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Pionier im Immobilienbusiness

Gerhard Engelsberger ist in die Immobilienbranche durch Zufall hineingerutscht, „aber es ist schon so, dass ich in der Immobilie auch meinen Spaß und meine Erfüllung gefunden habe und finde.“ Sein Leben lang– und das ist auch heute noch so. „Wenn das berufliche Betätigungsfeld keinen Spaß macht, hätte es keinen Sinn mehr.“

Wobei es die Immobilien allein nicht gewesen wären, und so er sieht er es auch als glücklichen Zufall an, dass in seinem beruflichen Leben viele interessante Dinge passiert sind. „Es wäre ja sonst fad gewesen, und ich weiß nicht, ob ich bis zu meiner Pension hundertprozentig bei den Immobilien geblieben wäre, wäre dies alles nicht geschehen.“ Vor allem waren es nicht nur interessante Projekte, sondern auch solche, die vor ihm noch niemand in Angriff genommen hat. Wie zum Beispiel die erste private Stadtentwicklung am Wienerberg, an der er maßgeblich beteiligt war.

Die erste private Stadtentwicklung

Mit den damaligen Kollegen im Vorstand der Wienerberger Immobilien AG, einer Tochtergesellschaft des Wienerberger-Konzerns, war Engelsberger der erste, der sich wagemutig auf diesen Weg machte. Auf dem Wienerberg besaß das Unternehmen seit der Jahrhundertwende Grundstücke, die brachlagen. 1990 stand der Flächenwidmungsplan und 1991 wurde mit den Bauarbeiten für den Business Park Vienna begonnen.

Respekt Vision

„Man muss an solche Dinge mit einem gewissen Respekt herangehen, man darf sich nicht überschätzen und muss mit beiden Beinen auf dem Boden stehen“, meint Engelsberger heute: „Aber man muss auch eine Vision haben und positiv denken.“ Eine Vision allein macht es aber nicht aus, und so hat er sich im Vorfeld dieses gewaltigen Unterfangens gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Wolfgang Reithofer in den USA und Kanada verschiedene Stadtentwicklungsprojekte angesehen und „daraus viel gelernt. Heute kann man überall in Wien hinfahren und sich Projekte anschauen. Damals gab es das nicht.“ Die Herausforderung war auch, auf dem Standort die richtige Mischung aus Leben, Wohnen, Einkaufen und Arbeiten zu finden. Aber nicht nur die Entwicklung des Standortes war für alle Beteiligten neu. „So etwas hat ja vor uns noch keiner gemacht, daher war es für alle Neuland. Auch für die Behörden.“

Herausforderung Palais + Kapitalmarkt

Neuland betrat er auch in seiner Position als Vorstand der ÖRAG, als die in der ehemaligen Creditanstalt angesammelten Palais in die ÖRAG fusioniert wurden. Die Innenstadtpalais wie Esterhazy, Fanto, Ferstl oder Harrach waren zumeist in keinem guten Zustand und standen unter Denkmalschutz. „Ein Palais, das vor Jahrhunderten als Wohnsitz eines Adeligen gedient hat, in ein nutzbares Objekt zu transformieren, das in die heutige Zeit hineinpasst, mit den geforderten Nutzungsarten, das sind schon Herausforderungen gewesen. Technische und planerische.“ So etwas hatte vor ihm auch noch niemand gemacht.

Völliges Neuland und eine spezielle Herausforderung war allerdings für Engelsberger die Bestellung als Gründungsvorstand der CA Immobilien Anlagen AG. Der Aufbau des Unternehmens, die erfolgreiche Börsenplatzierung und die Erweiterung der Investitionsstrategie ins– damals vor allem östliche– Ausland, waren die Highlights in seiner 20-jährigen Vorstandstätigkeit.

Teamarbeit …

Neben dem Spaß an der Arbeit ist für ihn auch die Teamarbeit entscheidend. „In Wahrheit kann ich nur im Team arbeiten, das ist mir ganz wichtig. Ich glaube auch, dass ich eine Gabe habe, mir ein Team zu formen, und dadurch mit Leuten zusammenarbeite mit den gleichen Intentionen und dem Interesse, gemeinsam die Herausforderungen zu lösen.“ Er kann auch Einzelkämpfer sein, wenn es „darum geht, etwas durchzuverhandeln, aber ich muss immer das Gefühl haben, dass ein Team da ist. Man inspiriert sich ja auch gegenseitig.“

… und Inspiration

Inspirierend möchte er auch auf der Fachhochschule Wien wirken, wo er als Mentor seine Studenten begleitet. „Lernen müssen sie schon selber“, aber von seiner Erfahrung können sie profitieren, wenn er aus seinem langjährigen und ereignisreichen Berufsleben erzählt oder mit ihnen über verschiedene Themen diskutiert– was auch eine Leidenschaft von ihm ist. Es geht jedoch nicht nur ums „Reden“, sondern für Gerhard Engelsberger gehört auch dazu, „dass man ihnen Zugang zu einem Netzwerk“ verschafft. Dass ihn auch seine Studenten inspirierend finden, belegen die guten Noten, die er als Vortragender regelmäßig von ihnen erhält.

Immobilien im Normendschungel

Während seiner beruflichen Laufbahn waren die Immobilien großen Veränderungen unterworfen– das betrifft alle Sparten: „Es ist auffällig, wie vielschichtig das Angebot geworden ist. Die unterschiedlichen Wohnarten, die wir derzeit haben, die Bürowelten, die sich verändern, die Entwicklung der Einzelhandelslandschaften.“ Die Möglichkeiten könnten sogar noch vielfältiger sein, aber der Vorschriftendschungel verhindert zahlreiche Entwicklungen. „Die überzogenen Normen haben vielerlei Ursachen, und ich halte diese Masse, die wir in Österreich haben, für einen volkswirtschaftlichen Unsinn. Ich glaube aber, dass sich auch das einmal normalisieren wird“, blickt Gerhard Engelsberger in die Zukunft.

Veränderung geht vom Menschen aus

Für die weitere Veränderung der Immobilien werde maßgeblich die Gesellschaft verantwortlich sein, und „die demografischen und letztendlich auch gesellschaftstypischen Entwicklungen werden ein markantes Zeichen in der Immobilienwirtschaft setzen“. Derzeit ist es die Einzelhandelslandschaft, die seiner Meinung nach die stärkste Transformation erlebt– Grund dafür ist der Online-Handel, wobei auch dies nicht der Weisheit letzter Schluss sein wird: „Irgendwann wird sich der Mensch wieder besinnen, dass er auch ein gewisses soziales Geltungsbedürfnis hat, und dann will er nicht mehr vor dem Bildschirm sitzen und seine Einkäufe in den Warenkorb legen, sondern auch andere Menschen sehen und mit ihnen reden.“

Ordentliche Balance

Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Entwicklungen sind „rasant kürzer geworden“, und für jemanden wie Gerhard Engelsberger, der schon Jahrzehnte in der Immobilienwirtschaft tätig ist und auch die Märkte aufmerksam beobachtet, ist es daher die größte Herausforderung, in der Zukunft „eine ordentliche Balance zu finden zwischen Nutzern und Investoren“.

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Geschrieben von:

Chefredakteur bei

Immobilien Redaktion
Interview-Partner:

Gerhard Engelsberger

Dieser Inhalt:
  • Erschienen am:
    24.11.2016
  • um:
    23:17
  • Lesezeit:
    4 min
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