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Aus einem anderen Blickwinkel

Dinge „aus einem anderen Blickwinkel“ zu betrachten bietet bei Immobilien neue Perspektiven. Das gilt aber nicht nur für die Architektur, sondern auch für die Steuer. „Wenn man einen Denkansatz hat, der nicht funktioniert, dann muss ich flexibel und kreativ genug sein, um diesen Ansatz zu durchbrechen und einen neuen Weg zu gestalten“, meint Karin Fuhrmann.

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Schon während ihrer Studienzeit arbeitete Karin Fuhrmann in der Steuerberatungskanzlei von Gerhard Nidetzky und stieg nach dem Abschluss in das Unternehmen ein. Da sich ihr damaliger Chef auf Immobilien spezialisiert hatte, „hat sich das bei mir auch irgendwie zwingend ergeben“. Das war vor 28 Jahren. Mittlerweile ist Karin Fuhrmann Partnerin im Unternehmen und gilt als eine der Steuerspezialistinnen, wenn es um Immobilien und Immobilienportfolios geht.

Klienten seit Jahrzehnten

Im Porttrait

Karin Fuhrmann

Karin Fuhrmann ist Mitglied des Management-Teams von TPA und Leiterin des Kompetenz-Centers „Immobilien, Leasing“. Sie berät primär in den Bereichen Immobilienwirtschaft, Bauherrenmodelle, Investitions- und Finanzierungsmodelle sowie Umgründungen und Strukturierung von Transaktionen.

Wissen und Erfahrung sind nach fast drei Jahrzehnten die eine Sache, aber nichts spricht mehr für ihren Arbeitsstil als die Tatsache, dass sie Kunden jahrelang, wenn nicht jahrzehntelang begleitet. So vertraut ihr erster Großkunde – ein Unternehmen aus Niederösterreich – weiterhin auf ihre Fähigkeiten als Steuerberaterin. Es handelt sich zwar nicht mehr um das ursprüngliche Unternehmen, aber dessen Rechtsnachfolger „sind mir von damals erhalten geblieben, wie erfreulicherweise auch viele andere Kunden im Laufe meiner beruflichen Karriere“. Heute arbeitet Karin Fuhrmann nicht mehr allein, sondern hat eine Vielzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und würdigt entsprechend deren Einsatz. „Ich will das schon etwas relativieren, denn es sind meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, meine Kolleginnen und Kollegen, die mich ganz massiv unterstützen. Teamarbeit ist mir definitiv wichtig. Das bin ja nicht nur ich alleine.“ Auch wenn das von Außen oft so wahrgenommen wird, denn in der Immobilienwirtschaft ist ihr Name und sie als Person ein Begriff. „Irgendwann hat man einen gewissen Wiedererkennungswert“, meint die Steuerexpertin bescheiden.

International agierendes Unternehmen

Aus der einstigen Steuerberatungskanzlei ist mittlerweile die international agierende tpa-Group geworden, das Kernteam rund um ihre Abteilung besteht nun aus 64 Leuten. Um diesen Zusammenhalt zu stärken – und damit auch das Unternehmen – werden immer wieder Kollegen und Kolleginnen im Laufe der Zeit zu Partnern. Der Partnerkreis wird allerdings ausschließlich aus den eigenen Mitarbeitern des Unternehmens erweitert. Partner von außerhalb des Unternehmens zu holen „hat sich in der Unternehmensgeschichte, beziehungsweise seit ich 1989 in der Firma zu arbeiten begonnen habe, nicht bewährt“.

Bei langjährigen Mitarbeitern weiß man schließlich, worauf man sich einlässt: „Wir erbringen eine Dienstleistung, und jede Dienstleistung erfordert nicht nur Wissen, sondern auch ein entsprechendes Gefühl für den Kunden. Die persönliche Beziehung zu unseren Klienten ist sehr stark, und da ist es wichtig, dass die Leute in den Führungsebenen ähnlich ticken, dass sie ins Unternehmen passen und ich mit ihnen gut zusammenarbeiten kann.“ Zu idealen Partnern gehört natürlich auch, dass sie von den Kunden akzeptiert werden. Daher sind die in den Führungskreis integrierten Kollegen auch die Garantie, dass „die Firma im Sinne von uns allen weitergeführt wird.“ Sie freut sich über die „Vielzahl an coolen jungen Leuten. Ich habe immer das Glück gehabt, junge und dynamische Kollegen und Kolleginnen neben mir zu haben.“

Was möglich ist

Diesen gibt Karin Fuhrmann auch einen Leitspruch mit, den sie aus ihren Anfängen mitgenommen hat, der sie bis heute begleitet, und der „für mich auch ein Maßstab ist, wie ich erwarte, dass man seine Klienten berät“. In den Anfängen ihrer Karriere erhielt sie einmal die Vorgabe, mit einer Umstrukturierung ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Nach der genauen Durchsicht des Aktes erklärte sie ihrem damaligen Chef (Dkfm. Gerhard Nidetzky – Anm. der Red.), warum es nicht möglich sei, das angepeilte Ziel zu erreichen. Fuhrmann: „Das wollte er aber nicht von mir wissen, sondern wie es trotzdem möglich ist. Ich solle das aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Wenn man einen Denkansatz hat, der nicht funktioniert, dann muss ich flexibel und kreativ genug sein, diesen Ansatz zu durchbrechen und einen neuen Weg zu gestalten.“

Jede Immobilie ist anders

Das ist es auch, was ihr im Beruf Spaß bereitet: „Es gibt immer wieder neue Projekte, die man zum ersten Mal macht, und dann ist das immer eine neue Herausforderung – und damit die größte“, so Karin Fuhrmann: „Aber je länger man das macht, desto entspannter wird man bei diesen Herausforderungen.“Jede Immobilie ist anders, und jede Immobilie muss aus ihrem eigenen Blickwinkel betrachtet werden. „Das macht für mich die Arbeit so vielfältig.“Deshalb berät sie weiterhin gerne Kunden, die eine Vorsorgewohnung kaufen wollen, genauso wie Investoren bei komplexen steuerlichen Projekten. „Steuern und Immobilien – da habe ich in Wahrheit die wichtigsten Steuergesetze einmal quer durchs Gemüsebeet.“ Waren vor 20 bis 30 Jahren Immobilien nur für eine kleine, ausgewählte Gruppe interessant, so hat sich das Feld mittlerweile weit geöffnet. „Die Immobilie hat einen neuen Stellenwert bekommen. Die breite Masse hat großes Interesse an dem Thema, das hat es in dieser Dimension früher nicht gegeben.“

Erfolge in der Karriere

Berufliche Erfolge hatte Karin Fuhrmann in ihrer langen Karriere schon viele – „und man kann stolz darauf sein“ – aber was sie besonders freut ist, dass diese auch nach außen hin wahrgenommen werden. So erhielt sie 2012 einen Immobilien-Cäsar als beste Dienstleisterin und wurde 2015 und 2017 beim jährlichen Steuerberater-Award im Bereich „Bauwirtschaft und Immobilien“ als die beste Steuerberaterin Österreichs ausgezeichnet.

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Die Kommunikationsexpertin

Seit 25 Jahren ist sie im Immobilienbusiness tätig und hat als Marketing- und Kommunikationsexpertin einige der größten heimischen Unternehmen betreut. Sie hat aber auch viel für das Selbstverständnis der Frauen in diesem Business getan – unter anderem war sie Mitbegründerin des Salon Real, dem heute 170 Frauen angehören. Unstet war Ingrid Fitzek-Unterberger am Anfang ihres […]

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Seit 25 Jahren ist sie im Immobilienbusiness tätig und hat als Marketing- und Kommunikationsexpertin einige der größten heimischen Unternehmen betreut. Sie hat aber auch viel für das Selbstverständnis der Frauen in diesem Business getan – unter anderem war sie Mitbegründerin des Salon Real, dem heute 170 Frauen angehören.

Im Interview

Ingrid Fitzek-Unterberger

Ingrid Fitzek-Unterberger ist Bereichsleiterin Marketing & Kommunikation der BUWOG Group, zuständig für Österreich und Deutschland. Außerdem ist sie Präsidentin des Salon Real, des Frauennetzwerks in der Immobilienwirtschaft. [divider layout=“1″ color=“black“]Portraits & Interviews mit Fitzek-Unterberger[/divider] [xclassicslider layout=“vertical“ condition=“latest“ order=“DESC“ ids=“17467″ autoplay=“0″]

Unstet war Ingrid Fitzek-Unterberger am Anfang ihres Berufslebens. „Länger als zwei Jahre habe ich eigentlich nirgendwo gearbeitet. Ich habe gesucht und wollte etwas weiterbringen. Ich wollte nicht auf der Stelle verharren.“ Das tut sie bis heute nicht und hat sicherlich einen der anspruchsvollsten Kommunikationsjobs in der Branche als Bereichsleiterin Marketing & Kommunikation bei der BUWOG – zuständig für Österreich und Deutschland.

Einstieg in die Immobilienbranche

Aber bis dahin war ihr Arbeitsleben auch schon vielfältig. Nach dem Studium für Publizistik und Kommunikationswissenschaften („Würde ich heute studieren, hätte ich mich für Jus entschieden.“) war sie beim Kuratorium für Verkehrssicherheit tätig, arbeitete in der Werbung und leitete schließlich eine kleine Werbeagentur. Über diesen Job kam sie dann in die Immobilienbranche, und die hat sie seit fast 25 Jahren nicht mehr losgelassen. Das erste immobilienaffine Unternehmen, in dem sie arbeitete, war Regus. Nach einigen Zwischenstationen wechselte sie Ende der 90er Jahre schließlich in die WED. „Ich habe mich nicht für den Job beworben – eigentlich habe ich mich nie für einen Job beworben.“ Jobs bekam sie immer auf Grund von Empfehlungen, und das spricht mehr als alles andere für ihre Arbeit und ihren Einsatz.

