Open House bei CODICO – Architektur in der Logistikhalle

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Am 22. Mai wurden in München bei der glamourösen Night of Electronics die Distributoren des Jahres 2025 in drei Kategorien ausgezeichnet. In der Kategorie Spezialdistributoren war das Unternehmen CODICO einer der Preisträger. Was macht einen Distributor wie CODICO zum Vorzeigeunternehmen, was macht einen Industriebau zum Vorzeigeprojekt?

Wir besichtigen bei einer Open-House-Präsentation die Firmenzentrale der Firma CODICO in Perchtoldsdorf. Gemeinsam mit Andreas Hawlik, HAWLIK GERGINSKI Architekten, dem Logistikexperten Gerald Wolf von Xvise, Peter Hutter, dem Leiter Logistik, Lager & Facility Management bei CODICO, und der Geschäftsführerin Karin Krumpel sehen wir uns das außergewöhnliche Gebäude an – und ich stelle eines fest: Ein Vorzeigeprojekt wie hier, sprich: eine funktionierende Halle in dieser Dimension, wird schon lange vor ihrem Bau fixiert.

Entscheidend ist, wie in allen Projekten, dass die Unternehmen eng zusammenarbeiten. Im Gegensatz zu dieser Logistikhalle ist das leider bei anderen Projekten nicht oft der Fall. Damit werden auch die Expansionsmöglichkeiten beschnitten sowie Erweiterungen und Veränderungen bzw. das Anpassen der Gegebenheiten in den bestehenden Hallen fast unmöglich gemacht. 

Seit 40 Jahren ist CODICO in Perchtoldsdorf ansässig. Das nachhaltige Gebäude wurde in den Jahren 2006 und 2007 fertiggestellt, und es wurde eine bis dahin in Österreich sonst noch nicht eingesetzte Konstruktionsweise verwendet. 2019 und 2020 wurden dann sowohl das Lager als auch das Büro auf mehr als die doppelte Fläche erweitert, was nur aufgrund einer langfristigen Perspektive schon bei der Planung möglich war. 

Das Architektenteam von HAWLIK GERGINSKI lebt das Motto 1+1=3 – das heißt, aus einer fruchtbaren Zusammenarbeit von Architekt und Bauherr entsteht ein gemeinsames Projekt. Im Falle des CODICO-Gebäudes war aber auch Xvise an Bord, ein verlässlicher Partner für smarte Logistik, E-Commerce und praxisorientiertes Supply-Chain-Management.

Es war insbesondere interessant zu sehen, worauf bei der Konzeptionierung von architektonischer Seite geachtet werden muss und wie früh die Gedanken aller Beteiligten in den Prozess einfließen sollen. Es zeigt sich auch, dass nur eine gedeihliche Zusammenarbeit auch wirklich gute Ergebnisse hervorbringt. Und etwas ganz Wichtiges: Die Wünsche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Hallen müssen auf jeden Fall in die Konzepte einbezogen werden. Denn die beste Halle nützt nichts, wenn die Menschen dort nicht gerne arbeiten.

Die Fakten

 

Themenbereich integrale Planung:

Planungsprozess, Kooperation, Logistik & Architektur

Langfristig gedachter Masterplan

BIM-Planung

Themenbereich Logistik:

Vollautomatisches Lager

Palettenlager mit Schmalgangstapler

Optimale Fahrwege für LKWs

Themenbereich Gebäude:

Gute Arbeitsplätze in der Logistik (z. B. viel Tageslicht)

Flexibler Grundriss – große Spannweite

ESD-Schutzbereich

Interaktion und Durchblicke
 Nachhaltigkeit: Gründach, PV, Regenwasser-Management

 

 

Transkript

0:10 Herzlich willkommen zu unserem Open House hier bei der Firma Kodiko in Berchtolzdorf. Wir wollen uns bisschen anschauen, wie wichtig es ist, auch Logistikhallen architektonisch gut vorbereitet werden. Vor allem geht es ja nicht nur um das Aussehen einer Halle, sondern es geht auch darum, dass die Distribution ideal erfolgen Kann. War von Anfang an diese Strukturierung oder dieses gemeinsame Zusammenarbeiten von X-Wise, Kodiko und Havliger-Ginske-Architekten geplant und hat sich

0:53 das erst im Laufe der Zeit ergeben? Für ein derart großes Projekt der Lagererweiterung war es uns klar, dass wir zwei Partner brauchen von Anfang an, weil wir brauchen einerseits einen Spezialisten, der in Logistik und Lager der Vollprofi ist und auf der anderen Seite muss das Ganze in das entsprechende Gebäude und Haus gepackt werden und da haben wir ja schon sehr lange eine gute Zusammenarbeit mit dem Büro Havliger-Ginske und da stand gleich von Anfang an fest, dass wir das mit dem Büro Havliger-Ginske machen werden,

