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Der Fachkräftemangel in der Immobilienbranche: Herausforderungen und Lösungen

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In der heutigen Zeit ist der Fachkräftemangel ein zentrales Thema, das viele Branchen betrifft. Besonders in der Immobilienbranche wird dieser Mangel immer deutlicher spürbar.

Warum ist der Fachkräftemangel ein dringendes Thema?

Rainer Altmann betont, dass der Fachkräftemangel nicht nur ein theoretisches Problem ist, sondern auch in der Praxis deutlich spürbar wird. Besonders in der Forschung zeigt sich, dass es immer schwieriger wird, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Ein Beispiel hierfür ist ein Forschungsprojekt, das sich mit den notwendigen Ausbildungen für die Dekarbonisierung bis 2050 beschäftigt. In Bereichen wie Haustechnik, Photovoltaik und Heizungstausch wird es in Zukunft einen erheblichen Mangel an Fachkräften geben. Diese Bereiche sind entscheidend für die Umsetzung der Klimaziele und die nachhaltige Entwicklung der Immobilienbranche.

Die aktuelle Situation in der Branche

Der Fachkräftemangel ist in der Immobilienbranche bereits jetzt stark spürbar. Altmann erklärt, dass es einen Einbruch in der Projektentwicklung und Instandhaltung gibt, der auf Sparmaßnahmen zurückzuführen ist. Viele Fördergelder werden nicht abgerufen, weil es an Fachkräften fehlt, die diese umsetzen können. Dies führt dazu, dass wichtige Projekte nicht realisiert werden können und die Branche insgesamt an Dynamik verliert.

Zukunftsaussichten: Wird sich der Fachkräftemangel verstärken?

Rainer Altmann ist überzeugt, dass sich der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren noch verstärken wird. Besonders im Bereich der Sanierung und Nachverdichtung wird die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften weiter steigen. Es gibt zwar bereits Best Practice Beispiele, aber die Nachfrage wird weiter zunehmen, insbesondere wenn die Vorschriften auf EU-Ebene weiter verschärft werden. Dies wird die Branche vor große Herausforderungen stellen, aber auch neue Chancen eröffnen.

Ausbildungsansätze für eine nachhaltige Zukunft

Ein wichtiger Aspekt im Kampf gegen den Fachkräftemangel ist die Ausbildung. Altmann betont, dass es verschiedene Ausbildungsansätze gibt, die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit verbinden. Dazu gehören Lehrgänge für Energiecoaches, Elektromobilität und Nature-based Solutions. Diese Ausbildungen sollen den Fachkräften von morgen das notwendige Wissen und die Fähigkeiten vermitteln, um Gebäude CO2-neutral zu machen und gleichzeitig die Rendite zu steigern.

Herausforderungen bei der Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen

Die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen in Bestandsgebäuden stellt eine besondere Herausforderung dar. Altmann erklärt, dass es logistische und finanzielle Hürden gibt, die überwunden werden müssen. Eigentümergemeinschaften sind oft wenig motiviert, in Sanierungen zu investieren, da die finanziellen Mittel fehlen oder die gesetzlichen Vorgaben unklar sind. Es müssen technische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Lösungen gefunden werden, um diese Herausforderungen zu meistern.

Best Practice Beispiele und innovative Ansätze

Trotz der Herausforderungen gibt es bereits einige Best Practice Beispiele und innovative Ansätze, die zeigen, wie der Fachkräftemangel bewältigt werden kann. Altmann nennt hier unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich, wo man gemeinsam an der Entwicklung neuer Wohnbauförderungen arbeitet. Auch die Einführung eines dynamischen Energieausweises, der zukunftsfähiger ist als der bisherige statische Ausweis, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Fazit: Der Weg in die Zukunft

Der Fachkräftemangel in der Immobilienbranche ist ein komplexes Problem, das nicht von heute auf morgen gelöst werden kann. Es erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Ausbildung und Praxis, um nachhaltige Lösungen zu finden. Die Ausbildung neuer Fachkräfte, die Entwicklung innovativer Ansätze und die Umsetzung von Best Practice Beispielen sind entscheidende Schritte auf diesem Weg. Nur so kann die Branche die Herausforderungen der Zukunft meistern und gleichzeitig die Klimaziele erreichen.