Die Zeit in der BIG

Nach erfolgreichen Jahren, in denen sie die Entwicklung der Vienna DC begleitete, kam es zu einem weiteren entscheidenden Wechsel. Was heute so klar aussieht, war es damals aber nicht, so Ingrid Fitzek-Unterberger: „Ich war sehr unsicher, ob ich zur BIG gehen sollte. Der damalige Geschäftsführer Herbert Logar hat mich überredet, zu kommen. Ich habe mich dann zwar dafür entschieden, war aber anfänglich sehr unschlüssig, ob das eine gute Idee war.“ Es war eine gute Idee, denn es kamen Christoph Stadlhuberals Geschäftsführer und Ernst Eichinger für die Pressearbeit ins Unternehmen. „Wir haben die BIG damals richtig aufgemischt und mit dem gesamten Team das Unternehmen auf Schiene gebracht“, freut sich Ingrid Fitzek-Unterberger noch heute über diese äußerst erfolgreiche Zeit. Ein positiver Nebeneffekt: „Es war ein super nettes Team bei der BIG.“ Neun Jahre verbrachte sie bei der Bundesimmobiliengesellschaft. „Es war eine schöne und lustige Zeit, die ich nicht missen möchte, und eine sehr befriedigende Arbeit.“ 5.000 Immobilien und 800 Mitarbeiter wurden in ein privatwirtschaftliches Modell übergeführt, und die BIG wurde als einer der Big Player in der Immobilienwirtschaft etabliert. „Es war eine tolle Erfolgsgeschichte und eine der größten Herausforderungen in meiner Karriere.“

Der nächste große Wechsel

Mit einem Führungswechsel in der BIG kam dann auch für die Leiterin der Bereiche Marketing, Vermietung und Konzernkommunikation die Zeit, vom Unternehmen Abschied zu nehmen. Wieder wurde Fitzek-Unterberger empfohlen, und nach zwei Bewerbungsgesprächen war sie Geschäftsführerin des Tech Gate und somit wieder in der Vienna DC. „Nach der Zeit in der BIG erschien mir das Tech Gate und die Aufgabe zwar reizvoll, aber es stellte sich heraus, dass es für mich nicht ganz das Richtige war“,resümiert sie heute, und über eine Empfehlung – wie sollte es anders sein – kam sie zum nächsten Unternehmen. Bei der BUWOG Group suchte man schon länger einen Marketing- und Kommunikationsprofi. „Von außen sieht das alles so leicht aus, aber es war für mich keine leichte Entscheidung, diesen Schritt zu setzen.“ Schließlich siegte aber ihr Veränderungswille. „Mein Bestreben ist immer, etwas zu bewegen und zu erleben, und ich wollte auch noch etwas dazulernen“, so Ingrid Fitzek-Unterberger über diesen Wechsel, und im Nachsatz: „Und ich wollte die Zeit in der BIG toppen.“

Alles anders und teilweise auch neu

Das ist ihr auch gelungen. Im Mai 2014 trat sie ihren neuen Job an. Sie begleitete den Börsengang der BUWOG Group, Spin-off und Listing der BUWOG in Frankfurt, Wien und Warschau und die Expansion in Deutschland zu einem der großen Projektentwickler. Mitten drin Ingrid Fitzek-Unterberger als Bereichsleiterin Marketing & Kommunikation für Österreich und Deutschland: „Es ist spannend, einen Börsengang mitzumachen und zu begleiten. Die Anforderungen in Kommunikation und Marketing bei einem börsennotierten Unternehmen sind vielfältig, und es gibt viele Themen und Punkte zu berücksichtigen“ – und diese Herausforderungen bereiten ihr Freude.

„Es ist alles anders und teilweise auch neu – das habe ich in der Form in meiner beruflichen Laufbahn noch nicht erlebt. Aber ich bin ja sehr flexibel und kann gut reagieren auf geänderte Anforderungen.“ Diese bestehen auch darin, immer wieder ein paar Tage in Deutschland zu verbringen. Der deutsche Medienmarkt stellt sich natürlich viel größer und differenzierter dar als der österreichische Markt, zudem hat die BUWOG sowohl bestehende Immobilien als auch Projektentwicklungen, und „das sind zwei unterschiedliche Felder. Alles was ich für diesen Job brauchen kann, habe ich in den letzten 25 Jahren gelernt, und ich lerne immer noch dazu.“

Leistbarer Wohnraum ist Aufgabe der Kommunen

Apropos 25 Jahre. So lange ist Ingrid Fitzek-Unterberger schon im Immobilienbusiness, und es hat sich für sie viel geändert. Nicht nur zum Guten. „Es wird immer tougher, und die Anforderungen steigen in allen Bereichen. Durch die restriktiven Vorgaben der Politik und die vielen Auflagen ist es schwieriger geworden. Es war vor zwanzig Jahren einfacher.“ Die Herausforderung in der Zukunft „wird sein, genügend Wohnraum zu schaffen. Und da liegt der Ball nicht bei den gewerblichen Bauträgern, sondern bei der Politik und den von ihr beauftragten Gesellschaften. Ein gewerblicher Bauträger ist ja erfolgsverpflichtet und kann nicht um einen Spott Wohnraum schaffen. Die Anforderungen stiegen, und der Wust an Normen tut ein Übriges. Es ist definitiv die Aufgabe der Kommunen, leistbaren Wohnraum zu errichten.“

Der Salon Real

Was sie neben ihrer Karriere auch mit Stolz erfüllt, ist der „Salon Real“. 2009 zu viert gegründet (mit Margret Funk, Daniela Witt-Dörring und Katharina Kohlmeier) hat das Netzwerk der Frauen heute 170 Mitglieder, „die in den unterschiedlichsten Bereichen eine hohe Kompetenz aufweisen. Wir haben uns mittlerweile in der Branche einen Namen gemacht. Der Salon Real ist etwas, das in der Immobilienwirtschaft gefehlt hat.“

Und der Unterschied zwischen Mann und Frau? „Frauen überlegen immer, ob sie einen Job machen können und dafür geeignet sind, Männer machen es einfach. Daher muss man das Bewusstsein der Frauen stärken – vor allem das der jungen Frauen. Emanzipation ist notwendig, um sich eine adäquate Stellung in der Gesellschaft zu erarbeiten. Frauen müssen zeigen, was sie können.“

Das hat Ingrid Fitzek-Unterberger bereits in ihrer 25-jährigen Karriere getan – und sie wird es weiterhin tun.

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Ich bin kein Detaillist, ich bin Visionär

Nach Abschluss des Diplomstudiums Wirtschaftsingenieurwesen im Bauwesen an der TU Graz im Jahr 1969 zog es Matthias Rant bereits ins Ausland. In Köln, Frankfurt und Süddeutschland war er für Unternehmen in der Projektentwicklung tätig und wusste bald, dass er in der Immobilienwirtschaft seine Heimat gefunden hat.

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„Mich hat fasziniert, was man alles entwickeln und projektieren kann.“Zurück in Österreich baute er für das Innsbrucker Architektenbüro „Achammer“ (Fred, der Vater von Christoph M. Achammer) eine Projektentwicklungsabteilung auf: „Er war ein Gentleman, bei dem ich sehr viel gelernt habe. Vor allem hat er auch das ,Ausgleichende‘ am Bau gesucht.“ Etwas, das Rant Zeit seines Lebens prägte: der Ausgleich zwischen den Beteiligten.

Aufbau des Ziviltechnikerbüros

Im Portrait

Matthias Rant

Matthias Rant ist Allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger und Zivilingenieur, spezialisiert auf die Bewertung von Immobilien (Bauwesen,Bauschäden, Bauabwicklung).

Zurück in Wien erweiterte er seine Berufserfahrung, eröffnete ein Consulentenbüro, baute ein eigenes Ziviltechnikerbüro auf, war Vorstand der börsennotierten Immobilienfirma CPI, begann als Sachverständiger tätig zu werden und hatte auch eine eigene Bauträgerfirma mit „tollen und ausgefallenen Projekten“. Dazu gehörten unter anderem ein Fremdenverkehrsprojekt – nämlich ein Vogelpark – auf der zu Indonesien gehörenden Insel Bali, Projekte im Libanon oder ein Hotel in Palmyra. „Ich weiß nicht, wie oft wir in Palmyra durch die Wüste gefahren sind, – und dann musste ich sehen, wie alles in den letzten fünf Jahren zerstört wurde. Wenn ein Projekt durch Krieg zerstört wird, dann ist das eine unübliche Art, wie eine Projektentwicklung endet.“ Die Jahre waren für ihn arbeitsam und trotzdem auch erfolgreich.

Ein neues Kapitel im Leben

Ende Juni 2009 folgte eine der größten beruflichen Herausforderungen. Damit schlug Matthias Rant in seinem Leben ein neues Kapitel auf. Sein Ziviltechnikerbüro übernahm eine für unlösbar gehaltene Aufgabe: während des Baustopps am Terminal 3 (Skylink) des Flughafens Wien den Status quo für das gesamte Projekt mit seinen 3.800 Räumen zu dokumentieren, die Mängel aufzuarbeiten und zwischen den Firmen zu vermitteln. Zeitvorgabe: 12 Monate – dann musste weitergebaut werden.