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1:33 während wir auf der anderen Seite für die Logistikseite verschiedene Anbieter natürlich gescreenen haben und dann bei X-Wise gelandet Sind. Wir als Logistikplaner hatten hier den Vorteil, dass wir sehr früh in die Zusammenarbeit mit den Architekten hineingehen konnten. Das heißt dass wir im Vorfeld schon die Fachplanung machen konnten und sehr früh dann mit den Architekten auch das Gebäude, das Layout, Lichtanforderungen und all diese Anschlusstechnischen Thematiken mit abdecken konnten. Ist aber normalerweise nicht so üblich, dass man die Architekten so früh einbaut. Tatsächlich haben wir bei unseren Projekten sehr oft das

2:11 Problem, auch für uns Zeichen der Herausforderung, dass wir eigentlich erst zu spät hineinkommen, dass der Architekt schon vorher da war und wir somit die Logistik dann in ein bestehendes Gebäude hineinplanen müssen und das kann zu ineffizienten dafür. Das heißt, sinnvoll ist es zuerst die Logistik zu planen und dann die Architekten reinzunehmen bzw. überhaupt gleich gemeinsam anzufangen? Das wäre in wesentlichen unser Wunsch dazu, das ist richtig, weil dann wirklich ein optimales Ergebnis rauskommen kann. Kodiko hat ja eine Auszeichnung bekommen und zwar ich muss also kurz vorlesen, für Supply Chain Performance und

2:46 Nachhaltigkeit und da stellt sich natürlich die Frage, wie sehr hat da auch die Logistikhalle ihren Anteil daran? Grundsätzlich sehe ich natürlich den logistikplanerischen Anteil an dieser Auszeichnung sehr, hoch. möchte an dieser Stelle Kodiko auch zu diesem Erfolg gratulieren. Man muss dazu sagen, dass es hier natürlich um eine Gesamtbewertung geht. Es geht um logistische Abläufe, geht um Abstimmung der richtigen Lagertechnik auf die Anforderungen der Waren, um im Wesentlichen dann auch Richtung Kunden hinaus effizient, treu und qualitativ liefern zu können. Was mir aber bei Kodiko auch wichtig ist hervorzuheben ist,

3:22 das Unternehmen hat für die Logistik auch das richtige Mindset. Das heißt, Logistik wird hier gelebt, es wird verstanden, warum es geht und welchen Faktor oder Erfolgsbeitrag es dabei auch hat. Architektur und Logistik da sagt man, ja, das ist ja bei einer Industriehalle gar nicht notwendig die ist schon eh alle gleich aus, aber so ist es nicht. Nein, definitiv nicht. Also erst einmal ist jede Logistikhalle custom designed, insbesondere wenn es für einen Betrieb ist der spezielle Anforderungen hat. Natürlich gibt es Logistikhallen, die auf der grünen Wiese errichtet werden für einen Mieter. Diese Hallen müssen nutzungsoffen sein,

4:03 aber wir sind hier bei einem Betrieb, der nicht nur Logistik im Bereich Paletten macht, sondern insbesondere Bereich Kleinteile und deswegen natürlich ganz besondere Anforderungen hat. Wir stehen hier im Bereich von Fördertechnik wo Kleinteile kommissioniert werden. Wir schauen dann nachher auch noch ins automatische Kleinteile-Lager hinein und in so einem Betrieb ist es erst einmal ganz wichtig, dass der Unternehmer weiß, was brauche ich denn, er muss eine Funktionsanalyse machen, eine Bedarfserhebung machen, das ist der Punkt, wo die Zusammenarbeit mit dem Logistikplaner am Anfang sehr

4:43 wichtig ist. Stell dir vor, du musst als Designer ein Auto designen und weißt nicht, wie groß der Motor Ist. Ok, ja, das ist ein gutes Argument, genau, und vor allem, müssen sicher auch die Weil es sind ja die Hallen man arbeitet hier, man sagt dann immer, naja das ist mit der Logistik das rennt danebenbei. Nein so ist es nicht, du brauchst gute Mitarbeiter, du brauchst Mitarbeiter, auch die sich mit dem Unternehmen identifizieren, da spielt die Architektur auch eine wesentliche Rolle. Auf jeden Fall, die Arbeitsplätze müssen eine Qualität haben, wo der Mitarbeiter sich über Jahre hinweg wohlfühlt.

