Schlagwort: Sonderimmobilien

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Spekulieren mit der Autobahn

Durch den Autobahnbau ergeben sich manchmal Spezialsituationen für Immobilieninvestoren. Davon können auch Private profitieren.

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In Zeiten, in denen Betongold die einzig wahre Währung zu sein scheint, Landbanking ein Begriff geworden ist, den nicht nur Banker kennen, und die Immobilienpreise allerorten einen heftigen Zug nach Norden bereits hinter sich haben, ist es schwer, Spezialsituationen ausfindig zu machen, die auch kurzfristig gute Gewinne versprechen.

Ertragreiche Situation

Doch diese gibt es noch immer und auch in Österreich. Dazu zählt der Kauf von Grund und Boden, Wohnhäusern oder Häusern in Gegenden, die in der Nähe einer zukünftigen Autobahn liegen. Wie ertragreich diese Spezialsituationen sind, zeigt der Bau der A5 Richtung tschechische Grenze. Mit der Fertigstellung dieser von den von einer täglichen Verkehrslawine überrollten Einwohnern lang und heiß ersehnten Route bekamen auch Ortschaften wie Bad Pirawarth, Kollnbrunn oder Schrick plötzlich Zugang zur großen weiten Welt. Traunfeld und Pellendorf lagen plötzlich nicht mehr hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen, und Wien war nicht mehr eine gefühlte Tagesreise, sondern nur mehr eine halbe Stunde weit entfernt.

Trotz Anbindung idyllische Ruhe

Die idyllische Ruhe blieb jedoch erhalten oder kehrte, wie zum Beispiel in Gaweinstal, nach Jahrzehnten des Verkehrshorrors wieder ein. Das führte dazu, dass in diesen und anderen in Autobahnnähe liegenden Gemeinden die Immobilienpreise in einem Jahr um bis zu 30 Prozent anzogen.

Ähnliches hatte sich schon Jahre zuvor entlang der Trasse der A6 ereignet: Orte wie Potzneusiedl erlebten plötzlich eine ungeahnten Immobilienboom, getragen von der Nachfrage von wohlhabenden Umsiedlern aus der Slowakei, die ihre Kinder lieber in österreichische Kindergärten und Schulen schickten und trotzdem ihren Job im Heimatland behalten wollten.

Planungen dauern Jahre

Und dabei war es nicht einmal so, dass der Bau der Autobahn über Nacht hereingebrochen wäre. Planung und Ausführung dauerten viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Ähnliches könnte sich in den nächsten Jahren entlang der Trasse der geplanten Marchfeld-Schnellstraße anbahnen. Dieses wichtige Bindeglied im Osten, an dem schon seit gefühlten Ewigkeiten herumgedoktert wird, hätte eigentlich schon im Jahr 2012 fertiggestellt werden sollen – doch hatte sich die Trasse zum politischen Spielball zwischen Rot und Schwarz entwickelt.

Spielball der Politik

Die Verantwortlichkeit wurde zwischen Land und Bund bis zum Erbrechen hin- und hergeschoben; auch der Druck aus der Bevölkerung nützte nichts. Und so ist bis zum heutigen Tag noch nicht einmal der Spatenstich erfolgt. Was eigentlich als Autobahn geplant gewesen war, soll nun endlich eine Schnellstraße werden. Doch sobald sie fertiggestellt sein wird, werden Ortschaften wie Ober- und Untersiebenbrunn, Lassee oder auch Weikendorf, in denen sich heute Fuchs und Hase gute Nacht sagen, zu begehrten Wohnsitzen werden.

Gänserndorf, schon jetzt die beliebteste Stadt Österreichs nach dem Zuzug gemessen und mit dem Bau von Infrastruktur für die stets wachsende Kommune ständig aktiv, wird einen eigenen Anschluss an die Schnellstraße bekommen.

Jetzt die Chance nutzen

Man kann sich vorstellen, wie die noch erträglich bemessenen Grundstückspreise in dieser Bezirkshauptstadt mit Gymnasium, Handelsakademie und reichlich Kindergärten und in den Ortschaften in ihrer Umgebung explodieren werden. Noch sind sie günstig: In Weikendorf wechselt der Quadratmeter Baugrund um rund 80 Euro den Besitzer. Vorausschauende Investoren werden wissen, wie man die Chancen rechtzeitig nutzt.

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Niki Lauda und der Parlamentsumbau

Einer „unserer“ berühmtesten Österreicher, Niki Lauda, hat einmal einen sehr weisen Satz gesagt: „Man soll einen Fehler nicht öfter als zwei Mal machen.“

Aus diesem Satz spricht sehr viel Lebenserfahrung, denn Lauda meinte damit, dass man sehr wohl einen Fehler zwei Mal machen kann. Denn oftmals fehlt einem beim ersten Mal, wenn dieser Fehler passiert, die Eigeneinsicht, und auch die Zusammenhänge sind nicht gleich erfassbar. Darum kann es durchaus passieren – und ich denke, Niki Lauda spricht aus Erfahrung –, dass man einen Fehler zwei Mal machen kann. Dann allerdings …. dann sollte man es verstanden haben.

Das Krankenhaus Nord ist ja nicht der erste, auch nicht der zweite, nein, es ist der x-te Fall, in dem bei öffentlichen Bauprojekten so agiert wird, dass durch absolute Inkompetenz eine Masse an Geld verschwendet wird. Und genau das Gleiche, aber ganz genau das Gleiche, passiert gerade wieder beim Umbau des Parlaments. Und jetzt frage ich mich, wie politische Entscheidungsfindung eigentlich aussieht. Wer ist denn für die x-te Auflage eines Desasters verantwortlich? Vor allem aber, wann ist dieser Fehler – um es höflich auszudrücken – endlich verstanden? Wieso gibt es immer wieder politische Entscheidungsträger, die über etwas entscheiden dürfen, von dem sie überhaupt keine Ahnung haben, und die zu guter Letzt auch nicht zur Verantwortung gezogen werden?

Wenn wir Steuerzahler ganz großzügig sind, dann sagen wir: „Schwamm drüber!“ Das ist passiert – und da kann man nichts machen. Für jeden auch nur halbwegs mitdenkenden Politiker muss die Frage daher jetzt lauten: „Was lernen wir daraus? Was können wir beim nächsten Mal besser machen?“

Wenn nämlich ein Desaster in das andere übergeht, ohne dass auch nur in irgendeiner Art und Weise hinterfragt wird, was da schiefläuft, dann ist vielleicht nie Schluss. Es muss doch zumindest allerspätestens beim Parlamentsumbau eine fachkundige Umsetzung möglich sein.

Ist es eine Notwendigkeit, dass es bei staatlichen Projekten immer wieder zu solchen finanziellen Katastrophen kommt? Das Geld, das in diese „Projekte“ fließt, hätten wir längst für „Bildung und Forschung“ verwenden können – denn das ist die Zukunft einer Volkswirtschaft.