Entwicklung einer neuen Software

Für die Dokumentation nahm der Sachverständige die Technik zu Hilfe, die Verhandlungen bestritt er mit seiner jahrelangen Erfahrung und Umsicht. „Es war ja mit der Dokumentation allein nicht gemacht. Ich musste ja auch alle beteiligten Parteien so weit bringen, über ihre Anwälte Vergleiche zu schließen, die Mängel zu beheben und Schadenersatz zu leisten.“

Mit einer von ihm und seinem Team entwickelten Software war es letztendlich möglich, dieses Unterfangen auch tatsächlich in der vorgegebenen Zeit zu einem friedlichen Ende zu bringen. „Das war und ist der Kern: Durch die Objektivierung der Sachverhalte und die Transparentmachung ist nur mehr wenig zum Streiten übrig geblieben. Wichtig ist immer, dass ich vor dem Bauende den Streit begrabe.“

Streit schlichten

Streit zu schlichten ist überhaupt eine seiner bemerkenswertesten Fähigkeiten, mit der er auch sein größtes Schlichtungsverfahren mit rund 5.000 Immobilien zu einem guten Ende gebracht hat. Dauer: sieben Monate, vierzig Millionen Urkunden – die bisher umfassendste Arbeit in diesem Sektor im deutschsprachigen Raum.

Das Geld liegt ganz woanders

Die Softwarelösung, die er im Zuge der Skylink-Aufgabe entwickelt hatte, ließ ihn nicht mehr los, denn dem Ziviltechniker wurde etwas ganz Wesentliches vor Augen geführt: „Mir wurde bewusst, welch unglaubliches Potenzial in einem koordinierten Bauablauf versteckt ist. Da liegt in meinen Augen das Geld, und es können geschenkte Gewinne gehoben werden. Keiner verliert. Keiner leidet. Da wird viel zu wenig nachgedacht.“ Matthias Rant allerdings dachte weiter nach und tüftelte mit seinem Team weiter an der Software „docu tools“.

Aus Stückwerk ein Ganzes machen

Der Grundstock für ein erfolgreiches Projekt ist, die Abwicklung und die Reibungsverluste so gering wie möglich zu halten, Streit zu vermeiden und Probleme und Differenzen schnell zu lösen. Aber nicht nur um das aktuelle Baugeschehen zu dokumentieren, sondern auch um alle nachfolgenden Eigentümer mit einem Knopfdruck auf den aktuellen Stand der Information zu bringen und die Informationen in ihren Vernetzungen sichtbar zu machen – das war sein Ziel mit der neuen Software. „In 120 dicken Ordnern findet keiner mehr etwas.“ Aus dem Stückwerk ein Ganzes zu machen, „dort liegt das Geld, und damit kann man auch das Bauen verändern und die Bewirtschaftung“.

Längst ist „docu tools“ – auch international – ein gefragtes Werkzeug geworden, mit derzeit elf verfügbaren Sprachen und großen Unternehmen, die mit den „tools“ arbeiten. „Dass ,docu tools‘ so ein toller Erfolg werden würde, habe ich nicht gedacht.“ Aber ein Selbstläufer ist die Software trotzdem nicht, denn eine so geniale Idee zieht immer Nachahmer an. „Wenn wir ein Jahr innehalten, dann kommt das Heulen der Wölfe näher. Das ist so in der Branche. Wir kommen demnächst mit einem neuen Quantensprung auf den Markt. Man muss immer dranbleiben, aber ich arbeite gerne, weil es mir Spaß macht.“

Kunst & Kultur

Daher denkt er auch nicht daran, in Pension zu gehen. Allerdings nimmt er sich etwas mehr Zeit für Kunst und Kultur. In seinem schönen Atelier geht er seiner Passion nach, dem Malen. Schon als Mittelschüler hat er dies gerne getan, aber auf Grund seiner beruflichen Tätigkeiten kam er erst mit 50 Jahren wieder dazu. In öffentlichen Gebäuden oder in Stiftungen hängen seine Bilder – die er über eine eigene Bildervermietung vermittelt – und die Erträgnisse aus seinen Bildern lässt er sozialen Zwecken zukommen.

Die Menschen hören bei Milliarden zu denken auf

Der Präsident des Hauptverbands der österreichischen Gerichtssachverständigen hat Zeit für Gedanken: „Allein, wenn ich einen Fonds mit 40, 50 oder mehr Milliarden Euro Portfolio nehme, dann ist es unerlässlich, dass ich die Immobilien von einem unabhängigen Sachverständigen bewerten lasse. Bei Gefälligkeitsgutachten, bei denen die Preise um nur 10 % abweichen, beträgt der Unterschied schon mehrere Milliarden Euro. Und das ist das Geld von Kunden, aber die Menschen hören bei Milliarden zu denken auf. Ein Richter hat eine Auswahlverantwortung, wenn er einen Sachverständigen bestellt. Genauso sollten Vorstände oder Geschäftsführer von Immobilienunternehmen eine Verantwortung bei der Bestellung von Bewertern haben. Diese Qualitätssicherung ist eine ganz wichtige Sache, denn die Fehler passieren an der Basis.“

An der Basis – beziehungsweise am Anfang – muss alles passen. Das weiß er aus Erfahrung.

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Verändern und Neues kreieren

Nach seinem Studium „Raumordnung und Raumplanung“ an der Technischen Universität Wien kam Christoph Stadlhuber durch seine Diplomarbeit– ein touristisches Radrouten-Konzept für das Burgenland– in die Politik.

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Nach besagtem Studium war er am Aufbau des Instituts für Verkehrstechnik und Unfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit in Eisenstadt beteiligt, dessen Leitung er auch übernahm. „1997 hatte ich die Chance und wechselte in das Ministerbüro von Martin Bartenstein (Anm. d. Red.: damals Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit), zunächst als Referent und dann als Kabinettschef.“ Dort war er von Anbeginn in den Verkauf der Immobilien der Republik Österreich an die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) involviert, die das Unternehmen seit 1992 verwaltete. Mit der Pensionierung des BIG-Geschäftsführers Gerhard Buresch wechselte Stadlhuber Anfang 2003 als zweiter Geschäftsführer neben Hartwig Chromy in das Unternehmen.

Eine enorme Herausforderung

Es war eine riesige Herausforderung, 5.000 Immobilien und 800 Mitarbeiter in ein privatwirtschaftliches Modell zu überführen, wobei die Verwaltung der Immobilien nur eine Seite seines Aufgabengebietes darstellte. Die andere bildeten die Mitarbeiter: „Es ist viel Überzeugungsarbeit notwendig gewesen, um eine unternehmerische kaufmännische Struktur zu implementieren, wobei ich sagen muss, dass das oft vorherrschende Bild, das die Bevölkerung von der öffentlichen Verwaltung hat, so nicht stimmt. Es gibt viele engagierte Leute, die mitdenken und neue Ideen entwickeln. Die muss man nur dorthin bringen, dass sie ihre Gedanken weitertragen.“ Stadlhuber hat als Geschäftsführer der BIG zwei wesentliche Punkte geändert: Zum einen wurden Hierarcheebenen abgeschafft und zum andern wurden Frauen in Führungspositionen geholt.

Bau des WU Campus

Eine seiner größten Aufgaben in der BIG war der Bau der neuen Wirtschaftsuniversität, die aus fünf Gebäuden und einem Campus besteht. „Das Besondere an dem Gemeinschaftsprojekt zwischen WU und BIG war, dass der Kostenplan unterschritten und der Zeitplan gehalten wurde, obwohl es sich um einen riesigen Komplex handelt. Großprojekte müssen von Anfang an gut organisiert sein.“ Bei der Gleichenfeier der WU war er noch in der BIG, bei der Fertigstellung des Campus bereits Geschäftsführer der SIGNA.

Organisation, Struktur und Management

Die Zeit in der BIG war geprägt von „Organisation, Struktur und Management“, und nach acht Jahren im staatsnahen Betrieb kam verstärkt der Wunsch, „näher an den Projekten zu arbeiten“, denn schließlich hat ihn Architektur immer interessiert: „Aber nicht kleinteilig. Ich wollte keine Fensterachsen planen, sondern großflächiger agieren.“ Bis zu seinem Wechsel waren zahlreiche seiner beruflichen Tätigkeiten mit Aufbau und Strukturierung von Unternehmen verbunden, und „meine Intention war es, in die Privatwirtschaft zu gehen. Ich wollte Projekte realisieren, und nicht im Organisationsmanagement arbeiten. Da gab und gibt es für mich kein besseres Unternehmen als die SIGNA Gruppe.“

Ein klassischer Teamplayer

Das Besondere an seinem Job ist das „Arbeiten mit Menschen“, und daher stellt sich die Frage, ob er lieber im Team arbeitet oder allein, für Stadlhuber gar nicht: „Es geht nur im Team. Nur im Team kannst du Erfolge erzielen. Wir haben sehr junge und dynamische Mitarbeiter, und die Zusammenarbeit macht viel Spaß.“ Der andere Teil der Arbeit ist die Freude an sichtbaren Ergebnissen, wobei das bei Immobilien immer seine Zeit braucht: „Nicht innerhalb von Tagen oder Wochen, aber sichtbar und nachhaltig.“ Natürlich kommt hier auch Stolz dazu, nicht nur einzelne Projekte zu verwirklichen, „sondern einen Beitrag zur Gestaltung und Weiterentwicklung einer Stadt zu leisten“.

