Künstliche Intelligenz hat in den vergangenen Jahren durch generative Modelle wie ChatGPT breite Aufmerksamkeit erlangt. Doch die nächste Entwicklungsstufe geht deutlich weiter: Agentic AI. „Während viele Unternehmen KI noch immer als ‚nice to have‘ betrachten, zeigt sich in Branchen wie Immobilien, Handel oder Service längst ein konkreter Mehrwert, von Effizienzsteigerung und Kostensenkungen bis hin zu besseren Entscheidungsgrundlagen“, erklärt Elaheh Momeni, Co-Founderin von eMentalist und KI-Expertin bei Advicum Consulting.
Vom Tool zum Akteur: Was Agentic AI verändert
Agentic AI beschreibt Systeme, die nicht mehr nur auf einzelne Eingaben und Anfragen reagieren, sondern Aufgaben eigenständig planen, entscheiden und Prozesse steuern. Die Rolle von KI verschiebt sich damit grundlegend von der Unterstützung bis hin zur aktiven Steuerung. Im Unterschied zu klassischen Large Language Models arbeiten KI-Agenten proaktiv, mehrstufig und systemübergreifend. Prozesse werden nicht nur schneller, sie werden neu strukturiert.
Unternehmen stehen gleichzeitig unter wachsendem Effizienz- und Digitalisierungsdruck. Genau hier setzt Agentic AI an: Sie automatisiert und transformiert datenintensive Abläufe, reduziert Fehlerquellen und schafft neue Entscheidungslogiken. „Viele Unternehmen haben ihre Daten digitalisiert, aber oft fragmentiert abgelegt. Agentic AI vernetzt diese Systeme und ermöglicht erstmals durchgängige Automatisierung“, so Momeni.
Branchenübergreifende Praxis: Vom Immobilienmarkt bis zum Kundenservice
Gerade in der Immobilienwirtschaft wird das Potenzial sichtbar: Agentic AI kann handschriftliche Wartungsprotokolle automatisiert auslesen, strukturieren und mit gesetzlichen Vorgaben abgleichen. Maßnahmen werden schneller und konsistenter abgeleitet als bei bisher manuellen Prozessen.
Auch branchenübergreifend verändert die Technologie Abläufe: Im Handel, im Kundenservice oder bei der Auswertung technischer Dokumente reduziert sie manuelle Arbeitsschritte, strukturiert Informationen und erhöht die Nachvollziehbarkeit. „Agentic AI ermöglicht durchgängige Automatisierungsprozesse und datenbasierte Entscheidungen. Das schafft neue Möglichkeiten, Abläufe, Steuerungsmöglichkeiten und mehr Transparenz entlang der gesamten Prozesskette“, fasst die KI-Expertin zusammen.
Neue Autonomie, neue Verantwortung?
Mit wachsender Autonomie rückt eine zentrale Frage in den Fokus: Wer trägt die Verantwortung, wenn KI-Systeme falsche Entscheidungen treffen? „Es ist entscheidend zu verstehen, wie die KI zu ihren Ergebnissen kommt. Deshalb braucht es klare Governance-Strukturen und den gezielten Einsatz von Human-in-the-Loop-Konzepten, um Kontrolle und Qualität sicherzustellen und zu gewährleisten“, betont Momeni die Wichtigkeit des Menschen als letzte Kontrollinstanz.
Warum jetzt der richtige Moment für Agentic AI ist
Viele Unternehmen unterschätzen, wie weit Agentic AI bereits entwickelt ist. Gleichzeitig entsteht genau jetzt ein technologischer Vorsprung, während fehlendes Know-how dazu führt, dass Chancen ungenutzt bleiben. Digitale Kompetenz wird zur Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit: für Investoren, Kunden und Geschäftspartner gleichermaßen, die Professionalität in der Nutzung neuer Technologien erwarten. Agentic AI ist dabei kein kurzfristiger Trend, sondern ein struktureller Wandel hin zu stärker hochautomatisierten Organisationen.
„Mit klaren Governance-Strukturen, Transparenz und menschlicher Einbindung wird sie zum zentralen Baustein moderner Unternehmensstrategien und zum entscheidenden Hebel, um Transformation aktiv zu gestalten,“ schließt Momeni ab. eMentalist unterstützt Unternehmen dabei, diese Entwicklung strategisch zu nutzen von der Identifikation relevanter Use Cases bis zur Umsetzung in bestehende Prozesse.