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Hausaufgaben für Verwalter

Schnelle Kommunikation wird für Hausverwaltungen immer wichtiger. Hierfür eine Brücke bauen wollen die Anbieter digitaler Systeme.

Inland

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Wenn ein Stromausfall das Haus verdunkelt, ist erst einmal Ratlosigkeit angesagt. Im nächsten Moment fällt den meisten die Hausverwaltung ein. Wer eine Taschenlampe besitzt und zudem ein geladenes Telefon bei der Hand hat, kann diese auch gleich einmal anrufen. Es muss allerdings kein Wochenende sein, um dort niemand zu erreichen. Dinge passieren schließlich auch außerhalb von Bürozeiten. Kommt man mit einem Alarmruf auf Anhieb doch durch, so ist das gut, macht die oder den am anderen Ende der Leitung aber noch nicht glücklich. „Ich habe mitbekommen, dass Hausverwalter auch an Wochenenden mit vielen Dingen belastet werden“, erzählt Alexander Roth im Hinblick auf die Gründung von iDWELL. Sein Schwiegervater sei Hausverwalter und habe hier den Anstoß gegeben. Herausgekommen ist ein digitales Produkt, das sich nach Auszeichnung mit dem apti-PropTech-Award in der Branche fast von selbst verkauft. Mit der Firma Brichard Immobilien hatte das Start-up von Beginn an auch einen Fürsprecher. Mittlerweile werden laut dem Gründer und Geschäftsführer über iDWELL 650.000 Wohneinheiten betreut. Außerdem verweist er auf eine Nutzer-App im „Look“ der Hausverwaltung.

App-Meldungen

Die Kommunikation – egal, ob über Handy, E-Mail oder übers Portal – werde durch die Zuordnung zu einem Fall in den überschaubaren Bereich gebracht. An möglichen Anwendungsfällen scheint es nicht zu mangeln. „Während des jüngsten Hochwassers kamen binnen Kurzem über 1.000 Meldungen bezüglich Wasserschäden herein“, sagt Roth, und in jenen Situationen habe sich das System bewährt. Über Textvorlagen würden sich Schadensfälle auch nahtlos an Versicherer melden lassen, ohne Säumigkeit zu riskieren. Eingehende Meldungen effizient abzuarbeiten und in Echtzeit über den Bearbeitungsstatus zu informieren, wäre damit gewährleistet. „Oft sind mehr als fünf Parteien in so einen Prozess involviert“, erläutert Roth und nennt außer den Mietparteien oder dem Verwaltungspersonal die Handwerker, Hauseigentümer, Miteigentümer oder eben die Versicherer.

Vor Ort kommuniziert

Eine, die schon früh mit einer Touchscreen-Lösung fürs Stiegenhaus am Markt war, ist die Salzburger online building information portal gmbh. 2014 gründete Johann Haunsperger diese mit einem Kompagnon, und ihre Hauptabsatzgebiete sind heute Salzburg und Wien. Hier ist zum Beispiel eine Störungsmeldung per Touchpanel im Stiegenhaus möglich. „Es kommt dann eine Info über die Bearbeitung retour, und der Handwerker wird automatisch verständigt“, sagt Haunsperger. So ließe sich unter Angabe der Wohnungsnummer beispielsweise eine kaputte Glühbirne melden. Der Handwerker könne nach Erledigung der Arbeiten am Touchscreen vor Ort den Status aktualisieren. Für registrierte Mieter ginge die Kommunikation auch per Computer von zu Hause oder per SMS. Auf die Frage, warum das nicht mit einer App gemacht werde, sagt Haunsperger: „Nach wie vor haben nicht alle Mieter notwendigerweise ein Smartphone.“

Touchscreen im Stiegenhaus

Immer häufiger werden Screens in Stiegenhäusern heute eingeplant. Ein Anbieter, auf dessen Geräten auch fremde Softwaresysteme wie iDWELL oder puck laufen, ist TableConnect. Weltweite Aufmerksamkeit hatten die späteren Firmengründer mit einer vorgetäuschten iPhone-Bedienung per Touchscreen erlangt. Dem Marketing-Gag war eine Nachdenkpause nebst Investorensuche gefolgt. Mit dem digitalen Hausaushang beziehungsweise dem „Blackboard“ schaffte man schließlich den Durchbruch. „Wir legen Wert darauf, einen Industriestandard zu liefern“, sagt Geschäftsführer Johann Rath und präzisiert: „Das System ist in die Wand eingebaut.“ Dieses sei daher voll brandschutzgeprüft und außerdem gegen Vandalismus gesichert. Überraschend ist dann die Tatsache, dass sich die Geräte zu 70 Prozent in Altbauten befinden. „Mehr als die Hälfte der Gebäude ist renovierungsbedürftig, und ein Einbau wird im Zuge dessen erwogen“, berichtet Rath. Bei den „Blackboard“-Inhalten seien neben Pflichtmitteilungen auch Alltagsinformationen wie die aktuelle Wetterlage oder die Abfahrtszeiten von Bahn und Bus dabei. Zudem würden lokale Wirtschaftstreibende in der Hausumgebung das Format gerne auch zu Werbezwecken nutzen.

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