Wie Visionen zu Konzepten werden

Wobei zur Realisierung „Phantasie und Durchhaltevermögen“ nötig sind, was Stadlhuber an der SIGNA sehr schätzt: „Wenn man eine Vision geboren hat, muss man sie in ein Konzept gießen und dieses konsequent verfolgen.“ Und noch etwas weiß er zu schätzen: „Das Tempo der Entscheidungen. Kaum jemand entscheidet schneller als wir.“ Entscheidungen in der Immobilienwirtschaft fallen für ihn aber nicht nur auf rein kalkulatorischer und rechnerischer Basis, sondern sind eine Mischung „aus Kopf- und Bauchentscheidung.“

Kein Bestandsverwalter

„Veränderungen und etwas Neues kreieren“ sind für Christoph Stadlhuber besondere Herausforderungen, „nur Bestände verwalten, ist nicht mein Thema“. In der SIGNA Prime Selection findet er die für ihn spannendsten Projekte: „Das sind bestehende Objekte in historischem Ambiente in besten Innenstadtlagen, die eine komplette Konversion durchmachen. Wie im Goldenen Quartier, wo aus zwei ehemaligen Bankenzentralen ein Luxushotel sowie hochwertige Einzelhandelsflächen und Luxuswohnungen entwickelt wurden. Es ist auch spannend, mit solchen Neuausrichtungen ein Grätzel zu beleben. Und damit sind wir wieder bei der Raumplanung.“

Sachargumente und Zusammenarbeit

Derartige Projekte, wie derzeit auch in München die „Alte Akademie“, bedürfen aber nicht nur immobilientechnischen Wissens, sondern erfordern auch viel Feingefühl im Umgang mit den entsprechenden stadtpolitischen Entscheidungsträgern. Hier kommt dem CEO seine Erfahrung in der Politik zu Gute: „Am Ende des Tages geht es bei solchen Projekten nicht nur um Sach- und Fachargumente. Genauso wesentlich ist die enge Zusammenarbeit mit Verwaltung, Öffentlichkeit, Politik und Denkmalpflege, um ein hervorragendes Ergebnis für alle Beteiligten zu erreichen. Da ist natürlich von Vorteil, dass ich mich in diesen Welten zurechtfinde.“

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Immobilien & Unternehmenskultur

Zwei Studienfächer belegte Peter Ulm an der Universität Graz, da er sich nicht entscheiden konnte: Jus und BWL. „Irgendwann hat das eine eigene Dynamik bekommen, und ich habe dann beide fertig gemacht – für das Immobiliengeschäft passen beide sehr gut.“ Das begann bei der Immorent. Für Ulm, dem es vor allem wichtig war, in einem kleineren Unternehmen […]

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Zwei Studienfächer belegte Peter Ulm an der Universität Graz, da er sich nicht entscheiden konnte: Jus und BWL. „Irgendwann hat das eine eigene Dynamik bekommen, und ich habe dann beide fertig gemacht – für das Immobiliengeschäft passen beide sehr gut.“ Das begann bei der Immorent. Für Ulm, dem es vor allem wichtig war, in einem kleineren Unternehmen mit flachen Hierarchien zu arbeiten, ein willkommener Einstieg. Oder, wie er heute sagt: „Bei der Immorent war es Liebe auf den ersten Blick. Mich hat die Immobilie dann nie wieder losgelassen.“ Und das, obwohl man Anfang der 90er Jahre manchmal ausgelacht wurde, „wenn man jemandem gesagt hat, dass man bei einer Immobilienfirma arbeitet“.

 

Unabhängigkeit und Unternehmenskultur

Im Portrait

Peter Ulm

Peter Ulm ist Vorsitzender des Vorstands der 6B47 Real Estate Investors AG. Er ist für die Strategie, die Unternehmensstruktur, den Finanz-, Personal- und Rechtsbereich sowie die Märkte Deutschland und Polen verantwortlich.

Die Zeit bei der Immorent hat Peter Ulm nicht nur mit den Immobilien verbunden, sie hat ihn auch mit einer Unternehmenskultur in Kontakt gebracht, die für ihn äußerst prägend war. Auch wenn die Firma eine Bankentochter der damaligen Girokredit war, war sie doch unabhängig: „Die Immorent hat mich als Unternehmer mitgeprägt – vom Führungsstil, den flachen Hierarchien, von der Politik der offenen Türen – und die Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten waren wirklich toll. Ernst Vejdovszky (heute Vorstandsvorsitzender der S IMMO AG, Anm. d. Red.) war damals einer meiner ersten Chefs.“

Schweren Herzens: Der nächste Schritt

Das Team war nicht nur im Beruf zusammengeschweißt, sondern es wurde auch in der Freizeit viel gemeinsam unternommen. Umso trauriger war Peter Ulm, als er die „eingefleischte Truppe“ verließ und seinen nächsten beruflichen Schritt vollzog: „Vom persönlichen Umfeld hat mir der Abschied sehr leid getan, aber ich muss etwas Neues machen, habe ich mir damals gesagt.“

Von der Bank in ein Privatunternehmen

Im Jahr 2000 wurde er Vorstand der Zwerenz & Krause AG. „Der Sprung von einer Bank in ein mittelständisches Privatunternehmen war sehr spannend.“ Eine neue Erfahrung für den jungen Vorstand, denn innerhalb der Bank gab es verschiedene Kontrollinstanzen, „jetzt musste ich alles selbst kontrollieren. Die Verantwortung war natürlich um vieles größer“. Zu einigen interessanten Projekten in Österreich kam beim neuen Auftraggeber auch der Schritt nach Osteuropa. Neben einigen Projekten wurden auch Büros in Budapest und Prag eröffnet.

Zwei große Projekte

Mit der Zeit in diesen beiden Unternehmen verbindet Peter Ulm bis heute zwei große Projekte: die Kooperation zwischen Immorent und der ELIN EBG über das nicht mehr genutzte 200.000 Quadratmeter große Elin-Areal in der Shuttleworthstraße, das neu entwickelt wurde. Bezeichnend für die Art und Weise der Arbeit von Peter Ulm ist die Tatsache, dass er mit seinem damaligen Visavis bei Elin immer noch befreundet ist. Neben diesem Stadtentwicklungsprojekt hat auch der WestGate Business Park in Budapest – ein großer Landmarkdeal, den er bei Zwerenz und Krause allein zu verantworten hatte – einen besonderen Stellenwert für ihn: „Solche Erinnerungen bleiben im Kopf.“

Ein Unternehmen aufbauen

Nach einem weiteren beruflichen Wechsel und einer Zeit der Selbständigkeit ist er seit 2011 Vorsitzender des Vorstandes der 6B47 Real Estate Investors AG. Von Finanzierungen über Projektentwicklungen bis zum Asset-Management und Investments hat er in seiner beruflichen Karriere alle Bereiche, mit denen man in der Immobilienwirtschaft zu tun haben kann, „gemacht, und ich kann nicht sagen, welcher Teil der spannendste ist“. Doch bei der 6B47 kommt noch eine weitere neue Aufgabe hinzu, die er so bisher noch nie hatte: „Ein Unternehmen aufzubauen und mitzugestalten. Es war und ist managementtechnisch eine neue Herausforderung.“

In die Teambildung investieren

Zu viert wurde das Unternehmen aus der Taufe gehoben, das heute 90 Mitarbeiter zählt. Die Firmenpolitik, die er einst in der Immorent kennen und schätzen gelernt hat, pflegt er auch heute als Vorstandsvorsitzender. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist ihm wichtig, und daher wird auch „Zeit und Geld“ in die Teambildung investiert: „Es müssen keine privaten Freundschaften im Unternehmen entstehen, das kann man auch nicht steuern, aber es sollen Berufsfreundschaften erwachsen.“ Vor allem soll eine Wohlfühlatmosphäre im Unternehmen herrschen, denn das ist ihm selbst „angenehmer“. Vor allem schafft der Zusammenhalt im Unternehmen noch einen weiteren Vorteil: „Das macht es auch leichter, Fehler gemeinsam zu lösen. Das Eingeständnis eines Fehlers ist für mich kein Zeichen der Schwäche.“

Kreatives Business

Das Immobilienbusiness ist kreativ, und „die Kreativität, die muss man in das Unternehmen lassen“. Ein gut funktionierendes Unternehmen ist gekennzeichnet durch ein hohes Maß an Eigenverantwortung der Mitarbeiter, Eigeninitiative, sozialer Kompetenz und durch den „Spaß an der Arbeit und die Identifikation mit dem Unternehmen“, erklärt Peter Ulm. Das gilt aber nicht nur für die Mitarbeiter: „Das absolute Erfolgsrezept war immer, dass auch Eigentümer, Aufsichtsrat und Vorstand eng zusammengearbeitet haben.“

Die Unternehmenskultur zeigt sich auch im aktuell geplanten Umbau der Büroflächen, zu dem die Mitarbeiter um ihre Meinungen und Wünsche befragt wurden. „Mehr Sozialräume, mehr Räume, um zu kommunizieren, mehr Treffpunkte – und ein Fitnessraum im Büro wäre super.“

Eine österreichische Immo-Family

Nach fast 25 Jahren im heimischen Immobilienbusiness, das sich sehr professionalisiert hat, stellt Peter Ulm fest: „Es hat sich eine österreichische Immo-Family entwickelt. Man fühlt sich wohl, und ich bin gerne dabei. Es sind Freundschaften und Beziehungen entstanden. In anderen Branchen herrscht eine echte Neidgenossenschaft, aber bei denen, die lange im Immobilienbusiness sind, ist sie nicht wirklich ausgeprägt. Natürlich schaut jeder auf jeden, was er so tut, und jeder möchte ,sein Gschäft‘ machen, aber bei allem Wettbewerb, der herrscht, wird doch die Leistung der anderen auch anerkannt.“

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Pionier: Neue Ideen – neue Wege

45 Jahre ist Georg Spiegelfeld in der Immobilienbranche, und so ist es verständlich, dass er seinen Beruf „learning by doing“ erlernt hat – so wie alle, die zu dieser Zeit ihre Karriere begonnen haben. Aber er war auch ein Vorreiter, denn viele Projekte und Ideen setzte er zum ersten Mal in dieser „neuen“ Branche um. Dinge, […]

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45 Jahre ist Georg Spiegelfeld in der Immobilienbranche, und so ist es verständlich, dass er seinen Beruf „learning by doing“ erlernt hat – so wie alle, die zu dieser Zeit ihre Karriere begonnen haben. Aber er war auch ein Vorreiter, denn viele Projekte und Ideen setzte er zum ersten Mal in dieser „neuen“ Branche um. Dinge, die heute faktisch selbstverständlich sind, aber damals ein Novum waren. So auch bei seinem ersten Job in der Immobilienwirtschaft. Der hatte es bereits in sich.

