Schlagwort: COVID-19

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Covid 19 – das kleine Virus und die großen Auswirkungen

Nach 33 „Dienstjahren“ als Immobilienunternehmer habe ich schon einige Krisen hinter mir. Da waren der Einmarsch Saddam Husseins in Kuwait und der darauf folgende Golfkrieg Anfang der Neunzigerjahre, die Zinshaus-Krise nach Absage der EXPO REAL in Wien, 9/11 im Jahr 2001, die Finanzkrise 2008 nach dem Lehman-Zusammenbruch. Selbst an den Ölpreisschock Anfang der Siebzigerjahre und den autofreien Tag in meiner Kindheit kann ich mich noch erinnern.

Eine Zeit der Unsicherheit

Diesmal ist es anders, umfassend, düster, bedrückend. Weil wir nicht nur wirtschaftlich schwer in Mitleidenschaft gezogen werden, sondern auch unsere Gesundheit gefährdet ist. Eine lebens- und existenzbedrohende Krise also. Keiner weiß, wie es wirklich weitergeht, wann es wirksame Therapien gegen Covid-19 gibt, ob und wann eine Impfung möglich ist, wie lange die Zeit der Beschränkungen dauert.

Davon hängt aber vieles, um nicht zu sagen alles ab.

Vom Weltuntergang-Herbeiredner bis zum Krisen-Negierer („Die jährliche Grippe ist doch viel schlimmer“) reicht zurzeit die Palette der Meinungen, sowohl im medizinischen Fachbereich als auch in der Wirtschaft und der Immobilienbranche.

Zusätzliche Problematik: Anders als am Aktienmarkt, wo man die Kurse im Sekundentakt verfolgen kann, ist der Immobilienmarkt träge. Ausschläge nach oben oder unten sieht man erst mit wochen- oder monatelanger Verzögerung an den realen Zahlen getätigter Transaktionen.

Momentan kann man nur einfache Statistiken zur Standortbestimmung bemühen, die zum Beispiel zeigen, dass die Immobilien-Angebote in den Online-Medien während des Lockdowns – wenig verwunderlich – drastisch zurückgegangen sind. Nicht so die Preise. Abgeber sind offensichtlich bisher eher bereit, eine längere Vermarktungsphase in Kauf zu nehmen, als einen Nachlass zu gewähren.

Meine Überlegungen stehen unter dem Vorbehalt der Annahme, dass wir mit der Situation mehr recht als schlecht umgehen lernen, nicht mehrere Wellen des Virus auf uns zukommen und wir binnen zirka zwölf Monaten in unsere alte Realität zurückkehren können. Das heißt auch, dass ich davon ausgehe, dass wir binnen dieser Frist ein Medikament und/oder eine Impfung zur Verfügung haben. Wenn dem nicht so wäre, dann müssen wir wohl unser ganzes Leben und auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise völlig neu denken.

Der Unterschied zwischen Covid-19 und Lehman

Ich sehe einen gravierenden Unterschied zur Lehman-Krise 2008/2009. Damals wurde das ganze Fiasko von der Finanzwirtschaft ausgelöst, genauer gesagt von nicht nachhaltigen und überhöhten (Hypothekar-)Krediten. Diesmal sind Virus und Krise mitten in der Gesellschaft angekommen und betreffen fast alle (bis auf einige Krisengewinnler). Die Banken sind heute wesentlich besser aufgestellt und stressresistenter. Und werden – so hoffe ich zumindest mal – nicht von sich aus unnötigen Druck auf die Wirtschaft bzw. die Immobilienwirtschaft ausüben. Nervös wurden in den Krisen, die ich bisher kannte, zuerst immer die Banken, die ihre Kreditkunden zu Notverkäufen drängten und so eine Lawine auslösten. Klar kann es trotzdem zu „fire sales“ kommen – dort, wo sich Menschen aufgrund von finanziellen Problemen von Immobilien trennen müssen –, aber, so meine Vermutung, es wird nur punktuell geschehen und nicht kaskadenartig. Zumindest nicht in meinem Zwölf-Monate-Szenario. Auch die Regierungen, zumindest mal in Europa, haben dazugelernt, die staatlichen Interventionen kamen und kommen rasch, und es besteht die Bereitschaft, sich gegen den Strom zu stemmen. „Whatever is takes“ (Copyright Mario Draghi) scheint diesmal das Motto vieler Regierungschefs zu sein. Das hilft nicht nur den Menschen und Unternehmen, sondern wirkt auch beruhigend auf die Finanzmärkte und die Bankbranche (siehe etwa die 100-Prozent-Staatsgarantie für Corona-Kredite in Österreich).

Auch die Immobilien-Branche bleibt von den Auswirkungen der Krise nicht verschont

Völlig außer Frage steht für mich jedenfalls, dass Covid-19 auch gravierende Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft haben wird, in vielerlei Hinsicht. Man kann doch nicht ernsthaft glauben, dass die ärgste Krise der Menschheit seit Ende des Zweiten Weltkriegs, ein Einbrechen der Wirtschaftsleistung vieler Nationen um zig Prozentpunkte, Arbeitslosigkeit und Konkurse, Kaufkraft-Verluste der Konsumenten etc., spurlos an unserer Branche vorübergeht. Wer das behauptet, ist ein unverbesserlicher Optimist oder hat einen Grund, sich die Umstände schönzureden.

Allerdings sind die Auswirkungen sektoral völlig unterschiedlich, es gibt viele Verlierer, aber auch einige Gewinner.

Einige Gewinner

Die Gewinner sind schnell aufgezählt: Logistik-Immobilien werden wohl dazugehören, die Bedeutung des Online-Handels steigt zweifellos, entdecken doch viele Konsumenten das Einkaufen per Computer gerade für sich, wodurch der Bedarf an Umschlag und Zwischenlagerung steigt. Auch im Segment Gesundheit/Pflege/Betreuung könnte es interessante neue Entwicklungen und zusätzlichen Bedarf geben, in diesem Bereich wird man noch viele Lehren aus dem derzeitigen Chaos ziehen.

Viele Verlierer

Nun, man muss kein erklärter Pessimist sein, um festzustellen, dass Touristik-Immobilien und der Einzelhandel (die von den Geschäftsschließungen und dem geänderten Konsumverhalten am stärksten betroffen sind) zu den großen Verlierern zählen werden. Im Retail-Sektor verstärkt sich damit aber nur eine Tendenz, die sich bereits in den letzten Jahren abgezeichnet hatte. Die Umsatzverschiebungen hin zum Internethandel waren bereits unübersehbar, dementsprechend begannen die Mietpreise für Geschäftslokale schon vor längerer Zeit zu bröckeln, und diese Tendenz wird jetzt noch verstärkt werden, mit langen Leerständen ist in den nächsten Jahren zu rechnen. Dazu kommen noch die Konkurse betroffener Unternehmer. Eine Zeitenwende in der Gastronomie ist schon eingeleitet, altbekannte Namen und Systeme wie Vapiano oder Maredo verschwinden gerade, für regionale Pop-ups und Ethnoküchen eröffnen sich neue Chancen, ebenso für Takeaway und Lieferservice.

Der Hotelmarkt zählte schon zu den großen Verlierern der letzten Wirtschaftskrise, und es dauerte Jahre, bis er sich wieder erholte. Ich kann mich noch gut erinnern, aus eigener Erfahrung infolge der Beratung eines Klienten: Kurz nach Lehman, um 2010, waren Hotels eine Ware, die kein Investor wollte. Das hat sich dann im Laufe des kommenden Jahrzehnts völlig gedreht, Hotels zählten zuletzt zu den „Trophy Buildings“, und die Renditen lagen ungefähr schon auf dem Niveau von Büroimmobilien, trotz des Hotelimmobilien immer innewohnenden Unternehmensrisikos.

Da kam also bei den Immobilien-Preisen und der Risikoeinschätzung schon einiges durcheinander, was jetzt wieder glattgebügelt wird.

Büros sind von Schließungen zwar nicht direkt betroffen, aber aufgrund der neuen Distanzregeln im sozialen Umgang sehr wohl von der Arbeitsverlagerung ins Homeoffice. Das wird, schlimmer noch bei Geschäftslokalen, einen jahrelangen Rattenschwanz von Prozessen nach sich ziehen, um die Frage zu klären, wer eigentlich das Risiko bei einer solchen Form von höherer Gewalt trägt, der Mieter oder der Vermieter. Abgesehen davon bemerken viele Firmen gerade – und ich schließe da die MAGAN ein –, dass Homeoffice-Arbeit durchaus effizient sein kann. Nicht, dass das Homeoffice jetzt völlig das herkömmliche Büro ersetzen könnte, viele Abläufe, aber auch Kreativität bedürfen direkter sozialer Kontakte, aber höchstwahrscheinlich wird der Platzbedarf insgesamt sinken, neue Formen des Desksharings, der Arbeits- und Platzteilung, werden entstehen. Und wir haben auch alle bemerkt, dass sich die eine oder andere Dienstreise gut durch eine Videokonferenz oder einen Conference-Call ersetzen lässt. Aber das ist wieder eine andere Geschichte und betrifft den Reisemarkt.

Der Wohnimmobilienmarkt als Fels in der Brandung?

Kommen wir zu der für mich spannendsten Frage: Wie wird sich der Wohnimmobilienmarkt weiterentwickeln?

Da gehen die Meinungen der Experten in den vielen Analysen, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, kräftig auseinander. Oft bestimmt wohl der Standort den Standpunkt, will heißen, Projektentwickler sehen die weitere Entwicklung tendenziell optimistischer. Daher stelle ich die beiden wichtigsten Argumentationsketten kurz dar, wobei man auch noch zwischen eigengenutzten Immobilien und Anlegerwohnungen unterscheiden muss.