Wie muss man als Politiker eigentlich strukturiert sein, dass man, nur um sich in einem Spiel zu beteiligen, von dem man keine Ahnung hat, solche enormen Summen riskiert – die einem gar nicht gehören. Und das, obwohl dieser Fehler schon öfter als zwei Mal begangen wurde …

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Networking service worker portrait. network engineer administrator with tablet computer checking server hardware equipment of data center

Rechenzentren, eine Assetklasse wächst mit der Nachfrage an Cloud-Computing-Lösungen.

Nach den Logistikimmobilien stehen die nächsten „Nischenprodukte“ vor einem Siegeszug in die Investmentwelt.

Es ist schon unglaublich, mit welcher Geschwindigkeit neue Assetklassen für Investoren auftauchen. Waren Logistikimmobilien noch vor wenigen Jahren nur Insidern ein Investment wert, so haben sie sich mittlerweile gut etabliert, wie Rolf Zarnekow, Head of Real Estate Investment bei Aquila Capital, erklärt: „Im institutionellen Markt waren Logistikimmobilien vor zehn Jahren noch ein stiefmütterlich behandeltes Thema, aber sie haben sich mittlerweile zu einer Top-Assetklasse entwickelt.“ Etwa 2013 begann der Boom, und Logistikimmobilien belegen nach knapp fünf Jahren im deutschen Investmentmarkt den dritten Rang. Derzeit steht bereits das nächste „Nischenprodukt“ in den Startlöchern. Und wieder ist es die Technik, die diesen Schritt ermöglicht.

Rechenzentren – vom Spezialprodukt zur Assetklasse

Rechenzentren entwickeln sich derzeit vom Spezialprodukt zu einer Assetklasse für institutionelle Immobilieninvestoren. Die Gebäude bzw. die Räumlichkeiten, in denen die zentrale Rechentechnik, aber auch die zum Betrieb notwendige Infrastruktur eines oder mehrerer Unternehmen untergebracht ist, zählen zu den wichtigsten Assets eines Unternehmens. Das heißt, insbesondere die Inhalte dieser Gebäude. Die Nachfrage nach Bits und Bytes ist unglaublich. CBRE schätzt, dass letztes Jahr 119 Megawatt Leistung nachgefragt wurden. Gegenüber 2015 hat sich der Markt in den letzten beiden Jahren verdoppelt. Für Investoren eigentlich das ideale Investitionsobjekt: Immobilien, die dringend benötigt werden und für die auch großes Fachwissen notwendig ist.

Eine Etablierung bei nicht spezialisierten Anlegern ist zu erwarten

„Derzeit sind der Großteil der Käufer von Rechenzentren spezialisierte Real-Estate-Investment-Trusts wie insbesondere die US-amerikanischen Equinix und Digital Realty sowie die asiatische Keppel DC“, erklärt Marcus Lemli, CEO Germany und Head of Investment Europe bei Savills. Es ist allerdings zu erwarten, dass sich die Assetklasse auch aufseiten nicht spezialisierter Anleger in den kommenden Jahren etablieren wird. Die Investorennachfrage wächst bereits, und das weltweite Transaktionsvolumen für Rechenzentren war 2017 mit 25 Milliarden US-Dollar dreimal so stark wie 2016. In Europa waren es bisher lediglich 450 Millionen Euro. Mit dem deutlich gestiegenen Transaktionsvolumen sind allerdings auch die Anfangsrenditen über die letzten Jahre auf fünf bis sieben Prozent gefallen.

Industrie 4.0 und Cloud-Lösungen als Nachfragemotor

Mit dem Siegeszug der Digitalisierung in Form von Industrie 4.0 und Internet of Things sowie dem damit verknüpften Umzug von Unternehmen unterschiedlichster Wirtschaftszweige in die Cloud wird sich der Markt in den kommenden Jahren voraussichtlich schlagartig erweitern. Die Nachfrage nach Cloud-Computing-Lösungen wächst und mit ihr der Bedarf an großen Hyperscale-Rechenzentren. Laut den Berechnungen von Cisco wird sich der Datenverkehr in derartigen Serverstädten in den kommenden fünf Jahren verfünffachen.

Nordeuropa als führende Entwicklungsregion

Laut dem Rechenzentren-Investment-Index von Savills sind es vor allem die nordischen Staaten, die im europäischen Vergleich bei der Entwicklung von Rechenzentren die Nase vorne haben werden. „Die neuen Rechenzentren werden zunehmend in suburbanen oder ländlichen Regionen der Länder gebaut, die ideale Voraussetzungen in der natürlichen Umgebung, der Sicherheitslage sowie der Stromversorgung und Netzanbindung bieten“, sagt Lydia Brissy, Director Research Savills Europe. Die vorderen fünf Ränge im Index belegen Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark sowie die Niederlande. Österreich befindet sich an achter Stelle. „Während die nordischen Länder die erste Wahl für Anlagen mit über 50.000 Quadratmetern sein werden, wird der Bedarf an kleineren, dezentralen Rechenzentren vor allem in Deutschland und Kontinentaleuropa zunehmen“, ist Lydia Brissy überzeugt.

Was die Rechenzentren für Investoren noch besonders interessant macht, sind die „typischen Mietvertragslängen von zehn Jahren und mehr sowie ein steigender Bedarf der Rechenzentren-Betreiber an Sale-and-Lease-Back“, so Marcus Lemli. Übrigens ist die lange Dauer der Mietverhältnisse genau jener Faktor, der für Rolf Zarnekow auch den besonderen Wert der Logistikimmobilie ausmacht: „Sie können in der Regel Verträge über zehn bis 15 Jahre abschließen.“

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Keine Struktur bei öffentlichen Bauprojekten – Parlamentsumbau wird zu „KH Nord“ II

Mangelnde Professionalität des Bauherrn ist der Grund, warum sich das KH Nord in Schieflage befindet. Dabei wäre es so einfach gewesen. Man könnte aus dem KH Nord lernen, aber es bahnt sich das nächste Desaster an. Der gleiche Fehler passiert nämlich soeben wieder beim Parlamentsumbau. Jetzt könnte man den sich abzeichnenden Mehrkosten noch entgegentreten, indem vor Baubeginn die notwendige Organisationsstruktur hergestellt wird.

Seit Freitag, dem 18. Mai, ist es durch den Rechnungshofbericht offiziell: Beim Bau des Krankenhauses Wien-Nord hat es eine Vielzahl eklatanter Mängel gegeben, die auch die Kosten explodieren ließen – von vagen Schätzungen aus dem Jahr 2007 von rund 400 Millionen Euro auf nunmehr vermutete 1,4 Milliarden Euro! Aufwendige teure Prozesse beginnen zu laufen, die ziemlich sicher jahrelang enormes Geld kosten werden und die vermutlich schwer zu gewinnen sein werden. Die Verschuldensfrage wird gerichtlich wohl kaum zu klären sein (jedenfalls nicht in dem Sinn, wie sich die Stadt Wien das wünscht).

