründet 2022 in Wien. Die Plattform aggregiert Immobilienangebote von Willhaben, ImmoScout und weiteren Portalen und stellt diese über eine semantische Suchmaschine zugänglich. Seit dem 30. März 2026 ist Wohnungssuche auch per WhatsApp möglich — über die Nummer +43 1 286 8080. Das Preismodell reicht von kostenlos über 14,99 Euro (Premium mit WhatsApp) bis 49,50 Euro monatlich (Platin mit Markt- und Preisanalysen).

Die technische Besonderheit: SearchPlace.ai hat seine semantische KI für die Immobiliensuche vollständig eigenentwickelt — kein ChatGPT, kein Gemini. Das System verarbeitet Freitext-Suchanfragen in natürlicher Sprache, etwa „helle Wohnung mit Balkon nahe Schönbrunn, max. 1.200 Euro, drei oder mehr Zimmer", und liefert plattformübergreifende Treffer. Ein automatisierter Suchagent benachrichtigt Nutzer rund um die Uhr bei neuen passenden Angeboten. Eine DACH-Expansion ist angekündigt; API-Zugänge für Profis sind geplant.

Findheim — KI-Matching für Off-Market-Immobilien

Findheim, 2018 in Wien gegründet und geführt von Jürgen Leger, versteht sich als Matching-Plattform für den Kauf- und Mietmarkt. Das Prinzip: Nutzer legen Suchprofile an, die Plattform gleicht diese mit dem Gesamtmarktangebot ab und liefert einen transparenten Matching-Score. Über die Funktion „Secret Deals" können Off-Market-Objekte von Verkäufern eingestellt werden, die ausschließlich an vorgemerkte Käufer mit passenden Profilen ausgespielt werden.

Der KI-Einsatz basiert auf Machine-Learning-Algorithmen, die aus Nutzerverhalten und expliziten Präferenzen ein kontinuierlich verfeinerndes Suchprofil erstellen. Das resultierende Ranking priorisiert nicht nach Inserat-Buchungsstärke, sondern nach Profilübereinstimmung — ein strukturell anderer Ansatz als bei klassischen Immobilienportalen. Der Fokus liegt derzeit auf Wien und Umland, mit schrittweiser Ausweitung auf Österreich gesamt.

Lystio — KI-natives Immobilienportal gegen Pay-to-Rank

Lystio wurde im August 2024 von Philipp Attensam, Constantin Weiland, Mikail Celik und Stefan Wagner in Wien gegründet und positioniert sich als KI-natives Immobilienportal — mit dem expliziten Anspruch, das Pay-to-Rank-Modell etablierter Portale zu ersetzen. Mit Stand Anfang 2026 verzeichnet die Plattform über 50.000 Listings und 40.000 monatliche Nutzer. Im Februar 2026 wurde eine Finanzierungsrunde über 500.000 Euro abgeschlossen, unter anderem mit Silicon-Valley-Business-Angels.

Der Ranking-Algorithmus von Lystio priorisiert Inserate nach Relevanz statt nach Werbeumsatz. Die Künstliche Intelligenz analysiert Nutzerverhalten, Suchpräferenzen und Interaktionssignale und passt das Ranking dynamisch an. Eine automatische Bonitätspriorisierung von Leads soll Makler vor unqualifizierten Anfragen schützen. Funktionen zur KI-gestützten Inserat-Optimierung und Verhandlungsunterstützung sind angekündigt, aber noch nicht im Vollbetrieb.

Justimmo — KI-Exposé-Erstellung für österreichische Makler

Justimmo ist die meistempfohlene Maklersoftware Österreichs, seit 2010 am Markt und mit über 1.400 angebundenen Maklerbüros. Das System deckt CRM, Objektverwaltung, Exposé-Erstellung und Portalexport ab und betreibt ein eigenes MLS-Netzwerk für den österreichischen Maklermarkt. Hinter der Marke steht die B&G Consulting & Commerce GmbH; Geschäftsführer ist Stefan Kalt.