These, pessimistisch:

Die aktuelle Situation fördert keinesfalls den Wunsch der Konsumenten, sich ganz schnell und jetzt sofort eine neue, teurere Eigentums- oder auch Mietwohnung zuzulegen. Wir sind alle auf Überlebensmodus geschaltet, da wird überwiegend Cash gehortet, und man versucht, die prekäre Lage auszusitzen. Viele Konsumenten fürchten, schon morgen ihren Arbeitsplatz zu verlieren, bzw. sind bereits in Kurzarbeit und verdienen weniger. Es zieht folglich nur um, wer unbedingt umziehen muss, neue Investitionen werden sonst aufgeschoben. Das mag Bestandshalter begünstigen (weniger Kündigungen), ist aber natürlich Gift für neu auf den Markt drängende Objekte. Wenn man dieser Interpretation folgt, dann kommen auf den Neubauwohnungsmarkt, der auf Eigennutzer ausgerichtet ist, schwere Zeiten zu, mit längerem Vermarktungszeitraum und schließlich mit Preisnachlässen. Der temporäre Wegfall der Auslandsnachfrage (Reisebeschränkungen!) und auch die zwischenzeitlich gestoppte Migration wird diese Tendenz noch anheizen. Selbst der Luxusimmobilien-Markt könnte davon betroffen sein, so mancher Milliardär lernt in der Krise plötzlich sparen und will derzeit bei seiner Hausbank nicht mit einer neu erworbenen Immobilie protzen.

Gegenthese, optimistisch:

Viele Makler berichten, dass die Nachfrage auf den Internetportalen nach einem Einbruch Mitte März im Laufe des Aprils wieder deutlich hochgefahren ist. Auch Besichtigungen – unter Einhaltung der neuen Distanz- und Schutzregeln – werden wieder durchgeführt. In Deutschland, wo die Ausgangsbeschränkungen weniger ausgeprägt waren, haben die meisten Makler übrigens auch in den letzten Wochen durchgearbeitet. Fragen nach Corona-bedingten Preisnachlässen stoßen auf völliges Unverständnis.

Es gibt sogar logische Gründe, warum die Nachfrage nach neuem, privatem Wohnraum sogar steigen könnte. Corona hat so etwas ausgelöst wie eine Renaissance der eigenen vier Wände, ein zwangsverordnetes Cocooning. In den vielen Tage zu Hause entwickelt man ein neues Gespür für die schönen Seiten, aber auch die Unzulänglichkeiten der eigenen Wohnsituation und will diese gegebenenfalls nun dringend verbessern. Ein Zimmer für jeden Bewohner, bessere technische Infrastruktur, Balkon oder Terrasse, Lagerräume, eine moderne Küche – das alles wird nun auf den Immobilien-Wunschzettel geschrieben.

Dass viele Menschen über ihre aktuelle Wohnsituation nachdenken und sich verändern möchten, ist bestimmt richtig. Fraglich ist, ob aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit und der Unsicherheit ringsum dieser Veränderungswille auch in die Tat umgesetzt werden kann. Zudem könnte es sich bei steigenden Online-Anfragen derzeit auch um eine Art der „Beschäftigungstherapie bzw. die Suche nach Abwechslung“ handeln.

Angebotsüberhang, aber kein Crash

Für mich wiegt die Existenzangst schwerer als der Wunsch nach wohnräumlicher Veränderung, daher bin ich für den Markt für eigengenutzte Immobilien eher pessimistisch. Ich sehe keinen Grund, warum die Preise gar steigen oder auch nur gleichbleiben sollten. Das gilt für Eigentum und Miete gleichermaßen. Noch dazu kommen in Österreich und Deutschland in den nächsten beiden Jahren viele neue Wohnimmobilien auf den Markt, die in guten Zeiten geplant wurden. In diesem schwierigen Umfeld wäre ein Angebotsüberhang nicht überraschend. Im besten Fall bewegen sich die Preise dann seitwärts, wahrscheinlicher ist ein leichtes Einknicken. Da geht’s uns dann wie mit den auf Halde stehenden neuen Autos, die die Händler über Aktionen an den Konsumenten zu bringen versuchen. Oder anders ausgedrückt: Die Preisliste vom letzten Quartal 2019 gilt auch am Wohnungsmarkt nicht mehr. Die Eigentümer werden sich, wenn sie wirklich verkaufen wollen, auf eine neue Preisliste 2020 umstellen müssen.

Die Zinsen bleiben niedrig, die Banken üben sich in Geduld, die staatlichen Förderprogramme greifen mehr oder weniger, das Grundbedürfnis nach Wohnraum bleibt bestehen, daher ist ein echter Crash am Wohnungsmarkt nicht zu erwarten, jedenfalls nicht unter der von mir getroffenen grundsätzlichen Annahme einer überschaubaren Dauer der aktuellen Gesundheitskrise. Wenn die angespannte Situation überwunden ist, dann kann es sogar zu Nachholeffekten kommen, so noch genügend Liquidität in breiten Kreisen der Konsumenten vorhanden ist.

Der Immobilien-Investment-Markt – Betongold geht immer

Für Immobilienanlagen (Zinshäuser und Vorsorgewohnungen) gibt es jedenfalls ein gutes Leben nach der Krise. Bei Einbrüchen am Aktienmarkt von bis zu 40 Prozent (auch wenn da schnell wieder einiges aufgeholt wurde, aber die Volatilitäten bleiben), Rohstoffen, die abstürzen (Negativpreise bei Öl!), Staatsanleihen vor dem Hintergrund neu aufgetürmter Schuldenlasten – Corona-Förderprogramme, Eurobonds, etc. –, was bleibt dem verunsicherten Anleger da als sicherer Hafen anderes übrig als Gold und Betongold?

Durchschnittlichkeit als Krisengewinner!

In normalen Zeiten gilt in der Immobilienwirtschaft immer der Grundsatz: Lage, Lage, Lage! Soll heißen, je besser die Lage, desto höher das Wertsteigerungspotenzial und desto stabiler die Anlage.

Ich teile die Ansicht, dass nur die berühmten drei Ls Sicherheit in der Krise bieten würden, nicht ganz, gehen Sie doch auch immer mit drei Ks einher: Kosten, Kosten, Kosten!

Nehmen wir nur das Beispiel teurer Mietwohnungen, Monatsmiete pro Quadratmeter 12, 15, 18 oder gar mehr Euro. Vor allem bei größeren Einheiten kann da schon einiges an Gesamtbelastung zusammenkommen. Und wenn es klamm wird im Börserl, dann überlegt man sich rasch einmal, ob man da nicht einsparen könnte.

Was folgt daraus?

„And the winner is“ … die Durchschnittswohnung für Durchschnittsbürger.

Heute bin ich sehr froh, dass wir in den letzten Jahren unablässig gepredigt haben, in Leipzig, Dresden, Magdeburg, Halle, Chemnitz und Co. zu investieren. Die Durchschnittsmiete bei den meisten Zinshäusern, die wir in Deutschland entweder auf eigene Rechnung oder für unsere Klienten erworben haben – einstweilen übrigens jenseits der 300 Stück –, liegt irgendwo zwischen fünf und sieben Euro pro Quadratmeter und Monat. Bei Neuvermietungen kommt man an diesen Standorten selten über acht Euro hinaus. Die Mehrheit der Wohnungen in diesen Gebäuden hat zwei bis drei Zimmer, und ist 50 bis 80 Quadratmeter groß. Wir reden also hier über (gehobene) Durchschnittswohnungen für Otto Normalverbraucher.

Und genau dieser Otto muss auch in der Krise irgendwo wohnen. Das Einsparungspotenzial ist gering, weder geht es wesentlich kleiner noch wesentlich billiger.

Dementsprechend vernachlässigbar sind bisher Mietausfälle oder Begehren nach Mietminderung.

Noch ein Argument greift voll für die Durchschnittlichkeit, nicht für den Luxus: Vater Staat als „Schutzpatron der Wohnungswirtschaft“.

Der oft gescholtene staatliche Versorgungsgedanke ist die Garantie dafür, dass nicht übermäßiges Unheil auf Vermieter marktüblicher Wohnungen zukommt. Natürlich ist die Zunahme der Arbeitslosigkeit, der Betriebskonkurse, also ein steigendes Mietausfallrisiko, für alle Eigentümer ein aktuelles Thema. Aber da Wohnen ein echtes Grundbedürfnis der Menschen ist, wird dem Staat wohl nichts anderes übrig bleiben, als ausfallsbedrohten Mietern mit Beihilfen (das geht in Deutschland aufgrund der überwiegenden Subjektförderung leichter als in Österreich) unter die Arme zu greifen. Ein völliges Negieren der möglicherweise anwachsenden Probleme der Vermieter würde in der Folge die Bankenlandschaft wegen der Nichtbedienbarkeit von Hypothekarkrediten in Mitleidenschaft ziehen. Womit wir dann wieder bei den Anfängen der Lehman-Krise wären. Durch vergangenen Schaden klüger geworden, werden alle vernünftigen Kräfte einen derartigen Dominoeffekt zu vermeiden trachten.

Eine Korrektur hatte sich schon abgezeichnet

Trotzdem gilt auch im Investmentbereich: Den Peak haben wir bereits überschritten, meiner Ansicht nach Ende 2018/Anfang 2019.

Schon im letzten Jahr konnten wir eine Seitwärtsbewegung der Preise und ein zunehmendes Auseinanderklaffen zwischen den Vorstellungen von Verkäufern und Käufern beobachten. Momentan sehen wir – Erinnerungen an die Lage im Spätherbst 2008 werden wach – einen weitgehenden Stillstand bei den Transaktionen. Ist auch kein Wunder, rein technisch gesehen – in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen und sozialen Distanzierung ist es schwierig, eine Besichtigung vorzunehmen, eine Bewertung durchführen zu lassen und/oder einen Notartermin zu absolvieren. Wie lange dieser Zustand des Eingefrorenseins noch dauert, hängt aber in erster Linie vom Verhalten der Käufer und Verkäufer ab.

