In einem Krankenhaus zählt jede Sekunde. Wenn ein Notfall auf der Intensivstation eintrifft oder ein Patient vom Heliport direkt in den Operationssaal gebracht werden muss, darf die Logistik nicht zum Flaschenhals werden. „Im medizinischen Umfeld ist ein reibungsloser Personenfluss buchstäblich lebensentscheidend“, erklärt Rafael Fanelli, KONE Project Manager. „Moderne Aufzugssysteme denken heute mit und optimieren den Betrieb in Echtzeit, um Wartezeiten und Stressfaktoren für Personal und Patienten zu minimieren.“
Intelligente Steuerung für kritische Phasen
Die technologische Antwort auf diese Herausforderungen ist die effiziente Steuerung, die zum jeweiligen Nutzungszweck passt, wie sie beim Aufzugs- und Rolltreppenunternehmen KONE zum Einsatz kommt. Notfalltransporte erhalten so automatisch Vorrang. „Es geht darum, Ausnahmesituationen technisch beherrschbar zu machen“, so Rafael Fanelli.
Doch die Anforderungen enden nicht bei der Geschwindigkeit. Spätestens seit der Corona-Pandemie ist der Aufzug auch als aktive Infektionsschutzzone in den Fokus gerückt. Wo immungeschwächte Patienten und Besuchende auf engstem Raum zusammentreffen, bieten moderne Lösungen wie antimikrobielle Oberflächen auf Silberionen-Basis und Luftreiniger mit UV-C-Licht einen unsichtbaren, aber effektiven Schutzschild.
Telemedizin für die Technik
Ein besonderes Risiko stellen veraltete Anlagen dar. Viele Klinikaufzüge sind seit über 20 Jahren im Einsatz. Die Folgen sind häufige Ausfälle und Sicherheitsrisiken wie das „unbündige Halten“ – eine Stolpergefahr, die gerade beim Bettentransport fatal sein kann. Hier setzt die sogenannte prädiktive Wartung an.
Mittels Cloud-Anbindung und künstlicher Intelligenz (KONE 24/7 Connect) werden Parameter wie Türbewegungen und Vibrationen rund um die Uhr überwacht. „Wir betreiben quasi Telemedizin für die Infrastruktur“, beschreibt Fanelli das Konzept. „Das System erkennt Abweichungen, bevor es zum Stillstand kommt. In der Praxis reduziert das die Ausfälle um bis zu 44 Prozent.“
Referenz Kinderspital Zürich: Der Aufzug als Teil des Heilungskonzepts
Wie diese klinische Maßarbeit in der Praxis aussieht, zeigt das neue Kinderspital Zürich (entworfen von Herzog & de Meuron). Hier wurden die 20 Aufzüge bis ins letzte Detail auf die pädiatrische Hochleistungsmedizin abgestimmt: WLAN in den Kabinen stellt sicher, dass medizinische Überwachungsgeräte auch während des Transports lückenlos Daten senden können. Spezielle Hygiene-Beschichtungen schützen die Patienten und Bullaugen auf Kinderhöhe im Liftschacht sollen die Angst vor der Technik nehmen. Das Projekt verdeutlicht: Ein moderner Aufzug ist heute kein Standardprodukt mehr, sondern ein funktionaler Baustein der „Healing Architecture“, der bereits früh im Bauprozess ganzheitlich geplant werden muss.