Die nächste Problembaustelle entsteht

Während sich aber alle noch verwundert die Augen reiben, läuft im Hintergrund das nächste Problemprojekt an: das Parlament oder, besser gesagt, der Umbau des Parlaments. Eigentlich hat er noch gar nicht begonnen, denn der Baubeginn ist seit dem offiziellen Projektstart im Oktober 2017 bereits acht Monate in Verzug. Warum dies so ist, ist ganz einfach erklärbar: Die Bauherrenverantwortlichkeit ist nicht so klar, dass kurzfristige Entscheidungen überhaupt möglich sind. Diese sind aber bei Bauprojekten leider immer erforderlich, weil eben ein komplexes Bauprojekt rasche und vor allem vorausschauende Entscheidungen benötigt. Bauherrenverantwortliche müssen daher auch mit den entsprechenden Entscheidungskompetenzen ausgestattet sein.

Steuerung der Prozessabläufe

In Projektentwicklungen von privaten Unternehmen übernehmen Profis die Steuerung der Prozessabläufe, optimieren die Prozesse, straffen die Abläufe, kommunizieren offen miteinander und finden – möglichst rasch – gemeinsame Lösungen. Von allen diesen sinnvollen Prozessen sind sehr viele öffentliche Projekte leider meilenweit entfernt.

Eine Bauherrenverantwortung mit einer klaren Verantwortungspyramide wäre hier die Voraussetzung für die optimale Ausführung. Es muss einen Verantwortlichen geben, der befugt und verpflichtet ist und die fachliche Kompetenz hat, ganz oben zu entscheiden. Der aber auch das Budget und die dazugehörige Budgetverantwortung hat, Probleme unverzüglich zu lösen.

Verantwortung nicht erwünscht

Die Bauherrenverantwortung ist aber auch oftmals gar nicht erwünscht, da man dann nicht in Projekte hineinregieren kann. Wenn nämlich ein Gremium für solche Bauvorhaben zuständig ist, wird die Verantwortung verwässert, und es können auch Wünsche von außen an die Beteiligten herangetragen werden. Außerdem sind oft Leute beteiligt, die nicht bzw. nicht ausreichend mit der Materie befasst sind und denen daher das Wissen um die Zusammenhänge fehlt. Die heimische Politik will immer gern mitspielen, aber so kann ein Projekt nicht zielführend umgesetzt werden. Die einzige Prämisse muss sein: zum Wohle des Projekts.

Projektstart ohne Plan

Beim Parlament wurde bereits die Abwicklungszeit um ein Dreivierteljahr verlängert. Genau hier wäre bereits die Bauherrenverantwortung wahrzunehmen, denn die Kosten laufen schon jetzt davon. Einerseits sind aufgrund der konjunkturellen und der bauwirtschaftlichen Entwicklung die Baukostensteigerungen viel höher als ursprünglich gedacht. Andererseits wurde der Parlamentsumbau nicht so vorbereitet, wie es eigentlich notwendig gewesen wäre. Bei diesem Projekt, bei dem es u. a. erhebliche denkmalpflegerische Risiken gibt und das ein Gebäude betrifft, bei dem die letzte Sanierung in den 50er-Jahren durchgeführt worden ist, muss von Anfang an der Ist-Zustand dokumentiert werden. Das wäre in diesem Fall eine Grundvoraussetzung, denn erst mit dieser Dokumentation kann man die Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke vornehmen.

Nach dem jetzigen Stand der Dinge ist fast schon sicher davon auszugehen, dass es zu Mehrkosten kommen wird, die man uns als unvorhersehbar erklären wird, und wir in einem Dreivierteljahr in diesem Zusammenhang wieder über das Parlament berichten werden.

Und jetzt frage ich mich, wieso ich das weiß, aber die Verantwortlichen nicht.

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Containerparty – wo wir in Zukunft nicht nur feiern, sondern auch kaufen werden.

Mit 27 Jahren ist Kurt Krameß – als Erfinder des Spezialcontainers „der.kurtl“ – ein Schritt in die neue Welt der Präsentationen gelungen: Vielseitigkeit, Funktionalität und Individualität stehen im Vordergrund.

 

Der Erfinder

Kurt Krameß

Mit meiner Idee von „der.kurtl“ möchte ich die Welt bereichern und Menschen Freude sowie eine gute Zeit bereiten. So wie ich selbst eine offene und freundliche Art pflege, lädt „der.kurtl“ Menschen zum Entdecken und Verweilen ein. Meine Einstellung zum Leben habe ich in meinem Produkt verwirklicht – POP UP YOURSELF. POP UP YOUR LIFE. POP […]

18. Surf Worldcup in Podersdorf im Jahr 2016. Zahlreiche weiße Zelte stehen auf der Wiese und laden die Zuschauer und die Sportler ein. Darin werden Gastronomie und Veranstaltungen geboten oder Artikel verkauft. Die Uniformität der Zelte bringt den Surfer Kurt Krameß zum Nachdenken: „Warum verkaufen sich die Firmen so schlecht? Das Ziel des Marketings ist ja, mit einem tollen Erscheinungsbild Aufmerksamkeit zu erregen und in Erinnerung zu bleiben. Sie haben zwar alle eine schöne Einrichtung, aber rundherum ist nur ein Zelt.“ Der Gedanke lässt den Diplomingenieur nicht los und mündet schließlich in eine einzigartige Idee: Warum nicht ein Produkt schaffen, in dem sich Unternehmen auf eine einzigartige Weise präsentieren können?

Zu Hause beginnt er nun, sich Gedanken zu machen und dann zu konkretisieren. Seine ersten Ideenskizzen entstehen, die ersten Pläne und schließlich der erste Prototyp. „der.kurtl“ ist geboren – ein Container als vielfältig nutzbare Präsentationsplattform. „Container haben mich immer begeistert, sie sind so einfach und doch so individuell, wenn man ihnen eine spezielle Note verpasst“, so Kurt Krameß. Und die gab er seinem Container. „der.kurtl“ ist flexibel einsetzbar: Es gibt den klang.kurtl für Konzerte, auf dem eine Band Platz findet, den gusto.kurtl für Gastronomie, den feschen.kurtl für Modeveranstaltungen, den info.kurtl oder den sport.kurtl. Letztendlich handelt es sich um ein und dasselbe Produkt, das aber so konzipiert ist, dass es faktisch alle Möglichkeiten bietet. Neben der Containervermietung betreut Kurt Krameß seine Kunden auch mit Inneneinrichtung und Brandingflächen. Der Container muss von den Mietern nur noch entsprechend bestückt werden. Er lässt sich in alle Richtungen öffnen und gibt damit dem Ideenspielraum von Unternehmen viel Platz. Und er ist leicht zu transportieren, da er circa zwei Tonnen wiegt. Bei einer Lieferung mittels Anhänger ergeben sich durch ein Gesamtgewicht von unter 3,5 Tonnen große Vorteile bei der Logistik.