Seit Anfang 2023 bietet Justimmo eine ChatGPT-basierte KI-Funktion zur automatisierten Erstellung von Objektbeschreibungen — kostenlos im Basispaket enthalten. Das System generiert aus strukturierten Objektdaten Freitext-Exposés und reichert diese automatisch mit Points-of-Interest-Daten zur umliegenden Infrastruktur an. Mehrere tausend KI-generierte Objektbeschreibungen werden pro Monat produziert. Der Funktionsumfang ist überschaubar, aber tief in den Arbeitsalltag österreichischer Makler integriert — was für die tatsächliche Nutzungsintensität mehr zählt als technische Komplexität.

Propster — KI-Assistentin PAULA für Bauträger und Projektentwickler

Propster, gegründet 2017 in Wien von Milan Zahradnik, hat sich als Plattform für digitale Bemusterung, Sonderwunschabwicklung, Mängelmanagement und Projektvermarktung bei Bauträgern etabliert. Über 1.000 Wohn- und Gewerbeprojekte und 120 Kunden in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Lettland und Slowenien nutzen die Lösung. Der Marketplace verbindet Bauträger mit Lieferanten für Ausstattungsoptionen.

Im Juni 2025 hat Propster die KI-Assistentin „PAULA" (Propster Autonomous Utility Learning Agent) in den Early Access gebracht. Hinter PAULA steht ein LLM-basierter Agentic-AI-Ansatz: Das System übernimmt repetitive Projektmanagement-Aufgaben selbstständig — rund um die Uhr, ohne menschliche Freigabe für Standardprozesse. Im Chat-Modus wird Käufern auf Basis von Haushaltsgröße, Budget und Lagewünschen personalisiert beraten; eine lernende Komponente optimiert die Empfehlungen über Projekte hinweg. Der Sprachsteuerungsmodus wird laut Propster von Anwendern noch verhalten angenommen — eine Einschätzung, die ehrlicher ist als üblich.

PlanRadar — KI in der Baudokumentation für 14.500 Kunden weltweit

PlanRadar, 2013 in Wien gegründet von Ibrahim Imam, Sander van de Rijdt, Domagoj Dolinsek, Clemens Hammerl und Constantin Köck, hat sich zur global führenden Plattform für Baudokumentation und Mängelmanagement entwickelt. Über 14.500 Kunden in mehr als 60 Ländern — darunter Strabag, Porr und Siemens — nutzen das System. 2022 wurde eine Series-B-Runde über mehr als 60 Millionen Euro abgeschlossen.

Die KI-Funktionen von PlanRadar umfassen automatisierte Mängelerfassung und -analyse, datengetriebene Planungsoptimierung sowie automatisierte Verarbeitung von Baudokumenten. Die Plattform integriert über „PlanRadar Connect" externe Tools und Datenquellen. Im Vergleich zu spezialisierten KI-PropTech-Anbietern ist der KI-Anteil bei PlanRadar stärker in die Gesamtplattform eingebettet als eigenständig vermarktet — was die Abhängigkeit der Nutzer vom Gesamtsystem erhöht, aber auch die Reibungsverluste bei der Adoption senkt.

reebuild — Künstliche Intelligenz für das Baukostenmanagement

reebuild, im Mai 2022 in Wien von Paul Lind, Alexander Kornell und Lucas Iser gegründet, automatisiert das Kostenmanagement am Bau. Die Plattform deckt Rechnungsprüfung, Lieferscheinerfassung, Leistungsverzeichnis-Abgleich und Bauvertragsmanagement ab. Investoren sind unter anderem Hansi Hansmann und PlanRadar-Gründer Domagoj Dolinsek; das Unternehmen hat aws-Seedfinancing erhalten und wurde als Rising Star von EY ausgezeichnet.

