Wien, Wien, nur du allein … Von wegen!

Von der Großstadtidylle ins Landleben: Was die Wiener zur Stadtflucht bewegt.

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Wien hat viel zu bieten, von der Infrastruktur über Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote bis hin zu kulturellen Events. Doch wie wäre ein Ausblick auf saftige Wiesen statt Straßenschluchten, Vogelgezwitscher anstelle von Straßenlärm? Das Leben am Land lockt so manchen Wiener. Was die Bewohner unserer Bundeshauptstadt hinaus aus dem Zentrum zieht, untersuchte nun das digitale Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent im Rahmen einer repräsentativen Umfrage. Das Fazit: Jene, die den Wunsch nach einem Umzug in ein anderes Bundesland hegen, wollen vor allem ab ins Grüne. Mehr Natur, frische Landluft und die Aussicht auf einen eigenen Garten sprechen für das Landleben. Konkrete Pläne schmiedet bisher jedoch nur ein kleiner Anteil der Befragten, würde man Wien mit all seinen Angeboten und Möglichkeiten doch durchaus vermissen.

Das Leben in Wien erfüllt den Großteil seiner Bewohner mit Zufriedenheit. Drei Viertel wohnen gerne hier, nur sieben Prozent würden der Bundeshauptstadt lieber den Rücken kehren. Was so manchen Wiener trotzdem gelegentlich vom Landleben träumen lässt? In erster Linie ist das der Wunsch nach weniger Verkehr und Lärm, dafür nach mehr Grün und Platz.

Wiener Wohn(t)räume

Wer in einer Millionenstadt wie Wien lebt, bewohnt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Wohnung. So auch rund 85 Prozent der Wiener, bei 7 von 10 ist diese gemietet. Im Gegensatz dazu sind nur 13 Prozent der Wiener in einem Haus wohnhaft. In diesem Zusammenhang ergibt sich eine deutliche Schere zwischen Wunsch und Wirklichkeit, denn: 6 von 10 würden ein Haus bevorzugen, knapp die Hälfte träumt davon, dieses auch selbst zu besitzen. Eine Mietwohnung bevorzugt hingegen nur jeder Fünfte.

Durchschnittlich leben die Befragten bereits seit rund 36 Jahren in Wien. Mehr als ein Drittel verbringt dort auch den gesamten Alltag und hat kaum die Chance, aus der Großstadt herauszukommen. Indes eröffnet sich mehr als jedem Zweiten einerseits durch Verwandtschaft, andererseits durch einen Zweitwohnsitz die Möglichkeit, regelmäßig Zeit außerhalb von Wien zu verbringen. Gut ein Zehntel berichtet von anderen Mitteln und Wegen, um bei Bedarf aus der Stadt herauszukommen. Denn das Leben außerhalb von Wien bietet durchaus einige Vorteile, wie die Bewohner der Bundeshauptstadt anerkennen, allen voran eine gewisse ländliche Idylle:

Je zwei Drittel schätzen viel Natur in der Umgebung und die frische Luft, 63 Prozent genießen die Ruhe. Ein großes Plus am Landleben ist für 6 von 10 zudem ein eigener Garten und damit verbunden die Möglichkeit, eigenes Obst und Gemüse anzubauen (56%). Mehr Platz gilt für jeden Zweiten als positiver Aspekt am Wohnen außerhalb von Wien, das reduzierte Verkehrsaufkommen für gut 4 von 10.

Natur pur: Was so manchen Wiener aufs Land zieht

Tatsächlich aus Wien wegzuziehen, stellt in naher Zukunft trotzdem für die wenigsten eine Option dar. Nur 14 Prozent planen dies in den nächsten drei Jahren. 6 von 10 sind hingegen überzeugt, auch weiterhin in der Bundeshauptstadt wohnen zu wollen. Je älter die Befragten sind, desto unwahrscheinlicher ist ein baldiger Umzug aufs Land. Mehr als drei Viertel der 60- bis 75-Jährigen verschwenden daran keinen Gedanken. Indes kann dies unter den 20- bis 29- bzw. 30- bis 39-Jährigen nur jeweils die Hälfte gänzlich ausschließen. Interessanterweise ziehen auch Personen mit einem Zweitwohnsitz außerhalb von Wien einen Wohnortwechsel in ein anderes Bundesland deutlich häufiger in Erwägung als jene ohne Zweitwohnsitz. Möglicherweise sind Erstere hier bereits auf den Geschmack des Landlebens gekommen.

