Werbung
Anzeige
Überspringen in  s

Innovationskraft im internationalen Vergleich: Prof. Alexander Redleins globale Perspektive auf die Immobilien-Industrie

378

 Artikel

5

 Erwähnungen

5 Follower folgen
4 Minuten Lesezeit

„Die Innovationskraft in Amerika ist definitiv sehr ausgeprägt, da ein intensives Zusammenspiel zwischen den Universitäten und den Unternehmen existiert – ein Phänomen, das in Österreich oder Europa kaum gelebt wird", erklärt Prof. Alexander Redlein von der Technischen Universität Wien im Rahmen eines exklusiven Interviews über seine interkontinentale Lehrtätigkeit.

 Globale Lehrperspektiven in der Immobilienbranche

Prof. Alexander Redlein, Professor für Immobilien und Facility Management an der TU Wien, bringt eine einzigartige internationale Perspektive in die Diskussion über Innovationskraft. Seine Lehrtätigkeit erstreckt sich über drei Kontinente: In Europa an der TU Wien, in Amerika als Dozent an der Stanford University im Design Thinking Kurs und seit kurzem auch in Asien am renommierten Indian Institute of Technology in Mumbai.

„Ich darf Professor sein, der von Asien über Europa bis Amerika das Thema Immobilien und Innovation unterrichtet", fasst Redlein seine globale Lehrpräsenz zusammen. Diese umfassende Erfahrung ermöglicht ihm einen differenzierten Blick auf die verschiedenen Herangehensweisen an Innovation und Bildung in der Immobilienbranche weltweit.

Der Design Thinking-Ansatz als Innovationstreiber

In Stanford unterrichtet Redlein im Design Thinking Kurs, der ursprünglich von Larry Leifer konzipiert und inzwischen von Marco Steinberg übernommen wurde. Dort betreut er sowohl Studierende aus Stanford als auch aus Wien in der sogenannten “Innovation Challenge”. Diese Initiative ermöglicht es Studierenden, ein Jahr lang an innovativen Lösungen für Problemstellungen österreichischer Unternehmen zu arbeiten.

„Das Besondere am Design Thinking ist, dass ich sofort mit dem Kunden rede. Wir befragen den Kunden intensiv während des gesamten Designprozesses, was seine Needs und Pains sind", erläutert Prof. Redlein die Methodik. Dabei spielt die frühe Prototypenentwicklung eine zentrale Rolle: „Wir machen teilweise Prototypen, die nur 30-40 Euro kosten und die man problemlos wegschmeißen kann."

Der interkontinentale Vergleich: Innovationskraft, Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit

Bei der Frage nach der Innovationskraft im internationalen Vergleich hebt Prof. Redlein die Stärken und Schwächen der verschiedenen Kontinente hervor:

„In Amerika sehe ich eine sehr große Innovationskraft, weil es dort ein intensives Zusammenspiel zwischen den Universitäten und den Firmen gibt. In Silicon Valley existiert eine Gemeinschaft, wo Eliteuniversitäten wie Berkeley und Stanford intensiv mit dem Konsortium zusammenarbeiten. Die Studierenden gehen raus, gründen Start-ups und kommen wieder zurück, um sich auszutauschen."

Für Europa konstatiert Redlein hingegen eine gewisse Isolation: „Das wird in Österreich fast nicht gelebt. Oder in Europa. Da gibt es die Forscher, wir sitzen im Elfenbeinturm, und dann gibt es die Industrie."

Bei der Betrachtung Asiens differenziert Redlein: „In Asien muss ich gestehen, ist es sehr zu unterscheiden. Dort hast du sehr viele Leute und sehr viele Leute bedeuten auch, du hast sehr viele clevere Köpfe." Während er bei vielen Studierenden ein zu konformes Denken beobachtet, gibt es auch „sehr gute Studenten, die wirklich hinterfragen".

Die KI-Revolution: Amerika als Vorreiter

Ein besonders prägnantes Beispiel für den Innovationsvorsprung Amerikas sieht Redlein in der Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz: „Ich habe vor drei Jahren in Amerika auf der Gartenbank draußen im Campus sitzend über KI diskutiert – wie wir sie im Kurs einsetzen können und so weiter. Es hat ein bisschen gedauert, bevor wir an der TU Wien darüber diskutierten."

Dieser Zeitvorsprung in der Beschäftigung mit neuen Technologien gibt Amerika einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: „Das ist für mich so das Thema, das sich in Amerika wie selbstverständlich zwei, drei Jahre früher entwickelt, bevor wir in Europa es vielleicht ansprechen."