Beide Parteien „belauern“ sich gerade und warten auf den ersten Schritt des jeweils anderen. Eine Seite, oder noch besser beide, sollte(n) sich bewegen, und Angebot und Nachfrage werden einander wieder treffen müssen.

Das heißt für die Verkäufer, die Renditen werden leicht ansteigen, um neue Nachfrage zu generieren und den Kaufwilligen ein Incentive zu bieten. Denn eines leichten Kaufanreizes bedarf es jetzt zur Stimulierung des Marktes. Die Betonung liegt auf „leicht“, denn die Nachfrage nach Investments wird konstant hoch bleiben, siehe das Thema Betongold. Außerdem verfügen die meisten Immobilien-Investoren über mehr Erfahrung und tiefere Taschen als der durchschnittliche Eigennutzer. Und es ist ja nach wie vor wahnsinnig viel Liquidität im Umlauf, die grundsätzlich nach Anlage sucht. Vor allem die „Hartgesottenen“ (Copyright Börsenaltmeister André Kostolany) strecken ihre Fühler schon nach neuen Investments aus, gerade jetzt, „wenn die Kanonen donnern“.

Der eine oder andere Kaufinteressent mag sogar kurzfristig enttäuscht werden von der Stabilität des Marktes, große Preisabschläge – manche träumen ja von 20 oder 30 Prozent – wird es nämlich nicht geben. Jedenfalls so lange nicht, wie sich die Mieteinnahmenseite relativ stabil darstellt. Das ist bei vermieteten Wohnungen und Zinshäusern weitestgehend der Fall, und ich gehe im Zwölf-Monate-Szenario davon aus, dass es so bleiben wird.

Neuer Schwung?

Ganz offen gesagt, eine leichte Korrektur tut dem Investmentmarkt sogar gut, viele Preisvorstellungen waren ja schon in unrealistische, astronomische Höhen geschossen und Risiken aus dem Lot gekommen. So gesehen kann eine Delle auch für neuen Schwung sorgen. Wir hätten uns nur andere Begleitumstände gewünscht.

Apropos Schwung und Korrektur: Spannend wird zum Beispiel, wie es mit den Preisen am Berliner Immobilienmarkt weitergeht. Dieser ist nun besonders gebeutelt und zwischen Covid-19 und Mietendeckel in die Zange genommen. Eine explosive Mischung. Vielleicht schmeckt gerade diese Mischung mutigen Investoren besonders lecker. Das ist eine eigene Geschichte, der ich mich sicher demnächst einmal widmen werde.

Ein optimistischer Blick in die Zukunft

Zurück zum Ausgangspunkt meiner Analyse, den vielen Krisen, die ich in der Wirtschaft in den letzten 30 Jahren schon gesehen habe. Dazu drei Beobachtungen, die für einen letztlich doch optimistischen Blick in die Zukunft sorgen sollen.

Erstens: Auch in oder kurz nach einer Krise ergeben sich interessante Opportunitäten. Wer zu lange wartet, der wird vom Preisanstieg bestraft.

Zweitens: Der Mensch verdrängt und vergisst gerne. Zumindest was den wirtschaftlichen Sektor betrifft, werden wir nach Ende der Krise sehr schnell wieder zu althergebrachten Verhaltensmustern zurückkehren.

Drittens: Wer die Krise überlebt (im wirtschaftlichen Sinne gemeint), der kann auch gestärkt daraus hervorgehen.

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Die New-Work-Post-Corona-Chance!

Homeoffice als Arbeitsplatz wird wichtiger werden – meinen knapp 50 Prozent in unserer Umfrage und ist der Wunsch von 58 Prozent der Befragten des Bundesverbands der digitalen Wirtschaft (BVDW).

Während der letzten Jahre standen in den „New Work“-Workshops mit Kunden und Partnern immer zwei Kernfragen im Raum: „Welche Digitalisierungsthemen müssen umgesetzt werden?“ und „Wie kann der Change Prozess gelingen?“. Der klassische Weg der Anpassung, befeuert durch die eigene und durch die Innovationskraft von Dienstleistern, ging meist über Großraumbüros, die Auflösung der festen Zuweisung eines Arbeitsplatzes, also Shared Desk mit hoch standardisierten Arbeitsplätzen, hin zu Task-basierter Zonierung und flexiblen, frei wählbaren Arbeitsplatzdesigns. In den letzten Jahren kam durch die weitergehende Digitalisierung mehr und mehr eine echte, gelebte Mobilisierung der Arbeit zustande!

Der Corona-Effekt!

Heute hat das Coronavirus unseren Alltag fest im Griff und bestimmt alternativlos unsere Arbeitsweise UND unser Privatleben! Computer-Hersteller berichten, dass die Notebook-Bestellungen durch die Decke gehen und es ist allerorten festzustellen, dass vor allem Arbeitgeber, die auf klassische Arbeitsmodelle gesetzt haben, innerhalb kürzester Zeit gezwungen waren, in hoher Stückzahl Homeoffice-Arbeitsplätze einzurichten. Keine Reisen, keine physikalischen Meetings und auch keine „analogen“ Kontakte mehr. Erfahrungen aus dem Change-Management lehren uns aber, dass ein Mensch nach zirka einem Monat starke, nachhaltige Gewöhnungseffekte entwickeln wird. Sicherlich birgt Homeoffice auch gewisse Schwierigkeiten, aber es wird nicht alles schlecht gewesen sein, woran sich ihre Kollegen, Mitarbeiter und Nutzer gewöhnt haben.

Zurück aus der Zukunft!

Bei aller Unsicherheit der gegenwärtigen Zeit bleibt aber sicher, dass irgendwann, nach mehreren Wochen oder Monaten der „We Stay At Home“-Phase, die Post-Corona-Ära beginnen wird. Sicher ist auch, es wird nicht mehr so sein wie davor! Durch den „Innovationsturbo“, den Corona jenseits der normalen Entwicklungspfade gezündet hat, wird es nicht nur die beschriebenen Gewöhnungseffekte geben, es werden auch die funktionalen Zwänge, das Büro zu besuchen, eliminiert worden sein. Es wird sogar Kollegen geben, die sich ausgesprochen wohl im Homeoffice gefühlt haben werden und auf einmal feststellen, dass manche Tätigkeiten zu Hause effizienter erledigt werden können.

Die Post-Corona-Chance!

Paradoxerweise empfinden Menschen bei allen Einschränkungen, die wir gerade erleben müssen, das Arbeiten von zu Hause als gute Alternative zum Büro, ja oft sogar als Befreiung. Freiheitsgrade nimmt man gerne an, diese aber wieder herzugeben ist unglaublich „schmerzhaft“ und wird gewaltige Animositäten erzeugen, wenn Arbeitgeber versuchen, nach Corona wieder den alten Status quo herzustellen. Sie werden feststellen, dass ihre Flächennutzungspläne nicht mehr passen, und sie werden feststellen, dass sich die Anwesenheitsquoten verändern werden. Das Gute ist, sie werden auch feststellen, dass die Akzeptanz für Neues in ihrer Belegschaft noch nie so groß war!

Die Arbeitswelt New Work befindet sich in der nächsten Entwicklungsstufe. Dies betrifft alle Handlungsebenen. Mit methodisch-systematischen Checks lassen sich die Potenziale schnell identifizieren.

Alles gute Gründe, warum es genau JETZT Sinn macht, die Arbeitsräume, die Arbeitsplatz-Konzepte, die Arbeitszeit-Modelle und die Kultur unserer Unternehmen und Behörden, Anstalten und Konzerne kritisch zu betrachten und den Drive zu nutzen, den Corona erzwungen hat, um durchzustarten!

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Ghezzo Immobilienfachbeirat 2020: Die Immobilienwelt nach Covid-19

Unser 6. Fachbeirat „Bau und Immobilien“ war so ganz anders: Üblicherweise treffen wir uns in Anzügen und Krawatten in einem offiziellen Rahmen. COVID-19 hat dafür gesorgt, dass alles neu wird. Ein reales Treffen – wie wir es seit Monaten geplant hatten – ging leider nicht. Dank der zahlreichen Erfahrungen der letzten Wochen in Sachen Online Kommunikation haben wir kurzer Hand ein Online Meeting daraus gemacht. Und trotz der aktuellen Herausforderungen war die Stimmung gekennzeichnet von Chancen, von „wir schaffen das“ und von Wiedersehensfreude untereinander.

Auch thematisch war diesmal alles anders. Wir fragen jedes Jahr: „Was sind die großen Herausforderungen, denen Sie aktuell gegenüberstehen? Oder: Was sind die Trends, die die Immobilienbranche prägen? Während die Trends der vergangenen Jahre eher stabil waren, stehen wir 2020 vor einer Situation, wie wir sie sonst aus Filmen oder vom Hören-Sagen kennen. Dementsprechend komplex stellen sich heuer die Herausforderungen und Erwartungen der Branche dar und viele Fragen sind offen. Aber lesen Sie selbst…

Der große Einbruch am Immobilienmarkt

2019 war ein richtiges Boomjahr und 2020 hätte das noch toppen können. Doch seit März gibt es auf einmal so gut wie keine Transaktionen mehr, so berichtet Andreas Völker aus Frankfurt. Dabei wäre sogar Nachfrage da – Eugen Otto hat allein am Osterwoche 90 Interessenten an Anlagewohnungen registriert. Geld will sicher angelegt werden, nachdem man noch nicht sagen kann, wie sich die Währungsstabilität weiterentwickelt. Mit den Abschlüssen warten die Kunden aber ab, da sich die Konsequenzen der Corona Krise auf die Assetklassen noch nicht absehen lassen. Außerdem braucht es aus Sicht der Immobilienmakler doch noch physische Besichtigungen. Und da ist einiges auch rechtlich noch unsicher: darf ein Interessent eine Wohnung überhaupt besichtigen?