Kurt Krameß sieht für seine Innovation eine große Zukunft – in vielen Bereichen. „der.kurtl“ ist eine Containerparty für alle Sinne und eine ideale Präsentationsplattform für jede Art neuer Ideen. Onlinedienste verändern den Handel derzeit maximal und er sieht den Container als Schnittstelle zwischen Offline- und Onlinehandel. Die Produkte lassen sich bestens präsentieren und ausprobieren. Der Kunde kann anschließend direkt im Container online einkaufen. Die Produktentwicklungszyklen werden immer kürzer und wenn laufend wieder neue Produkte auf den Markt kommen, dann müssen diese auch entsprechend beworben werden. „Meine Zielgruppe sind daher Firmen, die etwas Hochwertiges in einem originellen Umfeld präsentieren wollen.“

„der.kurtl“ ist natürlich auch als „Lokal“ zu verwenden – und „es gibt doch immer mehr Events. Egal ob im Sommer oder im Winter.“ Die nächsten Schritte hat Kurt Krameß schon geplant: „Ich bin ein großer Optimist und ich werde nach dem aktuellen Prototyp im Winter 2019 zwei weitere Eventcontainer bauen. Diese werden in der Vielseitigkeit und Funktionalität weitere Fähigkeiten aufweisen.“ Quasi der.kurtl 2.0, der bereit ist für eine Serienfertigung. Wie der Firmenname popup2go designs e.U. bereits verrät, möchte Kurt Krameß mittelfristig und zukünftig verschiedenste mobile und individuelle Pop-up-Lösungen anbieten.

Podersdorf 2018, 20. Surf Worldcup. Zwischen all den uniformen weißen Zelten steht „der.kurtl“. Bacardi hat ihn für eine Bar genutzt, und wie zu erwarten war, suchten die Besucher das Besondere. Die Cocktailbar war Anziehungspunkt und Eye-Catcher.

 

Alle Informationen zum “Kurtl” finden Sie auf der Homepage unter www.derkurtl.com

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Schönbrunn, Belvedere & Co – Kulturgüter, das Erbe einer Nation

400 Einzelobjekte aus allen Epochen der letzten 800 Jahre und über 60 Liegenschaften verwaltet die Burghauptmannschaft Österreich unter der Leitung von Hofrat Reinhold Sahl. In den vergangenen acht Jahren als Burghauptmann pflegte er ein gemeinsames Erbe, das es seit dem Mittelalter in Österreich gibt. Die größte berufliche Herausforderung war für ihn aber ein Neubau.

Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?

Sahl: Der größte Wert ist, dass ich an österreichischem Kulturgut arbeite. Also an vielen Kulturgütern. Es ist das Gefühl, dass ich für etwas verantwortlich bin, was für Österreich extrem wichtig ist. Es ist dieses Besondere an der Geschichte, am Fundament und an den Wurzeln der Gesellschaft zu arbeiten und diese auch zu erhalten. Das ermöglicht auch einen Lerneffekt für die Zukunft, denn wer aus der Geschichte nicht lernt, der tut sich in der Zukunft schwer. Es ist faszinierend, was Österreich als Nation schon alles erlebt und durchgemacht hat.

Eine Immobilie hat eine gesellschaftliche Funktion, und sie ist enorm vielschichtig. Sie ist eine Zeugin der Vergangenheit und dient als Wegweiser in die Zukunft.

Meinen Sie damit historische Immobilien oder alle Arten von Immobilien?

Sahl: Sowohl als auch. Architektur, egal ob einst oder heute, ist ein Zeugnis gesellschaftlicher Erwartungen. Sie ist ein Phänomen, indem sie auch den gesellschaftlichen Kontext ihrer Zeit widerspiegelt. Man braucht sich ja nur die Hofburg anzusehen. Sie wurde gebaut, um eine bestimmte Wirkung zu erzeugen und etwas zu präsentieren. Es ist die Symbolik der eingebauten Architektur, der Zeichen, der Fresken, der Darstellungen. Sie ist ein gesellschaftliches Statement.

Wenn man die Masse an Wohnbauten ansieht, stellt sich manchmal die Frage, ob wir noch gute Architektur haben?

Sahl: Man darf die Masse nicht überbewerten. Es gibt unterschiedliche Strukturen, und, wie gesagt, Architektur hat ja eine gesellschaftliche Bedeutung. Eine Wohnung ist nicht nur ein Kastl, um darin zu schlafen und nicht nass zu werden. Das Haus hat einen wesentlichen Einfluss darauf, wie sich Menschen begegnen, wie sie sich treffen, wie sie Freundschaften schließen. Architektur kann die gemeinschaftliche Entwicklung fördern oder behindern.

Wenn man Konglomerate betrachtet, wo tausende Menschen auf kleiner Fläche wohnen, dann brauche ich nicht darüber nachzudenken, warum Konflikte ausbrechen. Qualitätsvolle Gemeinschaftsflächen sind notwendig für eine gesellschaftliche Entwicklung, denn die Menschen müssen sich begegnen können.

Welchen Stellenwert hat das „Bewahren kultureller Bauten“ für eine Nation?

Sahl: Es ist unerlässlich. Um im Baulichen zu bleiben: Kulturelle Bauten sind wie das Fundament eines Hauses. Sie können ein Haus neu bauen, wegreißen oder erweitern, doch die Fundamente sind immer stabil. Das trifft auch auf die kulturellen Bauten zu und damit auf die Entwicklung einer Gesellschaft. Wir wissen, wo wir herkommen und dass das Erhalten einer Kultur und das Lernen aus dieser für die weitere Entwicklung ein zentraler Faktor ist – und natürlich auch die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Wir suchen als Gesellschaft eine Bestimmung, und wir brauchen die Quelle dazu. „Wo komme ich her, wo gehe ich hin?“ ist doch eine grundsätzliche Frage. Es ist eine immerwährende Suche des Menschen und der Gesellschaft.

Wo liegen prinzipiell die Herausforderungen bei der Erhaltung historischer Bauten und Liegenschaften?

Sahl: Leider geht es stark um die mangelnden finanziellen Ressourcen. Gerade dadurch sind wir aber auch gezwungen, extrem präzise zu arbeiten, um die notwendigen Maßnahmen für die Erhaltung der Gebäude zu setzen. Wir haben in Gebäuden mit unterschiedlichen Baujahren ab 1400 unterschiedliche Nutzungen, und das ist ebenfalls eine wirkliche Herausforderung.