Der KI-Kern von reebuild besteht aus Machine-Learning-Modellen für Dokumentenanalyse und semantisches Matching: Rechnungen werden automatisch mit Leistungsverzeichnissen abgeglichen, Materialangaben für ESG- und EU-Taxonomie-Reporting extrahiert, Abweichungen und Fehler ohne manuellen Aufwand identifiziert. Das Unternehmen gibt eine Aufwandsreduktion von bis zu 70 Prozent an — eine Zahl, die für Bauprojekte mit komplexem Nachtragsmanagement plausibel ist, aber je nach Projektstruktur erheblich variieren kann.

Synaps — KI-gestützte Architekturplanung in Echtzeit

Synaps, gegründet 2023 in Wien von Brendon Ahmeti, Agron Bajraktari und Kevin Cobaj, entwickelt eine browserbasierte kollaborative Architekturplanungsplattform. Das erklärte Ziel: eine Multiplayer-Umgebung für Architekten nach dem Vorbild von Figma, die paralleles Arbeiten an Plänen in Echtzeit ermöglicht. Im Vorfeld des Produktlaunches hat Synaps 1,4 Millionen Euro Pre-Launch-Investment eingesammelt, unter anderem von FFG und dem schwedischen Investor Fredrik Björk.

KI-Funktionen sind bei Synaps zum Zeitpunkt der Recherche noch nicht im Produktivbetrieb, werden jedoch als zentrales Feature der ersten Vollversion angekündigt. Die Gründer sprechen intern von einem „Gamechanger" — eine Formulierung, die ohne konkrete technische Beschreibung wenig aussagekräftig ist. Was bereits validiert ist: Die Plattform soll in ersten Tests rund zehnmal schneller als AutoCAD arbeiten. Wie viel davon auf Künstliche Intelligenz zurückgeht und wie viel auf modernere Softwarearchitektur, bleibt offen.

factorymaker — Generative KI für die Industriebauplanung

factorymaker, im August 2024 als TU-Wien-Spin-off gegründet von Dr. Julia Reisinger, Maria Antonia Zahlbruckner, Thomas Reisinger und Leonardo Lino, automatisiert die Planungsphase von Industriebauten. Die Plattform evaluiert in wenigen Minuten hunderttausende Planungsvarianten nach Kosteneffizienz, Workflow-Optimierung und Umweltverträglichkeit. Kunden sind Siemens Energy, Schaeffler und Hilti; das Startup hat im Jänner 2026 eine Pre-Seed-Runde über 1,1 Millionen Euro abgeschlossen.

Der KI-Ansatz setzt auf Generative Design: KI-gesteuerte Agenten erzeugen und bewerten eigenständig Planungsvarianten auf Basis parametrischer Vorgaben und einer proprietären Datenbank realer Projekte. Das Ergebnis sind konkrete Entwurfsvorschläge mit messbaren Kennzahlen — laut Unternehmensangaben 82 Prozent kürzere Planungszeit und 21 Prozent niedrigere Baukosten. Die methodische Stärke liegt in der Kombination aus generativer Künstlicher Intelligenz und domänenspezifischem Trainingsdatensatz.

iDWELL — KI-Finanzverwaltung und Workflow-Automatisierung für Hausverwaltungen

iDWELL, gegründet 2017 in Wien von Alexander Roth, ist eine Cloud-basierte SaaS-Plattform für die Immobilienverwaltung. Über 750 Hausverwaltungen mit insgesamt 1,5 Millionen Wohneinheiten im DACH-Raum nutzen das System. Im Zuge einer Wachstumsfinanzierung über 10 Millionen Euro hat iDWELL die KI-basierte Finanzverwaltungslösung von domonda übernommen und als „iDWELL Finance" in die Plattform integriert.