Herausforderungen und Lösungsansätze für Europa

Prof. Redlein sieht in der lokalen Anwendung von KI-Technologien eine Chance für europäische Unternehmen: „Was mich persönlich als Forscher interessiert ist: Kann ich die Technologie nicht auch sinnvoll lokal trainieren, mit dem lokalen Wissen, auch wieder zum lokalen Nutzen für europäische Firmen?"

Er plädiert für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft: „Ich würde mich super freuen, wenn österreichische Firmen zu mir kommen und wir gemeinsam darüber nachdenken. Wir haben vor 15 Jahren darüber geredet, ERP-Systeme mit Facility Management Systemen zu verschmelzen. Die Publikationen gibt es, die sind draußen."

Perspektiven für die Zukunft

In seinem Ausblick betont Redlein die Notwendigkeit einer verstärkten Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis in Europa, um den Innovationsrückstand aufzuholen: „Lassen Sie uns doch gemeinsam reden. Vielleicht sind wir manchmal sogar leider zehn Jahre zu früh dran, aber wir haben Ideen, die Sie dann nutzen können, um jetzt Produkte zu machen, die wirklich Vorreiter sind."

Die Überbrückung der Kluft zwischen akademischer Forschung und praktischer Anwendung stellt somit eine der zentralen Herausforderungen für die Stärkung der europäischen Innovationskraft in der Immobilienbranche dar. Prof. Redleins interkontinentale Erfahrungen bieten dabei wertvolle Einblicke in erfolgreiche Modelle der Zusammenarbeit, die als Vorbild dienen könnten.

Transkript

0:09 Mein Name ist Alexander Redlein, bin Professor an der TU Wien für Immobilien und Facility Management. Habe aber auch die Ehre seit sechs Jahren in Stanford zu unterrichten im Design Sinking Kurs, den der Larry Leifert dort aufgesetzt hat, der jetzt von Marco Tkowsky übernommen wurde, vertrete dort das Thema Immobilien und bin quasi der Coach für die Studenten in Stanford, aber auch vier Studenten der TU Wien, die eine Innovation Challenge machen, hier Themen von Österreichern in Betrieben aufnehmen und ein Jahr sich damit beschäftigen, innovative Lösungen zu machen. Und das, was mich jetzt sehr freut,

0:45 ich unterrichte auch schon seit zehn Jahren in Indien, jetzt haben wir eine Kooperation mit dem Indian Institute of Technology in Bombay und darf jetzt auch dort unterrichten, das heißt, ich darf Professor sein, der von Asien über Europa bis Amerika das Thema Immobilien und Innovation unterrichten darf. Da muss ich jetzt noch einmal nachhaken, wenn ich schon jemanden da habe, auf allen drei Kontinenten die Praxiserfahrung hat, Amerika erfindet, Asien kopiert, Europa reguliert. Stimmt's oder stimmt's Nein, weil mittlerweile Asien eigentlich nicht mehr kopiert, Asien ist mittlerweile super stark auch in dem

Vollständiges Transkript anzeigen

1:24 Thema kreieren, aber ich würde es anders formulieren, es ist ein ganz anderes Thema des Unterrichtens und das, wie wir den Studenten Sachen rüberbringen zwischen dem was wir hier in Europa machen und dem was vor allem einmal in Amerika, in Silicon Valley,, denn in Silicon Valley, außer quasi von einem lieben Freund von mir, wenn das erste was du als Start-up ausholst, das erste Produkt dich eigentlich nicht negativ überrascht, dann hast du was falsch gemacht, weil du solltest viel früher zum Kunden herausgehen. Und das ist für mich dieses interessante Thema bei Design Sinking, dass ich sage, ich rede sofort mit dir als Kunden.

2:04 Wenn du jetzt quasi wir würden über KI reden für Aufnahme von Interviews, dann würde ich mit dir als dem Kunden reden und würde dir sehr schnell die ersten Prototypen was ich mir vorstelle, was deine Needs und das deine Pains befriedigt, mit dir abstimmen. Das heißt, wir sind sofort draußen beim Kunden, wir befragen den Kunden intensiv während des gesamten Design-Prozesses, was seinen Needs und Pains sind. Wir nehmen auch beim Kunden mit, was ihn privat bewegt, weil wir dann viel besser wissen, wenn wir ein Produkt machen, das ihm nicht nur im Core-Business hilft, sondern auch seine Emotionen anspricht.