Insgesamt zeigt das Gespräch mit Rainer Altmann von der Universität für Weiterbildung Krems, dass der Fachkräftemangel in der Immobilienbranche ein ernstes Problem ist, das jedoch mit den richtigen Maßnahmen und Ansätzen bewältigt werden kann. Es liegt an uns allen, die notwendigen Schritte zu unternehmen und gemeinsam an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Branche zu arbeiten.

Transkript

0:00 Wir haben endlich wieder einmal einen Office-Dreh außerhalb von Wien. Ich bin heute in Krems auf der Universität für Weiterbildung. Herzlich willkommen zum Immobilienredaktion Office-Talk. Herzlich willkommen Rainer Altmann. Danke, dass du dir die Zeit nimmst für unser Gespräch. Danke, dass du die Zeit gefunden hast, hier herauszukommen nach Krems. Wir haben uns vorher schon ein bisschen abgesprochen, worüber wir heute auch sprechen wollen. Du hast dann gesagt, wir müssen über den Fachkräftemangel reden.

0:40 Warum ist das ein Thema, dir unter den Nägeln Treibt? Weil wir es auch mitkriegen wie der Raten aus der Forschung. Wir haben zwei Forschungsprojekte, wo wir dran sind, Leute von unserem Department. Es gab ein Forschungsprojekt das hieß Rebusk. In Rebusk geht es darum, welche Ausbildungen es in Österreich. Jetzt gibt es ein Nachfolgeprojekt, das heißt Achieve SEP. Welche Ausbildungen wird man brauchen, um die Dekarbonisierung bis 2050 umzusetzen? Die Kollegen von mir arbeiten einerseits in der Forschung, zu sehen, welchem Bereich was gemacht werden muss,

Vollständiges Transkript anzeigen

1:22 wo es einen Fachkräftemangel geben wird. Das ist typischerweise in dem Bereich der Haustechnik, Photovoltaik, Heizung, Tausch und all diese Geschichten. Wir versuchen in der Ausbildung das auch demnach zu ziehen. Es ist jetzt generell in der ganzen Weiterbildung oder insgesamt aus der Weiterbildung durch die letzte Universitätsreform einiges in Bewegung gekommen. Das hat dazu zum Beispiel geführt, dass die Donau-Uni heute auch Bachelor-Ausbildungen anbieten darf. Umgekehrt gibt es die Beschränkung, dass man Master eigentlich nur machen kann,

2:05 wenn man einen Bachelor vorher hat. Es gibt immer Ausnahmen. Wir haben versucht, unserem Land auch darauf zu reagieren. Im MBA-Bereich gibt es noch die Möglichkeit, ohne einen Bachelor-Abschluss zum Master zu kommen. Das aber ganz andere Voraussetzungen. Und wie gesagt, den Fachkräften oder Fachkräftemangel gibt es natürlich die unterschiedlichen Ebenen. Wir sind jetzt sozusagen in der Ausbildung im NQR 6 und NQR 7 Level. Also das ist Bachelor- und Masterniveau. Aber natürlich ist der Nachholbedarf in allen

2:46 Bereichen. Und der wird natürlich von anderen Instituten teilweise abgedeckt. wir versuchen halt unsere Studierenden am Laufenden zu halten und die Herausforderungen denen zu zeigen, die da kommen. Wie stark ist denn momentan in der Branche, in der Praxis dieser Mangel? Wie sehr werden denn Fachkräfte gesucht? Müsste die eigentlich doppelt so groß sein, um das alles abdecken zu können? Wir nicht, weil wir sozusagen in der Spitzenausbildung sind. Wir sind eher die Leute, die es tatsächlich machen und umsetzen. Wobei die Immobilienbranche wiederum darunter leidet, dass natürlich aufgrund der Vergangenheit,

3:29 Kim-Verordnung und all diese Dinge ein sehr starker Einbruch in der Projektentwicklung in diesen Bereichen gekommen ist. Natürlich, wenn man sparen muss, dann wird auch in Instandhaltung gespart. Und dem gegenüber laufen sozusagen 2050 die Vorschriften der EU, zu denen man sich bekannt hat und die man auch braucht, auch die Bauindustrie oder den Gebäudebestand zu dekarbonisieren. Also es ist ein riesiger Bereich, wo die letzten Jahre auch keine Mittel abgeholt wurden. Also es gibt Forschungs-, oder es gibt Fördergelder, die nicht abgeholt werden, weil es keine Leute gibt die das umsetzen können.

