--}}
 

Gedanken zum Berliner Mietendeckel

Der Mietendeckel in Berlin betrifft auch zahlreiche österreichische Investoren und schlägt weit über Deutschlands Hauptstadt hinaus Wellen.

Viele deutsche Juristen sind der Meinung, dass die Regelung des Bundeslandes Berlin zum Mietendeckel verfassungswidrig ist. Das Mietrecht fällt in die Gesetzgebungskompetenz des Bundes. Als Ausländer will ich mich in diese Grundsatzdiskussion nicht einmischen, aber das Argument erscheint mir logisch. Ein Sanierungsgebiet auszuweisen, in dem zeitlich befristet Sonderregeln für Hauseigentümer gelten, ist etwas anderes als in einer ganzen Stadt flächendeckend die Mieten auf einem deutlich vom Markt abweichenden Niveau einzufrieren. Und zusätzlich wurde auch noch die Möglichkeit geschaffen, in bestehende Verträge einzugreifen und Mieten zu senken. Das ist ein zweiter Ansatzpunkt für eine Verfassungsbeschwerde, da hier möglicherweise zu stark in das individuelle Eigentum eingegriffen wird.

In der Sachfrage wird das Pferd von der falschen Seite aufgezäumt. Das Einzige, was dämpfend auf den Markt einwirken kann, ist die zusätzliche Schaffung von Wohnraum. Mit dem Mietendeckel wird keine einzige Wohnung neu gebaut. Ganz im Gegenteil: Investoren, die Wohnungen errichten wollen, werden abgeschreckt.

Die Fehler machte Berlin selbst

Die Fehler in der Vergangenheit haben nicht Privatinvestoren gemacht, sondern Berlin selbst. Die Stadt Berlin hat ihre Bestände an Sozialwohnungen vor Jahren verkauft, die Stadt Berlin ist hoch überschuldet und hat in vielen Bereichen eine (im Vergleich zu Wien) suboptimale Verwaltung. Flächenwidmungen und Baugenehmigungen dauern viel zu lange. Hier müsste angesetzt werden.

Berlin leistet sich den Luxus, mit dem ehemaligen Tempelhofer Flughafen ein riesiges innerstädtisches Entwicklungsgebiet (ungefähr so groß wie 450 Fußballfelder) brachliegen zu lassen. Wo bleiben da die Rufe nach einer zeitgemäßen Bebauung angesichts der Wohnungsknappheit?

Experiment wie in der DDR

Wie in meinem Kommentar im MAGAN-Newsletter schon erläutert, finde ich es ungustiös, dass eine linke Bausenatorin, ehemals Mitglied der Staatspartei der DDR, dem Berlin von 2020 dieselbe Therapie verordnet wie einst in der DDR. Hier geht es nicht nur um die Mietpreisbildung, sondern um pure Ideologie. Staat statt Markt, Vergesellschaftung statt privat, nach wie vor ist dies das Ziel der Linken in Deutschland. Und viele deutsche Bürger gehen der Linken (zu meiner Überraschung) auf den Leim. Dabei hat die Vorgängerpartei der Linken, die SED, bewiesen, wohin das Experiment des größten Freiluftgefängnisses der Welt, der DDR, geführt hat. Viele ostdeutsche Städte leiden noch heute unter dem Bauwahnsinn, der damals verbrochen wurde. Dahin will die Frau Bausenatorin also wieder?

Auswirkung auf Investoren

Die Auswirkungen für ausländische Investoren? Wenn es beim temporär begrenzten Schwachsinn bleibt, sich also der Rechtsstaat in Deutschland durchsetzt und der Mietendeckel von den obersten Gerichten aufgehoben wird, dann kann ein kurz- bis mittelfristiger Preisrückgang am Berliner Markt, der zweifellos kommen wird, weil Investoren abgeschreckt werden und sich Investitionsrechnungen unter den geänderten Rahmenbedingungen einfach anders darstellen, auch eine Chance zum Nachkaufen von Immobilien sein.

Bleibt der Mietendeckel, dann kommen unsichere Zeiten auf den Berliner Markt zu. Vielleicht aber ist das gerade eine Chance für Österreicher, wir haben schließlich auch gelernt, hierzulande mit einem Deckel (= Richtwertsystem) zu leben. Aber erst, wenn sich die Einkaufspreise an die neue Situation angepasst und geändert haben.