2:43 Da gibt es so zwei Begriffe, Core Functional Prototype, die die Kernfunktionalität prüfen, wir die wirklich hinkriegen und mit dir reden, ist das das was du brauchst? Und Core Emotional Prototype oder Experience Prototype, wo ich quasi von der Oberfläche sage, sprich dich das persönlich an. Und da machen wir teilweise Prototypen, kosten 30, 40 Euro und es ist Problem, wenn ich die wegschmeiße. Wenn ich aber eher den europäischen Ingenieursansatz mit allen Standards einhalten, mit allen Prototypen, 300, 400.000 Euro den werfe ich nicht mehr weg. Und deswegen, es hieß heute so diese kleinen Schritte,

3:25 es geht nicht um kleine Schritte, es geht eigentlich darum, dem User wirklich wieder zu reden, zu sagen, was bewegt dich, was sind deine Themen und das da mitzunehmen und in einer sehr engen Abstimmung kleine Prototypen zu machen, um mit kleinen Prototypen sich heranzubasteln. Und meine Studierenden sind da teilweise sehr vorsichtig, nein, das muss man doch sehr genau. Wir probieren jetzt etwas Kleines aus und wenn es nichts war, dann sorgen wir es und entschmeißen es weg. Und so bauen wir uns in dem Feld sehr viele kleine Themen aus und das machen wir bei diesem Design Thinking Innovation Challenge quasi von September bis März und im März

4:08 setzen sich dann die Studierenden zusammen und bauen aus diesen Einzelteilen und auch aus dem was sie gelernt haben, was nicht geht, weil bei uns ist großes System zusammen und das wird dann auch wieder gezeigt, aber auch wieder sehr viel getestet und da wird es dann kostenintensiver, aber dafür habe ich vorher sehr viel gelernt und ich habe auch gelernt, was nicht geht und habe es dokumentiert. Wir als Forscher erzählen ja immer noch was geht und in keinem Paper wirst du etwas finden, was nicht gegangen ist. Das heißt, hier auch in dieser Community und in diesen sechs Jahren zu dokumentieren, was man ausprobiert,

4:44 warum ist es nicht gegangen? Weil etwas was vor vier Jahren nicht gegangen ist, könnte ich jetzt mit neuer Technologie sehr wohl zum Gehen bringen, wenn ich weiß, warum es damals nicht gegangen ist. Also nicht nur ist schiefgegangen, weghauen, sondern warum ist es schiefgegangen, was habe ich daraus gelernt? Und ich lerne teilweise aus negativen Prototypen mehr als aus positiven Prototypen. Jetzt würde ich trotzdem gerne noch einmal deine interkontinentale Erfahrung anzapfen. Drei Begriffe, Innovationskraft, Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit. Wenn du Europa, Asien und Amerika auf einer Skala von 1 schlecht bis 10 sehr

5:25 gut positionieren müsstest, wo würdest du die unterschiedlichen Kulturen dort hinstellen Also machen wir einmal zuerst Innovationskraft. Innovationskraft habe ich in Amerika sicher eine sehr große, weil es dort ein intensives Zusammenspiel zwischen den Unis und den Firmen gibt. Das wird in Österreich fast nicht gelebt oder in Europa. Da gibt es die Forscher, die sitzen im Elfenbeinturm und dann gibt es die Industrie, das ist in Silicon Valley eine Gemeinschaft. Da hast du die Elite-Universitäten in Amerika, Berkeley und Stanford, die dort intensiv mit dem Konsortium zusammenarbeiten, wo die Studierenden rausgehen und ihre Start-ups machen und

6:06 dann wieder zurückkommen und mit denen blauschen, wo Firmen einfach wirklich sagen, Stanford, ich möchte 5 Jahre in die Zukunft denken, kannst du nicht mein Innovationsmotor sein? Und das vermisse ich ein bisschen in Europa. Wenn du mich fragst nach Innovationskraft Asien, muss ich gestehen, ist es sehr zu unterscheiden. Dort hast du ihre viele Leute und ihre viele Leute bedeuten auch du hast sehr viele clever brains. Ich habe eher das in Asien, sehr häufig in den Undergrad-Studien, das Thema, dass die immer sagen, yes sir, yes sir, und dort sehr was hinnehmen.

