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Handelsimmobilien: Mehr als 1.000 Leerstände in Wien – Tendenz steigend

Immer mehr Geschäfte in der österreichischen Bundeshauptstadt stehen leer. 20% Anstieg in den letzten 15 Jahren. Handelsverband empfiehlt Sofortmaßnahmenpaket.



Der eCommerce ist endgültig auf der Straße angekommen. Zuletzt hat der Onlinehandel hierzulande laut Branchenradar um satte +11,2% zugelegt. Der digitale Wandel hat signifikante Auswirkungen auf den stationären Handel. Allein in Wien sind aktuell knapp 500 Leerstände in der „Leerstandsaktivierung“ gemeldet. Doch wie viele Leerstände gibt es tatsächlich in der Bundeshauptstadt? Eine exakte Zahl gibt es nicht, die Beratungsgesellschaft Standort + Markt geht mittlerweile jedoch von mehr als 1.000 Leerständen aus – Tendenz steigend.

Standort + Markt beobachtet die Situation im Wiener Einzelhandel seit 1970 und führt auch entsprechende Datenbanken. Die letzte Erhebung aller 22 Geschäftsstraßen Wiens – hier sind die Nebengeschäftsstraßen und die Lokale in Streulage noch nicht inkludiert – stammt aus 2017. Die fünf größten Straßen (Mariahilfer Straße, City, Favoritenstraße, Landstraßer Hauptstraße und Meidlinger Hauptstraße) werden hingegen jährlich aktualisiert.

Legt man diese beiden Erhebungen zugrunde, so werden in Wien bereits 820 Leerstände ausgewiesen, davon 246 in den fünf größten Geschäftsbereichen, 100 alleine im Zentrum der Stadt. Inkludiert man nun noch die Einkaufszentren und Fachmarktzentren, die nicht in den Geschäftsstraßen liegen, gesellen sich weitere 155 Leerstände hinzu, nochmals 20 befinden sich in Fachmarktgebieten. „Insgesamt sind uns somit in Wien 995 Leerstände bekannt, Nebengeschäftsstraßen und die Streulagen sind hier noch nicht inkludiert“, erklärt Roman Schwarzenecker, Gesellschafter und Prokurist bei Standort + Markt.

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„Unter Berücksichtigung der Leerstände in den Nebengeschäftsstraßen und in den Streulagen ist also die Behauptung, dass es deutlich mehr als 1.000 Leerstände in Wien gibt, auf jeden Fall zutreffend“, ergänzt Hannes Lindner, geschäftsführender Gesellschafter bei Standort + Markt. Als Faustregel gilt, dass kleinere Geschäftsstraßen eher mit Leerständen zu kämpfen haben, allerdings bestätigen hier Ausnahmen die Regel. Die geringsten Leerstände verzeichnet in der Bundeshauptstadt schon seit Jahren die Meidlinger Hauptstraße.

Wiener Leerstandsrate in den letzten 15 Jahren um 20% gestiegen

Die aktuelle Leerstandsrate von rund 7% ist das eine, die Entwicklung im Zeitverlauf das andere. „Die Wiener Leerstandsrate ist bei den Geschäften in den letzten 15 Jahren um satte 20% gestiegen und war in der Entwicklung klar absehbar. Der mittlerweile vierstellige Leerstand ist abseits der Konsumentenveränderung durch den eCommerce vor allem auf ein Korsett an Regulierungen zurückzuführen, die das Retail-Geschäft in der Bundeshauptstadt hemmen. Öffnungszeiten-Restriktionen neutralisieren beispielsweise die hohen Kaufkraft-Potentiale, die durch den Tourismus entstehen. Die Zahl zwingt zum Handeln“, bestätigt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Was sind die Gründe dafür? Zum einen sind die goldenen Zeiten im stationären Handel vorbei. Die maximale Verkaufsfläche im Handel ist bereits seit fast 5 Jahren überschritten und seither leicht rückläufig. Grund dafür ist nicht zuletzt der voranschreitende digitale Wandel. Zum anderen liegt die Verantwortung aber auch bei den Hauseigentümern, die trotz geänderter Rahmenbedingungen oft an den hohen Mietkonditionen festhalten ohne die Substanz zu verbessern. Teilweise werden auch absurde Ablösesummen verlangt. Hinzu kommen Lokalgrößen und Grundrissschnitte, die häufig nicht mehr zeitgemäß sind, sowie fehlende Parkmöglichkeiten und Unsicherheiten wegen Demonstrationen in Hochfrequenzlagen.

Die vorgesehene Intensivierung von Förderungsmaßnahmen durch die Wiener Stadtregierung ist daher sehr zu begrüßen. Der Wiener Handel braucht ein Sofortmaßnahmenpaket, auf das der Handelsverband bereits seit geraumer Zeit hinweist.

Details dazu auf https://www.handelsverband.at/verband/gemeinsam-handeln/


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