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Ressourcenknappheit fordert Architekten und Generalunternehmer zum Umdenken

Seit nunmehr eineinhalb Jahren begleitet uns die Covid-Krise und hat auf viele Branchen starke Auswirkungen.

Inland

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In der Baubranche zeigt sich das aktuell vor allem durch Ressourcenknappheit, Fachkräftemangel und Preissteigerungen. Der Baustoffmangel ist für uns Architekten seit dem 4.Quartal 2020 spürbar und zunehmend mit erheblichen Einschränkungen und Auswirkungen verbunden. Seit Anfang des Jahres hat sich die Lage verschärft. Diese Engpässe sind bei fast allen Baukomponenten feststellbar – von Stahl, Holz, Kunststoff über Dämmstoffe bis hin zu Bitumen, Asphalt und Energie. Damit einhergehend sind massive Preissteigerungen bei den Baustoffen: Bei Stahl sind es aktuell rund 40 bis 60 Prozent, bei Dämmstoffen bis zu 35 Prozent und beim Holz rund 20 Prozent. Die erhöhten Preise betreffen aber nicht nur die Baustoffe. Es ist generell mit Verteuerungen entlang der gesamten Lieferkette zu rechnen.

Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: es ist eher davon auszugehen, dass die Preise auf diesem Niveau bleiben werden – zumindest für die kommenden Monate.

Der Rohstoffmangel führt zu einer Verlangsamung der Produktions- und damit der Lieferzeiten. Viele Produktionsfirmen haben ihre Betriebe während der Lockdowns auf ein Minimum reduziert, bis diese wieder ihren Vollbetrieb aufnehmen können, dauert es eben.

System- und Materialwechsel bei laufenden Projekten

Aufgrund der Lieferschwierigkeiten müssen nun bei laufenden Projekten oft Material- und Systemwechsel vorgenommen werden, da eingeplante Baustoffe erst Monate später verfügbar sind. Bisher lagen die üblichen Lieferzeiten durchschnittlich bei wenigen Wochen. Dachstühle werden beispielsweise bei laufender Baustelle auf andere Konstruktionshölzer umgeplant, bei Wandaufbauten muss vollständig auf verfügbare Dämmstoffe umgestiegen werden.

Mehraufwand und wirtschaftliches Risiko

Für Architekten bedeutet dies einen massiven Mehraufwand in der Planung. Die zusätzlichen Kosten für den Mehraufwand geltend machen zu können, ist oft eine Herausforderung.

Generalunternehmer sind mit einem wirtschaftlichen Risiko konfrontiert, da bisher kalkulierte Baustoffkosten, die die Auftragsgrundlage darstellten, nicht mehr beziehbar sind.  Mehrkosten und Bauzeitverlängerungen sind daher als Kontroverse mit Auftraggebern vorprogrammiert.

Aus unserer Sicht ist ein Umdenken bzgl. bisher üblicher kurzfristiger Umplanungen durch Auftraggeber erforderlich, um so erhöhte Vorlaufzeiten sicherstellen zu können.

Mehr Zeit und Flexibilität bei neuen Projekten nötig

Bei neuen Projekten setzt unser Büro von Anfang an auf noch mehr Flexibilität, insbesondere was den Einsatz der zu verwendenden Materialien und Systeme anbelangt. Das ermöglicht uns, bereits in der Planungsphase projektspezifisch auf Baustoffverfügbarkeiten zu reagieren.

Generalunternehmer wiederum sind gefordert, ihre Subplaner deutlicher früher in vollem Umfang zu beauftragen. Alles in allem bedeutet das, mehr Zeit für Bauprojekte einplanen zu müssen.

Wir sehen hier einen Lernprozess für Entwickler, Architekten und Ausführende.

Potenziale und Chancen

Eine Vielzahl der heimischen Baustoff- und Bauproduktproduzenten hat bereits Lehren aus der Corona-Krise gezogen und mit Umstellungen begonnen. Wirtschaftliche und terminliche Abhängigkeiten von globalen Lieferketten werden durch regionale Anbieter oder Eigenproduktionen im Unternehmen ersetzt. Mit diesen Veränderungen kommt es zu  Wertschöpfungen sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen im Land. Die regionale Produktion mit kurzen Lieferwegen und ökologischen Technologien leisten einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Aus unserer Sicht gibt es für die Baubranche darüber hinaus ein großes Potenzial in der umfassenden Wiederverwendung von hochpreisigen Baustoffen und Produkten.

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