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Crowdfunding für Immobilien kommt immer besser an

Crowdfunding für Immobilien ist in der breiten Bevölkerung angekommen. Wo sollte man sein Geld sonst investieren als in Immobilien ist die Meinung der privaten Investoren. Vor allem kann man sich auch mit geringen Summen an einem Investment beteiligen. Mehr Projekte und mehr Themen bereichern die Szene.



Wenn es um Immobilienveranlagungen geht, wird im gleichen Atemzug zumeist auch die Zinspolitik genannt. So etwa bei einer Pressekonferenz der EHL-Gruppe zu Jahresbeginn. „Die Immobilienrenditen nähern sich den Renditen von festverzinslichen Veranlagungen an“, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter Franz Pöltl der EHL Investment Consulting GmbH. Die Deals seien bei größeren Investoren risikoavers geprägt, und eine niedrigere Rendite werde in Kauf genommen.

Branche im Wandel, aber die Investoren setzen darauf

Crowdfunding-Investoren hingegen sind mit ihren vergleichsweise sehr kleinen Veranlagungssummen auf der Jagd nach mehr Rendite. Die über die Crowd eingesammelten Gelder summieren sich maximal auf niedrige Millionenbeträge, und die versprochenen Bruttorenditen bewegen sich bei maximal fünf Jahren Laufzeit in einem Bereich von bis zu 7,2 Prozent. 1.400 Euro sind es beim Anbieter HOME ROCKET im Durchschnitt, die über bisher 26.700 Einzelinvestitionen in Projekte geflossen sind. Obwohl kaum Kapitalausfälle bekannt werden, ist eine endgültige Risikobeurteilung von derartigen Investitionen derzeit nicht möglich, da die Branche zu neu am Markt und noch stark im Wandel begriffen ist. Bei HOME ROCKET beispielsweise ist erst ein Zehntel der als Nachrangdarlehen investierten Gelder wieder ausbezahlt worden.

Vertrauenssache – wo steigt man ein?

Bei Rendity – eine von drei großen heimischen Plattformen – betont man, dass Investoren darauf achten sollten, bei wem genau sie einsteigen. Die Vorauswahl der auf der Plattform unterstützten Projekte sei ebenso entscheidend wie die sorgfältige Auswahl der Projektbetreiber. Solche der bekannteren Art habe man selbst mit JP Immobilien, der Haring-Gruppe oder WINEGG Realitäten vorzuweisen. Gleichzeitig wird festgestellt, dass man sich dort auch erst hätte qualifizieren müssen. Augenscheinlich ist bei den genannten „Schwarmfinanzierern“ nicht nur eine stetig steigende Auswahl im Angebot. Zusammen mit der Ausweitung der Geschäftstätigkeit auf deutsche Märkte und neuen Investitionsmodellen lässt das mehr Reife erkennen. Die Veranlagungsthemen sind auch nicht mehr nur Wohnbau.

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Vom Wohnbau zum Büroprojekt

Zuletzt hat man bei Rendity für ein Büroprojekt die gewünschte Summe in nur drei Tagen aufgetrieben. Ein projektiertes Vier-Sterne-Hotelprojekt mit 87 Zimmern in Wien-Meidling folgte. „Gewerbliche Immobilienprojekte sind eine wichtige Ergänzung des Investmentspektrums“, sagt Rendity-Geschäftsführer Lukas Müller und verweist auf ein höheres Ertragspotenzial. Wohnimmobilien mit einem Mehr an Sicherheit seien aber weiter der Schwerpunkt. Zu den in Österreich gestarteten Plattformen gehören außerdem dagobertinvest, IMMOFUNDING und Reval. Bei Dagobertinvest beansprucht man mit zuletzt stark gestiegenen Aktivitäten die Marktführerschaft in Österreich und verweist auf 30 Prozent Marktanteil.

Fortsetzung folgt

Dass Crowdfunding großes Potenzial hat, davon wussten vor ein paar Jahren nur eingefleischte Spezialisten zu berichten, etwa die Immobilien-Redaktion. Der Crowdfunding-Pool CrowdCircus verweist mittlerweile darauf, dass 2018 nicht weniger als 22 Immobilienkampagnen unter den Top-25-Kampagnen in Österreich waren. Dabei wurden Summen von 450.000 bis 1,5 Millionen eingesammelt. Auf globaler Ebene geht man beim Beratungshaus Ernst & Young (EY) für 2020 von einem Volumen von 8,3 Milliarden Euro aus, das die Immobilienwirtschaft zusätzlich „befeuern“ sollte.

Jährliche Steigerungsraten in Europa von rund 20 Prozent

Mit zuletzt 1,5 Milliarden Euro auf europäischen Märkten ist die Region zwar nicht der Treiber der Entwicklung, aber jene mit den höchsten Steigerungsraten von jährlich um die 20 Prozent. Was die Trends betrifft, erwartet der Marktbeobachter EY bei den Beteiligungen eine Öffnung gegenüber institutionellen Anlegern. Wegen bedeutsamerer Einzelinvestoren wird gleichzeitig von einer Konsolidierung unter den Crowdfunding-Plattformen ausgegangen. Anders ausgedrückt ist damit zu rechnen, dass sich das Interesse auf diejenigen konzentrieren wird, die das Geschäftsmodell besser skalieren können. Bei den rund 50 gefundenen Anbieter in Europa dürfte es außerdem künftig zu einer schärferen Profilierung kommen, was die regionale Abdeckung und die Finanzierungsmodelle betrifft.


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Peter Matzanetz ist Raumplaner, Journalist und Entrepreneur. Seit fünfzehn Jahren arbeitet er für Branchenmedien in den Bereichen Bau, Architektur, Immobilien und Raum. Mit der Agentur branchenfrei at und dem zugehörigen Blogformat setzt er sich schon länger mit Themen zur Transformation der Stadt und Nachnutzung von Gebäuden auseinander. Vor fünf Jahren hat er gemeinsam mit dem Institut für Stadt- und Regionalforschung an der TU Wien begonnen, eine Ortesuchmaschine mit Lagescoring zu entwickeln. Mit Beginn 2020 wurde das Start-Up Place Qu ausgegründet, welches die Technologie als Schnittstellenlösung zur Integration anbietet.