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Lystio holt 500.000 Euro für die Entwicklung eines KI-basierten Immobilienportals

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Lystio holt 500.000 Euro für die Entwicklung eines KI-basierten Immobilienportals
Lystio holt 500.000 Euro für die Entwicklung eines KI-basierten Immobilienportals
© Lystio

Nach einem Jahr Aufbauphase und 30 Millionen Video-Views investieren internationale Geldgeber in die Vision eines Algorithmus, der Relevanz über Bezahl-Rankings stellt.

Wien, am 26. Februar 2026 - In einem Altbau-Büro in Wien entstand vor rund einem Jahr die Idee, den heimischen Immobilienmarkt technologisch neu zu denken. Heute verkündet das Wiener Start-up Lystio den Abschluss einer Finanzierungsrunde über 500.000 Euro. Neben österreichischen Investoren beteiligen sich internationale Business Angels aus dem Silicon Valley, darunter ein früher Google-Mitarbeiter. Das Kapital fließt gezielt in die Weiterentwicklung des Produkts – insbesondere in den Ausbau eines KI-basierten Suchalgorithmus.

Gegründet wurde Lystio von Philipp Attensam, Constantin Weiland, Mikail Celik und Stefan Wagner. Die vier Gründer verbindet die Überzeugung, dass der österreichische Immobilienmarkt digital zwar etabliert, technologisch aber kaum weiterentwickelt ist. Statt bezahlter Platzierungen und Sichtbarkeit gegen Budget soll künftig Relevanz entscheiden.

„Wir haben uns gefragt, warum Suchergebnisse bei Immobilienportalen oft vom Werbebudget abhängen – und nicht davon, was wirklich zur Suchanfrage passt“, sagt Mitgründer Constantin Weiland. „Unsere Vision ist ein Algorithmus, der ausschließlich nach Relevanz sortiert.“

Diese Technologie befindet sich derzeit in der Testphase. Ziel ist es, das klassische „Pay-to-Rank“-Modell durch ein datengetriebenes System zu ersetzen, das Nutzerverhalten, Präferenzen und Qualitätsmerkmale von Inseraten intelligent analysiert. Der Rollout des neuen Suchalgorithmus gilt als zentraler Meilenstein der nächsten Wachstumsphase.

Parallel zur Produktentwicklung setzte das Team stark auf Reichweite aus Wien heraus. Anstatt hohe Marketingbudgets in klassische Werbung zu investieren, baute Lystio eine Social-Media-Strategie auf. Mit Immobilienvideos, Marktanalysen und Storytelling rund um Wiener Objekte erzielte das Start-up über 30 Millionen Videoaufrufe und gewann mehr als 30.000 Follower. Heute nutzen über 40.000 Menschen das Portal monatlich.

„Wir haben Distribution von Anfang an mitgedacht“, so Weiland. „Wien ist ein stark digitalisierter Markt, aber gleichzeitig sehr community-getrieben. Diese Kombination wollten wir nutzen.“

Auch auf der Angebotsseite wuchs das Unternehmen dynamisch. Seit dem Launch im März 2025 stieg die Zahl der aktiven Inserate von rund 4.000 auf über 50.000. Das Portfolio umfasst Miet- und Eigentumswohnungen, Häuser, Neubauprojekte sowie Gewerbeimmobilien, Grundstücke und Stellplätze – mit besonderem Fokus auf den Großraum Wien und zunehmend ganz Österreich. Grundlage dafür sind direkte Partnerschaften mit Maklern, Bauträgern, Unternehmen und privaten Anbietern.

„Wir kommen selbst aus Wien und kennen die Herausforderungen des Marktes – hohe Nachfrage, begrenztes Angebot, steigende Preise“, sagt Mitgründer Philipp Attensam. „Unser Ziel ist es, langfristig die beste Plattform für Nutzer und Partner in Österreich zu bauen.“

Der europäische Markt für Immobilienportale zählt zu den umsatzstärksten digitalen Segmenten mit ausgeprägten Netzwerkeffekten. Gleichzeitig sehen die Gründer strukturelle Ineffizienzen, insbesondere bei Transparenz, Ranking-Mechaniken und Datenqualität. Lystio setzt hier auf künstliche Intelligenz, um Suche, Inseratsqualität und interne Prozesse kontinuierlich zu optimieren.

Das Geschäftsmodell basiert auf einem kostenlosen Basismodell für Anbieter, ergänzt um optionale Premiumfunktionen. Damit soll Angebot und Nachfrage effizient skaliert werden, ohne die Nutzererfahrung durch bezahlte Rankings zu verzerren.

Mit dem frischen Kapital plant das Wiener Start-up, seine Marktposition in Österreich weiter auszubauen, das Produktteam zu stärken und die technologische Basis für eine Expansion in weitere europäische Märkte zu schaffen. Der Ausgangspunkt bleibt jedoch Wien – als Testmarkt, Innovationsstandort und Heimat des Gründerteams.

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