„Fahren auf Sicht“ ist nun laut Eugen Otto angesagt. Wirkliche Immobilienkompetenz wird dabei eine ganz wichtige Rolle spielen. Steht also den Immobilien-Consulting-Unternehmen ein Boom bevor?

Assetklassen

Hotel

Zu den ganz großen Sorgenkindern gehören Gastronomie und Hotels. Jasmin Soravia berichtet von den Hotel-Projekten der Soravia Gruppe, dass Eröffnungen verschoben werden und Pächter versuchen, mietfreie Zeit zu erwirken. Viele Hotels – wie z.B. das Moxy am Flughafen Wien – sind geschlossen. Ähnliches sieht man im Bereich Serviced Apartments und im studentischen Wohnen, meinen Andreas Köttl und Michael Pech.

Wohnen

Auch bei Wohnimmobilien kann man nicht von einer sicheren Preis- und Mietentwicklung ausgehen, weil die gesamten wirtschaftlichen Einbußen und Arbeitslosenzahlen sich auch darauf auswirken, wieviel man überhaupt noch für Wohnen ausgeben kann und will. Anderseits hat die Quarantäne-Zeit auch gezeigt, wie wichtig und relevant ausreichender und angenehmer Wohnraum ist. Das Produkt ‚Anlagewohnung‘ wird – so sind sich Sandra Bauernfeind, Eugen Otto, Michael Pech und Andreas Völker einig – einen Boom erleben.

Zu Gestaltung des Wohnraums sagt Sandra Bauernfeind: „Außenbereiche (Balkon, Terrassen…) bei den Wohnungen waren bis jetzt schon sehr wichtig – Gemeinschaftsflächen teilweise – unserer Erfahrungen sind Gemeinschaftseinrichtungen wie Bürobereiche, extra Aufenthaltsräume etc. bis jetzt schon nur dann erfolgreich, wenn sie buchbar sind.“ Gemischte Nutzung werden nun immer wichtiger.

Individuelle Freiflächen sind nach den Ausgangsbeschränkungen ein Muss. Silvia Wustinger-Renezeder bemerkt mehr Nachfrage für den Stadtrand – vielleicht auch gerade aus der aktuellen Parkplatz-Situation in Wien. Auch Alexander Kopecek erlebt für die Seestadt Aspern ungebrochene Nachfrage.

Gewerbe

Mietreduktionen treffen den Gewebebereich. So gewährt der Flughafen Wien Airlines Mietstundungen, wobei, so Wolfgang Scheibenpflug, die meisten Mieter weiterhin die Miete zahlen. „Es wird darauf ankommen, wie schnell sich ein normales Niveau wiederherstellen lässt“, sagt er.

Was Offices betrifft, muss man von einem Rückgang der Nachfrage ausgehen. Homeoffice funktioniert besser als gedacht. „Ich sehe die Krise als Katalysator für neue Arbeitsformen.“, sagt Wolfgang Scheibenpflug. Office-Konzepte mit geringem Anteil an Core-Bürofläche und der Möglichkeit, flexible Flächen temporär zuzumieten, werden als Produkt sehr attraktiv.“ Silvia Wustinger-Renezeder kommentiert: „In diese Richtung gehen unsere Planungen – wir sehen darin einen kommenden Trend.“

Vor ‚more of the same‘ warnt Alexander Kopecek. Lebensqualität muss auch im Büro möglich sein. Für die Mieter, die jetzt wieder in ihre Büros zurückkehren, braucht es Beratung und Unterstützung.

Wolfgang Scheibenpflug berichtet vom Flughafen Wien, dass vor allem die Logistik sich schon jetzt wieder in Richtung Vor-Krisen Niveau bewegt. Auf Grund der internationalen Lieferengpässe und Boom des Online Handels steigt schon jetzt die Nachfrage nach Logistik- und Lagerflächen. Die Verletzbarkeit der Lieferketten vor Auge wird es wieder mehr Lager aber auch produktive Flächen in der Stadt brauchen, meint Silvia Wustinger-Renezeder.

Das bestätig auch Stephan Barasits. Er sieht einen Bedarf an neuen Lösungen, die großen Playern mit lokalem Know How Mehrwert bieten, z.B. im Bereich der Frisch-Lieferungen. Vom Großmarkt berichtet er, dass Warenabholung eine Renaissance während der Corona-Krise erlebt. Drive-In Systeme sind eine innovative Reaktion. Ob sich das nach der Krise so halten wird, wird sich zeigen.

Stadtentwicklung und Wünsche an die Politik

Das Thema Widmungen wird, so Eugen Otto, als künstliches Korsett wahrgenommen. Stadtplanung und Politik sollte sich mit dem Markt austauschen, um so die optimalen Nutzungsmöglichkeiten im Einklang mit den Bedürfnissen der Menschen und des Marktes zu finden. Gerade in Zeiten der tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderung wird das entscheidend sein, einen neue Vertrauenskultur aufzubauen.

Produktion muss auch in Ballungszentren wieder möglich sein. Alexander Kopecek und Silvia Wustinger-Renezeder erwarten sich, dass lokale Versorgung an Bedeutung gewinnen wird und das muss in der Stadtplanung berücksichtigt werden.

Peter Ulm sagt: „Gebiets- & Stadtentwicklung mit vielen verschiedenen Nutzungen wird die Monokultur ablösen; die Generationenübergreifung wird dann im Großraum aber nicht im Objekt stattfinden!“

Die Baustellen wieder auf volle Leistung bringen

Baustellen wieder auf volle Kapazität zu bringen, das wird eine große Herausforderung. Bei der Baustelle Office Park IV vom Flughafen Wien ist man nach Ostern wieder auf einem Niveau von 50 – 60%. Engstelle dabei sind die Subunternehmen aus Ungarn und Slowakei. Eine Bauverzögerung von ca. einem Monat ist wahrscheinlich. Ähnliches erlebt Florian Amlacher bei seinen Baustellen. Stephan Barasits überlegt Maßnahmen, um bei einem weiteren Shutdown weitere Verzögerungen zu minimieren.

Ein ganz neues Baumanagement ist notwendig. Auch kann man nicht davon ausgehen, dass alle Rohstoffe und Materialien zeitgerecht geliefert werden, sagt Marc Guido Höhne von Drees & Sommer.

Banken stehen auf der Bremse

Die Banken sind schon jetzt sehr zurückhaltend, berichtet Michael Pech. Peter Ulm spricht sogar von einem Déjà-vu, die Krise 2008/2009 betreffend. So besteht die Gefahr, dass die Banken die Krise noch verschlimmern und verstärken, indem sie sich auch bei guten Projekten zurückhaltend geben.

Silvia Wustinger-Renezeder ergänzt: Die Finanzierung von Eigentumswohnungsprojekten in der mittleren Preisklasse ist derzeit schwieriger als im Mietwohnbereich.

Somit wird nach der Krise Eigenkapital zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil, ist sich auch Michael Pech sicher, der auch auf lange Sicht die Eigenkapitalquoten steigen sieht.

Digitale Kommunikation

Durch Nutzung digitaler Kommunikationstools können viele Prozesse in der Immobilienwirtschaft gut durchgeführt werden. So hat man beim ÖSW Wohnungsübergaben kontaktlos abwickeln können, berichtet Michael Pech; Eugen Otto meint, dass das die Hausverwaltung des Unternehmens unverändert weiterarbeiten konnte; Marc Guido Höhne und Florian Amlacher sagen, dass im Planungsbereich ungehindert digital weitergearbeitet werden konnte; EHL hat digitale Rundgänge auf viel mehr Wohnungen ausgeweitet, erzählt Sandra Bauernfeind. Daraus haben sich viele Anfragen ergeben, auch wenn es weniger Abschlüsse gibt.

Das Vertrauen in „remote“ arbeitende MitarbeiterInnen, ist eines der Learnings aus der Krise und auch einer der positiven Erfahrungen in dieser schwierigen Zeit, sagt Andreas Köttl.

Persönlicher Kontakt wird aber weiterhin sehr wichtig sein, gerade in einer Branche, wo es um viel Geld geht. Florian Amlacher fehlt dieser direkte Kontakt zum Kunden. Da muss einiges nach hinten verschoben werden. Basisinfrastruktur fehlt natürlich in Haushalten, damit wird Arbeiten schwerer.

Ein positiver Effekt der Erfahrungen aus #stayathome wird sein, dass man nicht mehr für zwei-Stunden-Meetings in der Welt herumfliegen muss, meint Jasmin Soravia. Und dass Home-Office und Teleworking auch ein Bestandteil der Zusammenarbeit bleiben werden, sind sich alle einig.

Digitalisierung der Branchen

Schlägt erneut die Sternstunde der Proptechs? Viele Proptechs bieten genau Lösungen für die aktuelle Situation: Digitale Kommunikation, kontaktfreies Service und gemeinsam nutzbare Ressourcen. Sandra Bauernfeind wünscht sich dabei jedoch eine verbesserte Integration der Proptech-Technologien in die etablierten IT Systeme. Das Programmieren von Schnittstellen ist zu mühsam. Auch Marc Guido Höhne sieht zu wenige gesamtheitliche Lösungen. Zwar gibt es jede Menge Einzellösungen, die auch sehr nützlich sind, so lange es aber nicht die Möglichkeit gibt, diese in die eigene IT einzubinden, bleiben sie unpraktisch.