Die KI-Funktionen von iDWELL umfassen einen Workflow-Bot für die Schadensabwicklung sowie ein automatisiertes Rechnungserkennungssystem mit einer angegebenen Genauigkeit von 95 Prozent — verglichen mit 60 Prozent bei generischen Lösungen, so die eigene Aussage. Eine Kooperation mit dem Wiener PropTech-Startup Cambioo bringt zusätzlich einen KI-Voice-Agent für die Telefonabwicklung in die Plattform. iDWELL positioniert sich explizit als „AI-Tech"-Unternehmen — eine Einordnung, die durch die Übernahme von domonda substanziell unterlegt ist.

Cambioo — KI-Voice-Agent für die Immobilienverwaltung

Cambioo, gegründet im August 2024 von Noah Reis, Paul Höller, Viola Poppe, Laurids Werzowa und Lion Düll-Rodler, entwickelt einen KI-basierten Voice Agent speziell für die Immobilienverwaltung. Das Produkt übernimmt eingehende Telefonanrufe, verarbeitet Anliegen auf Basis eines immobilienwirtschaftlichen Wissensmodells und erstellt strukturierte Dokumentationen. Die Abrechnung erfolgt minutenbasiert.

Das KI-Modell ist nicht auf generische Telefonassistenz ausgelegt, sondern auf branchenspezifische Szenarien trainiert — Schadenserfassung, Terminvereinbarungen, Mieteranliegen. Die Integration in iDWELL ist live; weitere Partnerschaften mit Hausverwaltungssoftware-Anbietern sind in Verhandlung. Eine Expansion nach Deutschland und Italien ist angekündigt. Cambioo befindet sich noch im frühen Produktbetrieb; belastbare Nutzungsdaten liegen öffentlich nicht vor.

ToolSense — Predictive Maintenance per KI für Facility Management

ToolSense, gegründet rund 2017/2018 in Wien und geführt von Alexander Manafi, betreibt eine Asset Operations Platform für das Facility Management. Das System verbindet über IoT-Sensorik Maschinen, Geräte und Assets und verwaltet Wartung, Prüffristen und Einsatzplanung. Zu den Kunden zählen Tyrolit, WISAG, JLL, ISS und Compass Group — über 700 Unternehmen in 30 Ländern. Eine Series-A-Runde über 8 Millionen Euro wurde von Matterwave Ventures und dem aws Gründerfonds geleitet.

Predictive Maintenance ist die zentrale KI-Funktion: Sensordaten werden in Echtzeit analysiert, Ausfallmuster erkannt und Wartungsbedarfe vorhergesagt, bevor es zum Stillstand kommt. Das Unternehmen gibt eine Produktivitätssteigerung von 20 Prozent und eine Reduktion ungeplanter Ausfallzeiten um 60 Prozent an. Diese Kennzahlen sind für das FM-Segment relevant, weil ungeplante Ausfälle im gewerblichen Immobilienbetrieb direkte Mietrechtsprobleme auslösen können.

prop.ID — KI-gestützte Protokollerstellung für Eigentümerversammlungen

prop.ID betreibt die Plattform „vBeschluss" für hybride und virtuelle Eigentümerversammlungen und Umlaufbeschlüsse im österreichischen und deutschen Wohnungseigentumsrecht. Das Produkt adressiert einen praktisch unterversorgten Bereich der Hausverwaltung: die rechtssichere digitale Durchführung von Beschlussverfahren nach WEG.

Die KI-Komponente umfasst die automatisierte Erstellung und Optimierung von Tagesordnungspunkten und Protokollen aus Sprach- und Texteingaben. prop.ID bezeichnet sich als ersten Anbieter am Markt mit dieser Funktion. Zusätzlich ist eine KI-Telefon-Integration über Cambioo im Aufbau. Der Anwendungsfall ist eng definiert, aber rechtlich relevant — was für die tatsächliche Marktdurchdringung in einer Branche mit hohem Compliance-Bewusstsein ein Vorteil sein kann.

