Dyson-Sphäre: Gigantisches Bauprojekt einer Alien-Zivilisation

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Mit dem Film „Disclosure Day“ kommt wieder einmal ein Zeitpunkt, um sich mit wirklich wesentlichen Immobilien zu beschäftigen. Das Kepler-Weltraumteleskop entdeckte KIC 8462852 – ein Stern mit unerklärlichem Flackern. Ist eine Dyson-Sphäre die Antwort? Alle Fakten im Überblick.

Staubsaugen, Boxen und galaktische Bauten

Wenn man das Wort Dyson hört, so denkt man zuerst an Staubsauger und innovative Ideen, setzt man ein hartes „T“ in den Namen, dann ans Boxen … wer sich dafür interessiert. Aber niemand denkt an Immobilien. In dem Fall eher an Bauten, gigantische Bauten. Vergessen wir mal Kleinigkeiten wie ein Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) im Weltraum – wie von Elon Musk forciert – und wenden wir uns wirklich ehrgeizigen Bauprojekten zu. In den 60er-Jahren stellte der amerikanische Mathematiker und Physiker Freeman John Dyson ein Konzept vor, das später nach ihm benannt werden sollte: die Dyson-Sphäre.

In einer seiner wissenschaftlichen Arbeiten argumentierte Dyson, dass eine fortgeschrittene außerirdische Zivilisation einen Stern vollständig mit einer Struktur umgeben könnte, um die Energiegewinnung zu maximieren. Um die von einem Stern abgestrahlte Energie optimal auszunutzen, wäre es doch am besten, diesen mit einer (bewohnbaren) Kugelschale zu umhüllen – so der Grundgedanke dahinter. Varianten des Grundkonzepts reichen von einer durchgängigen Schale bis zu einem kugelförmig verteilten Schwarm aus Einzelobjekten rund um den Stern.

KIC 8462852: der mysteriöseste Stern, den wir kennen

Die Idee der Dyson-Sphäre tauchte vor einiger Zeit in den Medien wieder auf, als das Kepler-Weltraumteleskop 2015 einen Stern im Sternbild Schwan in der nördlichen Milchstraße ausfindig machte, ca. 1.470 Lichtjahre von der Erde entfernt. KIC 8462852 (so sein wissenschaftlicher Name) zeigt ein verblüffendes Verhalten, da er dunkler und dann wieder heller zu werden schien – er „flackerte“ also – so, als ob sich regelmäßig ein großes Objekt vor ihn schieben oder vorbeiziehen würde.

„Was lässt die Helligkeit nur so stark schwanken, teilweise um bis zu 22 Prozent?“, fragten sich damals die Wissenschaftler. Die Schwankungen sind unregelmäßig und können deshalb nicht durch einen anderen kleineren Stern verursacht werden; würde ein Exoplanet das Licht unterbrechen, dann würde das typischerweise nur ein Prozent der von KIC 8462852 ausgestrahlten Lichtmenge aufhalten – so die Erkenntnis der Wissenschaft. Eine Suche nach vergleichbaren Sternen in den Kepler-Datenbanken (rund 100.000 Sterne) ergab keinen Treffer.

Die Theorie daher: Die beobachteten Bewegungsmuster könnten darauf hindeuten, dass er von einem künstlichen Konstrukt umgeben ist. Wissenschaftler äußerten die Vermutung, dass eine gigantische künstliche Struktur den Stern umkreist – erbaut von einer technisch hochentwickelten Alien-Zivilisation. Ein Beispiel für so eine gewaltige Konstruktion wäre eben eine Dyson-Sphäre, eine gigantische Kugel mit hunderten Millionen Kilometern Durchmesser, die den Stern zumindest zum Teil umschließt und mit riesigen Solarpaneelen dessen Energie absorbiert.

Das Material für eine Dyson-Sphäre

Findige Experten haben sich mittlerweile darangemacht, die bautechnischen Möglichkeiten auszuloten. Was würde so ein Projekt an Material verschlingen? Zum Bau eines solchen Konstrukts wären schätzungsweise etwa 30 Milliarden Satelliten von jeweils einem Quadratkilometer Größe nötig, was – naturgemäß – enorme Mengen an Material erfordern würde (etwa 100 Billionen Tonnen). Zum Vergleich: Die Erde ist 5,972 Tausend Trillionen Tonnen schwer, heißt es in populärwissenschaftlichen Texten.

Dyson selbst nannte sein Konzept einen „Joke“

Bevor die Begeisterung überhand nimmt: Freeman John Dyson selbst gab allerdings in einem Interview im Jahr 2003 selbst zu, dass seine Theorie ein „Joke“ sei.

Interviewer: „Sie haben dieses Konzept erfunden, das man heute Dyson-Sphäre nennt und das manchmal in der Science-Fiction-Literatur auftaucht.“

Freeman Dyson: „Ja, beide Dinge [Anmerkung: mit ‚beide‘ bezieht er sich hier auf die Dyson-Sphäre sowie ein davor im Interview angesprochenes Thema] haben wirklich nichts mit Studien zu tun. Das waren beides im Wesentlichen nur kleine Scherze, und es ist amüsant, dass man natürlich nur für die Dinge berühmt wird, die nicht ernst gemeint sind.“

Was bleibt: ein großes Fragezeichen

Was bleibt, ist neben dem Joke aber trotzdem ein großes Fragezeichen. Bisherige Theorien greifen nicht, um das Verhalten des Sterns zu erklären. „Alle Beobachtungen, die wir bis heute gemacht haben, zeigen nichts Vergleichbares. KIC 8462852 bleibt der wohl mysteriöseste Stern, den wir bislang kennen“, heißt es in wissenschaftlichen Magazinen. Die Fragezeichen werden größer, auch wenn es in den vergangenen zwei Jahren immer weitere Untersuchungen gab – sofern man einen Stern, der 1.470 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, „untersuchen“ kann.

Aber ganz ehrlich: Selbst wenn man Experten fragt, die sich mit dem „Weltraum/Universum“ befassen, so weiß keiner von ihnen a) wo das Ende ist und b) wie lange es das Universum schon gibt. Die Antwort „Seit dem Urknall“ gilt insofern nur, wenn man auch die Frage „Was war davor?“ beantworten könnte. Kurz und gut: Wir wissen es nicht. Also wissen wir auch nicht, wer denn da noch aller im All unterwegs sein könnte. Außer uns, die wir offiziell bisher nur den Mond erreicht haben. Genau das ist der Stoff, aus dem „Disclosure Day“ sein Kino macht.

Quelle: KIC 8462852

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