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ACROSS Retail Talk: Was jetzt? Haben wir eine Lösung oder verstecken wir uns hinter Verträgen?

Beim dritten ACROSS Retail Talk wurde die Covid-19-Krise in zweierlei Hinsicht in den Mittelpunkt gerückt. Einerseits, weil die Veranstaltung online stattgefunden hat. Andererseits aufgrund seines Themas: „Was jetzt? Haben wir eine Lösung oder verstecken wir uns hinter Verträgen? “



Die prominent besetzte Diskussionsrunde beschäftigte sich mit problematischen Leasingzahlungen im Zusammenhang mit der Pandemie. Diese Diskussion ist sowohl lokal als auch international in vollem Gange – bei diesem Thema handelt es sich nicht um ein individuelles Problem eines Vertragspartners. Leider gibt es bisher keine oder nicht genügend Lösungsansätze und -ideen.

Der ACROSS-Verlag Herausgeber Reinhard Winiwarter begrüßte das große und prominente Fachpublikum, moderiert wurde die Veranstaltung von Klaus Striebich, Geschäftsführer von RaRE Advise und Mitglied des ACROSS-Beirats.

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Am Podium vertreten waren: Sabine Hoepp (Geschäftsführerin von Nanu-Nana), Veit Weiland (Managing Director von Deichmann), Wolfgang Sauerzapf (Mitglied der Geschäftsleitung bei Peek & Cloppenburg), Lars Richter (Abteilungsleiter Asset Management Retail bei Union Investment) und Steffen Hofmann (Managing Partner bei Mallinvest Europe) waren die Panelteilnehmer. Das virtuelle Publikum – die Teilnahme war übrigens kostenlos – konnte über die Chat-Funktion Fragen stellen.

Die fünf folgenden Punkte wurden von den Diskussionsteilnehmern herausgearbeitet

Vereinbarung über Notwendigkeit der Zusammenarbeit

Der wichtigste Punkt, über den sich alle Diskussionsteilnehmer einig waren, war, dass es jetzt nicht an der Zeit ist, sich hinter Rechtspositionen zu verstecken. Sie alle sehen, dass es notwendig ist, zusammenzuarbeiten. Es besteht ein grundlegender Konsens darüber, dass man Vereinbarungen treffen muss. Ein wichtiges Instrument in diesem Zusammenhang sind die im  Verhaltenskodex enthaltenen Richtlinien, die renommierte Vertreter des Einzelhandels und der Einzelhandelsimmobilienbranche in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Rat für Einkaufszentren (GCSP) entwickelt haben.

Lebensfähige Lösungen brauchen Zeit

Corona überraschte alle. Die Pandemie traf unerwartet sowohl die Einzelhandelsimmobilienbranche als auch die Weltwirtschaft. Hofmann zufolge war das erste, was zu tun war, Zeit zu gewinnen, um wieder handeln zu können. Für Einzelhändler, die den größten Teil ihres Umsatzes verloren hatten, war die Zeit jedoch äußerst knapp. Richter sagte, Union Investment habe sich gleich zu Beginn der Krise aktiv an seine 15 wichtigsten Leasingpartner, darunter Deichmann, gewandt. Dennoch brauchen tragfähige Lösungen Zeit. Allein die Erstellung eines offiziellen Rechtsschreibens dauert ungefähr zwei Wochen.

Einzelhändler sind nicht alle gleich

Einzelhändler sind von der Krise unterschiedlich betroffen. Es ist nicht verwunderlich, dass Lebensmittelhändler keine oder nahezu keine Verluste gemeldet haben. In Bezug auf Einzelhandelsformate und Investoreninteressen bedeutet dies, dass lokale Lieferanten und Einzelhandelsparks, die sich auf lokale Lieferungen konzentrieren, auch in Zukunft stark nachgefragt werden. Kaufhäuser stehen laut Hofmann vor einer Neupositionierungswelle in Richtung Mischnutzung, während sich bei den Einkaufszentren die nachhaltigen von den nicht nachhaltigen unterscheiden werden. Richter betonte auch, dass ein Auswahlverfahren im Gange ist.

Der Online-Handel gleicht Umsatzverluste nicht aus

Wie viele andere Einzelhändler war auch Hoepp mit erheblichen Verlusten aus dem stationären Einzelhandel konfrontiert, einschließlich des gesamten Ostergeschäfts. Dies war ein schwerer Schlag. Weiland betonte, dass die Online-Einnahmen, die Deichmann während der Sperrung erzielte, bei Weitem nicht den Einnahmen entsprechen, die normalerweise von stationären Geschäften erzielt werden. Darüber hinaus mussten die Kunden mit längeren Lieferungen leben. Dies drosselte die Nachfrage noch mehr und erhöhte die Rücklieferungen.

Kein Zurück zum Normalzustand

Sauerzapf hatte in diesen schwierigen Zeiten großes Glück. Als Ankermieter empfand Peek & Cloppenburg die meisten seiner Vermieter als verständnisvoll. Derzeit jongliert Sauerzapf auf Kosten der Margen des Unternehmens mit Waren in alle Richtungen. Hoepp sagte auch, dass es trotz der gelockerten Krisenmaßnahmen eine Weile dauern wird, sich die Lage wieder normalisiert. Der Umsatz bleibt unter den Erwartungen. Hygienevorschriften dämpfen den Kaufwunsch der Kunden. Ebenso erklärte Weiland, dass die meisten Einzelhändler einen langen Weg vor sich haben. Selbst in Schweden, wo eine Sperrung vermieden wurde, gingen die Einnahmen erheblich zurück.


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Dieter D. Kendler hat Philosophie und Psychologie an der Universität Wien und Berlin studiert. Während seines Studiums arbeitete er in einer Privatdetektei und einer Hausverwaltung. Aus dieser Kombination entspringt auch seine Vorliebe für Journalismus und Immobilien.Er lebt derzeit in Bielefeld und ist selbständiger Journalist. In seinen Texten behandelt er vorwiegend philosophische, psychologische und wissenschaftliche Themen – und ab und zu auch immobilienspezifische.