 

Vom Staplerfahren bis zum Regalschlichten

Im Interview

Georg Spiegelfeld

Georg Spiegelfeld ist Geschäftsführer von Spiegelfeld International und Vorstand des Immobilienring IR, dem über 60 Kanzleien und mehr als 400 Immobilienexperten an über 80 Standorten in Österreich angehören.

Bevor er aber mit Immobilien zu tun hatte, war er noch in der „Logistik“ tätig. Einen Tag nach der Matura fing er bei AGM an. Als „Assistent der Geschäftsführung“ fielen ihm alle Aufgaben zu, „vom Staplerfahren, Regalschlichten bis zur Kassa und Einkaufsabteilung“. Eine Zeit, die ihn sehr früh geprägt hat. „Es war eine sehr interessante Zeit. Man lernt viele Leute aus den unterschiedlichsten Schichten kennen, und ich habe gesehen, dass jeder in seinem Beruf versucht, das Beste zu geben. Und das muss man auch anerkennen.“ Zwei Jahre lang fuhr er eine Doppelschicht: Tagsüber arbeitete er bei AGM, abends studierte an der Uni.

 

Der Start der SCS

Über Kontakte lernte er Hans Dujsik, den Gründer der Shopping City Süd, kennen. Georg Spiegelfeld wurde sein Assistent, und damit startete seine Karriere in der Immobilienwirtschaft. „Ich war sein erster Mitarbeiter, und ich war von Anfang an dabei, als die SCS entwickelt wurde.“ Damals noch auf der grünen Wiese. „Wir mussten den Leuten erst erklären, was ein Shopping Center ist, und was wir eigentlich planen.“ Anregungen für ihre Ideen holten sich sein Chef und er in der Schweiz und in Frankreich, wo es schon einige Center gab. In Österreich waren diese völlig unbekannt. „Hans Dujsik war ein grenzgenialer Verkäufer und Unternehmertyp, für mich der beste Lehrherr, den man sich vorstellen kann. Und ein väterlicher Freund.“

Verwaltung, Geschäftsführung und Management

„Ich habe damals viel gearbeitet“, meint Georg Spiegelfeld, aber das hat er nicht nur damals, sondern sein Leben lang, da es ihm auch immer Freude bereitete und weiterhin bereitet. Daher blieb es nicht nur bei seinem Engagement in der SCS. Er war außerdem noch bei unterschiedlichen Unternehmen tätig. Als Geschäftsführer des deutschen Jagdausrüsters „Eduard Kettner“ war er ebenso erfolgreich wie bei der Verwaltung der SCS oder bei der Integration von DELKA ins Firmengeflecht von Stiefelkönig. Was ihm dabei immer wichtig war: „Die Hierarchien waren sehr flach, und ich hatte viele Freiheiten.“

 

Mit 30 mache ich mich selbstständig

Trotz seiner Erfolge in den Unternehmen war Georg Spiegelfeld aber eines klar: „Mit 30 mache ich mich selbstständig.“ Nach einem Gespräch mit seinem Vater fiel die Entscheidung auf Immobilien, und gemeinsam eröffneten sie ein Maklerbüro. Die ersten Vermittlungsgeschäfte „machten wir noch mit dem Vierteltelefon auf der Stiege sitzend im Haus meiner Eltern“. Das Büro begann zu florieren, und während dieser Zeit holte ihn Hans Dujsik wieder in die SCS zurück. Um die Arbeit koordiniert abzuwickeln, verlegte er das Maklerbüro kurzerhand in die Shopping City Süd. Wie so oft in seinem Leben liefen beide Berufe nebeneinander her. Dass er für die Vermarktung eines Gewerbegebietes in Wien Liesing den ersten Image-Folder produzierte, sei nur noch am Rande erwähnt.

 

Eine weitere neue Herausforderung …

„Bei einer Reise durch Kanada haben wir festgestellt, dass es auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt Gewerbeparks gibt. So etwas wollten wir in Österreich auch realisieren.“ Nach einigem Suchen fand man ein geeignetes Grundstück, organisierte die Planung und die entsprechenden Widmungen, und Raiffeisenübernahm das Projekt und entwickelte es schlussendlich fertig – sein damaliger Ansprechpartner war Karl Heinz Strauss.

 

… der Concorde Business Park

Der Concorde Business Park in Schwechat, Wiens erster Gewerbepark, wurde aus der Taufe gehoben. Und dann stand schon das nächste neue Projekt in den Startlöchern. Hans Dujsik gewann den Experten für Geschäftsflächen, der Spiegelfeld mittlerweile war, für die Umsetzung einer komplett neuen Idee in Österreich: Das Multiplex Kino Center in der Shopping City. „Das erste Kinocenter in dieser Art in Österreich auf dem SCS-Gelände. Alle waren der Meinung, das geht nicht“, resümiert Spiegelfeld heute: „Aber es war ein Volltreffer und sehr aufregend.“

 

Das Multiplex-Kino im Millenium Tower

Es war mitten in den 90er Jahren, und das Maklergeschäft lief auch weiterhin. Nachdem das Multiplex in der Shopping City „voll vermietet“ war, wandte sich Georg Stumpf an Spiegelfeld. Der Errichter des Millennium Towers brauchte bis zur Eröffnung seines Millenium Kino-Centers ebenfalls ein voll vermietetes Haus. Und es war nicht viel Zeit. „Das war ein Wahnsinn, aber es war eine Erfolgsstory. Wir hatten das Center bei der Eröffnung voll.“

 

Die Expansion nach CEE

Dann kam allerdings erst die größte Herausforderung – im positiven wie im negativen Sinn. Die Expansion nach CEE. In einer Zeit, in der alle nach Osteuropa drängten, „gab es eigentlich nur eine Möglichkeit: ganz oder gar nicht“,meint Spiegelfeld heute. Aber die Zeichen standen gut, und so hatte das Unternehmen in kürzester Zeit in elf Ländern eigene Niederlassungen, inklusive Ukraine und Russland, in St. Petersburg. Das Geschäftsmodell: für österreichische Unternehmen Grundstücke für deren Projekte zu organisieren und aufzubereiten. „Das war eine unheimlich aufregende Zeit. Wir waren dank unserer Marktpräsenz enorm erfolgreich. Es war ein durchgehender Adrenalinschub, und ich war faktisch jeden Tag in einer anderen Stadt. Ich bin vor fünf Uhr Früh aufgestanden und um sechs Uhr mit vielen anderen Österreichern im Flugzeug gesessen.“ Die Geschäfte liefen hervorragend, und einem großen Erfolg stand nichts mehr im Wege.

 

Die Wirtschaftskrise 2008

Doch die „Lehman“-Pleite und die darauf folgende Krise bereiteten 2008 der Expansion in CEE ein jähes Ende. „Wir haben von einem Tag auf den anderen null Umsatz gehabt. Am Anfang habe ich noch versucht, alles weiter zu finanzieren. Von 2010 bis 2012 bin ich dann zurückgerudert, und das war emotional ein Wahnsinn.“Nicht nur die finanziellen Probleme mussten gelöst werden, sondern es wurden auch viele Mitarbeiter entlassen. „Ich hatte damals viele schlaflose Nächte – im Aufbau der Struktur war es aufregend, jetzt ging es ums Überleben. Und man konnte ja nicht einmal etwas dafür.“ Es waren schwierige Jahre, in denen aber alles ordnungsgemäß beendet wurde. Erst 2013 kehrte wirklich wieder Ruhe ein. Geblieben ist eine Niederlassung in Belgrad sowie Kooperationspartner in einigen CEE-Ländern und in Deutschland, wo Spiegelfeld ein Mitglied der DIP (Deutsche Immobilien Partner) war.

Mit seinem Maklerbüro bietet er weiterhin seinen Klienten ein umfassendes Leistungsportfolio, hat eines der führenden Gutachterbüros für Immobilienbewertung aufgebaut, und – wie es sich für einen klassischen Unternehmer gehört – realisiert er mit Umsicht auch heute das eine oder andere Immobilien-Projekt.

