Glasfaserausbau in Österreichs Städten und Gemeinden

vor 10 Monaten

3 Minuten

Die Experten der Open Fiber Austria (OFAA) führten Mitte Juni gemeinsam mit dem Kommunalverlag ein Webinar mit sehr reger Beteiligung zum Thema “Glasfaserausbau in Österreichs Städten und Gemeinden! Chancen, Herausforderungen und Best Practices” durch. Auf den Punkt gebracht: Glasfaser ist das dauerhafte und beständige Rückgrat für Menschen und Wirtschaft im Land.

Glasfaser ist demokratisch, unglaublich schnell und stabil
DI Herbert Flatscher, Vorsitzender des Beirates der Open Fiber Austria betont die Vorteile offener Netze: „Offene, lokal organisierte Glasfasernetze bringen den KundInnen klare Vorteile. Sobald ein Anschluss verlegt ist, können die Kunden frei aus verschiedenen Serviceprovidern wählen und genau jene Produkte buchen, die zu ihren individuellen Bedürfnissen passen“. 

Attraktiver Standort braucht Glasfaser
Neben der verkehrsmäßig guten Erschließung und der räumlichen Nähe zu den MitarbeiterInnen ist die digitale Infrastruktur die entscheidende Säule für Unternehmen geworden – egal ob Handwerk, Dienstleistung oder Landwirtschaft. Immer öfter entscheidet die bessere digitale Leistungsfähigkeit, ob Standort A oder Standort B gewählt wird. Zudem unterstützt der Ausbau der Glasfasernetze die Gleichwertigkeit der ländlichen und städtischen Lebensräume und führt zu einer Wertsteigerung von Immobilien und kommunaler Infrastruktur. Auch im aktuellen Regierungsprogramm findet das seinen Niederschlag, da heißt es: „Belebung der Ortskerne durch den Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur“.

Die Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen geht derzeit – gerade bei handwerklichen Berufen wie Kfz-Werkstätten, in der Landwirtschaft oder in der Musikbranche, die ein sehr schnelles Internet benötigen - durch die Decke“, erörterte Herbert Flatscher. „Früher mussten bei Reparaturen die Autos oft über Nacht in der Werkstatt stehen bleiben, um die hohen Datenmengen ins Auto einzuspielen. Mit Glasfaser geht das in einer Kaffee-Länge. Und bei einer Waldviertler Bäuerin war für den Betrieb der neuen Melkmaschine ein stabiler und synchroner Glasfaseranschluss zwingende Voraussetzung.“

Weitere Anwendungen im Agrarbereich sind Smart Farming mit dem sehr präzisen Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln oder die digitale Unterstützung in der Online-Vermarktung. In Arztpraxen wiederum beflügelt die Glasfaser den täglichen Arbeitsablauf: Röntgenbilder und MRT-Scans müssen nicht mehr mühsam auf CDs gespielt und dann verschickt werden. Das erleichtert den medizinischen Arbeitsalltag sowohl in der Diagnose als auch in der Versorgung der PatientInnen.

Igor Brusic, Präsident der Open Fiber Austria zu den klar messbaren Vorteilen von Glasfaser: „Hier bekommt man das, was man bestellt – keine vagen ‚bis zu‘-Versprechen. Hier schwankt die Leistung nicht, nicht einmal zu Stoßzeiten, wenn alle gleichzeitig Filme streamen und Fußball schauen. Glasfaser ist symmetrisch – also gleich schnell im Upload wie im Download.”

Wettbewerb in offenen Netzen
Igor Brusic und Herbert Flatscher strichen bei diesem Webinar einmal mehr die Bedeutung von offenen und demokratischen Glasfasernetzen hervor. „Die Wahlmöglichkeit für den Endkunden ist essenziel. Der Wettbewerb muss am Netz stattfinden, um attraktive Inhalte zu schaffen. Die Endkunden sollen dann aufgrund der Innovationen und der Preise eine Auswahl unter mehreren Anbietern treffen.“

Ökologie und Nachhaltigkeit bei Glasfaser
Auch in den Bereichen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz punkten die Glasfasernetze – diese sind auf Generationen hin ausgerichtet, brauchen extrem wenig Energie, und die Leitungen sind bestens dokumentiert, das ist entscheidend für den Betrieb und die Wartung dieser Netze.

Glasfaser ist zukunftssicher und günstig, im Gegensatz zu den alten Kupferleitungen. Geht es nach der EU-Kommission, soll ab 2030 nur mehr Glasfaser in Betrieb sein – Kupferleitungen sollten bis dahin nur mehr im Museum zum Bestaunen sein. Im Realbetrieb schaut es jedoch anders aus, da rangiert Österreich im Europa-Vergleich leider nur „unter ferner liefen …“ Laut FTTH Council Europe (Stand September 2024) kann hierzulande rund die Hälfte der Haushalte auf Glasfaser zugreifen. Just die jüngsten EU-Mitglieder wie Bulgarien und Rumänien haben hingegen eine Verfügbarkeit deutlich jenseits der 90 Prozent.

Im aktuellen Regierungsprogramm findet sich zwar keine verbindliche Angabe zum landesweiten Glasfaserausbau. „Laut den Zielen der EU-Kommission sollen aber bis 2030 flächendeckend 1 Gbit/s zur Verfügung stehen, wobei aber Technologieneutralität gilt”, so Brusic. Zu einem möglichen Förderstopp für den Ausbau sagt OFAA-Präsident Igor Brusic: „Eine zeitliche Verschiebung der Auszahlung der 150 Mio. Euro aus dem 3. Call des Breitband-Ausbauprogramms 2030 wäre noch verkraftbar. Ein kompletter Ausfall dieser Mittel hingegen würde den Ausbau spürbar verzögern.“

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