Nachhaltigkeit

Die Corona-Krise wird von den Menschen als Symptom einer globalen Wirtschaft wahrgenommen, die Umwelt und Gesellschaft zu wenig beachtet. Alexander Kopecek meint daher, dass in Zukunft die Nachhaltigkeit der Immobilienbranche stark hinterfragt werden wird. Marc Guido Höhne sagt: „Das könnte einen Push auch in Richtung BIM bringen, weil Effizienz und Nachhaltigkeit, Wiederverwertbarkeit usw. damit besser umgesetzt werden können.“

Um Nachhaltigkeit auch in wirtschaftlich schweren Zeiten einen hohen Stellenwert einzuräumen, braucht es politische Entscheidungen, betont Michal Pech, da man diese Verantwortung nicht nur auf den Kunden und sein Kauf- und Mietverhalten auslagern darf. Andreas Völker meint, dass das Bewusstsein der Kunden – sowohl im Wohnen als auch bei Gewerbeimmobilien – stark gestiegen ist. Und mit smarter Technologie und intelligenter Finanzierung wird nachhaltiges Bauen auch nicht unbedingt teurer.

Unser Immobilienfachbeirat sieht nicht die Gefahr, dass Nachhaltigkeit in Zukunft dem Sparstift zum Opfer fällt.

Keine Krise ohne Chance

Mit Anfang Mai wird auch der Bürobetrieb in den meisten Büros wieder langsam hochgefahren. Und zu tun gibt es für die Immobilienunternehmen dann genug.

Chancen dieser Krise auszulassen ist eine der großen Risiken, meint Andreas Köttl. Wie sehr man dieses Potential nutzen wird, wird in hohem Maße davon abhängen, wie schnell sich Grenzen wieder öffnen und Europa wieder den Schulterschluss schafft.

Für Alexander Kopecek gibt es zwei Szenarien: Wenn es bald Behandlungsgmöglichkeiten oder sogar einen echten Impfstoff gegen Corona gibt, dann wird es auch schnell wieder zu einem Business as usual übergehen. Wenn uns aber Corona alle paar Monate zu einem erneuten Shutdown zwingt, dann schafft das Raum für drastische Veränderungen, wirtschaftlich und gesellschaftlich, und Chancen können dann besser genützt werden.

Wolfgang Scheibenpflug erwartet sich ebenfalls als positiven Impuls, dass einige Irrwege der letzten Jahren beendet werden.

Leicht sinkende Baupreise werden erwartet, da die Auslastung der Baufirmen etwas nachlässt. Auch bei den Grundstückspreisen zeichnet sich eine Normalisierung ab. Schlechte Zeiten also für Spekulanten, aber viele Erfolgschancen für Unternehmen mit starker Immobilienkompetenz und natürlich auch ausreichend Eigenkapital.

Die Immobilienbranche hat als Konjunkturmotor eine Verantwortung zu tragen, meint Peter Ulm. Es braucht kluges und nachhaltiges Investieren, Bauen und Schaffen von Lebensraum.

Eugen Otto meint zum Abschluss: „Nehmen wir unsere Verantwortung war: Sicherheit, Souveränität und Lebensqualität werden wieder mehr in den Fokus rücken, also bleiben wir zuversichtlich, neugierig und mutig!“

Am 22. September werden wir beim Ghezzo Immobilientag viele dieser Themen aufarbeiten! Wir freuen uns sehr auf das Wiedersehen!

Mit dabei waren:

  • Florian Amlacher, Geschäftsführer Projektentwicklung AT bei eyemaxx Real Estate Group
  • Stephan Barasits, Geschäftsführer, GMW Großmarkt Wien
  • Sandra Bauernfeind, Geschäftsführende Gesellschafterin, EHL Wohnen GmbH
  • Alexander Ghezzo
  • Gudrun Ghezzo
  • Marc Guido Höhne, Geschäftsführer, Drees & Sommer
  • Alexander Kopecek, Vorstand, Wien 3420 Aspern Development AG
  • Andreas Köttl, CEO, value one holding AG
  • Eugen Otto, CEO, Otto Immobilien
  • Michael Pech, Vorstand, ÖSW AG
  • Katrin Pohorsky, Ghezzo GmbH
  • Wolfgang Scheibenpflug, Geschäftsbereichsleiter Immobilien, Flughafen Wien
  • Jasmin Soravia
  • Peter Christian Ulm, CEO, allora Immobilien
  • Andreas Völker, Managing Director, BNP Paribas Real Estate Consult GmbH, Frankfurt am Main
  • Silvia Wustinger-Renezeder, Geschäftsführerin, 6B47 Wohnbauträger GmbH

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Immobilien nach Covid-19: The winner could be …

Aller Unsicherheit zum Trotz kristallisiert sich das eine oder andere Segment heraus, das aus der Krise gestärkt hervorgehen könnte oder zumindest keine Verluste einfahren dürfte.

Unsicherheit kennzeichnet derzeit die Immobilienmärkte. „Niemand weiß wirklich, wie es weitergeht“, sagt Mario Deuschl, Geschäftsführer des auf Wohnimmobilien ausgerichteten Bauträgers wert.bau. „Jedenfalls müssen Unterscheidungen getroffen werden, weil die verschiedenen Segmente des Immobilienmarkts nicht alle über einen Kamm geschert werden dürfen.“ Tatsächlich kristallisiert sich das eine oder andere Segment heraus, das aus der Krise gestärkt hervorgehen könnte oder zumindest keine Verluste einfahren dürfte.

Der Wohnungsmarkt

#StayAtHome hat die Bedeutung des Wohnens auf der Werteskala der Österreicherinnen und Österreicher verändert. Das zeigt eine aktuelle Innofact-Trendumfrage für ImmoScout24. Die Zeit in der eigenen Wohnung hat den Bewohnerinnen und Bewohnern deren Stärken und Schwächen aufgezeigt. Immerhin jeder Zweite schätzt nun laut der Umfrage sein Zuhause mehr als zuvor. Für 48 Prozent ist das eigene Heim mehr denn je ein wichtiger Rückzugsort, an dem man sich vollkommen sicher fühlt. Die Zeit zu Hause hat allerdings auch bei jedem Fünften dazu geführt, dass die Mängel des aktuellen Zuhauses stärker auffallen.

Aber auf diese 20 Prozent der Unzufriedenen ist nicht allein zurückzuführen, dass die Nachfrage nach Immobilien – die im März stark zurückgegangen waren – sich im April schon wieder auf 80 bis 90 Prozent des Vorkrisenniveaus gesteigert hat. „Wir erwarten im Wohnbereich eine stabile Entwicklung. AnlegerInnen werden weiter in Immobilien investieren, wir erwarten, dass dieser Trend gerade im Wohnbereich aufgrund möglicher wirtschaftlicher Unsicherheit sogar zunimmt“, meint Michael Pisecky, Geschäftsführer s REAL Immobilien. Was die Verkaufspreise betrifft, so zeigt er sich ebenfalls optimistisch: „Wir erwarten, dass sie stabil bleiben.“

Spaziergang durch die virtuelle Realität

Michael Schmidt, Geschäftsführer der 3SI Immogroup, sieht die Entwicklung ähnlich: „Das Kaufinteresse der echten Investoren ist weiterhin ungebrochen. Viele haben sich während der letzten Wochen online, etwa mittels 360-Grad-Touren oder durch Videos, über für sie interessante Immobilien informiert.“ Und er kann der aktuellen Situation auch noch einen weiteren Vorteil abgewinnen: Im Gegensatz zu Vor-Corona-Zeiten sei die Zahl der „Wohnungstouristen“, also jener, die sich Wohnungen nur einmal kurz anschauen wollen, stark gesunken.

Mieten könnten in bestimmten Regionen sinken

Bei den Mieten erwartet s REAL eine Seitwärtsentwicklung. In Regionen mit einem großen Angebot an frei finanzierten Mietwohnungen wird sich der Preisdruck verstärken, und da und dort werden die Mieten sinken – vor allem in den großen, außerhalb des Gürtels gelegenen Bezirken Wiens. „In den inneren Bezirken erwarten wir gleichbleibende bis moderat steigende Mieten“, so Pisecky.

Logistikimmobilien

Der Logistikmarkt hat aufgrund der steigenden Paketlieferungen gewonnen, und er wird auch nachhaltig seinen Platz behaupten, ist Andreas Liebsch, Geschäftsführer von GO ASSET, überzeugt: „Erhöhte Risiken in der Lieferkette führen zu neuen langfristigen Trends, welche die Nachfrage nach Logistikimmobilien steigern werden. Wir haben bei
GO ASSET zumindest vier spezifische Gründe identifiziert, welche im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Unsicherheit zu einem stärkeren Bedarf nach Logistikimmobilien führen könnten“, erklärt Liebsch. Es sind höhere Lagerhaltung, Fortsetzung des E-Commerce-Vormarschs, City-Logistik und Diversifizierung der Produktionsstandorte. Neben diesen Gründen spreche laut Andreas Liebsch auch die makroökonomische Entwicklung für das künftig verstärkte Interesse von Investoren an Logistikimmobilien.

Sozialimmobilien

Eine Sparte, die ebenfalls einen großen Schub erhalten könnte, sind die Senioren- und Gesundheitsimmobilien. Die Notwendigkeit, in jedem Land eine angemessene Gesundheitsversorgung bereitzustellen, wird auch nach der Krise zu einem entscheidenden sozialen Thema werden. In diesem Bereich ist zu erwarten, dass sich das bisher eher zögerlichen Vorgehen der einzelnen Bundesländer zu einem koordinierten Vorgehen wandeln könnte. Vor allem, wenn die Aussagen der Regierungsvertreter stimmen und wir tatsächlich in den kommenden Jahren immer wieder mit dem Auftreten solcher Pandemien zu rechnen haben. Aber auch die immer wieder angesprochene Dezentralisierung der Sozialimmobilien wird in den kommenden Jahren stärker werden.