Über all seine Erfahrungen – ob gut oder schlecht – resümiert Georg Spiegelfeld: „In Wirklichkeit habe ich immer ein riesen Glück gehabt. Ich habe zwar nie den großen Deal gemacht, aber ich bin total zufrieden. Ich habe eine großartige Familie, ein tolles Mitarbeiterteam und hoffe noch lange und mit Freude in der Immobilienwirtschaft und für unsere Kunden einen Beitrag leisten zu dürfen.“

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„Die Vision der Gegenwart ist die Zukunft, die auf uns zukommt.“

„Eigenmittel“ und „Integration“ sind Worte, die Viktor Wagner, Geschäftsführer der Reiwag, oft verwendet. Mit „Eigenmitteln“ meint er: „Werde nie von einer Bank abhängig“, und bei „Integration“ spricht er von seinen Mitarbeitern. Eigentlich war für ihn eine Karriere in der Bank vorgesehen, aber er hat sich dann anders entschieden. Ein Aufenthalt in den USA bestärkte Viktor Wagner, in das von […]

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„Eigenmittel“ und „Integration“ sind Worte, die Viktor Wagner, Geschäftsführer der Reiwag, oft verwendet. Mit „Eigenmitteln“ meint er: „Werde nie von einer Bank abhängig“, und bei „Integration“ spricht er von seinen Mitarbeitern. Eigentlich war für ihn eine Karriere in der Bank vorgesehen, aber er hat sich dann anders entschieden.

Ein Aufenthalt in den USA bestärkte Viktor Wagner, in das von seinem Großvater 1903 gegründete Reinigungs-Unternehmen einzusteigen – dabei hatte er schon einen sicheren Job in der Bank. Dort hätte er Karriere machen können, wie es sein damaliger Schalterkollege Gerhard Randa später tat.

Viktor Wagner flog 1967 nach New York, wo er einen Blick in das „Reinigungsgeschäft“ der Zukunft machte. Denn in den USA war man in diesem Punkt dem alten Kontinent schon weit voraus. „National Cleaning“ hieß das Unternehmen und hatte damals 10.000 Mitarbeiter. „Ich durfte mit dem Vizepräsidenten Norman Davieseinen Blick in die Firma werfen, und er hat mir in kurzer Zeit beigebracht, wie man ein Unternehmen führt und was dazu gehört.“ Das eigene Unternehmen war zwar der mühsamere Weg – aber es hat sich gelohnt. Bis es aber soweit kam, sollten noch einige Jahre vergehen.

Weg in die Selbständigkeit

Im Interview

Viktor Wagner

„Eigenmittel“ und „Integration“ sind Worte, die Viktor Wagner, Geschäftsführer der Reiwag, oft verwendet. Mit „Eigenmitteln“ meint er: „Werde nie von einer Bank abhängig“, und bei „Integration“ spricht er von seinen Mitarbeitern. Eigentlich war für ihn eine Karriere in der Bank vorgesehen, aber er hat sich dann anders entschieden.

Viktor Wagner machte sich also selbständig. Allerdings gingen die Uhren im Österreich der 60er-Jahre noch anders, und so begann er, auf der Ringstraße die Unternehmen abzuklappern, „um mich vorzustellen und die Scheiben zu putzen.“ Als aber Ende der 60er Jahre neue Bürohäuser in Wien errichtet wurde, eröffneten sich für ihn große Chancen, denn er hatte mit seinem kleinen Unternehmen – in dem es auch schon Mitarbeiter gab – bereits Erfahrungen gesammelt: „Besonders begünstigt wurde mein Vorhaben durch den Umstand, dass die Mitbewerber zu diesem Zeitpunkt kaum Wissen hatten von Arbeitsvorbereitung und Organisation – oder gar das Know-how, das ich in den USA erlernt hatte.“ Aber es blieb nicht nur beim Reinigen. 1970 beriet er den Großkonzern Shell beim neuen Bürohaus in Wien zum Thema reinigungsfreundliche Ausstattung, und in der Schweiz unterstützte er eine Firma bei der Entwicklung von Reinigungsmaschinen.

Aufträge und Netzwerke

In den folgenden Jahren wuchsen nicht nur die Aufträge, sondern auch die Netzwerke. „Wir erweiterten die Servicetätigkeit auf Facility Services und konnten somit unseren Kunden die gesamte Instandhaltung von Gebäuden aus einer Hand anbieten.“ Die REInigung WAGner – REIWAG – hatte sich zum ganzheitlichen Dienstleister mit Technischem Facility Management entwickelt.

Müllabfuhr und Plastikflaschen-Recycling

Nach der Ostöffnung wurden 1990 auch im Ausland eigene Filialen gegründet. Die erste wurde in Prag eröffnet, und mittlerweile ist das Unternehmen in fünf Staaten in den verschiedensten FM-Dienstleistungsbereichen tätig. In Prag betreibt die Reiwag die Straßen- und Müllabfuhr, in Serbien werden Plastikflaschen recycelt und Bürohäuser betreut, in der Slowakei Autofabriken und in Kroatien viele Shopping Center instand gehalten; in Rumänien hat sich die Reiwag auf die Verwaltung von Wohnungen spezialisiert, die von den Banken eingezogen werden, weil die Kredite nicht bedient wurden.

Der Weg in CEE/SEE war nicht immer einfach, denn schon als der erste Standort in Prag eröffnete, stellte sich der Unternehmer einer der größten Herausforderungen: „Wir mussten mit der postkommunistischen Mentalität kämpfen und die Menschen motivieren – aber es gab doch viele Hungrige, die diese neue Philosophie verstanden haben.“

Nicht zu träumen gewagt

Die Idee zu wachsen war schon gegeben, aber dass sein Unternehmen einmal so groß werden könnte, „das hätte ich nicht zu träumen gewagt. Es war ja die Ausgangslage nicht so, dass man das erwarten hätte können.“ Ein Unternehmen dieser Größe lässt sich nur mit verlässlichen und guten Mitarbeitern – mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung – führen. Die Integration der Mitarbeiter war Viktor Wagner immer ein wichtiges Anliegen, und so ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche seiner Angestellten schon seit Jahrzehnten im Unternehmen sind. „Mein Co-Geschäftsführer Thomas Dittrich ist seit 28 Jahren im Unternehmen, und er ist seinem Vater nachgefolgt.“ Charakter, Wissen & Können sowie Fleiß sind unabdingbare Eigenschaften für eine Führungskraft: „Wenn einer der drei Punkte fehlt, dann funktioniert es nicht. Sie müssen Hand in Hand gehen“, weiß der Geschäftsführer aus über 40 Jahren Erfahrung. Wenn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen diese Eigenschaften mitbringen, dann werden oft „ungeschliffene Diamanten“ durch Förderung und Schulung zu Führungskräften in der Reiwag.

Verbundenheit mit dem Unternehmen

Nicht nur im Führungsteam zeigt sich die Verbundenheit zum Unternehmen, sondern auch in der geringsten Fluktuationsrate der Branche. „Jeder muss das Gefühl haben, er wird gleich behandelt. Das ist uns gelungen, und es stellt heute ein wichtiges Motivationssystem dar.“ Es ist Viktor Wagner ein Anliegen, jedem Mitarbeiter persönlich zu danken. Daher war er im vergangenen Jahr bis zu 85 Mal unterwegs, um sich bei Jubiläen seiner Mitarbeiter auch persönlich für ihren Einsatz zu bedanken. „Lob und Dank sind die besten Führungsmittel. Die Einstellung zum Unternehmen und das Wohlfühlen im Unternehmen sind wichtig.“ Aber auch der finanzielle Anreiz ist wichtig, und so hat er als Geschäftsführer über die Jahre „das Bonifikationssystem perfektioniert und immer weiter verfeinert.“

Auf der Suche nach neuen Ideen und Dienstleistungen

Die Arbeit macht Viktor Wagner noch immer Spaß, und er ist weiterhin auf der Suche nach neuen Ideen und Dienstleistungen: „Es ist eine Freude, sich etwas auszudenken, im Kopf zu bewegen und dann umzusetzen.“ Meistens geschieht diese Ideenfindung in Gesprächen mit Kunden: „Was können wir tun, um neue Dienstleistungen zu kreieren, die einen Mehrwert für den Kunden bringen und die Win/Win Situation forcieren?“

Weiterhin wird auch auf seine Erfahrung großen Wert gelegt, wenn es um technische Neuentwicklungen geht: „Es macht Spaß, wenn ich mit Leuten zu tun habe, die Visionen haben – und wenn man mitdenkt, dann kann man diese nützen.“ All dieser Austausch ist von seiner größten – und permanent schönsten – beruflichen Herausforderung begleitet: „Werde von dem, der fragt, zu dem, der gefragt wird.“

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Pionier im Immobilienbusiness

Gerhard Engelsberger ist in die Immobilienbranche durch Zufall hineingerutscht, „aber es ist schon so, dass ich in der Immobilie auch meinen Spaß und meine Erfüllung gefunden habe und finde.“ Sein Leben lang– und das ist auch heute noch so. „Wenn das berufliche Betätigungsfeld keinen Spaß macht, hätte es keinen Sinn mehr.“

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Im Portrait

Gerhard Engelsberger

Gerhard Engelsberger ist Geschäftsführer der Semper Constantia Immo Invest GmbH und der Universale International Realitäten GmbH. Er hatte aber in seiner beruflichen Laufbahn viele Posten inne, dabei auch oftmals Neuland betreten und viel Know-how und Erfahrung gesammelt.   [divider layout=“1″ color=“black“]Portraits & Interviews mit Gerhard Engelsberger[/divider] [xclassicslider layout=“vertical“ condition=“latest“ order=“DESC“ ids=“4414″ autoplay=“0″]

Wobei es die Immobilien allein nicht gewesen wären, und so er sieht er es auch als glücklichen Zufall an, dass in seinem beruflichen Leben viele interessante Dinge passiert sind. „Es wäre ja sonst fad gewesen, und ich weiß nicht, ob ich bis zu meiner Pension hundertprozentig bei den Immobilien geblieben wäre, wäre dies alles nicht geschehen.“ Vor allem waren es nicht nur interessante Projekte, sondern auch solche, die vor ihm noch niemand in Angriff genommen hat. Wie zum Beispiel die erste private Stadtentwicklung am Wienerberg, an der er maßgeblich beteiligt war.