Wohnio — KI-Heizungsoptimierung für den österreichischen Gebäudebestand

Wohnio, gegründet 2023 in Wien von Kevin Bauer, optimiert automatisiert Heizungssysteme in Mehrfamilienhäusern. Die Plattform verbindet IoT-Sensoren mit Cloud-Datenverarbeitung und greift steuernd in die Heizungsregelung ein — ohne Eingriff in bestehende Anlagen. Investoren sind unter anderem PlanRadar-Gründer Dolinsek und Weilburg Ventures.

Die Künstliche Intelligenz analysiert Verbrauchsmuster, Außentemperaturverläufe und Gebäudeparameter und passt Heizkurven dynamisch an. Das System führt automatisch hydraulische Abgleiche durch und identifiziert Wartungsbedarfe über Predictive-Maintenance-Logiken. Die angegebene Energieeinsparung von bis zu 30 Prozent ist für schlecht eingestellte Heizsysteme — die im österreichischen Gebäudebestand nicht die Ausnahme sind — realistisch. Das strategische Ziel: 100.000 Wohneinheiten bis 2027.

Pocket House — Digitalisierungsplattform mit KI-Potenzial

Pocket House, gegründet 2018 und mit PORR und Schertler Holding als Gesellschafter, entwickelt eine digitale Super-App für das Gebäude- und Quartiersmanagement. Produkte sind Pocket House (Wohngebäude), Pocket Office (Gewerbe) und Pocket Quarter (Stadtquartiere); ein Joint Venture mit der BIG hat unter anderem die App für das Österreichische Parlament produziert.

Pocket House ist in dieser Übersicht mit einer klaren Einschränkung zu führen: KI-Funktionen im engeren Sinne sind für das Produkt nicht nachweisbar dokumentiert. Die Plattform digitalisiert Kommunikation, Zutritt, Paketlogistik und E-Ladestationen und schafft damit eine Datengrundlage, die für Künstliche Intelligenz genutzt werden könnte. Derzeit steht jedoch die Prozessdigitalisierung im Vordergrund, nicht die KI-gestützte Auswertung.

Howie Systems — LLM-basierte Datenanalyse für die Baubranche

Howie Systems, im Sommer 2024 von der Architektin Ewa Lenart in Wien gegründet, positioniert sich als „AI Copilot for the Built Environment" — eine Plattform zur KI-gestützten Verarbeitung und Analyse aller Datentypen, die im Lebenszyklus eines Bauprojekts entstehen. Das System verarbeitet laut Unternehmensangaben bis zu 30 Terabyte Daten pro Projekt — Texte, Bilder, Konstruktionszeichnungen, BIM-Daten, Sensordaten und unstrukturierte Archive. Erster Early Adopter ist die M&P Group in Hamburg. Pi Labs (London) hat 420.000 Euro investiert; 60.000 Nutzer stehen auf der Warteliste.

Das KI-Fundament ist LLM-basiert: Dokumente werden semantisch indexiert und über Natural Language Interfaces abfragbar gemacht. Das Besondere ist die Kombination aus multimodaler Datenverarbeitung — Text, Bild, strukturierte und unstrukturierte Quellen in einer einheitlichen Suchumgebung. Laut Howie reduziert der KI-Einsatz den Aufwand für manuelle Informationsbeschaffung um 50 Prozent. Der Anwendungsfall ist für große Bauprojekte mit komplexer Dokumentationshistorie relevant — ein Markt, der bisher kaum von Künstlicher Intelligenz adressiert wird.

OPTIMUSE — Digitale Zwillinge und KI für die Gebäudesanierung

OPTIMUSE, gegründet im Oktober 2021 in Wien von Dominik Pezzei, Fabian Pitscheider und Felix Maximilian Hofer, entwickelt KI-basierte digitale Zwillinge für die Gebäudesanierung. Die Plattform unterstützt Bestandshalter und Projektentwickler bei der Dekarbonisierung von Immobilien und hat Kunden wie Strabag, Erste Group, Empira Group und Österreichische Post AG. Im Frühjahr 2024 wurde eine Seed-Runde über vier Millionen Euro abgeschlossen.