Der eindeutige Sieger

EINE „Assetklasse“ wird auf jeden Fall gewinnen: das Bessere. Franz Pöltl, Geschäftsführer von EHL Investment Consulting: „Sicher erscheint allerdings, dass es eine spürbare Spreizung der Risikoaufschläge geben wird, das heißt, die Renditeunterschiede zwischen Spitzenobjekten und weniger guten Objekten werden deutlich größer werden.“ Der wichtigste preisbestimmende Faktor werde dabei die Qualität der Mietverträge (Mietniveau, Restlaufzeit, Bonität der Mieter) sein. Ein Trend, der sich schon in der letzten Zeit abgezeichnet hat, ist, dass die Verträge und auch das Miteinander in einem Projekt wichtiger werden als die Gebäude.

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© @natabene via Twenty20

Der Mensch nach der Corona-Krise

Wir wurden in den letzten Wochen gleichsam erschlagen mit Informationen über die Auswirkungen des Shutdowns auf unsere Wirtschaft, inklusive der Immobilienwirtschaft. Es wurden Vermutungen über die Prozentsätze des Rückgangs präsentiert und dazu, welchen Einfluss die Nachfrage auf das Flächenangebot in den verschiedenen Immobiliensparten haben wird.

Die Zeit „danach“ wurde noch wenig beleuchtet, und hier wird der wesentliche Faktor der Mensch sein: der Mensch und seine Entscheidungen, seine Schlussfolgerungen nach den letzten Wochen und daraus resultierend sein Verhalten in der kommenden Zeit. Das gilt sowohl für Privatpersonen als auch für die Unternehmensführungen.

Viele Fragen offen

Es stellen sich viele Fragen: Wie geht es weiter? Welche Entwicklungen werden in den kommenden Monaten noch kommen? Werden wir eine zweite Welle erleben? Wird die Pandemie durch ein Medikament ihren Schrecken verlieren?

Wirtschaftswissenschafter stellen bereits in Aussicht, dass sich das volle Ausmaß der Krise erst Ende des zweiten Quartals zeigen wird. Diese Vermutung dürfte zutreffen. Das „Schweizer Handelsblatt“ schreibt, dass die Stimmung der Konsumenten in der Schweiz so mies ist wie seit 1972 nicht mehr. Sie beurteilen die Wirtschaftsentwicklung als schlecht, sie haben kein Interesse an größeren Anschaffungen, und ihre eigene finanzielle Lage – so erwarten sie – dürfte sich in den nächsten Monaten verschlechtern. 

Lockdown verdirbt die Laune

Die neue Erhebung des schweizerischen Staatssekretariats für Wirtschaft SECO zeigt, wie sehr der „Great Lockdown“ den Konsumenten die Laune verdirbt. Die schlechte Stimmung trifft damit den wichtigsten Teil der Wirtschaft – denn der private Konsum ist für 60 Prozent der Wirtschaftsleistung in der Schweiz verantwortlich. Aber unser Nachbarland ist nicht allein, auch in Deutschland, Kanada, den USA oder Australien gab es in den letzten Tagen entsprechende Indikatoren für neue Rekordtiefs bei der Stimmung.

PKW-Zulassungen brechen ein

Ein eindeutiges Zeichen sind die Pkw-Neuzulassungen im März in der EU. Sie sind um 55 Prozent zurückgegangen, in Österreich sogar um 66,7 Prozent. Das ist natürlich jetzt einmal nicht verwunderlich, da alle Menschen ganz andere Sorgen hatten, als ein neues Auto anzumelden, und natürlich auch die Autohäuser geschlossen hatten. Auffällig ist allerdings, dass sogar der Gebrauchtwagenmarkt ein deutliches Minus zeigt. Und auch hier wird die Phase im Juni oder Juli ganz entscheidend sein.

Vorsicht und Zurückhaltung

Eine grundsätzliche Aussage lässt sich aber schon tätigen: Die Menschen werden nach den Lockdowns wohl vorsichtiger und zurückhaltender sein. Das trifft jetzt vielleicht nicht unbedingt auf Immobilien zu, denn dies ist eine andere Liga. Michael Baert, Vorstand der IFA-Unternehmensgruppe, meint: „Nach den bisherigen Wirtschaftskrisen ist immer überproportional viel Geld in Immobilien geflossen. Das wird auch diesmal so sein.“ Ähnlich sieht es Michael Schmidt, Geschäftsführer der 3SI Immogroup: „Zugegeben, die generelle Nachfrage ist zu Beginn etwas zurückgegangen, aber spätestens zwei Wochen nach der Einführung der ersten Maßnahmen sind die Anfragen wieder deutlich gestiegen. Jene, die gerade jetzt an Immobilien interessiert sind, sehen den Wohnungskauf als Investition in und für die Zukunft.“ Wer noch hat, der investiert sein Geld in Sachwerte, und Immobilien stehen hier an vorderster Stelle.

Graue Zeit mit vielen Unsicherheiten

Sind die Wohnimmobilien mit einem blauen Auge davongekommen? Das lässt sich derzeit noch schwer abschätzen. Michael Baert: „Aus meiner Sicht wird es mit einem kleinen Dämpfer weitergehen.“ Aber das ist nur ein Teil des Gesamtbilds: „Wesentlich wird sein, wie lange die Maßnahmen dauern und wie die Menschen dann reagieren werden – in puncto Einkaufen, Reisen, Arbeiten, Ausgehen und Veranstaltungen.“ Das wird die Wirtschaft in einem enormen Ausmaß betreffen. Der Historiker Niall Ferguson sieht die kommende Zeit als eine graue Zeit mit vielen Unsicherheiten. In dieser Phase, so Ferguson, würden all jene Branchen weiter schrumpfen, die ein gewisses Maß an Nähe benötigen: Detailhandel, Luftverkehr, Bildung, Live-Kultur, Hotels, Restaurants. Es sei eine Illusion, dass demnächst ein „neuer Normalzustand“ erreicht werde.

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Blick in die Immobilienbranche – Zusammenarbeit

Das Unnormale fühlt sich schon etwas normaler an, meint Rüdiger Schneider von der deutschen aconsea und hat zum Thema Homeoffice eine Umfrage geschickt:

Wenn wir in Nach-Corona-Zeiten wieder in den Normalmodus gehen, wie weit würden Sie Homeoffice beibehalten wollen?

Dies ist der eigentliche Akzeptanztest. Es zeigt sich nahezu ein 50:50-Verhältnis von „bevorzugt im Homeoffice“ und „nur stark begrenzt“.

Fazit von aconsea: Die Corona-Krise wird Homeoffice gleichberechtigt als Arbeitsort neben dem Platz im Büro etablieren. Das wird sich auf die Flächen auswirken, vor allem auf diejenigen, die von Unternehmen angemietet werden. Die EPUs arbeiten ohnehin schon sehr ortsunabhängig.

Baumonitoring – ein Netzwerk verschiedener Unternehmen – hat eine Umfrage zum Thema Projektentwicklung gemacht. 75 Prozent der Befragten sehen demnach keine oder nur geringe Engpässe beim Material, beim Personal beobachten 85 Prozent keine Einschränkungen. Dazu meint Genia Reichenberg, Projektmanagerin bei WI Bauträger: „Projektentwicklungen hängen sehr stark von der Bauphase ab. Projektstarts sind unmöglich, aber die Fertigstellung und die Weiterführung in der Planungsphase sehr wohl machbar.“

Blick in den Einzelhandel: Die Öffnung einzelner Standorte hat jetzt nicht zu einem großen Nachholeffekt geführt, außer bei den Baumärkten. Was den Einzelhandel betrifft, muss man sich nur eine Aussendung der Agenda Austria ansehen: Mitte April 2020 waren in Österreich 638.000 Arbeitnehmer zur Kurzarbeit angemeldet, hinzu kommen 560.000 Arbeitslose. 

Hier ist zu vermuten – wie wir in der letzten Ausgabe schon berichtet haben –, dass der wirtschaftliche Tiefpunkt der Krise Ende des zweiten Quartals erreicht wird. Die wirtschaftliche Unsicherheit ist aktuell enorm, schreibt die Agenda Austria, der Internationale Währungsfonds rechnet mit der stärksten globalen Rezession seit den 1930er-Jahren. Das wird 2020 nicht nur in Österreich zu einer deutlichen Investitionszurückhaltung führen.

Martin Neff gehört zu den führenden Immobilienexperten in der Schweiz und ist Chefökonom von Raiffeisen. Er vertritt die Auffassung: „Der Immobilienmarkt wird nie dermaßen unter die Räder kommen wie andere Bereiche unserer Wirtschaft.“

Und daher geht es auch darum, wie man jetzt miteinander umgeht.

Im Markt-Update von Otto Immobilien zum Einzelhandel meint Patrick Homm, Leiter der gewerblichen Immobilienvermarktung: „Wir alle sitzen im gleichen Boot, und jeder von uns möchte gemeinsam mit den anderen in eine nachhaltige und erfolgreiche Zukunft blicken. Wir raten daher, auch alternative Streitbeilegungsinstrumente wie die Mediation in Betracht zu ziehen.“

Wir haben ja bereits vor über einem Jahr über Mediation geschrieben, und da meinte Rechtsanwalt Alfred Nemetschke: „Wenn es bei einem Projekt kriselt, dann wirkt sich das auf andere gemeinsame Projekte und Kooperationen ebenfalls aus.“ Es sollte eine weitere Zusammenarbeit möglich sein und die Geschäftsbeziehung somit Bestand haben. Business-Mediator Peter Adler: „Vor Gericht bekommen Sie ein Urteil, bei der Mediation eine Lösung.“

Und Patrick Homm sagt: Häufig seien nun Vermieter und Mieter etwas näher „zusammengerückt“, um so ebenfalls einen Grundstein für eine gemeinsame Zukunft zu legen.