Die erste private Stadtentwicklung

Mit den damaligen Kollegen im Vorstand der Wienerberger Immobilien AG, einer Tochtergesellschaft des Wienerberger-Konzerns, war Engelsberger der erste, der sich wagemutig auf diesen Weg machte. Auf dem Wienerberg besaß das Unternehmen seit der Jahrhundertwende Grundstücke, die brachlagen. 1990 stand der Flächenwidmungsplan und 1991 wurde mit den Bauarbeiten für den Business Park Vienna begonnen.

Respekt Vision

„Man muss an solche Dinge mit einem gewissen Respekt herangehen, man darf sich nicht überschätzen und muss mit beiden Beinen auf dem Boden stehen“, meint Engelsberger heute: „Aber man muss auch eine Vision haben und positiv denken.“ Eine Vision allein macht es aber nicht aus, und so hat er sich im Vorfeld dieses gewaltigen Unterfangens gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Wolfgang Reithofer in den USA und Kanada verschiedene Stadtentwicklungsprojekte angesehen und „daraus viel gelernt. Heute kann man überall in Wien hinfahren und sich Projekte anschauen. Damals gab es das nicht.“ Die Herausforderung war auch, auf dem Standort die richtige Mischung aus Leben, Wohnen, Einkaufen und Arbeiten zu finden. Aber nicht nur die Entwicklung des Standortes war für alle Beteiligten neu. „So etwas hat ja vor uns noch keiner gemacht, daher war es für alle Neuland. Auch für die Behörden.“

Herausforderung Palais + Kapitalmarkt

Neuland betrat er auch in seiner Position als Vorstand der ÖRAG, als die in der ehemaligen Creditanstalt angesammelten Palais in die ÖRAG fusioniert wurden. Die Innenstadtpalais wie Esterhazy, Fanto, Ferstl oder Harrach waren zumeist in keinem guten Zustand und standen unter Denkmalschutz. „Ein Palais, das vor Jahrhunderten als Wohnsitz eines Adeligen gedient hat, in ein nutzbares Objekt zu transformieren, das in die heutige Zeit hineinpasst, mit den geforderten Nutzungsarten, das sind schon Herausforderungen gewesen. Technische und planerische.“ So etwas hatte vor ihm auch noch niemand gemacht.

Völliges Neuland und eine spezielle Herausforderung war allerdings für Engelsberger die Bestellung als Gründungsvorstand der CA Immobilien Anlagen AG. Der Aufbau des Unternehmens, die erfolgreiche Börsenplatzierung und die Erweiterung der Investitionsstrategie ins– damals vor allem östliche– Ausland, waren die Highlights in seiner 20-jährigen Vorstandstätigkeit.

Teamarbeit …

Neben dem Spaß an der Arbeit ist für ihn auch die Teamarbeit entscheidend. „In Wahrheit kann ich nur im Team arbeiten, das ist mir ganz wichtig. Ich glaube auch, dass ich eine Gabe habe, mir ein Team zu formen, und dadurch mit Leuten zusammenarbeite mit den gleichen Intentionen und dem Interesse, gemeinsam die Herausforderungen zu lösen.“ Er kann auch Einzelkämpfer sein, wenn es „darum geht, etwas durchzuverhandeln, aber ich muss immer das Gefühl haben, dass ein Team da ist. Man inspiriert sich ja auch gegenseitig.“

… und Inspiration

Inspirierend möchte er auch auf der Fachhochschule Wien wirken, wo er als Mentor seine Studenten begleitet. „Lernen müssen sie schon selber“, aber von seiner Erfahrung können sie profitieren, wenn er aus seinem langjährigen und ereignisreichen Berufsleben erzählt oder mit ihnen über verschiedene Themen diskutiert– was auch eine Leidenschaft von ihm ist. Es geht jedoch nicht nur ums „Reden“, sondern für Gerhard Engelsberger gehört auch dazu, „dass man ihnen Zugang zu einem Netzwerk“ verschafft. Dass ihn auch seine Studenten inspirierend finden, belegen die guten Noten, die er als Vortragender regelmäßig von ihnen erhält.

Immobilien im Normendschungel

Während seiner beruflichen Laufbahn waren die Immobilien großen Veränderungen unterworfen– das betrifft alle Sparten: „Es ist auffällig, wie vielschichtig das Angebot geworden ist. Die unterschiedlichen Wohnarten, die wir derzeit haben, die Bürowelten, die sich verändern, die Entwicklung der Einzelhandelslandschaften.“ Die Möglichkeiten könnten sogar noch vielfältiger sein, aber der Vorschriftendschungel verhindert zahlreiche Entwicklungen. „Die überzogenen Normen haben vielerlei Ursachen, und ich halte diese Masse, die wir in Österreich haben, für einen volkswirtschaftlichen Unsinn. Ich glaube aber, dass sich auch das einmal normalisieren wird“, blickt Gerhard Engelsberger in die Zukunft.

Veränderung geht vom Menschen aus

Für die weitere Veränderung der Immobilien werde maßgeblich die Gesellschaft verantwortlich sein, und „die demografischen und letztendlich auch gesellschaftstypischen Entwicklungen werden ein markantes Zeichen in der Immobilienwirtschaft setzen“. Derzeit ist es die Einzelhandelslandschaft, die seiner Meinung nach die stärkste Transformation erlebt– Grund dafür ist der Online-Handel, wobei auch dies nicht der Weisheit letzter Schluss sein wird: „Irgendwann wird sich der Mensch wieder besinnen, dass er auch ein gewisses soziales Geltungsbedürfnis hat, und dann will er nicht mehr vor dem Bildschirm sitzen und seine Einkäufe in den Warenkorb legen, sondern auch andere Menschen sehen und mit ihnen reden.“

Ordentliche Balance

Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Entwicklungen sind „rasant kürzer geworden“, und für jemanden wie Gerhard Engelsberger, der schon Jahrzehnte in der Immobilienwirtschaft tätig ist und auch die Märkte aufmerksam beobachtet, ist es daher die größte Herausforderung, in der Zukunft „eine ordentliche Balance zu finden zwischen Nutzern und Investoren“.

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Martin Sabelko

Unternehmer im Unternehmen

Was den Einstieg in die Immobilienbranche betrifft, ist Martin Sabelko ein typischer Vertreter der „älteren Semester“: „Ich habe als fertiger Jurist nicht gewusst, wohin die Reise gehen soll. Die Bankenausbildung war eine der möglichen.“ Schließlich ging er zur Volksbank, war Mitbegründer der Immoconsult, und mit nicht einmal 28 Jahren „durfte ich einige Projekt- Geschäftsführungen übernehmen“. Aber nicht nur das […]

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Was den Einstieg in die Immobilienbranche betrifft, ist Martin Sabelko ein typischer Vertreter der „älteren Semester“: „Ich habe als fertiger Jurist nicht gewusst, wohin die Reise gehen soll. Die Bankenausbildung war eine der möglichen.“ Schließlich ging er zur Volksbank, war Mitbegründer der Immoconsult, und mit nicht einmal 28 Jahren „durfte ich einige Projekt- Geschäftsführungen übernehmen“. Aber nicht nur das Immobilienbusiness lernte er von seinem „väterlichen“ Mentor Gunter Eisert„Ich habe von ihm auch den Führungsstil übernommen, und er hat immer wieder in seine Tätigkeit eingebracht, dass soziale Kompetenz gleich wichtig ist wie Sachwissen.“

Spaß an Arbeit, Performance und Team

Der Jurist fühlt sich in Unternehmen am wohlsten und sieht sich dort selbst als Unternehmer: „Ich habe fast mein ganzes Berufsleben große Organisationen vertreten. Meine Stärke liegt darin, in Unternehmen auch Strategien zu entwickeln und gezielt umzusetzen, – da habe ich einen guten, nachvollziehbaren und nachhaltigen Track Record.“ Den nimmt er allerdings nicht nur für sich allein in Anspruch, denn er teilt gerne den Erfolg mit seinem Team. Er sieht das als den besten Motivationsfaktor, um aus Partnern und Mitarbeitern das Optimum herauszuholen. „Der Erfolg ist für die Beteiligten oft wichtiger als die Entlohnung.“

Zur richtigen Zeit bei den wichtigen Playern

Martin Sabelko hatte, wie er selbst sagt, immer das Glück, zur richtigen Zeit bei den wichtigen Playern mitzuspielen. „Man hat mich immer eingeladen, in das Boot einzusteigen, das am meisten Fahrt aufgenommen hat“ (z.B.: Immoconsult, BOE, ING, CBRE). Wobei er auf Grund seiner Einstellung offensichtlich auch der richtige Mann dafür war und ist: „Vernünftig und solide hat sich immer bewährt – vor allem, wenn es um fremdes Geld geht.“

Zurück nach Wien

Ob Innsbruck, Warschau, Prag oder Berlin – Martin Sabelko war in vielen Städten zu Hause. Die Arbeit hat es mit sich gebracht. Die letzten Jahre hat er zwar versucht, mehr aus Wien zu arbeiten, „aber als mich eines meiner beiden Kinder fragte, wann ich sie wieder besuchen komme, war das der Anlass, meine beruflichen Situation massiv zu überdenken“. Seine letzten beiden großen Immobiliendeals (La Stafa und IZD Tower) haben auch etwas zu seiner Entscheidung beigetragen: „Durch diese beiden Deals war ich mehr in Wien und habe gesehen, dass ich meine Familie sehr genieße – auch im Alltag.“

Der Zeitpunkt für eine berufliche Veränderung ist ideal, denn auch seine beiden Fonds, die er bei CBRE Global Investors in der Region Zentral- und Osteuropa seit zehn Jahren aufgebaut hat, „kommen zu einem Ende“, und damit stehen auch Veränderungen in der Struktur des Unternehmens an. Zudem war 2015 sein erfolgreichstes Jahr.