6:46 Ich habe aber oben sehr geile Studenten, gute Studenten, die wirklich hinterfragen. Und das Thema Hinterfragen sehe ich am besten in Amerika. Ich weiß, ich habe mich jetzt nur auf eine deiner Topics quasi vertieft, aber hinterfragen ist sehr wichtig, dass ich nicht immer wieder das Gleiche tue. Und das ist Hinterfragen, liebe ich in Amerika, bloß ich habe vor drei Jahren in Amerika so auf der Gartenbank draußen im Campus sitzend diskutiert über KI. Vor drei Jahren, wie wir das dort einsetzen im Kurs und so weiter, das hat ein bisschen gedauert, bevor wir an der TU Wien dieses diskutiert haben.

7:27 Wir haben vor drei Jahren diskutiert, vor vier Jahren teilweise diskutiert, wie wird das vielleicht die Tasks der Personen ändern. Und wir diskutieren heute, welche Gefahren sind dahinter weil wir jetzt einfach schon vieles sehen, was da gerade passiert. Und wie sehen wir denn da auch die Zukunft der arbeitenden Bevölkerung oder der vielleicht weniger arbeitenden Bevölkerung und in wessen Besitz ist KI? Was kann ich mit KI steuern? Wie kann ich plötzlich mit KI, und wir haben es heute vom Gerald Beck gehört, was man da alles an virtuellen Filmen erzeugen kann, wo kann ich denn Deepfake nutzen,

8:06 um plötzlich Messages die es nicht kostengünstig rüberbringen. Früher musste ich quasi ein Imperium an Zeitung haben, um viele Leute zu beeinflussen. Das geht jetzt viel einfacher mit KI., die ich auf LinkedIn und anderen sozialen Medien draufsetze, die meine Messages verbreiten, kosten nichts mehr. Und damit kann ich plötzlich sehr schnell sehr einfach Meinung beeinflussen, kann plötzlich Filme machen, die man im ersten Moment nicht zuvorderkennt, dass die nicht echt sind, und kann darüber sehr sehr einfach Meinungen streuen, gerade dann wenn ich vielleicht nicht die Ausbildung habe,

8:48 das zu hinterblicken, dass das nicht echt ist, was da gerade passiert. Also das ist für mich so das Thema, dass ich in Amerika irrsinnig viel zwei, drei Jahre lerne, bevor wir in Europa es vielleicht ansprechen, weil wir sagen, ja ui pui und so weiter, ich bin dabei. KI kann auch verdammt gefährlich sein, das habe ich gerade versucht mit diesen Fake News zu bringen. Nur, was wir deswegen machen ist, wir lernen daraus, wo die Gefahr ist und probieren, Ansätze zu machen, dass wir zum Beispiel kleine KI-Tools wie neuronale Netzwerke lokal trainieren. Wir wissen mit welchen Daten wir es dort trainiert haben.

9:24 Wir wissen deswegen mit einer großen Wahrscheinlichkeit, wie die Entscheidungsfindung sein wird, weil es unser Modell ist und zurzeit diskutieren nur alle über Open AI, JGBT und Sonstiges. Was mich persönlich als Forscher interessiert ist, kann ich die Technologie nicht auch sinnvoll lokal trainiert, mit dem lokalen Wissen auch wieder zum lokalen Nutzen für europäische Firmen machen. Entschuldige vielleicht jetzt unhöflich, ich würde mich super freuen, wenn österreichische Firmen zu mir kommen und wir gemeinsam darüber nachdenken, weil sonst geht es um einen Elfenbeinturm, dass ich zwei Ideen habe und ich habe heute in der Früh

10:02 nachgedacht, wir haben vor 15 Jahren darüber geredet, Feldbus-Systeme mit CFM-Systemen, mit Facility-Management-Systemen zu verschmelzen, um sofort den Alert zu bekommen. Anscheinend waren wir mindestens 10 Jahre zu früh dran, nur die Publikationen gibt es die sind draußen. Lassen Sie uns doch gemeinsam reden, wie vielleicht Ideen und ja vielleicht sind wir 5 Jahre vielleicht sind wir manchmal sogar leider 10 Jahre zu früh, da sind, die Sie dann nutzen können, jetzt Produkte zu machen, die wirklich Vorreiter sind und nicht nur darüber diskutieren, dass KI so gefährlich ist.

Hat ihnen dieses Video gefallen?

Diskussion zum Artikel

Sei der/die Erste, der/die diesen Artikel diskutiert.

Logo

In einem sich stetig wandelnden Immobilienmarkt ist zeitnahe und präzise Information von unschätzbarem Wert für strategische Entscheidungen und nachhaltige Investitionen.

Kategorien

Quicklinks

Rechtliches

© 2026 Die unabhängige Immobilien Redaktion. Made with ♥️ by  Gerhard Popp