5:22 Das muss natürlich auch ein gutes Team sein, aber ein gutes Team bekomme ich in einer guten Umgebung. Und was heißt das jetzt? Wir müssen ein gutes Licht haben, wir müssen helle Oberflächen haben, Blickbeziehungen ins Freie sind ganz wichtig, der Mitarbeiter möchte hinaus sehen können, möchte in die Natur schauen können und auf der anderen Seite muss das Ganze einfach sauber und clean sein. Also Architektur kann natürlich immer zur Stimmung beitragen, wenn die Architektur ruhig geordnet ist, dann wirkt das natürlich auch auf den Menschen, wenn ich eine wilde Architektur mache, dann wird auch der Mensch dadurch emotional bewegt,

6:05 also eine Ordnung, eine Ruhe, eine Systematik ist sicher etwas, was zur Beruhigung des Menschen beiträgt. Das heißt, du musst natürlich auch als Architekt dich entsprechend einfühlen In Das Unternehmen. Genau, man muss das Unternehmen kennen, man muss die Leute im Unternehmen verstehen und kennen. Die Zusammenarbeit mit dem Logistikplaner, der das Funktionskonzept vorgibt, ist ganz wesentlich und dann ist die Aufgabe des Architekten, diese Funktionen in ein schönes harmonisches Bild einzukleiden.

6:45 X-Wise hat uns dabei beraten, Spezialisten zu finden, zum Beispiel für die Automatisierung und das Kleinteillager, die Fördertechnik und hat uns bei den Prozessen, bei den Abläufen unterstützt. Wir waren also in der eher angenehmen Lage, die grüne Wiese bauen zu können, um einmal das Innere zu gestalten, zu haben, also wir haben unsere Warmflüsse definiert, wir haben die Arbeitsplätze definiert, die Gänge die wir brauchen, welche Funktionen wo ausgeübt werden und in dieser Phase ist auch schon die Architektur mit

7:28 dazugekommen, die mit Wachen, Auge mehrere Ziele verfolgt hat. Einerseits natürlich die ganzen lokalen Auflagen und Behördenvorgaben die einzuhalten sind und andererseits haben wir doch deutlich gesehen, es ist mehr als nur eine Hülle rundherum zu Bauen. Es gab ja schon zwei Erweiterungen der Halle, aber die Grundbasis der Halle selbst die ist ja immer so geblieben, war der Durchbruch von Anfang an das mit geplant hat, hat das natürlich vieles vereinfacht. Ja, die ganz wichtige Funktion des Architekten ist für Zukunftssicherheit zu sorgen,

8:08 also dass mögliche oder geplante Erweiterungen schon mitgedacht und mitgeplant werden. Wir haben hier das in mehreren Stufen umgesetzt, das eine wäre, ist Platz vorgesehen und sind Anschlüsse vorgesehen, um das Kleinteilelager zu erweitern oder auch das Palettenlager neu zu machen, aber die ersten Erweiterungsschritte sind schon passiert, also wir haben den Verpackungsbereich um zwei Packtische erweitert und wir haben auch den Warenübernahmebereich um zwei Tische erweitert, ebenso im Kleinteilelager die Anzahl der Kisten erhöht Und Das war alles natürlich in der Struktur Möglich? Das war ohne Änderungen der Struktur möglich,

8:48 das war von Anfang an so einkalkuliert und geplant, was unterm Strich dann natürlich auch eine Kostenersparung gebracht Hat. Hier sind wir jetzt im logistischen Kernstück sozusagen, dem Speicher, das ist das automatische Kleinteilelager, wir haben hier ungefähr 11 Meter Lagerhöhe, zwei Regalgassen, wo Roboter rein und rausfahren und Behälter aus den Regalen herausnehmen und dann dem Fördersystem übergeben, wo der Behälter dann zum Kommissionierplatz gefahren wird. Das muss man alles mit in der Planung mit bedenken,

9:28 weil das ist schon sehr beeindruckender herinnern., Also Jarvis und Brave haben natürlich ganz andere Bedürfnisse, schauen nicht so gern beim Fenster hinaus, die wollen es eher dunkel haben, kühl wollen sie es haben. Der geht ja rauf bis zur Decke, das heißt, der wurde so im Ganzen angeliefert, der Jarvis, und muss man alles in der Planung mit einrechnen. Und dafür braucht es dann auch wieder den Logistikplaner, der diese Anlage ja plant, ausschreibt und auch überwacht, der gibt uns die Informationen frühzeitig, wo muss die Halle welche Öffnungen haben,

10:08 wo ich dann das Ding hineinbringe. Was ist das Besondere, wenn man schon so lange da ist dass man da hier arbeitet? Ja, das Besondere ist dass man die stetige Verbesserung sieht, weil ich habe schon einige räumliche Veränderungen mitgemacht in der Firma Codeco und ich muss sagen, die aktuelle ist top, weil wir, also im Vergleich zu den letzten Räumlichkeiten, wir haben viel mehr Platz, es ist heller, wir haben alle ergonomische Arbeitsplätze, wir können uns Mit Den Werkzeugen und mit den Geräten denen wir

10:50 arbeiten, tolle Arbeit leisten. Und jetzt noch kurz eine abschließende Frage, kurz beantwortet, wie war die Zusammenarbeit zwischen Hawle, Gaginski-Architekten, Codeco und X-Wise? Zeitgerecht und sehr gut. Sehr produktiv, interessant und unsere Vorstellungen wurden umgesetzt. Wie drei Zahnräder, die wunderbar ineinandergreifen.

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