Jetzt geht es nur um eines: Um die Lösung der Krise – und ich glaube, dass wir uns da in den kommenden Wochen noch von einigen althergebrachten Vorstellungen verabschieden werden müssen.

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Hans-Peter Weiss

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© Riepl_Riepl_Architekten

Hans-Peter Weiss(BIG): „Wir setzen alles daran, für wirtschaftliche Normalität zu sorgen“

Alle derzeit gemachten Prognosen sind in Wahrheit Spekulation – solange wir nicht wissen, wie sich die Situation weiterentwickelt. Alles steht und fällt mit der Dauer dieser Krise – die zeitliche Entwicklung ist aber aktuell nicht wirklich einschätzbar. Sicher ist, dass es wirtschaftliche Schäden gibt und geben wird.

Was den Immobilienmarkt betrifft, wird die Krise unterschiedlich starke Auswirkungen auf die einzelnen Assetklassen haben. Die Retail- und die Hotelbranche werden die Hauptbetroffenen sein, im Bürobereich wird es sicher auch herausfordernder als zuletzt. Es werden aber auch neue Entwicklungen angestoßen – das Homeoffice, das digitale Büro, die flexiblere Arbeitszeitgestaltung werden nachhaltige Auswirkungen auf den Büromarkt haben. Was das Wohnen betrifft, so sehe ich nur dann gravierende Auswirkungen, wenn die Krise sehr lange andauert und wir mit einer langen Phase hoher Arbeitslosigkeit konfrontiert sind. Aber auch hier werden sich Änderungen unseres Alltags längerfristig auswirken – Stichwort: Welche Anforderungen stellt vermehrte Heimarbeit an den Wohnraum der Zukunft?

Trotz COVID-Krise die Liquidität sicherstellen

Über allem stand für uns als BIG-Konzern vom ersten Tag der Krise an: Gesundheit und Sicherheit gehen vor. Die erste Aufgabe in der Krise ist, die benötigte Liquidität sicherzustellen. In einer Situation wie der aktuellen ist es auch ganz besonders wichtig, intensiv mit den Mitarbeitern zu kommunizieren, die fehlende Kommunikation des Büroalltags bewusst zu kompensieren und rasch geeignete alternative Kommunikationswege zu etablieren.

Wir haben seit Beginn der Krise versucht, auch den Betrieb auf möglichst vielen unserer Baustellen am Laufen zu halten. Natürlich unter Einhaltung der nötigen Sicherheitsmaßnahmen! Aber nur so können wir Arbeitsplätze erhalten und so gut es geht wirtschaftliche Normalität sicherstellen. Verbunden mit unseren 73 Bauvorhaben ist ein Investitionsvolumen von 1,6 Milliarden Euro. Daran hängen mehr als 20.000 Arbeitsplätze. Oder anders gesagt, es geht um 20.000 Menschen, die einen Job haben und ein Gehalt bekommen.

Als eines der größten Immobilienunternehmen in Österreich setzen wir alles daran, für wirtschaftliche Normalität zu sorgen. In einer Situation wie der aktuellen braucht es vor allem die großen Player. Drückt ein Großer auf „Stopp“, kommen zuerst die Kleinen unter die Räder – dieser Verantwortung sind wir uns als Konzern bewusst.

Eine positive Konsequenz, die wir auch in unserem Konzern gerade beobachten, ist die Etablierung neuer Arbeitsformen. Die COVID-Krise ist jedenfalls ein Beschleuniger, was Digitalisierung und ortsunabhängiges Arbeiten betrifft. Homeoffice wird aus der Arbeitswelt nach COVID-19 nicht mehr wegzudenken sein. Ein guter Mix aus Homeoffice und Office – den Tätigkeiten angepasst – wird die Zukunft sein.

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Maxim Zhiganov

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© WK Development

Herausforderung Corona. Der Versuch einer zuversichtlichen Betrachtung für die Projektentwicklungs- branche

Wir befinden uns mitten in dem von Bundeskanzler Kurz zitierten Corona-Marathon: Er ist zäh und für uns alle herausfordernd. Entsprechend nehmen wir die Situation sehr ernst und wollen uns auf sämtliche Szenarien vorbereiten.

Wir alle lernen gerade, miteinander anders umzugehen – im beruflichen wie auch im privaten Umfeld. Wir sind gezwungen, (endlich) noch stärker mit Online-Tools zu kommunizieren und zu arbeiten. Wir haben gleichzeitig das Gefühl, dass unsere Mitarbeiter effizienter arbeiten. Ihr Verantwortungsbewusstsein ist sicher gestiegen. Tasks werden neu geordnet und aufgeteilt.

Zeit ist Geld – dennoch geht die Sicherheit der Menschen vor

Die größte Herausforderung für uns Entwickler ist eine Projektverzögerung: Denn Zeitverzug bedeutet Geldverlust, angefangen von laufenden Zinsen bis hin zu laufenden bzw. höheren Baukosten, wenn die Baustelle steht. Außerdem habe wir Commitments unseren Kunden gegenüber, die bereits Wohnungen gekauft haben und zum geplanten Zeitpunkt einziehen wollen.

Aktuell ist es bei unseren laufenden Projekten so, dass wir bis jetzt nur ein paar unwesentliche Zeitverzögerungen haben. Wir können auf allen Baustellen die gesetzlichen Anforderungen erfüllen und weiterbauen. Selbstverständlich sind wir hier auch von den jeweiligen Baufirmen abhängig. Und davon, dass die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleistet bleiben muss. Das steht für uns an oberster Stelle.

Bei neuen Projekten sind die Bauunternehmen vorsichtig geworden. Viele warten mal ab, wie sich die Situation entwickeln wird. Derzeit gibt es noch viele unbekannte Faktoren, die für Unsicherheit sorgen. Wir hoffen, dass wir ab Ende April klarer sehen und sich die Lage wieder bessern wird. Das Gute ist, dass alle lösungsorientiert denken und – ohne gesundheitliche Risiken einzugehen – weitermachen wollen. Niemand profitiert von Stehzeiten. 

Virtuelle Rundgänge statt Vor-Ort-Besichtigungen: Immobilienmarketing goes virtual

Gutes Immobilienmarketing – insbesondere über digitale Kanäle – ist jetzt wichtiger denn je: Viele Kunden haben jetzt die Zeit, in Ruhe die für sie passende Wohnung zu suchen. Und das, ohne die eigene Wohnung verlassen zu müssen. Aufgabe des Immobilienmarketings muss es daher sein, die Informationen und Assets der Liegenschaften auf möglichst plakative und anschauliche Weise über das Notebook in die Wohnzimmer der Interessierten zu transportieren. Unsere Makler besichtigen zum Beispiel mit interessierten Käufern unsere Liegenschaften mittels virtueller Rundgänge. Wir arbeiten mit unserer Immobilienmarketing-Firma Zeiger Marketing bei größeren Projekten schon länger mit VR-Tools und Videovisualiserungen. Das kommt uns jetzt zugute.

Immobilien sind auch in der Krise ein „Safe Heaven“ für Anleger und Investoren

Unsicherheit macht sich natürlich auch bei Anlegern und Investoren breit. Man weiß nicht genau, wie sich die Wirtschaftskrise auf die Finanzwelt auswirken wird und welche Investitionsformen auch tatsächlich krisenfest bleiben. Wie auch schon vor der Krise stellen Immobilien für viele Investoren den bewährten „Safe Heaven“ dar.

Auch bei dieser Zielgruppe ist die Nachfrage über digitale Kanäle gestiegen. Offen bleiben hier aber vor allem technische Fragen, die es zu lösen gibt: Eine Wohnung kann man virtuell besichtigen, aber wie sieht die Unterfertigung des Kaufvertrags bei einem Notar aus? Wie funktionieren Beglaubigungen und Treuhandkonten auf rein digitaler Ebene? Die Blockchain-Technologien, die sich hier anbieten würden, haben sich bis dato noch nicht ausreichend etabliert.

Alles in allem versuchen wir unsere Rolle als wichtiger Motor für die (Bau-)Wirtschaft und damit als Garant zahlreicher Arbeitsplätze auch in dieser schwierigen Zeit bestmöglich zu erfüllen. Und das immer mit klarem Fokus auf uns Menschen und unsere Gesundheit.

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Dritter aktueller Rundblick in die Immobilienbranche

Das immer häufiger auftauchende Frage ist: Wie lange kann so ein Zustand – also ein Shutdown – aufrechterhalten werden? Das betrifft sowohl die berufliche als auch die private Situation.

Das immer häufiger auftauchende Frage ist: Wie lange kann so ein Zustand – also ein Shutdown – aufrechterhalten werden? Das betrifft sowohl die berufliche als auch die private Situation. Privat weiß ich es jetzt nicht, aber beruflich. So meinte Andreas Köttl, CEO von Value One: „In den letzten Tagen ist der Ton verschiedener Akteure am Markt immer rauer geworden ist.“

Aufgrund dieser von Andreas Köttl angesprochenen Situation hat sich eine Gruppe von Immobilien-Entwicklern zu einer gemeinsamen Presseaussendung entschlossen. Tenor: Wir als gemeinsame Initiative betonen, dass die enormen Herausforderungen dieser Krise nur durch ein gemeinsames und partnerschaftliches Vorgehen zu bewältigen sind. Die Liste der beteiligten Unternehmen finden Sie auf dem IR-Blog, die Aussendung unter Aktuelles.