Daher ist unsere Tätigkeit sehr objektspezifisch. Das Know-how und die persönliche Erfahrung der Mitarbeiter in der Burghauptmannschaft hinsichtlich Erhalt und Struktur solcher Objekte sind Leistungsfaktoren. Das Einzige, was bei uns Standard ist, ist, dass wir keinen haben, da eben alle Bauten individuell zu betrachten sind.

Was war in den vergangenen acht Jahren für Sie die größte Herausforderung?

Sahl: Ein Neubau. Nämlich die Integration des Parlaments innerhalb der Hofburg während der Zeit des Umbaus. Wir hatten keine Freiräume, und es war sehr diffizil und spannend, diese Aufgabe zu lösen. Es war technisch und organisatorisch etwas Besonderes, und von allen Varianten haben wir die beste und günstigste Lösung gefunden. Wir freuen uns sehr, dass wir das Gesetzgebungsorgan des Bundes bei uns beheimaten dürfen.

Gibt es ein „Baujahr“ oder eine Epoche, die sie stilistisch besonders fasziniert?

Sahl: Bestimmte Epochen gibt es nicht, aber die Hofburg zum Beispiel fasziniert mich, da sie als zusammenhängender Komplex alle Baustile vereint. Wir sitzen hier im ältesten Teil aus dem 13. Jahrhundert. Die Burg war ursprünglich Teil der Stadtbefestigung und wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert. Der Vorteil war, dass die alten Objekte nicht weggerissen wurden, sondern der nächste Bauabschnitt in seinem damaligen Baustil angeschlossen wurde. Die Hofburg ist der größte zivile Baukomplex der Welt. Wir haben hier 2.600 Räume.

Der Vatikan ist zwar größer, aber der ist kirchlich.

Laut Statistik haben wir rund fünf Millionen Touristen, die einen der Räume direkt besuchen, und noch einmal weit über 20 Millionen, die nur durchgehen und Objekte anschauen, ohne ein Ticket zu lösen.

Das gebaute kulturelle Erbe Österreichs hat einen enormen Stellenwert für den Tourismus.

Sahl: Der Kulturtourismus in Österreich ist zu 80 Prozent von der Historie geprägt. Die Menschen kommen, um sich die alten Bauwerke anzusehen, und diese sind in der Tat ein hoher volkswirtschaftlicher Faktor. Und wir haben wirklich viele davon quer durch Österreich: zum Beispiel die Hofburg und das Schloss Ambras in Innsbruck, die Schlösser Belvedere und Schönbrunn sowie Schloss Hof.

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Das Parlament tagt

130 Jahre nach seiner Errichtung ist das österreichische Parlamentsgebäude in die „Jahre“ gekommen und bedarf einer umfassenden Sanierung. Bei einem Gebäude mit dieser architektonischen Vielfalt und zahlreichen erstaunlichen kunsthistorischen Details eine wahre Herausforderung.

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Es war der dänisch-österreichische Baumeister und Architekt des Klassizismus und Historismus Theophil Edvard v. Hansen, der den Auftrag erhielt, das Parlamentsgebäude mit den beiden Kammern, Reichsrat und Herrenhaus, zu planen und zu errichten. Hansen wurde von Zeitzeugen als sehr eigenwillig beschrieben und neigte zu Eigenmächtigkeiten, war aber trotz oder gerade wegen seiner Eigenheiten, vor allem aber wegen seiner überragenden technischen, organisatorischen und ästhetischen Fähigkeiten einer der gefragtesten Architekten in der Donaustadt.

1858 begann der Abriss der Wiener Stadtmauern und der Bau der Wiener Ringstraße, und Hansen war für zahlreiche Gebäude dieses monumentalen Projektes verantwortlich. Das Parlamentsgebäude selbst wurde im Stil eines attischen Tempels erbaut und soll so auf die griechischen Anfänge der Demokratie verweisen. Hansen selbst lebte, studierte und arbeitete insgesamt acht Jahre in Athen.

Das Parlament als Lebenswerk

Das Parlament betrachtete er als sein Lebenswerk– neben dem Entwurf für das Gebäude konzipierte er die gesamte Ausstattung bis hin zu den Möbeln selbst. Dabei achtete er auf kleinste Details und eine harmonische Abstimmung der verschiedenen beteiligten künstlerischen Disziplinen wie Skulptur und Malerei.

Die Grundsteinlegung für das Parlamentsgebäude erfolgte im September 1874– die Gleichenfeier fand fünf Jahre später, im August 1879, statt. Ab dann dauerte es aber noch weitere vier Jahre bis zur ersten Sitzung des Abgeordnetenhauses im Dezember 1883.

Sanierung nach 130 Jahren

Über 130 Jahre wurde nun in diesem Gebäude österreichische Geschichte geschrieben, und um auch in Zukunft für den Parlamentsbetrieb zur Verfügung zu stehen, sind umfassende Sanierungsmaßnahmen erforderlich, die zur Einhaltung der gültigen gesetzlichen Vorschriften und zur Behebung der vorhandenen Schäden und Mängel unumgänglich sind. Sowohl die Konstruktionen im Dachbereich als auch einige Holztragewerke des Gebäudes sind verrottet und entsprechen nicht mehr aktuellen Sicherheitsstandards.

Technik und Brandschutz

Auch muss die gesamte Dachdeckung erneuert werden. Erhebliche Mängel stellten Expertinnen und Experten aller bautechnischen Disziplinen auch im Bereich des Brandschutzes fest. Die technische Infrastruktur entspricht schon lange nicht mehr den heutigen Anforderungen an Energieeffizienz und Betriebssicherheit. So stammen die bis zu 30 Meter langen gusseisernen Rohrleitungen vom Dachboden bis zum Keller überwiegend aus der Zeit der Errichtung des Gebäudes, sind also über 125 Jahre alt.

Verbesserte Funktion

Gleichzeitig mit der Sanierung wird aber nicht nur das Gebäude auf den neuesten technischen Stand gebracht, sondern auch die Möglichkeit eröffnet, Verbesserungen im Betrieb, in den Abläufen und Funktionen zu schaffen, vorhandene Raumreserven, wie etwa den Dachboden, zu nutzen sowie außerdem die Energieeffizienz zu steigern.

Alle sechs österreichischen Parlamentsklubs haben sich einstimmig für die Variante der „Nachhaltigen Sanierung“ entschieden und folgen damit den Empfehlungen der Experten und Expertinnen im Sanierungsprojekt. Diese haben eine nachhaltige Sanierung nicht zuletzt deshalb befürwortet, weil sich der Mehraufwand gegenüber der minimalen Sanierungsvariante bereits nach etwa 15 Jahren amortisieren wird.