Das Kernstück ist die KI „Hans 2.0": Aus nur vier Eingabeparametern — Adresse, Gebäudetyp, Baujahr und Heizsystem — erstellt das System einen digitalen Zwilling und simuliert tausende Varianten für Heizung, Kühlung, Lüftung und Gebäudehülle. Die wirtschaftlichste und klimafreundlichste Lösung wird automatisch herausgefiltert. Die angegebenen Kennzahlen — 70 Prozent kürzere Vorplanung, 10 Prozent niedrigere Baukosten, 20 Prozent weniger Emissionen — setzen voraus, dass die Datenlage zum Gebäude stimmt. In der österreichischen Bestandsrealität, wo Gebäudedaten häufig lückenhaft sind, ist das eine materielle Einschränkung.

GROPYUS — KI-gesteuerte Roboterfertigung für den seriellen Wohnbau

GROPYUS, 2019 in Wien gegründet von Markus Fuhrmann und Philipp Erler, baut Holz-Hybridgebäude in einer eigenen Smart Factory im badenwürttembergischen Richen und vertreibt dazu ein digitales Building Operating System. Vonovia und BUWOG/Rhomberg Bau zählen zu den Kunden; über 400 Millionen Euro Eigenkapital stehen hinter dem Projekt, das auf Profitabilität bis 2027 oder 2028 abzielt.

Der KI-Einsatz bei GROPYUS liegt primär in der Produktionsteuerung: 50 Roboter mit einem Automatisierungsgrad von 86 Prozent fertigen Holz-Hybridmodule; KI-Algorithmen steuern den Produktionsfluss und optimieren Materiallogistik und Fertigungssequenzen. Im Gebäudebetrieb liefert das Building OS über IoT-Sensoren Verbrauchs- und Zustandsdaten, die für prädiktive Wartung und Energieoptimierung auswertbar sind. GROPYUS ist damit weniger ein PropTech als ein Industrieunternehmen, das Künstliche Intelligenz in den Bauprozess selbst integriert — ein kategorialer Unterschied.

Metaroom / Amrax — KI-Grundrissanalyse und Scan-to-BIM per Smartphone

Synthetic Dimension GmbH, im April 2020 in Salzburg gegründet und geführt von Martin Huber, vermarktet unter den Marken Amrax und Metaroom eine Smartphone-basierte Scan-to-BIM-Plattform. Das System erstellt aus Kameraaufnahmen in wenigen Minuten maßstabsgetreue 3D-Raummodelle und exportiert diese in BIM-kompatible Formate. Eine Partnerschaft mit Siemens ermöglicht die Integration in die Building-X-Plattform.

Die KI besteht aus Deep-Learning-Modellen für Objekt- und Texturerkennung: Möbel, Fenster und Türen werden automatisch erkannt und klassifiziert; RGB- und Tiefensensoren des Smartphones liefern die Eingangsdaten. Der Prozess, der traditionell einen Laserscanner mit professionellem Equipment erfordert, wird damit auf ein Konsumergerät reduziert. Das ist für Makler und FM-Firmen bei kleineren Objekten eine relevante Vereinfachung; für größere Objekte bleibt die Präzision des professionellen Laserscanners das Maß der Dinge.

Zackplan — KI-Visualisierung und virtuelles Homestaging für die Vermarktung

Zackplan, gegründet rund 2022 in Wien, bietet KI-basierte Grundriss-zu-3D-Konvertierung als Dienstleistung für Makler, Bauträger und Architekten. Das System wandelt hochgeladene 2D-Grundrisse in fotorealistische 3D-Visualisierungen um, erstellt interaktive Puppenhausperspektiven, VR-Rundgänge und Panoramas. Zusätzlich wird KI-gestütztes Homestaging angeboten — die virtuelle Möblierung leerer Objekte für die Vermarktung.