4:10 Also das ist eher nicht im Immobilienbereich selber, sondern eher in der angewandten Technik würde ich mal sagen. Also ganz klassisch, Gebäude thermisch sanieren, neue Haustechnik einzubauen. Sehr viele Immobilienbestandnehmer haben gar nicht die Kapazitäten, das Personal umzusetzen, weil umgekehrt sie nicht wissen, wie es geht. Oder es gibt noch zu wenig Beispiele oder man hat es zurückgehalten, weil das rechnet sich quasi nicht. Das damit die Forschungs-, oder die Fördergelder nicht abgeholt. Es gibt Forschungsprojekte, wo einzelne Dinge durchaus begleitet werden und dort

4:54 angewandt werden. Aber im Großen und Ganzen gibt es da noch einen großen Nachholbedarf. Das Problem ist teilweise, dass es die gesetzlichen Vorgaben nicht gibt. Also das das typische Thema, das wir in letzten Jahren hatten. Alle warten auf Gesetze und die kommen nicht. Und das ist die Frage, ob das die Zukunft bringt oder nicht. Jetzt kommen wir vielleicht noch einmal zurück, der Fachkräftemangel. Glaubst du, dass der in den nächsten Jahren sich noch verstärken wird in Österreich, weil wir eben dann vielleicht auch 2040 oder 2050 noch mehr unter Zeitdruck kommen werden?

5:39 Insofern ist es schön, weil es dann schon Best Practice mehr gibt. Also das wird durchaus entwickelt. Insofern ist es durchaus von Vorteil, dass in der Vergangenheit Bundesregierungen das in ihr Arbeitsprogramm hineingeschrieben haben und vor allem Bund, Städte und Gemeinden verpflichtet haben, schneller das umzusetzen. Also aus dem heraus werden wir Best Practice Beispiele sehen. natürlich ist es wie angeblich eine Nachfrage. Wenn eine große Nachfrage nach Immobilien kommt und wenn die

6:19 Vorschriften entsprechend auch angehoben werden, wie sie auch auf EU-Ebene vorgeschlagen sind, dann wird die Nachfrage immer größer werden. Andererseits werden Industrielösungen auch besser. Aber du siehst diesen Fachkräftemangel ganz speziell auch im Bereich der Sanierung und der Nachverdichtung Genau Im Neubau weniger, weil es da schon drinnen ist? Genau, da haben wir eh die Vorschriften schon, that's it, das ist es. Wenn du neu baust, dann musst du eh beantragen, aber altes Gebäude gibt es keine technische Verpflichtung, umzusetzen. Da sind die Franzosen wesentlich weiter.

7:00 Also wenn du dort ein Gebäude in der schlechtesten Energieklasse hast, dann darfst das nicht mehr vermieten. Und wenn es vermietet ist, kann der Mieter kommen und sagen, verlange, dass das jetzt auf die höhere Energieklasse gehoben wird. Und dann rechnet sich das Ding plötzlich wieder, weil wenn der Besitzer die Alternative hat, nicht vermieten oder investieren, um wieder vermieten zu können, dann ist die Entscheidung schnell da. Wenn ich nicht vermieten darf, senkt das meine Rendite enorm. Genau. Und das ist halt das Problem bei uns. Jetzt könnte man sagen, ok, das ist ein legistisches Problem.

7:37 Also da müsste von dem Gesetzgeber eines gemacht werden. Also im mehrgeschossigen Wohnbau, im Wohnungseigentumsbereich ist zwar die Beschlussfassung erleichtert worden, aber die Motivation von Eigentümergemeinschaften etwas zu machen, sehr gering. Hat auch mit diesem Filteringprozess was zu tun. In ein neues Objekt ziehen Leute ein, die sich das einmal leisten müssen, haben einen hohen Standard. Und dann wird sozusagen das Gebäude mit Zeit alt und älter und damit gibt es einen Mieterwechsel vielleicht. Und da sind Leute drinnen, die die Mittel nicht haben.

