Deutsche Immobilienmärkte noch ohne klare Richtung

vor 8 Monaten

3 Minuten

Deutsche Immobilienmärkte noch ohne klare Richtung
Deutsche Immobilienmärkte noch ohne klare Richtung
© 21aerials

Die Partner des DAVE-Netzwerks (Deutscher Anlage-Immobilien Verbund) blicken zur Jahresmitte auf ein Immobilienjahr mit vielen Unwägbarkeiten. Zwar hat die EZB die Zinsen zuletzt leicht gesenkt, doch die Märkte reagieren zögerlich. Während sich im Wohnsegment erste Stabilisierungstendenzen zeigen, bleibt der gewerbliche Bereich weiter unter Druck.

Preisfindung weiter schwierig

„Die Banken zeigen sich trotz Zinsrückgangs sehr zurückhaltend, was sich direkt auf das Transaktionsgeschehen auswirkt“, sagt Corvin Tolle, DAVE-Partner aus Berlin. „Die Verkäuferseite hält vielfach an alten Preisvorstellungen fest, die mit der aktuellen Marktsituation nicht mehr übereinstimmen. Dadurch bleiben viele Verhandlungen ergebnislos.“

Wohnimmobilien: Erste Stabilisierung, aber regional sehr unterschiedlich

Im Wohnsegment zeigt sich ein differenziertes Bild. „Wir beobachten bei Eigentumswohnungen eine leichte Belebung – sie werden schneller verkauft als noch zu Jahresbeginn“, so Wieland Münch, DAVE-Partner in Bonn. „Bei Einfamilienhäusern hingegen bleibt die Nachfrage verhalten. Das Angebot ist groß, aber nur wenige Käufer sind wirklich aktiv.“

Mehrfamilienhäuser: Investitionsstau trifft auf Zurückhaltung

Gerade bei Mehrfamilienhäusern ist das Angebot gestiegen. „Viele Objekte mit erheblichem Investitionsbedarf kommen jetzt auf den Markt. Oft handelt es sich um Immobilien, bei denen Sanierungen lange aufgeschoben wurden“, erläutert Münch. „Diese treffen auf eine preissensible Nachfrage – vor allem in städtischen Randlagen geraten die Preise unter Druck.“

Gewerbeimmobilien: Chancen in der Nische wachsen

Besonders im Bürosegment differenziert sich der Markt – und eröffnet neue Perspektiven für spezialisierte Investoren. „Der Markt wird selektiver, denn das Angebot an Top-Flächen hat sich drastisch reduziert – aber genau darin liegen aktuell auch Chancen“, erklärt Jens Lütjen, DAVE-Partner für Bremen und Hamburg. „Gefragt sind keine Standardlösungen, sondern Objekte mit klarem Profil: Manage-to-Green-orientiert, gut angebunden, flexibel nutzbar. Wer sich hier strategisch positioniert, ist für einen Marktaufschwung entsprechend gut vorbereitet.“

Zwar ziehen sich viele Transaktionen derzeit in die Länge, doch diese Entwicklung eröffnet zugleich neue strategische Spielräume. „Weniger Neubau und ein sinkendes Angebot verstärken den Trend zur Nische“, so Lütjen. „Gerade bei Bestandsobjekten mit Entwicklungspotenzial entstehen antizyklische Einstiegsmöglichkeiten.“

Wohninvestments bleiben im Fokus

„Die Mietpreise steigen weiter – insbesondere in gefragten Ballungsräumen“, sagt Lütjen. „Das macht Wohnimmobilien trotz Finanzierungshürden weiterhin zu einem begehrten Investment – vor allem dort, wo innovative Konzepte den Standortvorteil unterstreichen.“ 

„Family Offices und opportunistische Käufergruppen mit hohem Eigenkapitalanteil nutzen das aktuelle Marktumfeld, um zu attraktiven Konditionen passende Assets zu übernehmen“, berichtet Lütjen. In dieser selektiveren Phase entstehen gezielt Investitionschancen – insbesondere für Objekte mit Refurbishment-Potenzial.

Österreich im Blick: Politische Diskussionen beeinflussen Markt

Auch im Nachbarland Österreich zeigt sich ein gemischtes Bild. „Der Wohnmarkt zieht spürbar an, die Stimmung ist verhalten optimistisch“, berichtet Daniel Triffterer, DAVE-Partner in Österreich. „Im Investmentbereich sind noch keine großen Abschlüsse erfolgt, aber rund 75 Prozent unseres Jahresumsatzes befinden sich in Vorbereitung.“ Sorgen bereiten jedoch politische Vorhaben wie die geplante Streichung von Steuervergünstigungen bei Share Deals oder eine mögliche Erhöhung der Grunderwerbsteuer für Gewerbeimmobilien.

Fazit: Wohnmarkt stabilisiert sich – Gewerbe weiter unter Druck

DAVE-Geschäftsführer Guido Stracke kommentiert: „Die Märkte stehen an einem Wendepunkt. Während sich der Wohnimmobilienmarkt langsam stabilisiert, vor allem im kleinteiligen Segment, bleibt der gewerbliche Bereich – insbesondere Büro – weiter schwach. Entscheidende Impulse könnten von politischen Entscheidungen, steuerlichen Rahmenbedingungen und einer klareren Zinsperspektive ausgehen.“

Positiv bewertet DAVE in diesem Zusammenhang die angekündigten Investitionen in die Infrastruktur. Diese Maßnahmen werden nicht nur die öffentliche Hand stärken, sondern auch kurzfristig die Baubranche beleben und langfristig positive Impulse für die Immobilienwirtschaft setzen.

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