Der KI-Ansatz ist auf Computer Vision und generative Bildverarbeitung ausgelegt. Die Qualität der Ausgaben hängt stark von der Qualität der Eingangspläne ab; bei älteren, unvollständigen oder skizzierten Grundrissen sind manuelle Korrekturen erforderlich. Für Immobilienvermarktung im gehobenen Segment, wo hochwertige Visualisierungen zum Standard gehören, ist das Angebot preis- und aufwandseffizient.

Roomle — 3D- und AR-Raumplanung mit KI-Konfigurator

Roomle, 2014 in Linz als Spin-off der Digitalagentur Netural gegründet und geführt von Albert J. Ortig, entwickelt eine 3D- und AR-Raumplanungsplattform. Die Plattform bietet sowohl einen Consumer-Raumplaner als auch den „Rubens Configurator" für die Möbel- und Einrichtungsbranche. Über zwei Millionen registrierte Nutzer weltweit; die Homag Group AG hält seit einigen Jahren 80 Prozent.

Die KI-Komponente bei Roomle ist stärker im Konfigurator als im Planungstool verankert: Produktkonfigurationen werden regelbasiert und KI-gestützt optimiert; die AR-Funktion erlaubt die virtuelle Platzierung von Möbeln im realen Raum über das Smartphone. Für die Immobilienvermarktung ist Roomle primär über die Einrichtungsvisualisierung relevant — ein indirekter, aber für die Kaufentscheidung nachweislich wirksamer Einsatz.

Shadowmap Technologies — Echtzeit-Sonnenlichtanalyse als Bewertungskennzahl

Shadowmap, gegründet rund 2019 in Wien von Georg Molzer, visualisiert in Echtzeit Sonnenlicht und Schatten für jeden Ort der Welt zu jedem Zeitpunkt — auf Basis dreidimensionaler Gebäude- und Geländemodelle. Das Tool wurde in das Immobilienportal willhaben integriert und hat dafür einen PropTech-Award erhalten.

Die technische Basis ist 3D-Modellierung mit Echtzeit-Rendering, nicht klassisches Machine Learning im engeren Sinne. Für die Immobilienbewertung ist Sonneneinstrahlung ein messbarer Wertfaktor — besonders in Wien, wo die Südausrichtung bei Wohnungen bis zu zehn Prozent Preisunterschied bedeuten kann. Shadowmap liefert damit eine objektive Kennzahl für einen Parameter, der traditionell subjektiv beschrieben wird.

Sodex Innovations — Computer Vision für die automatisierte Baustellen-Vermessung

Sodex Innovations, aus einem Schulprojekt der HTL Rankweil entstanden und in Vorarlberg mit den Gründern Ralf Pfefferkorn, Raphael Ott und Bernhard Gantner ansässig, entwickelt automatisierte Vermessungstechnologie für Baustellen. Das Produkt SDX-4DVision integriert Laser-Scanner, GNSS und Kameras in Baumaschinen und erstellt daraus in Echtzeit dreidimensionale Baustellenmodelle.

Die KI-Basis ist Computer Vision auf NVIDIA-Jetson-Hardware: Vermessungsdaten werden automatisch verarbeitet und zu laufend aktualisierten digitalen Zwillingen der Baustelle zusammengeführt. Der Anwendungsfall liegt im Tiefbau, wo der Abgleich zwischen Soll- und Ist-Zustand traditionell aufwendige manuelle Vermessungsschritte erfordert. Sodex hat 2024 den Gold Award bei der Construction Startup Competition gewonnen.