Nachdenkphase vor dem nächsten Schritt

„Ich habe mir überlegt, ob all das, was ich jetzt tue, bis zu meiner Pensionierung ein nachhaltiges Modell ist.“ Offensichtlich nicht, denn Martin Sabelko ist „glücklich“über seine Entscheidung, das Unternehmen zu verlassen: „Nachdem ich bis Ende Juni noch unter vollem Einsatz gelaufen bin – ich habe ja immer 150 Prozent gegeben und damit auch meine Gesundheit gefährdet – habe ich mir die Freiheit genommen, den Juli und den August absolut privat zu verbringen.“

Weichen für die Zukunft

Die Zeit im Sommer wird der erfahrene Fondsmanager auch nutzen, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Er hat mehrere Angebote, die ihn sehr interessieren, und er überlegt derzeit, „in welche der zwei oder drei Jumbos, die bereitstehen, ich einsteigen werde“. Er hat vor seiner Pensionierung – er ist Jahrgang 1960 – nur noch einmal eine Entscheidung für die nächsten Jahre zu treffen, wie er meint, „und für diese Entscheidung nehme ich mir gerne viel Zeit“.Aber sie wird getroffen, denn „ich weiß schon jetzt, dass es mir gegen Ende des Sommers wieder unter den Nägeln brennt, Dinge zu gestalten und etwas zu entwickeln.“

Ein Konzern …

Auch wenn er noch nicht weiß, wohin die Reise geht, er weiß zumindest, was er nicht will in seiner zukünftigen Entscheidung: „Nicht nur wegen des Geldes etwas mittragen, das erfolgreich glänzt, von dem ich aber nicht überzeugt bin, dass es ein nachhaltiges Modell ist. Mir ist es wichtig, Leute zu begeistern und nochmals etwas gemeinsam aufzubauen oder umzustrukturieren. Das Statische war mir immer schon fremd.“

… oder doch selbstständig?

Obwohl er immer gerne in Konzernen arbeitet, überlegt er auch, ob er nicht vielleicht doch … Folgender Vergleich beschreibt wohl am besten, was er denkt: „Ein Kapitän einer Eishockeymannschaft spielt seit 30 Jahren und kennt alle seine Gegner. Jetzt, im letzten Drittel, kennt er auch schon die Strategie des Gegenübers, und das ist eine Chance. Und dann könnte man schon verleitet werden, sein eigenes Business zu betreiben. Auf eigene Rechnung.“

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Eine außergewöhnliche Karriere

1994 begann Michael Ehlmaier bei der CPB Immobilientreuhand. Dass die CPB auch seine Zukunft werden sollte, hätte er sich damals nicht gedacht. Heuer feiert ihre Nachfolgerin, die EHL Unternehmensgruppe, deren Eigentümer er ist, ihr 25-jähriges Jubiläum.

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Über mangelnden Erfolg kann sich Michael Ehlmaier nicht beklagen. Die jüngere Vergangenheit dürfte jedoch besonders viel zum Wohlbefinden des geschäftsführenden Gesellschafters von EHL Immobilien beigetragen haben: „Wenn ich früher nach einer Immobiliendienstleistung gefragt wurde, und ich sagen musste, dass wir diese leider nicht anbieten können, gab mir das immer einen Stich ins Herz“, so Ehlmaier. „Aber glücklicherweise passiert mir das jetzt kaum mehr.“

Vom Rohdiamanten zum Edelstein

Aus dem ursprünglich auf Vermietung von Büros und Wohnungen fokussierten Maklerbüro ist mittlerweile ein Immobiliendienstleistungsunternehmen geworden, das von der Immobilienvermittlung über Bewertung, Consulting, Market Research, Asset- und Centermanagement bis hin zu Hausverwaltung und Baumanagement alle relevanten Geschäftsfelder abdeckt. Und das ist ganz nach dem Geschmack des Chefs: „Immobilien kommen sozusagen als Rohdiamanten zu uns, wir bearbeiten sie nach allen Regeln der Kunst, und sie verlassen unser Haus als funkelnde Edelsteine.“

Durch Zufall in die Immobilienbranche

Begonnen hatte Ehlmaiers Immobilienkarriere bereits 1994– und sie startete in dem Unternehmen, das er seit mittlerweile 17 Jahren als Geschäftsführer leitet. „Ich suchte einen Verkaufsjob, weil ich mit Menschen sehr gut kann und mir flexible Zeiteinteilung ein wichtiges Anliegen war.“ Dass ihn diese Auswahlkriterien in die Immobilienbranche führten, war hingegen eher dem Zufall als einer konkreten Suche zu verdanken.

In seinem Vorstellungsgespräch bei Michael Mitterdorfer, Geschäftsführer der damals noch als CPB Immobilientreuhand firmierenden EHL, warb Ehlmaier mit klaren Worten für sich: „Ich bin ehrgeizig, geradlinig und kommunikativ“– Eigenschaften, die dem Unternehmen offenbar sehr zugute kamen und dazu beitrugen, dass aus ursprünglich drei Mitarbeitern bis zu Ehlmaiers Bestellung zum Geschäftsführer 1999 bereits 12 wurden und das Unternehmen heute 140 Menschen beschäftigt.

Mut zu unternehmerischem Risiko

Wohl ebenso wichtig für den Aufstieg eines der führenden Immobiliendienstleister sind aber auch Ehlmaiers Entscheidungsfreude und Mut zum unternehmerischen Risiko. Das zeigte sich vor allem 2009, als er das Unternehmen im Rahmen eines Management-Buy-out übernahm und im Zuge des Namenswechsels „über Nacht 200 EHL-Transparente und -Bautafeln angebracht wurden“.

Aber auch der Kauf der Hausverwaltung BUWOG FM im Jahr 2014, durch den die Mitarbeiterzahl auf einen Schlag um 50 auf 100 verdoppelt wurde, erforderte einige Risikobereitschaft. „Aber ich nehme Risiken nur für ein strategisches Ziel in Kauf“, betont Ehlmaier. „Als in der Krise 2008 einige Teilmärkte stark eingebrochen sind, traf das jene Unternehmen am härtesten, die nur von einer oder wenigen Sparten abhängig waren.“ Das ist bei EHL definitiv nicht mehr der Fall.

„Ich übernehme gerne Verantwortung“

Als Unternehmer fühlt sich Ehlmaier auch deshalb so wohl, weil er Aspekte, die andere belasten, geradezu als Privilegien betrachtet: „Ich übernehme gerne Verantwortung und genieße unternehmerischen Freiraum und Entscheidungsfreiheit.“ Und deswegen bescheinigen ihm zahlreiche seiner Kunden und Mitarbeiter, dass ihn auch 17 Jahre als Geschäftsführer und sieben Jahre als sein eigener Chef persönlich nicht verändert haben: „Ich habe EHL 2006 genauso geführt wie 2016.“

Neben persönlichem Einsatz seien flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege, Flexibilität, Mut zum unternehmerischen Risiko und die Fähigkeit, gute Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden, entscheidend für nachhaltigen Erfolg. „Ich habe eine ausgezeichnete Führungsmannschaft und durch die Bank äußerst loyale Mitarbeiter, die ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen nicht nur in erfolgreichen Jahren, sondern auch in schweren Zeiten unter Beweis gestellt haben. Außerdem arbeiten sie oft sogar strukturierter als ich und holen mich auch auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn ich allzu hochfliegende Pläne habe.“

Immer erreichbar

Ehlmaier selbst lebt absolute Kundenorientierung konsequent vor: „Ich glaube, ich bin schon als Dienstleister auf die Welt gekommen, und daher ist der direkte Kundenkontakt bis heute der Teil meiner Arbeit, der mir am meisten Freude macht.“ Er selbst ist für seine Mitarbeiter und Geschäftspartner immer erreichbar. Zur Freude seiner Familie werde dieses Angebot in seiner Freizeit oder im Urlaub zwar fast nie angenommen, „aber es steht“. Ob noch Zeit für die Familie bleibt bei diesem Arbeitsaufwand? Die muss bleiben und bleibt jedenfalls, sagt der vierfache Familienvater, aber „meine Arbeitszeiten verlangen von meiner Familie schon einige Toleranz“.

Kritische Anmerkungen

Zur Entwicklung der Immobilienbranche während der 25 Jahre des Bestehens von EHL hat Ehlmaier durchaus auch kritische Anmerkungen: „Natürlich ist die Branche heute viel professioneller und transparenter; es gibt auch deutlich verbesserte Ausbildungsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Studienlehrgängen und Weiterbildungsmaßnahmen und es ist auch wichtig, dass ein Immobilienprofi mit seinen Exceltabellen alles Mögliche aus- und berechnen kann. Aber manchmal fürchte ich, dass vor lauter Professionalisierung das ein wenig zu kurz kommt, was am Ende des Tages entscheidend ist: Gespür und Fingerspitzengefühl für Immobilien. Theorie und Zahlen sind immer nur ein Fundament, aber was in einer Immobilie steckt und was man aus ihr machen kann, kann man nicht ausrechnen. Neben der Kalkulation sind immer auch Fantasie und Kreativität gefragt, und genau deswegen fasziniert mich unsere Branche heute noch viel mehr als am Tag meines Vorstellungsgesprächs.“

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