„Die größte Überraschung ist die Kombination aus hoher Wohnzufriedenheit und gleichzeitig starker Veränderungsbereitschaft – insbesondere bei den Jüngeren“, kommentiert Benedikt Gabriel, gemeinsam mit Bernd Gabel-Hlawa CEO und Founder der renommierten österreichischen Immobilien-Plattform FINDMYHOME.AT, die Umfrage, der sich die Leserinnen und Leser des im Markenumfelds befindlichen Online-Immobilien-Magazins MYHOME.AT stellten.
Während ältere Generationen stärker an Stabilität gewinnen, lebt die Altersgruppe der 19- bis 35-Jährigen in einem anderen Rhythmus: Sie ist zwar meist zufrieden – aber selten sehr zufrieden. Und sie plant am häufigsten den nächsten Schritt, wie die aktuelle Umfrage ergab. „Bei jungen Menschen sehen wir Wohnen klar als Zwischenstation“, erklärt Bernd Gabel-Hlawa. „Die Wohnung passt für jetzt – aber sie ist bewusst nicht als letzter Schritt gedacht.“ Jobwechsel, Stadtbeweglichkeit, Beziehungen, Familienplanung: Wohnen wird neu justiert wie ein Lebensmodul – nicht wie ein Besitzversprechen.
Der große Shift: Umzug war gestern – Optimierung ist heute
Mit zunehmendem Alter verändert sich nicht nur die Zufriedenheit, sondern auch die Art der Veränderung:
19–35 Jahre: Umzug als Option
36–45 Jahre: Renovieren und Umgestalten
ab 46: punktuelle Verbesserungen statt Neuanfang
„Wenn sich Veränderung von radikalen Umzügen hin zu Renovieren und Optimieren verschiebt, müssen wir den Fokus klar auf den Bestand legen“, so Gabriel. „Es geht darum: mach das Beste aus deinem jetzigen Zuhause.“ Der Trend ist eindeutig: Optimierung ersetzt den klassischen Neustart.
Wien: Kleine Wohnungen, großer Druck
Besonders deutlich zeigt sich das in urbanen Regionen. In Wien sind Wohnflächen kleiner, das Platzempfinden kritischer – und der Wunsch nach Veränderung besonders hoch. „Urbanes Wohnen erzeugt Optimierungsdruck, nicht primär Fluchtwunsch“, erklärt Gabel-Hlawa. „Gefragt sind flexible Lösungen – von smarter Organisation bis Balkon-Optimierung.“ Die Stadt macht kreativ, aber auch kompromissbereit – aber alles mit Maß und Ziel.
„Lage kompensiert Platz – aber nur bis zu einem gewissen Punkt“, weiß Gabriel. „Wenn trotz aller Ordnungssysteme keine sinnvolle Lösung mehr möglich ist, kippt die Entscheidung Richtung größerer Wohnung.“
Wohnkostenstress: Das Problem liegt in der Mitte
Ein weiteres zentrales Ergebnis betrifft die Leistbarkeit: Nicht nur niedrige Einkommen empfinden Wohnkosten als Belastung – besonders stark betroffen ist die Mitte. Sprich: Die Gruppe mit 2.000 bis 3.000 Euro Einkommen spürt den Druck am deutlichsten. „Das Thema ist mitten in der Gesellschaft angekommen, nicht am Rand“, weiß Gabel-Hlawa. „Der Markt bietet dieser Mitte zu wenig leistbare Optionen mit stimmigem Preis-Leistungs-Verhältnis.“
Mehr Geld = nicht automatisch mehr Wohnzufriedenheit
Auch ein hoher Verdienst schützt nicht vor Wohnkompromissen. Die Umfrage zeigt: Wohnzufriedenheit hängt nicht am Einkommen, sondern an der gefühlten Qualität des Alltags. „Entscheidend ist das empfundene Preis-Leistungs-Verhältnis“, so Gabriel. „Viele leben nicht besser, sondern nur teurer.“
Das Schlüsselwort 2025: Ausmisten
Die häufigste Veränderung über alle Altersgruppen hinweg ist erstaunlich schlicht – und zugleich symbolisch: Ausmisten. Ordnung wird zur neuen Wohnqualität, weniger Besitz ersetzt mehr Quadratmeter. „Dass selbst sehr Zufriedene Veränderungen planen, zeigt: Optimierung ist Ausdruck von Identifikation, nicht von Frust“, sagt Gabel-Hlawa. „Man arbeitet laufend am Zuhause, um Persönlichkeit und Lebensrhythmus besser abzubilden.“
MYHOME.AT-Fazit: Wohnen als Gefühl – nicht als Quadratmeterzahl
Die Umfrage zeigt ein klares Bild: Wohnen bleibt ein zutiefst emotionales Thema. Es geht nicht nur um Fläche oder Ausstattung, sondern um Identität, Sicherheit und Lebensgefühl. Gleichzeitig wird deutlich, dass Anpassungen heute weniger als radikaler Neuanfang verstanden werden, sondern als Weiterentwicklung des Bestehenden. Optimieren, Umgestalten und Verbessern ersetzen zunehmend den klassischen Umzug. Brisant ist zudem, dass Wohnkostenstress längst kein Randphänomen mehr ist – und schließlich etabliert sich Ordnung als neue Wohnwährung.
Oder wie es Gabriel auf den Punkt bringt: „Wohnen fühlt sich heute weniger endgültig an – sondern wie ein Raum, den man ständig weiterschreibt.“