Ist der Fachkräftemangel gekommen, um zu bleiben?

vor 2 Jahren

3 Minuten

Ist der Fachkräftemangel gekommen, um zu bleiben?
Ist der Fachkräftemangel gekommen, um zu bleiben?
© Edenred/Kleine Zeitung
v.l.n.r.: Veronika Rabl, Leiterin der HR-Abteilung bei REWE Österreich, Christian Moser, Kopf der Organisationsentwicklung bei niceshops, Mariana Kühnel, stellvertretende Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, und Christoph Monschein, Geschäftsführer von Edenred Österreich
Ist der Fachkräftemangel gekommen, um zu bleiben?
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Ist der Fachkräftemangel gekommen, um zu bleiben?

Edenred diskutiert mit Expert:innen Herausforderungen der neuen Arbeitswelt. Edenred, der Weltmarktführer im Bereich Mitarbeiter-Benefits und -Bindung, lud zum Business Talk nach Graz.

Zusammen mit namhaften Branchenexpert*innen wurde ein akutes Thema der heimischen Wirtschaft diskutiert und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten erörtert: der Fachkräftemangel, der sich laut Prognosen der Wirtschaftskammer erheblich verschärfen, gravierende Umsatzeinbußen nach sich ziehen und das Wirtschaftswachstum bremsen wird. 

Wie ist die Herausforderung Personalmangel zu meistern? Diese zentrale Frage stand im Fokus des Edenred´schen Business Talks mit den Expert:innen Mariana Kühnel, stellvertretende Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, Veronika Rabl, Leiterin der HR-Abteilung bei REWE Österreich, Christian Moser, Kopf der Organisationsentwicklung bei niceshops, und Christoph Monschein, New-Work-Experte und Geschäftsführer von Edenred Österreich. Mehr als 60 namhafte Unternehmer:innen und Entscheidungsträger:innen kamen der Einladung zur Podiumsdiskussion samt anschließendem Networking in der steirischen Landeshauptstadt Graz nach.

Fachkräftemangel als Herkulesaufgabe für heimische Wirtschaft

Aktuelle Erhebungen zeichnen ein nüchternes Bild: Am Arbeitsmarkt können im Schnitt mehr als 170.000 Stellen nicht besetzt werden. Diese Zahl kann laut Berechnungen der Wirtschaftskammer demografiebedingt bis 2040 auf über 500.000 steigen. „Ich mache mir ernsthafte Sorgen um unsere Wirtschaftskraft“, zeigt sich Christoph Monschein mit Blick auf den Fachkräftemangel besorgt. „Wir müssen noch viel mehr tun, um qualifizierte Arbeitskräfte zu rekrutieren und langfristig auch halten zu können.“

Denn die negativen Folgen schlagen bereits jetzt voll bei den Unternehmen durch: „Geschäftspotenziale bleiben ungenutzt, Investitionen bleiben aus, Unternehmen verzeichnen Umsatzeinbußen und für die Beschäftigten steigt die Arbeitsbelastung“, schildert Mariana Kühnel. Eine generelle Arbeitszeitverkürzung sei hier das falsche Rezept. Ein wichtiger Hebel bestehe in der Aus- und Weiterbildung, um angesichts der rasanten Veränderungen in der Berufswelt und der technologischen Weiterentwicklungen up to date zu bleiben.

63 Prozent der steierischen Firmen stark vom Fachkräftemangel betroffen

Der Mangel an Arbeitskräften betrifft alle Wirtschaftsbereiche, wobei manche Branchen wie etwa der Handel, der Tourismus und die Gastronomie aktuell besonders betroffen sind. Der Fachkräftemangel in der Steiermark und Kärnten liegt dabei über dem österreichischen Durchschnitt. In der Steiermark geben knapp 63 Prozent der Unternehmen an, stark vom Fachkräftemangel betroffen zu sein, in Kärnten sind es sogar mehr als 68 Prozent.

Auch REWE, mit österreichweit rund 46.000 Mitarbeiter:innen ein wesentlicher Player am heimischen Markt, kennt diese Herausforderungen nur zu gut: Der Konzern verzeichnet laut HR-Chefin Veronika Rabl aktuell 1.800 offene Stellen im Filial-, 1.200 im Lehrlings- und 370 im Zentralbereich – und das trotz sicherer Arbeitsplätze, guter Ausbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen, einem inklusiven Umfeld, Benefits sowie einer modernen Arbeitskultur samt bedürfnisorientierter Arbeitszeiten. Der Fachkräftemangel trifft den Konzern vor allem in den Bereichen Finance, HR, Fleischproduktion, Warengruppenmanagement, IT und Vertrieb. Diese zählen bereits zu den insgesamt 110 Mangelberufen in Österreich.

New Work als Allheilmittel?

Stellt sich die Frage, ob New Work ein Hebel ist, um qualifizierte Arbeitskräfte zu finden und langfristig zu binden. „New Work ist gekommen, um zu bleiben und bietet viele Chancen, um dem Personalmangel zu begegnen“, ist Kühnel überzeugt. Laut einer Umfrage der Wirtschaftskammer wenden 51 Prozent der heimischen Jungunternehmen New Work im eigenen Unternehmen bereits an und sehen viele Vorteile – von einer erhöhten Mitarbeiterzufriedenheit bis hin zu Effizienzsteigerungen und Ressourceneinsparungen.

Auch für das E-Commerce-Unternehmen niceshops lautet die Antwort ganz klar „Ja“. „Wir haben bei niceshops in den letzten Jahren eine auf Wertschätzung, Vertrauen und Transparenz basierende und extrem lernfähige Kultur entwickelt, die die Mitarbeiter:innen ganz selbstverständlich in den Fokus rückt“, berichtet Christian Moser von seinem Erfolgsrezept. Eine solche Firmenkultur würde sich auch in schwierigen Zeiten, wie etwa dem jüngsten Stellenabbau des Scaleups zu Jahresbeginn, bewähren. „In Zeiten eines hohen Fachkräftemangels wird es noch wichtiger, jede Rolle im Unternehmen optimal zu besetzen und aufzuwerten. Funktionen und Abläufe müssen entsprechend geschärft werden. Eine authentische und starke Unternehmenskultur hilft dabei immens.“

Purpose als tragende Säule

Auch New-Work-Experte Christoph Monschein befürwortet eine solche Arbeitsumgebung, die auf einem Unternehmenspurpose basieren müsse, um echte Erfolge nach sich zu ziehen. „Arbeiten meine Mitarbeiter:innen gerne in meiner Firma, fördert das in jedem Fall auch die Fachkräftegewinnung. Eine höhere Selbstverantwortung und Beteiligung, größere Freiräume und eine flexible Arbeitsgestaltung, sinnstiftende Arbeit und breitere Entscheidungsstrukturen sind essenzielle Bestandteile der neuen Arbeitswelt.“ New Work sei also weit mehr als nur Homeoffice.

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