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Blick in die Immobilienbranche – die große Verunsicherung

Wir befinden uns noch im Shutdown – wobei wir ja alle hoffen, dass sich in den kommenden Wochen die Situation schon etwas besser darstellt. Auf der einen Seite herrscht somit Optimismus – man sieht Licht am Ende des Tunnels –, auf der anderen aber Verunsicherung.

So schreibt die Anwaltskanzlei Taylor Wessing: „Aufgrund der Fülle der während der Krise beschlossenen Maßnahmen und Wechselwirkungen mit alten gesetzlichen Bestimmungen werden die Entscheidungsfindung und vor allem die Abschätzung der Auswirkungen (…) immer komplizierter.“

Und auch Hans-Peter Weiss von der ARE meint: „Alle derzeit gemachten Prognosen sind in Wahrheit Spekulation – solange wir nicht wissen, wie sich die Situation weiterentwickelt.“

Alles steht und fällt mit der Dauer dieser Krise. Was es besonders schwierig macht, ist, dass der wirtschaftliche Tiefpunkt der Krise Ende des zweiten Quartals erwartet wird.

Franz Pöltl, Geschäftsführer von EHL Investment Consulting: „In welchem Ausmaß die Corona-Krise Marktvolumen und Immobilienpreise beeinflusst hat und noch beeinflussen wird, lässt sich derzeit nicht mit hinreichender Sicherheit abschätzen. Sicher erscheint allerdings, dass es eine spürbare Spreizung der Risikoaufschläge geben wird, das heißt, die Renditeunterschiede zwischen Spitzenobjekten und weniger guten Objekten werden deutlich größer werden.“

Der wichtigste preisbestimmende Faktor werde dabei die Qualität der Mietverträge (Mietniveau, Restlaufzeit, Bonität der Mieter) sein. Ein Trend, der sich schon in der letzten Zeit abgezeichnet hat, ist, dass die Verträge und auch das Miteinander in einem Projekt wichtiger werden als die Gebäude.

Trotz der Unsicherheit sieht ein Großteil der institutionellen Immobilien-Anleger in der gegenwärtigen Corona-Krise Investitionschancen. Von 170 Akteuren, die das Netzwerk des FondsForum im Zeitraum 16. März bis 3. April befragt hat, wollten 41 Prozent die Krise kurzfristig für Investitionen nutzen.

Auf der anderen Seite – und damit sieht man, wie groß die Verunsicherung bezüglich der Zukunft ist – rechnen Investoren laut einer Befragung von EY Österreich eher mit fallenden Preisen außer bei Logistik und Wohnen. 86 Prozent der Befragten erwarten für den Einzelhandel sinkende Immobilienpreise, bei Büroimmobilien sind es 67 Prozent. Die meisten – 92 Prozent – sehen Hotelimmobilien von den Auswirkungen betroffen.

Kommen wir noch kurz zur Projektentwicklung:

Maxim Zhiganov von WK Development stellt fest, dass bei neuen Projekten die Bauunternehmen vorsichtig geworden sind. Viele warten einmal ab, wie sich die Situation entwickeln wird. Derzeit gibt es noch viele unbekannte Faktoren.

Für die Projektentwickler besonders unangenehm ist die Tatsache, dass laut einer Aussendung der VÖPE – der Vereinigung österreichischer Projektentwickler – derzeit diverse Verfahren „ruhend gestellt“ sind. Dies stört die aktuelle Arbeit, und es besteht Grund zur Sorge, dass das Aussetzen der Genehmigungsverfahren den Aufschwung nach der Krise massiv behindern könnte.

VÖPE-Präsident Erwin Soravia meint: „Es müssen jetzt alle Maßnahmen getroffen werden, um Projektvorhaben fortführen zu können und so der österreichischen Wirtschaft nach COVID-19 auf die Beine zu helfen sowie den Konjunkturmotor sofort wieder anzukurbeln.“ Konkret geht es österreichweit um rund 25 Milliarden Euro Projektvolumen.

Am Schluss noch etwas in eigener Sache: In den letzten Tagen kam es auf der IR zu Serverausfällen, weshalb die Webseite öfters nicht erreichbar war. Das lag aber außerhalb unseres Einflussbereichs. Wir möchten uns dafür entschuldigen.

Wir wünschen Ihnen allen ein paar schöne Tage und ich glaube, wir freuen uns alle, uns sobald wie möglich wiederzusehen.

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