KIKOM — KI-Integration und Beratung für Makler und Hausverwaltungen

KIKOM, gegründet von Markus Kirchmair, ist eine auf die Immobilienwirtschaft spezialisierte KI-Beratung und Lösungsanbieter. Das Angebot reicht von der automatisierten Exposé-Erstellung über KI-gestützte Lead-Qualifizierung bis zu E-Mail-Triage und Hausverwaltungsautomatisierung. Zusätzlich werden KI-Strategieworkshops für Makler und Hausverwaltungen angeboten.

Der Mehrwert von KIKOM liegt nicht in proprietärer Technologie für Künstliche Intelligenz, sondern in der branchenspezifischen Konfiguration und Integration bestehender KI-Werkzeuge in die Arbeitsprozesse von Immobilienunternehmen. Für KMU ohne eigene IT-Ressourcen kann dieser Ansatz pragmatischer sein als die Eigenentwicklung. Die GEO-Optimierung für KI-Empfehlungssysteme — also die Anpassung von Inhalten für KI-Suchmaschinen statt klassischer Suchmaschinen — ist ein Thema, das in der Branche noch kaum diskutiert wird.

PROPUP — KI-Enabler für Makler und Hausverwaltungen im DACH-Raum

PROPUP, gegründet rund 2020 in Wien von Michael Reikersdorfer und Kristof Konstantin, ist eine Innovationsagentur und B2B-SaaS-Anbieter für Makler und Hausverwaltungen. Das Angebot umfasst digitale Formulare und Signierprozesse, KI-Trainings und Workshops sowie die Integration von KI-Tools in bestehende CRM-Systeme. Seit 2024 ist PROPUP auch in Deutschland aktiv.

Ähnlich wie KIKOM liegt der Ansatz bei PROPUP weniger in proprietärer Entwicklung von Künstlicher Intelligenz als in der Implementierung und Prozessoptimierung mit verfügbaren Werkzeugen. Die Kombination aus SaaS-Produkten und Beratungsangeboten macht das Unternehmen zu einem Enabler im mittleren Marktsegment. Für Maklerbüros, die KI einsetzen wollen, aber nicht über die interne Kompetenz für die Auswahl und Integration verfügen, schließt PROPUP eine reale Marktlücke.

Einordnung

Der österreichische PropTech-Markt mit Künstlicher Intelligenz ist heterogener als seine Außendarstellung suggeriert. Auf der einen Seite stehen Unternehmen wie DSS/ImmAzing, IMMOunited und Sprengnetter, deren KI-Modelle in regulierten Bankprozessen produktiv laufen und an Standards wie CRR III oder OeNB-Anforderungen gemessen werden. Auf der anderen Seite stehen frühe Produkte, die mit KI vermarktet werden, obwohl der KI-Anteil gering oder noch nicht im Vollbetrieb ist.

Die kritische Frage für Entscheidungsträger in der Immobilienwirtschaft lautet nicht: „Setzt ihr Unternehmen Künstliche Intelligenz ein?" Sondern: „In welchem Reifegrad, mit welchen Daten, mit welcher Nachweisbarkeit und mit welcher regulatorischen Absicherung?" Diese Unterscheidung wird in der Branchenkommunikation häufig vermieden — was mittel- bis langfristig zu Enttäuschungen führen wird, die den tatsächlich vorhandenen PropTech-Innovationen schaden.

Wien konzentriert rund 65 Prozent des österreichischen PropTech-KI-Sektors. Der Investorenkreis ist eng: Hansi Hansmann, PlanRadar-Gründer Domagoj Dolinsek, aws Gründerfonds und Matterwave Ventures tauchen über mehrere Investments hinweg auf. Das schafft ein Netzwerkgefüge, das Kapital und Marktzugang bündelt — aber auch Abhängigkeiten, die in einem Abschwung sichtbar werden können.

Stand: April 2026. Alle Angaben basieren auf verifizierten öffentlichen Quellen. Wo Unternehmenszahlen nicht unabhängig überprüft werden konnten, ist das im Text kenntlich gemacht.

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