Schlagwort: Berlin

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Mietendeckel Berlin – Sozial-Experiment mit ungewissem Ausgang

Gut, dass wir aus Wien nur nach Berlin schauen und nicht dabei sind. „Es ist ein Wahnsinn was sich derzeit in Berlin abspielt“ meint Michael Mitterdorfer, Alosima Capital.

Mietendeckel kommt und wir haben uns auf der Immobilien Redaktion ausführlich mit diesem Thema befasst worum es da geht.

Mit dem Mietendeckel beginnt im Grunde genommen ein Sozialexperiment, das nach Meinung vieler Experten nicht durchdacht wurde. Was machen eine Vermieterin oder ein Vermieter, wenn sie weniger Miete bekommen? Sie werden nur an Leute vermieten, von denen sie ausgehen, dass sich diese die Miete leisten können. Also Besserverdienende. Kontraproduktiv.

Was machen Projektentwickler, die wissen, dass sich das mit dem Vermieten nicht ausgeht. Sie schrauben zurück. Das gleiche gilt bei der Renovierung. Die Handwerker rechnen mit Auftragseinbrüchen von bis zu 25 Prozent.

Mehr zum Thema

Der Mietendeckel – es wird stürmisch in Berlin

Ein neues Gesetz wirbelt in Berlin den Markt durcheinander. Es ist zu befürchten, dass die Investoren und Projektentwickler den Markt verlassen und die Mieter auch keine Vorteile davon haben.

Außerdem macht die Politik derzeit einen großen Bogen um die Frage „nach der Zeit nach dem Mietendeckel“. Dass nach fünf Jahren zur normalen Tagesordnung übergegangen werden kann, das glauben ja nicht einmal die Optimisten – es sind unter anderem heftige Nachholeffekte zu erwarten. Weitere gesetzliche Eingriffe könnten in der Folge notwendig sein. Es ist daher zu befürchten, dass der Mietendeckel langfristig ein ähnliches Dilemma auslösen wird wie der Verkauf der Sozialwohnungen durch die Stadt Berlin vor 15 Jahren. Das ist nämlich eine Spätfolge dieses Verkaufes.

Der Schaden ist jedoch bereits angerichtet. Die zusätzlichen Verwaltungskosten, die Mietausfälle der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaften und die Steuerausfälle beginnen sich schon aufzubauen.

Das einzige, was wirklich helfen würde wie Alexander Neuhuber MAGAN Advisors meint ist: bauen, bauen bauen.

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Oswald Wolkenstein

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Berlin und Brexit

Alle sprechen vom Brexit und den möglichen Auswirkungen auf den Londoner Immobilienmarkt. Viel interessanter erscheint mir aber die Frage, wer von einem Ausscheiden der Briten aus der europäischen Union profitieren könnte.

Gleich eines vorweg: Ein Austritt Englands aus der EU würde noch mehr Unsicherheit in den Staatenbund bringen, und daher kann man einen Brexit nicht gutheißen. Aber wie die Briten entscheiden, werden wir am 23. Juni sehen.

Für den Fall eines Ausstiegs der Engländer aus der EU prognostiziert der Immobilien-Informationsdienst „Geophy“, dass eventuell rund 200.000 Mitarbeiter internationaler Firmen aus London wegziehen werden, da die Unternehmen ihren Standort wechseln. Und diese 200.000 müssen ja irgendwo „untergebracht“ werden. Das heißt, wo immer sie auch hingehen, es werden Büro- und Wohnflächen gebraucht.

Es ist davon auszugehen, dass sich die Firmen, sollte England nicht mehr der EU angehören, in Europa umsehen würden. Zahlreiche Unternehmen sind in der Finanzbranche angesiedelt, und gerade Finanzinstitutionen und in der unmittelbaren Folge die intentionalen Konzerne brauchen für einen nachhaltigen Standort in der EU sichere Rahmenbedingungen– wirtschaftlich, rechtlich und sozial– und auch die entsprechenden Standortvoraussetzungen.

Für mich stehen lediglich zwei Städte zur Disposition–Paris und Berlin, wobei ich glaube, dass die deutsche Hauptstadt die besseren Karten hat.

Berlin ist die Hauptstadt der stärksten Wirtschaftsmacht in der EU und entsprechend attraktiv; Berlin kann substanziell noch gut innerhalb der Stadtgrenzen wachsen, wie zum Beispiel in Tempelhof oder Tegel. Platz genug, um für große Konzerne entsprechende Büroflächen zu schaffen, und natürlich auch Wohnraum.

Das Immobilien-Preisniveau– und das ist eines der wesentlichen Assetts der deutschen Hauptstadt– liegt deutlich unter dem von Paris und anderen vergleichbaren Städten. Es gibt außerdem gut ausgebildete Arbeitskräfte plus entsprechende Bildungsinstitutionen. Dazu kommt ein „Hinterland“ mit viel Potenzial– z.B. Sachsen– für Produktion, Logistik oder nachgelagerte hochwertige Dienstleistungen.

Sollte auch nur ein Teil der Unternehmen– angenommen die Hälfte– ihre Mitarbeiter nach Berlin schicken, so wäre das eine gewaltige Masse, die die Stadt sicher vor enorme Herausforderungen stellen würde. Wahrscheinlich würde ein Umzug nicht von heute auf morgen passieren, zumindest jedoch in absehbarer Zeit, und das würde bedeuten, dass Berlin zuzüglich zu der ohnehin schon steigenden Einwohnerzahl noch einmal rund 100.000 neue Bewohner verkraften müsste. Was das für den Immobilienmarkt bedeuten könnte, ist kaum vorstellbar. Vor allem würde ein guter Teil der neuen Einwohner auf dem gehobenen Wohnungsmarkt eine Bleibe suchen.

Berlin hätte die Chance, bei einem Brexit rasch zu einer „World Capital City“ wie Paris, London oder New York zu werden. In diesem Sinne würden sich die Pläne, die es nach dem Fall der Berliner Mauer gab, letztendlich erfüllen: zwar 20 Jahre später und aus einem ganz anderen Szenario heraus– aber Europa ist immer für eine Überraschung gut.

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