Die planerische Komplexität der Ansiedlung des EDEKA-Marktes begründete sich v.a. in dem Umstand, dass der Gemeinde Mötzingen landes- und regionalplanerisch keine zentralörtliche Funktion zugewiesen ist. Großflächiger Einzelhandel ist hier eigentlich nicht vorgesehen. Dazu kommt, dass u.a. einzelne Nachbargemeinden diese Entwicklung durchaus nicht unkritisch sahen.
Zwar hatte ecostra im September 2018 im Auftrag der EDEKA Südwest bereits eine qualifizierte Analyse der möglichen städtebaulichen und raumordnerischen Auswirkungen erstellt, welche zum Ergebnis kam, dass der Supermarkt die Versorgungsstrukturen der Nachbargemeinden nicht schädigte. Diese Analyse musste dann im Oktober 2021 für einen flächenmäßig leicht verkleinerten Markt nochmals angepasst und um eine sog. "Standortalternativenprüfung" ergänzt werden, welche sämtliche sonstigen möglichen Standortoptionen im Gemeindegebiet betrachtete und bewertete. Immerhin lag das Plangrundstück nicht im Ortskern, dort gab es keine geeigneten Flächen, sondern am nördlichen Rand des Siedlungsbereiches.
Durchaus beachtlich ist, dass es dann immer noch etwa 5 Jahre dauerte, bis die Baugenehmigung erteilt werden konnte. Aber da spielten dann auch noch die Zauneidechsen eine Rolle. Für 12 solche Echsen musste zuerst ein spezielles Habitat als Ausgleichsmaßnahme geschaffen werden.
Bürgermeister Finis würdigte lt. Pressebericht dann auch völlig zu recht "die Beharrlichkeit der Projektbeteiligten". Einzelhandelsansiedlungen - nicht nur, aber insbesondere - in kleinen Gemeinden erfordert das "Bohren dicker Bretter".
Wir von ecostra freuen uns, dass wir mit unserer Arbeit einen Beitrag zur Verbesserung der örtlichen Nahversorgung leisten konnten. Die Zauneidechsen konnten wir vermutlich nicht überzeugen, dafür aber offensichtlich die Nachbargemeinden, den Regionalverband und das Regierungspräsidium.