8:20 Die ziehen ein mit einem Kredit, um eben eine schwache Wohnung sich leisten zu können oder eine nicht so technisch hervorragende Und wenn die jetzt aber die Notwendigkeit haben, das zu sanieren, dann fehlen die Mittel sehr oft. Und bei Wohnungs-Eigentümergemeinschaften hast du typischerweise auch 80, 90-Jährige, sagen, ob ich in drei Jahren oder in vier Jahren ins Pensionistenheim gehe, weiß ich noch nicht, aber warum soll ich für 20 Jahre mich verschulden, um daraus zu investieren? Und da müssen Lösungen gefunden werden. Das sind nicht technische Lösungen, sondern sind glaube ich, gesellschaftliche und wirtschaftliche und logistische

8:59 Lösungen, die gefunden werden müssen. Der Peter Engert sagt immer wieder, wenn man bei ihm dann Vorträge oder wenn er irgendwo spricht über die Nachhaltigkeit, die muss auch ökologisch sein. Gibt es da in dem Bereich, dass sich eben Nachhaltigkeit lohnt, auch entsprechende Ausbildungsansätze bei euch, um zu zeigen, wie kann ich jetzt ein Gebäude CO2-neutral machen und damit vielleicht auch noch die Rendite um einen Zehntelpunkt Steigern? Also ökologisch ja, ökonomisch auch. Also wir versuchen, das alles zu verbinden. Es gibt bei uns eine Kollegin,

9:40 die sich mit Energiearmut beschäftigt zum Beispiel, bis zu Wohnen in nicht strukturierten Gebieten in Afrika oder so. Also solche Dinge gibt es auch. Daher ist durchaus unsere Ansicht und die Sichtweise relativ breit, die wir hier auf der Uni einerseits, aber auch am Department speziell haben. Wir haben dann die Forschungsprojekte, die in die Richtung gehen. Also das geht so weit. Die von mir arbeiten durchaus beim Energieausweis mit, bei der Umsetzung eines neuen Energieausweises, der zukunftsfähiger ist, also kein statischer,

10:20 sondern dynamischer Energieausweis. Wir haben gerade in Niederösterreich eine sehr starke Kooperation mit dem Land Niederösterreich. Das geht bis dahin, dass wir sie beraten, in welche Richtung die Wohnbauförderung in Zukunft ausschauen soll oder zumindest wo wir dabei sind und moderieren und mithelfen und aus den Erfahrungen der Auswertungen solche Sachen machen. Also insofern geht das Ganze von der Forschung dann rein und wir versuchen das dann auch den Studenten umzusetzen. Wir haben Lehrgänge für einen Energiecoach. Wir haben Elektromobilität-Themen bei uns.

11:03 Wir haben in der Vergangenheit sehr stark zu Gartenbau-Lehrgänge gehabt. Wir haben jetzt einen neu entwickelt für wie das so schön heißt, nature-based solutions. Das heißt tatsächlich, mit welchen baulichen Maßnahmen kann ich die Temperatur senken. Wir haben also hier mit der Stadt Cremes auch Kooperationen gehabt, wo wir so urban Pop-up Spaces hatten und Plätze begrünt haben und zu schauen, was heißt das tatsächlich. Wir haben selber ein Forschungsprojekt an der Uni hier mit einem Außeninstitut von der Uni,

11:43 wo man Nachtlüftungen automatisiert versucht auch durchzuführen. Das heißt, bei den alten Gebäuden die Doppelkastenfenster so zu steuern, dass sie in der Nacht aufmachen und kalte Luft reinlassen, damit man nicht runterkühlen muss. Und wenn Regen kommt, dann sonst etwas das die automatisch zu machen. Solche Forschungsprojekte gibt es und damit auch direkte Anwendung und Lösungsmöglichkeiten, die wir da aufzeigen wollen.

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