Herausforderung für alle Beteiligten

Das monumentale Gebäude, das vor 130 Jahren errichtet wurde, soll einerseits seine historischen Qualitäten bewahren, andererseits auch als Arbeitsplatz der Zukunft seine Gültigkeit haben. Diese Umsetzung stellt sowohl für den Generalplaner, die in Wien ansässige Bietergemeinschaft Jabornegg Palffy AXIS und den Projektsteuerer Vasko+Partner wie auch an die Parlamentsdirektion eine enorme Herausforderung dar. Angesichts seiner architektonischen Vielfalt und erstaunlichen kunsthistorischen Details muss die vorhandene historische Substanz behutsam gemäß den Bedürfnissen eines modernen Arbeitsparlaments adaptiert werden.

Start 2017, Kosten 352 Millionen

Es ist also nicht verwunderlich, dass die Kosten für eine nachhaltige Sanierung mit 352 Millionen Euro angesetzt wurden. Allerdings beinhalten die kalkulierten Gesamtkosten bereits Sicherheitsreserven, mit denen auch die Unwägbarkeiten der Sanierung eines Altbaus abgefedert werden können. Die Sanierung des Parlamentsgebäudes soll im Herbst 2017 starten und drei Jahre dauern. In dieser Zeit werden Nationalrat und Bundesrat im Großen Redoutensaal der Hofburg tagen– dort, wo einst das Wiener Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Kennedy und dem sowjetischen Ministerpräsidenten Chruschtschow stattfand.

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Ferdinand Kalt

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© mhplinda via Twenty20

Auslaufmodell Tankstelle

Nicht nur der sinkende Ölpreis stellt die Tankstellen vor große Herausforderungen, sondern auch ein strukturelles Problem. Tankstellen in der heutigen Form sind ein Auslaufmodell. Vor allem werden nicht mehr so viele benötigt – zumindest nicht zum Tanken –, daher sind neue Konzepte notwendig. Die Bandbreite ist groß und eröffnet findigen Geistern neue Geschäftsmodelle abseits der Zapfsäulen-Romantik.

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„An der Tankstelle der Zukunft wird Benzin womöglich nicht mehr verkauft werden. Tankstellen in der heutigen Form sind ein Auslaufmodell; es gilt, über neue Formen des ,Auftankens‘ von Energie, Erlebnissen und Events nachzudenken.“ Dieses radikale Statement ist eine Zusammenfassung der Ergebnisse einer Studie über die Tankwelten der Zukunft, durchgeführt von der privaten deutschen Universität Witten/Herdecke. Bis wir diese neuen Formen der Tankstellen vorfinden, werden noch viele Liter Benzin aus den Zapfhähnen fließen, aber die Tendenz ist bereits heute erkennbar.

Der Tankstellenmarkt ist im Wandel

Die Ertragsmöglichkeiten aus dem Treibstoffgeschäft werden immer geringer. Der Verbrauch geht zurück, die Kosten und Auflagen für den Betrieb steigen, gleichzeitig sinken die Margen durch den verschärften Wettbewerb der letzten Jahre in Form von Automaten und Diskontern. „Beim deutschen Marktführer Aral macht der Verkauf von Benzin oder Diesel zum Beispiel schon jetzt nur noch 12% des Ertrags aus“, erklärt Wolfgang Schmitzer, Geschäftsführer der SIDE PROJEKT Immobilienmanagement GmbH. Das Unternehmen hat spezielles Know-how und langjährige Erfahrung im Bereich der Entwicklung und dem Management von Tankstellen. (www.side-projekt.at)

500 Tankstellen werden noch schließen

„Das Konzept der herkömmlichen Tankstelle ist nicht überlebensfähig“, ist Schmitzer überzeugt. Mittelfristig würden in Österreich noch weitere 500 Stationen zusperren. Jene, die die Konsolidierungswelle überstehen, müssten ihr Geschäftsmodell überdenken. „Die Tankstelle der Zukunft ist ein Servicecenter für den täglichen Bedarf und hat mit Benzin womöglich gar nichts mehr zu tun“, so Schmitzer. In Österreich geht die Schere der Tankstellen-Formaten immer stärker auseinander: Entweder die Kunden wollen billig tanken (und das geschieht automatisiert) oder sie suchen bewusst eine Tankstelle mit Mehrwert, also ein multifunktionales Dienstleistungszentrum, auf.

Die neuen Funktionen der Tankstelle

Eine Tankstelle von Propel Fuels, einem US-amerikanischen Hersteller von Biotreibstoff, zeigt das jetzt schon vor: An der Servicestation kann das eigene Fahrrad repariert werden, mehrere Info-Bildschirme informieren, wann der nächste Bus fährt, und falls getankt wird, kommt nur Biosprit in den Wagen. Was die neue Tankstelle in der kalifornischen 500.000-Einwohner-Stadt Fresno jedoch besonders macht, ist die Ausstattung abseits der Zapfsäulen. Hier soll es in Zukunft nicht um das Tanken gehen, sondern um eine möglichst umweltfreundliche Fortbewegung.

Höherwertige Gastronomie, Arbeitsmöglichkeiten, Bankservices, verschiedene Formen der Autopflege und -reinigung, Marken-Showrooms und seit Kurzem sogar eine „dr.ive in Ordination“ in Wien-Döbling– die Palette der Dienstleiser ist breit. Die zentrale Lage der Tankstellen hat Regus, ein Anbieter von Bürolösungen, genutzt und diesen einen zusätzlichen Nutzen als „Dritt-Arbeitsplatz“ beschert– Regus hat bei 70 Shell-Tankstellen in Berlin diese räumliche Möglichkeit geschaffen. Alisa Kapic, Country-Manager in Österreich: „Die Kunden suchen einen Arbeitsplatz zwischen Büro und Home-Office. Diese Entwicklung wird für viele Unternehmen immer wichtiger.“ Nicht jeder kann zu Hause aus in Ruhe arbeiten, wenn man zum Beispiel kleine Kinder hat, und manchmal ist der eigentliche Arbeitsplatz zu weit entfernt. „Daher wird es wichtiger, in der Nähe des Wohnorts ein Büro zu haben, in dem man in Ruhe arbeiten kann.“ An der Tankstelle eben.

Strategische Bedeutung am Flaschenhals

Aufgrund der lokal zentralen Lage der meisten Tankstellen wird ihnen eine strategisch-logistisch wichtige Bedeutung zukommen. Der steigende Internethandel zieht eine bei Weitem noch nicht ausgereifte Logistik nach sich, und ähnlich wie bei Strom- oder Telekommunikationsnetzen liegt der Flaschenhals in der letzten Meile. Zwischenlagerflächen, Paketboxen, Abholmöglichkeiten von großen Internet-Retailern (mit oder ohne Personal), Servicestationen von Markenunternehmen (man denke nur an die boomenden Apple- oder Mobilfunk-Shops) etc. werden regional-zentrale Plätze brauchen.