Die nächste deutsche Bundestagswahl wird eine Zäsur in mehrfacher Hinsicht. Bei der Wahl wird sich wohl auch entscheiden, in welche Richtung die Mietgesetzgebung in Deutschland zukünftig geht. Bleibt es beim Berliner Einzelbeispiel, oder macht der Irrsinn Schule? Bleibt‘s beim Einzelbeispiel, dann werden ausländische Finanzströme umgeleitet und der Investdruck auf andere deutsche Städte – sowohl im Westen als auch im Osten – wie Leipzig, Dresden, Erfurt, Magdeburg etc. noch größer werden. Das bedeutet weiter steigende Preise. Oder es kommt vielleicht Grün/Rot/Links nach der Wahl, dann werden alle Karten neu gemischt.

Wie man sieht, für 2020 ist gar nichts mehr fix.

03.04.2025

Büromarkt Wien: Gute Nachfrage – wenig Flächen

Der Wiener Büromarkt weist einen extrem geringen Leerstand auf – bessern wird sich das in diesem Jahr nicht.

02.04.2025

Radlobby Österreich: Stadtentwicklung durch Fahrradfreundlichkeit

Die Radlobby Österreich verfolgt ein ganzheitliches Konzept der urbanen Mobilität, das über einzelne Verkehrsmittel hinausgeht. Im Mittelpunkt steht die Idee der Multimodalität: Menschen bewegen sich nicht ausschließlich mit einem Verkehrsmittel, sondern kombinieren verschiedene Transportoptionen flexibel.

31.03.2025

Firstfeier für das “GRÜN DER ZEIT HAUS JUREKGASSE” Projekt von CITA Immobilien

Im aufstrebenden 15. Wiener Gemeindebezirk erreichte kürzlich das innovative Revitalisierungsprojekt “GRÜN DER ZEIT HAUS JUREKGASSE” von CITA Immobilien einen bedeutenden Meilenstein. Die Firstfeier markierte den erfolgreichen Abschluss der Rohbauphase für dieses anspruchsvolle Sanierungsvorhaben.

Geschrieben von:
Interview-Partner:
Dieser Inhalt:
  • Erschienen am:
    07.11.2019
  • um:
    07:04
  • Lesezeit:
    3 min
  • Bewertungen und Kommentare:
    0
  • Jetzt bewerten

Werbung

Kategorie: Ausland

Artikel:352

 Es ist wesentlich, einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen. Speziell nach Deutschland, wo zahlreiche österreichische Immobilienunternehmen engagiert sind.
In Artikeln und Interviews mit CEOs von Immobilienunternehmen bringen wir einen umfassenden Marktüberblick, der die aktuelle Immobiliensituation in Deutschland widerspiegelt.
Wir informieren aber nicht nur über die Geschehnisse bei unseren direkten nördlichen Nachbarn, sondern erfassen auch andere Trends in Europa und weltweit. 

Newsletter Abonnieren

Abonieren Sie unseren täglichen Newsletter und verpassen Sie keine unserer redaktionellen Inhalte, Pressemeldungen, Livestreams und Videos mehr.

Bitte geben Sie Ihren Vor- und Nachnamen ein, es sind exakt 2 Worte beginnend mit Großbuchstaben erlaubt.

Vielen Dank! Ihre Daten wurden gespeichert. Damit Ihre Anmeldung gültig wird klicken Sie bitte den Link in dem Bestätigungsmail das wir Ihnen gesendet haben.

Werbung

Das Immobilien-Redaktion Unternehmen der Woche 13/2025

Wir Gratulieren IMMOcontract zu erreichten 150 Punkten!

Platz 2

Immobilienrendite AG

Hollandstraße 14, 1020 Wien

Die Immobilienrendite AG sucht unterbewertete Immobilien, um mit kreativen Lösungen neuen Nutzen für Mieter, Investoren, Banken und Käufer zu schaffen.

Unternehmen

Produkt/Leistung

Profil News

Platz 3

ARE Austrian Real Estate GmbH

Trabrennstraße 2B, 1020 Wien

Mit einem Portfolio von 582 Bestandsliegenschaften und rund 35 Projekten in Entwicklung zählt die ARE Austrian Real Estate zu den größten österreichischen Immobilienunternehmen. Eine ihrer Kernkompetenzen ist die Entwicklung zukunftsweisender Stadtteile und Quartiere mit durchdachter Infrastruktur. Bei der Bewirtschaftung ihres breitgefächertes Portfolio an erstklassigen Büro-Objekten setzt die ARE auf kontinuierliche Bestandsoptimierung und individuelle Nutzungskonzepte mit bestmöglichem Service für ihre Kund*innen. Höchste Nachhaltigkeitsstandards und das Bekenntnis zum Klimaschutz stehen dabei stets im Zentrum des Wirtschaftens.

Unternehmen

Produkt/Leistung

Profil News