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(Stadt-)Entwicklung trotz Pandemie

Die Corona-Krise hat anschaulich gezeigt, wie schnell sich wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen wandeln können – und damit auch die Ansprüche der Nutzerinnen und Nutzer an die einzelnen Immobilien und die Stadtquartiere.

Inland

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Lebenswerte Städte sind Städte, in denen die Menschen gerne wohnen. Eigentlich beginnt die Lebensqualität bereits bei den einzelnen Grätzeln und Stadtteilen. In ihnen wird – im wahrsten Sinne des Wortes – der Grundstein für eine funktionierende Gemeinschaft gelegt. Corona bewirkte in diesem Grundgefüge Veränderungen, und die Projektentwickler müssen umdenken und ihre Stadtteile den neuen Gegebenheiten anpassen. Silvia Angelo, Mitglied des Vorstands der ÖBB-Infrastruktur AG: „Tatsächlich kamen in der ersten Schockstarre zu Beginn der Pandemie Fragen in Bezug auf die gesamtheitliche Betrachtung der Stadtentwicklung auf.“ Mittlerweile zeigt sich aber, dass sich an den großen städtebaulichen Trends nichts ändert, sehr wohl aber im Kleinen. „Die Menschen fordern eher mehr Freiräume in den eigenen vier Wänden. Weiters sehen wir einen verstärkten Trend in Richtung Shared Offices – das werden wir in Zukunft bei unseren städtebaulichen Entwicklungen mitdenken“, so Silvia Angelo.

Quartiere als Teil des urbanen Lebens

Gemischt genutzte Quartiere werden mehr und mehr Teil des urbanen Lebens und erobern die Städte. Die Stadtteile werden autonomer, wenn man so will. Das Prinzip Stadt der kurzen Wege hat sich in der Corona-Phase bewährt und wird in den kommenden Jahren noch wichtiger werden. Dass alles in unmittelbarer Nähe erreichbar ist, war wichtig und wird es auch bleiben. „Für uns als Entwickler hat sich gezeigt, dass unsere Strategie, die auf einen vielfältigen Mix von Nutzungskategorien setzt, richtig ist“, so Gerhard Schuster Vorstandsvorsitzender der Wien 3420 aspern Development AG und zuständig für aspern Die Seestadt Wiens: „Auch wenn Office- und Retail-Flächen seit der Pandemie vorsichtiger gehandelt werden, hat die Durchmischung, die wir ja im Wesentlichen von der Quartiers- bis zur Gebäudeebene umsetzen, bei den Bauträgern für Spielräume gesorgt.“

Umdenken in den Konzepten

Diese brauchen sie auch. Anton Bondi, Geschäftsführer von Bondi Consult und kreativer Kopf des Stadtquartiers TWENTYONE: „Corona hat zu einem teilweisen Umdenken in der Konzeption der Büros wie auch der Allgemeinflächen bei den anderen Nutzungen geführt.“ Die gemeinsamen Flächen wurden insgesamt großzügiger angelegt und die Größen der Büroeinheiten den neuen Anforderungen angepasst. In Summe zeichnet sich der Trend ab, dass das Büro nicht völlig neu gedacht werden muss – wohl aber ebenso umweltbewusst wie hochwertig und flexibel. Was heute jedoch immer mehr nachgefragt wird, sind Rückzugsmöglichkeiten sowie gut geplante Räume für Kollaborationen. Und die Umgebung ist wichtiger geworden. Gerhard Schuster: „Gibt es Nahversorger und Lokale in der Nähe, gibt es angenehme Plätze zum Luftschnappen oder um im Freien zu arbeiten?“

Abwicklung der Projekte

Eine Herausforderung war und ist seit März 2020 auch die Abwicklung der Projekte, und in jüngster Zeit kam es teils zu Verzögerungen. „Wie wir gelernt haben, kann und soll vieles, aber nicht alles über Online-Formate gelöst werden“, meint Silvia Angelo, die über die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Abteilungen der Stadt Wien erfreut ist: „Bei Projekten wie dem letzten großen Stadtentwicklungsgebiet in Wien, dem Nordwestbahnhof, gab es trotz Corona keine Verzögerungen.“

Steigende Preise der Baukosten

Womit die Projektentwickler jedenfalls derzeit kämpfen, sind die steigenden Preise der Baumaterialien. Im Juli 2021 lag der Baukostenindex auf Basis 2020 für den Wohnhaus- und Siedlungsbau laut Berechnungen der Statistik Austria bei 113,6 Indexpunkten. Im Vergleich zum Juli 2020 entspricht das einem Anstieg von 13,6 Prozent. Gegenüber dem Vormonat Juni 2021 stieg der Index um 1,1, Prozent. „Wie sich nun die Gesamtkosten entwickeln werden, hängt maßgeblich vom Projektinhalt, vom Projektstatus, von den vereinbarten Leistungen, aber auch von der Auslastung der ausführenden Firmen ab“, meint Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer bei BIG und ARE: „Die derzeit am Baumarkt gegebene Unsicherheit und schlechtere Kalkulierbarkeit ist von Fall zu Fall zu beurteilen und kann durchaus zu Umplanungen – technisch, inhaltlich und auch zeitlich – führen.“ Wolfgang Gleissner wünscht sich eine Entspannung, „wann diese eintritt, lässt sich jedoch noch nicht sagen“.

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