Wenn der Wunsch besteht, in den nächsten Jahren aus Wien wegzuziehen, hegen die Befragten diesen meist schon seit längerem, 4 von 10 seit mittlerweile mehr als drei Jahren. Oftmals streben die Wiener dabei nach einem völligen Kontrast zu ihrer aktuellen Wohnsituation. Es gilt: Je kleiner, desto besser. Die bevorzugte Wohnregion bei einem Umzug wäre für jeden Zweiten eine ländliche Gemeinde mit bis zu 5.000 Einwohnern. Knapp ein Viertel würde eine Kleinstadt wählen und 16 Prozent eine Stadt mittlerer Größe. Nur für gut jeden Zehnten wäre eine Großstadt mit mehr als 50.000 Einwohnern bei einem Wohnortwechsel die Region der Wahl.

Immobilien in Wien und Umgebung

„Ab ins Grüne“ lautet also die Devise, was ein Blick auf die Motive der Befragten unterstreicht. Hauptbeweggründe, Wien den Rücken zu kehren, sind für je 58 Prozent der Wunsch nach einem eigenen Garten sowie generell nach mehr Natur. Gut 4 von 10 sehnen sich nach einem Rückzugsort außerhalb der Stadt, beschreibt Lisa Patek von Marketagent die beliebtesten Motive für diesen Schritt. Ein Wohnortwechsel ist darüber hinaus mit der Hoffnung auf eine Verbesserung diverser störender Rahmenbedingungen verbunden: 45 Prozent nennen diesbezüglich die Zuwanderung in Wien, je rund 4 von 10 finden es zu hektisch und bevölkert sowie zu laut. Knapp ein Drittel berichtet weiters von einem steigenden Gefühl der Unsicherheit in Wien, was womöglich durch den Terroranschlag Anfang November verstärkt wurde. Dass dieser Vorfall seine Spuren in der Wiener Bevölkerung hinterlassen hat, verdeutlicht zudem die Sorge vor (weiteren) Anschlägen, die derzeit mehr als jede fünfte Frau und gut jeder zehnte Mann in der Bundeshauptstadt verspürt. Hier braucht es wohl noch etwas Zeit, um alle Wunden zu heilen und das Vertrauen in Wien als sicheren Wohnort vollständig zurückzugewinnen.

(Un-)Entbehrlich? Was die Wiener an ihrer Stadt vermissen würden

Dass Wien nicht ohne Grund mehrmals als lebenswerteste Stadt ausgezeichnet wurde, steht indes außer Frage. Wien hat jede Menge zu bieten, das die Einwohner unserer Bundeshauptstadt im Falle eines Umzuges schmerzlich vermissen würden. An erster Stelle steht dabei die gute Infrastruktur: Knapp 6 von 10 würden sich nach dem weit ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz, rund jeder Zweite nach dem breiten Angebot an Einkaufsmöglichkeiten sowie der hohen Verfügbarkeit an Fachärzten und Apotheken sehnen, erklärt Marketagent Geschäftsführer Thomas Schwabl. Nicht zu vergessen sind die kulturelle und kulinarische Vielfalt – für je gut 4 von 10 sind diese unersetzlich. Einem Viertel würde dabei speziell die Wiener Kaffeehauskultur abgehen. Jeder Zweite hat zudem Verwandte und Freunde in Wien, die er vermissen würde, der Nähe zum Arbeitsplatz würden knapp 4 von 10 nachtrauern.

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