Die neue Mobilität und die Tankstellen

Wie die E-Mobilität die Tankstellen von heute verändern wird, steht noch in den Sternen. Eines aber ist sicher: Sollte sich die E-Mobilität durchsetzen, wird wohl kein Stein auf dem anderen bleiben. Denn Strom kommt aus jeder Steckdose. Das Aufladen kann, muss aber nicht mehr bei eigenen „Tankstellen“ erfolgen. Ladestationen werden sich bei Shoppingcentern, Gasthäusern, Garagen, aber auch im öffentlichen Raum realisieren lassen. Die Veränderungen am Energiemarkt bieten aber auch Vorteile: Stichwort alternative Energien. In diesem Umfeld könnten Tankstellen eine wichtige Rolle spielen, indem sie als Lade- bzw. als Akku-Wechselstation fungieren und eine ganze Palette an alternativen Kraftstoffen anbieten.

Von der Zapfsäule zur Event-Tankstelle

Trotz all dieser Möglichkeiten– oder vielleicht gerade deshalb– stehen Investitionen in Standorte noch viele Unsicherheiten entgegen. Eine Tankstelle, in der Business-Meetings stattfinden, in der Waren des täglichen Bedarf eingekauft werden und die gastronomisch verführt, hat auf jeden Fall mit der nach Benzin stinkenden Verkaufsstelle nichts mehr zu tun. Daher kann sie auch nicht mehr so aussehen. So wie es für Einkaufszentren nicht mehr reicht, Geschäftsflächen anzubieten, werden sich auch Tankstellen zu modernen Einrichtungen mit hoher Aufenthaltsqualität wandeln müssen. Die groß angelegte Studie der Universität Witten/Herdecke spricht sogar von „Event-Tankstellen“, die auch kulturelle Bedürfnisse befriedigen.

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Infrastruktur im Untergrund

Das Wiener Kanalnetz ist eines der vorbildlichsten und außergewöhnlichsten der Welt und gilt seit jeher als Vorbild für andere Städte – obendrein gelangte es durch einen Film zu Weltruhm.

„Effektiv“ und „unbemerkt“ sind üblicherweise die urbanen Infrastrukturen, die allgemein als die wichtigsten angesehen werden. Beide Merkmale treffen– zumindest in den Industriestaaten– auf die Wasserinfrastruktur einer Stadt zu. Sauberes Trinkwasser und eine funktionierende Kanalisation gelten als selbstverständlich. Wobei die Wasserver- und -entsorgung laut einer Studie des UNDP (United Nations Development Programme) neben dem Verkehrswesen zu den wichtigsten Herausforderungen der Zukunft für die Großstädte zählt. Nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung ist von Wasserversorgung und Kanalisation abhängig– beides ist in weiterer Folge auch für die wirtschaftliche Entwicklung entscheidend.

Erste Kanalisation 100n.Chr.

Wien war eine der ersten Städte mit Wasser und Kanalisation, wobei der Beginn in das Jahr 100n.Chr. fällt. Damals errichteten die Römer im Militärlager Vindobona ein erstes auch heute noch modern anmutendes Kanalsystem. Danach ist Wien immer wieder Vorreiter bei dieser so wichtigen „unsichtbaren“ Infrastruktur gewesen. Mittlerweile hat die österreichische Bundeshauptstadt eines der modernsten Kanalsysteme der Welt, und das Kanalnetz erreicht insgesamt eine Länge von rund 2.400 Kilometern, wovon 1.700 Kilometer begehbar und rund 700 Kilometer Rohrkanäle sind. Würde man alle Rohre des Kanalnetzes von Wien hintereinanderlegen, so käme man bis in die ägyptische Hauptstadt Kairo. Außerdem gibt es noch rund 6.300 Kilometer Hauskanäle. Sämtliche Abwässer– das sind jährlich rund 220 Millionen Kubikmeter– werden an den tiefstgelegenen Punkt Wiens, nämlich zur Hauptkläranlage der Entsorgungsbetriebe Simmering (einer hundertprozentigen Tochter der Stadt Wien) weitergeleitet.

Epidemien und Seuchen

Die Geschichte der Stadt zeigt, welcher Weg zurückgelegt werden musste, um das heutige Niveau zu erreichen. Im Mittelalter war Wien, was die hygienischen Standards betrifft, eine typisch europäische Stadt: Nicht nur der Hausmüll, auch der Abfall vieler Handwerkszünfte jener Zeit landete entweder auf der Straße oder im nächsten Bach. Erst bei Hochwasser wurden die übel riechenden Restbestände in die nahe gelegene Donau geschwemmt. Die Folgen waren regelmäßige Epidemien und Seuchen. Im 18. Jahrhundert übernahm Wien erstmals eine Vorreiterrolle in ganz Europa. 1739 war Wien die einzige Stadt, die innerhalb der Stadtmauern vollständig kanalisiert war. Trotzdem suchten immer wieder tödliche Seuchen die Stadt heim. Der traurige Höhepunkt wurde im Jahr 1830 erreicht, als eine verheerende Choleraepidemie über 2.000 Tote forderte. Diese Katastrophe war der Auslöser für die sukzessive Einwölbung aller Bäche im Stadtgebiet und die Errichtung der beiden Cholerakanäle, die parallel zum Wienfluss verlaufen.

Einwandfreie Ver- und Entsorgung

Bereits 1850 verfügte Wien über ein gut funktionierendes Kanalsystem und war damit wieder Vorreiter in Europa, denn in anderen großen Städten wie Paris und London wurde erst Mitte der 1850er-Jahre mit dem Bau eines geregelten Kanalnetzes begonnen. In Berlin war das überhaupt erst 1873 ein Thema– zu einer Zeit, als Wien erstmals eine flächendeckende Wasserversorgung durch die I.Wiener Hochquellenwasserleitung bekam. Noch heute versorgt diese die Stadt mit einwandfreiem Wasser, womit Wien eine der ganz wenigen Großstädte ist, deren Leitungswasser man problemlos trinken kann. Dank dieser unglaublichen technischen Meisterleistung war zwar die Trinkwasserversorgung garantiert, doch nahm damit die Abwassermenge mit fortschreitender Anschließung der Wiener Haushalte an das Trinkwasser- und Abwassersystem rasant zu. Da dies neben hygienischen Problemen– vor allem bei Hochwasser– auch eine enorme Geruchsbelästigung bedeutete, wurden rasch weitere Maßnahmen erforderlich.