Einen Satz daraus möchte ich allerdings noch vorlesen: „Wir können nur gemeinsam wieder gestärkt aus dieser Krise hervorgehen und sollten nicht damit beginnen, Gräben zwischen den einzelnen Akteuren der Wertschöpfungskette aufzureißen.“

Solidarität und Besonnenheit sind besonders wichtig. Die Krise ist ja irgendwann einmal zu Ende.

Eine Krise, die so noch nie da war. In den Medien wird immer der Vergleich zu 2008 gezogen, aber hier meint Michael Buchmeier, neuer Vorstand der ÖRAG: „Es handelt sich in diesem Fall ja um keine Systemkrise. 2008 war die Situation ganz anders, weil keiner mehr dem anderen vertraut hat. Das war ein ganz anderer Umgang, jetzt ist es etwas Externes.“

Eines wird in nächster Zeit am Retailmarkt nicht stattfinden: Expansionen. In einer Studie von Colliers International – Sie finden sie übrigens auch auf unserem Blog, unter Aktuelles – steht: „Studien und Berichte unserer Niederlassungen in China zeigen, dass Unternehmen auch in einem fortgeschrittenen Stadium der Krise kaum Expansionsvorhaben verwirklichen, sondern es derzeit besonders um die Erhaltung der bestehenden Standorte geht.“

Wir müssen daher davon ausgehen, dass größere Expansionsvorhaben mittelfristig nicht zu beobachten sein werden und in den nächsten Monaten eine Konsolidierungsphase erfolgen wird.

Ein weiterer interessanter Aspekt betrifft die Shared-Office-Anbieter – in deren Büroflächen die Mieter mit sehr kurzfristigen Verträgen eingemietet sind. Es bleibt abzuwarten, wie viele der Nutzer jetzt kündigen wollen und ob einige – besonders KMUs – bis zu einer Stabilisierung der Situation nicht die wesentlich günstigere Variante des Homeoffice vorziehen. Damit wird das gehypte Shared Office für die Betreiber zu einer Herausforderung.

Wobei auch das Homeoffice an seine Grenzen stößt. Da meint Wolfgang Fessl von der Metzger Reinberg Gruppe: „Homeoffice war bis jetzt eine willkommene Abwechslung für einzelne Aktionen, wenn konzentriertes Arbeiten gefragt ist. Für soziale Interaktionen, Abstimmungen oder wenn einem die Decke auf den Kopf fiel, konnte man ja jederzeit wieder ins Büro gehen. Das fällt jetzt weg. Es bleibt also abzuwarten, ob das Homeoffice immer noch so begehrt ist, wenn es nicht genutzt werden kann, sondern gelebt werden muss.“

Diese Aussage zeigt eigentlich die Zweischneidigkeit des Homeoffice auf. Auf der anderen Seite wird man in immer mehr Unternehmen feststellen, dass es auch so funktioniert, und da werden manchmal die genutzten Flächen hinterfragt werden. In Zukunft wird es um die richtige Mischung gehen.

Am Schluss von „Walters Mails“ möchte ich die Bitte weiterleiten, dass Sie sich fünf bis sieben Minuten für eine Umfrage Zeit zu nehmen.

Im Rahmen ihrer Masterarbeit führt Christina Slama eine Umfrage durch – zum Thema „Image der Baustoffe Holz, Beton/Stahlbeton und Ziegel in Wien“.  

Leider ist es ihr aufgrund der derzeitigen Maßnahmen nicht möglich, wie geplant Straßenumfragen durchzuführen, daher bittet sie um Unterstützung.  Dieser Link führt Sie zur Umfrage: https://eu.questionpro.com/t/AB3urJMZB3u2d6

„Walters Mails“ geht nicht in Osterferien, die haben wir seit drei Wochen, sondern wir sind nächste Woche wieder da.

Die Liste der Immobilien-Entwickler:

• 3S Immogroup
• allora Immobilien
• ARE Austrian Real Estate
• BIP Immobilien
• BUWOG
• C&P-AG
• Consulting Company Immobilien
• Eyemaxx
• Gesiba
• IG Immobilien
• Immofinanz
• JP Immobilien
• Kollitsch & Reichstamm Projekte
• ÖSW
• planquadr.at
• Soravia Equity
• Teichmann & Compagnons
• UBM Development
• Value One
• VÖPE – Vereinigung Österreichischer Projektentwickler
• Winegg Realitäten
• WK Development

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Covid 19 und Gedanken zur Immobilienwirtschaft

Wir gehen in die dritte Woche der Quarantäne und in der Pressekonferenz der Bundesregierung hieß es, wie stehen am Beginn eines Marathons – beziehungsweise es ist „Die Ruhe vor dem Sturm“.

Wir gehen in die dritte Woche der Quarantäne, und in der PK der Bundesregierung hieß es, wie stehen am Beginn eines Marathons bzw. es ist „die Ruhe vor dem Sturm“.

Je länger die Krise dauert, desto komplexer werden die Themen.

Aber bevor wir uns das ansehen, vorab eine bemerkenswerte Meldung.

Viktor Wagner von der REIWAG hat gemeint: „Unmittelbar nach Bekanntwerden der Coronavirus-Krise habe ich einen Notfallfonds für die REIWAG-Mitarbeiter in Österreich und in den anderen Staaten, in denen wir tätig sind, eingerichtet, um plötzliche Not zu verhindern.

Sehr zugute kommt uns unsere Finanzpolitik, weil wir seit vielen Jahren Gewinne in den Unternehmen belassen.“

Die Bedeutung der Reinigungsindustrie werde zunehmen, meint Viktor Wagner, und damit werde auch ein längst fälliger Schritt zur vermehrten Wertschätzung der Mitarbeiter verbunden sein, die gerade in Zeiten wie diesen besondere Verantwortung wahrnehmen – insbesondere bei der Betreuung in Spitälern und öffentlichen Gebäuden.

Kommen wir zu den komplexen Themen, die derzeit aktuell sind.

Engel & Völkers Investment Consulting hat unter 100 Immobilieninvestoren eine Online-Umfrage durchgeführt. Gut die Hälfte der aktuellen Transaktionen pausiert oder wird abgebrochen. 43 % der Befragten pausieren. 10 % haben ihre Deals abgebrochen. Die übrigen 47 % wollen an ihren Transaktionen festhalten. Die Hauptgründe für das Pausieren oder einen Abbruch liegen in den Problemen der Preisfindung und der Finanzierung.

Wenn natürlich die Preisfindung das Problem ist, dann heißt das, dass die Verkäufer und die Verkäufer derzeit verunsichert sind.

Dazu bei trägt auch die Mietsituation. 60 % haben schon Anfragen zur Mietstundung bzw. Mietreduktion erhalten. Bei den Einzelhandelsvermietern liegt diese Quote bei 80 %. Sie haben es wahrscheinlich gelesen: Adidas und Deichmann sind vorgeprescht und waren die Ersten, die für ihre deutschen Filialen ab April keine Miete mehr zahlen, und laut Medienberichten folgen H&M, Media Markt und Saturn nach.

Die Einstellung der Mietzahlungen hat empörte Reaktionen hervorgerufen. Auch der deutsche Zentrale Immobilienausschuss (ZIA) übte Kritik. Die Filialisten seien wirtschaftlich gesund. Das „einseitige Vorpreschen“ sei daher „wenig partnerschaftlich“.

Auch ein österreichischer Privatinvestor hat mich angeschrieben: Zahlreiche Gewerbemieter zahlen nicht mehr. Der Schaden geht schon in die Millionen und weitet sich immer weiter aus. Die Kaufhausgruppe Galerie Kaufhof und Karstadt der SIGNA verhandelt mit der deutschen Bundesregierung über Hilfsgelder.

Zu betonen ist: Was für die Großen gilt, das muss für die Kleinen allemal gelten.

Ein weiteres Problem hat Standort & Markt in einer Presseaussendung angeschnitten. Sie zeigt, wie die derzeitige Situation so manches ad absurdum führt. Ehemalige Topstandorte mit richtig üppigen Einzugsgebieten werden derzeit zu Nahversorgungsstandorten degradiert. Das gilt zum Beispiel für die Wiener Mariahilfer Straße oder die Grazer Herrengasse.

Diese erleiden Frequenzeinbrüche von über 90 %. Kurzum: Die bisherigen Standort-Gesetzmäßigkeiten sind durch Corona derzeit außer Kraft gesetzt. Was gestern top war, kann in der momentanen Situation ein fürchterlicher Flop sein.

Ein Blick zu den Wohnungsmieten – da poppt auch ein Thema auf: Selbst wenn der Mieter irgendwann sein Geld wieder verdient und die Miete zahlen kann, fehlt ihm das Geld, um die gestundete Miete zu zahlen. Dem Vermieter fehlt auch Geld zur Erhaltung des Hauses. Es kommen da noch einige sehr interessante Themen auf uns zu.

Mit Blick auf das Konfliktthema Mieten ruft der Immobilienberufsverband RICS Mieter und Vermieter zu „ethischem Handeln“ und einvernehmlichen Lösungen auf.

Auch der Präsident des Verbands der Institutionellen Immobilieninvestoren, Wolfgang Louzek, warnt davor, bei Hilfsmaßnahmen ausschließlich auf die Mieter zu fokussieren und die Vermieter und Verpächter von Geschäftsflächen wie auch die Vermieter von Wohnungen völlig außer Acht zu lassen. Er meint, wenn diese in die Insolvenz rutschen, ist damit überhaupt niemandem in irgendeiner Art und Weise gedient und der Wirtschaft schon gar nicht.

Man sollte auch bedenken, dass die Immobilienwirtschaft rund 9,8 % der Gesamtwirtschaft repräsentiert.

Abschließen möchte ich wieder mit den Worten von Jürgen Leger, Geschäftsführer von Findheim: „Bleibt daheim, bleibt gesund und bleibt optimistisch.“

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