Vom Ersten Weltkrieg bis heute

Der Ausbau und die ständige Verbesserung der Kanäle waren bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs wichtige Ziele des städtischen Kommunalwesens. In den 20er- und 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts verlangsamte sich der Ausbau des Kanalsystems aufgrund der allgemein schlechten Wirtschaftslage. Der Zweite Weltkrieg hinterließ massive Beschädigungen, und es dauerte bis 1950, ehe die Schäden durch die rund 1.800 Bombentreffer, die das Kanalnetz erhalten hatte, behoben waren. Ab 1950 wuchs das Wiener Kanalnetz wieder und wurde durch den Bau leistungsfähiger Kläranlagen komplettiert. Heute sind 99% der Wiener Haushalte an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen, was einen internationalen Spitzenwert darstellt. Nicht umsonst ist Wien eine der saubersten Städte der Welt und nimmt weiterhin eine Vorreiterrolle ein: Innovative Projekte der Stadt führen Expertinnen und Experten aus aller Welt nach Wien, die sich für das Wiener System der Abwasserentsorgung und des Gewässerschutzes interessieren.

Die Jagd durch die Kanalisation

Zu Weltruhm kam das Kanalnetz im Jahr 1948, als ein britisches Filmteam in Wien den Film „Der Dritte Mann“ drehte. In der Nachkriegszeit wussten zahlreiche Geheimagenten der Alliierten die weit verzweigte Kanalisation der geteilten Stadt für sich zu nutzen. Vor diesem Hintergrund entstand der Film mit Orson Welles in der Hauptrolle und der legendären Verfolgungsjagd durch die Wiener Kanalisation. Mittlerweile gibt es auch viele Menschen, die freiwillig die Kanäle von Wien besuchen– sie sind nämlich ein touristischer Anziehungspunkt. In Anlehnung an den Film „Der Dritte Mann“ kann man auf den Spuren des Protagonisten Harry Lime die weitläufige und beeindruckende Kanalisation erforschen (www.drittemanntour.at).

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Banken überlassen ihre Filialen

Nicht immer leicht verwertbare Räume, aber in guten Lagen hinterlassen Banken, wenn sie ausziehen.

Das Bankenwesen hat sich nicht erst durch die Finanzkrise vor fünf Jahren verändert. Übernahmen mit Filialstreichungen gab es schon in den 90er-Jahren, als die Länderbank aufgelöst wurde.Der Verkauf derBA-CA an die HVB, die wiederum von der Unicredit geschluckt wurdewar ein weiterer Einschnitt. Dann gab es die BAWAG-Affäre, und heute spricht man von derHypo Alpe-Adria-Bank.Sowohl die Bankzentralen als auch die Filialen befinden sich im Umbruch, und Neustrukturierungen, Verlegungen und Zusammenlegungen sind an der Tagesordnung. Die Bank-Austria-Zentrale am Schottentor ist das jüngste prominente Beispiel. Ein anderes ist die ehemalige Länderbankzentrale Am Hof. Noch in diesem Juni wird hier das Park Hyatt Hotel, eines von nur wenigen in Europa, fertiggestellt. Mit viel Aufwand sind 142 Zimmer und Suiten mit dem entsprechenden Luxus in den früheren Bankräumen eingerichtet wurden. Viel Prunk war schon da, und was einmal ein Kassenraum war – na bitte – das wird eben nun ein Ballroom! „Es kommt darauf an, was für ein Hotel man hier macht“, stellte Dietmar Ploberger vom Investor Signa Holding im Vorfeld fest und war sich sicher, einigermaßen konkurrenzlos zu sein. Marmor und hochwertige Holzvertäfelungen prägen die Erscheinung im Inneren, und bis zu 600 Personen arbeiteten auf der Baustelle, um Luxusquartiere bis unters Dach einzubauen.

Vintage-Store statt Filiale

Schauplatzwechsel zum Währinger Kutschkermarkt: Hier befindet sich eine Vintage-Galerie in einer ehemaligen Filiale der Creditanstalt mit Mobiliar und Gegenständen aus der klassischen Moderne des letzten Jahrhunderts. Der Inhaber nutzt das Erdgeschoß als Ausstellungsraum und überlegt, was er mit den speziellen Räumlichkeiten sonst anfangen könnte. Simon Tyrell ist gebürtiger Brite, und er hat für sein Ecklokal Ausbaupläne: „Unten im Keller gibt es einen Raum, wo sich noch Bankschließfächer befinden. Zuerst habe ich an ein Kino gedacht, jetzt denke ich eher an einenKaffeehausbereich und dafür unten einen Showroom.“ Tief ins zweite Untergeschoß dringt der Bau hier vor, was ungewöhnlich ist, aber auch interessante Möglichkeiten bietet. Nicht weit entfernt im gleichen Bezirk befindet sich der Szenetreff Aumann Café, und auch hier hatte sich in prominenter Lage eine Bankfiliale befunden. Heute dient der Tresorraum als WC, und die Türen mit dem riesigen Drehschloss lässt man besser hinter sich offen stehen. Eine solche Nachnutzung ist naheliegend, denn das stille Örtchen braucht man in der Gastronomie schließlich auch abseits der Speiseräume. Die Wiener Büchereien wiederum haben am Liesinger Platz schon vor Längerem Quartier in einer ehemaligen Bankfiliale bezogen. In der Nachbarschaft sind nicht weniger als fünf Banken vertreten, jedoch hat sich die Tätigkeit der Banker ins neue Einkaufszentrum verlagert. Der alte Tresorraum diente danach als Depot für entleihbare filmische und musikalische Schätze. Durch eine gut 25 Zentimeter starke Tresortür gelangt man in den Hinterraum, wo man heute ungestört Musik zum Entleihen aussuchen kann.

Flagshipstore in die Hauptfiliale

In der Wiener Laxenburger Straße ist eine Erste Bank aufgegeben worden, ebenso wie in der Oberlaaer Straße, und die prominenten Ecklokale suchen nun Nachfolgenutzungen. Nicht selten stehen sie eine Zeit lang leer, weil sich nichts Passendes findet oder zumindest keiner, der die Vorgängermieten bezahlen kann. Für Dienstleister mit geringem Büroflächenbedarf füllen sich hier aber auch Lücken im Angebot. Aus der Not eine Tugend machten die Schweizer Betreiber der Trendboutique Tally Weijl, die eine jugendliche Zielgruppe hat. Auf mehreren Geschoßen errichteten sie den größten Shop der Kette in einer ehemaligen Hauptfiliale der Zentralsparkasse und bauten stilsicher alles so um, dass auch der Denkmalschutz sein Okay gab. Das musste er besonders für den Kassenraum tun, und die Modekette mit dem rosa Häschen machte etwas daraus, demonstrierte Innovationsgeist, übernahm den Tresorraum mit einem Augenzwinkern als Hintergrundkulisse und fügte noch Überwachungskameras dazu.

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