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DC 3, S + B Gruppe schließt mit Greystar den größten Deal der Firmengeschichte ab

Mit dem DC Tower 3 in der Donaucity verkaufte die S+B am Donnerstag ihr bisher größtes Immobilieninvestment in der Firmengeschichte. Die Immobilien-Redaktion im Interview mit Wolfdieter Jarisch, Gesellschafter und Vorstand der S+B Gruppe.

Inland

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Im Interview

Wolfdieter Jarisch

Wolfdieter Jarisch ist Gesellschafter und Vorstand der S+B Gruppe. Seit über 35 Jahren realisiert die S+B Gruppe AG – ein international tätiger, privater Projektentwickler in Wien, Warschau, Prag und Bukarest – komplexe Projekte als Investor und Totalübernehmer. Das familiengeführte Team um den Vorarlberger Bauunternehmer Reinhard Schertler und den Wiener Generalplaner Alfred Michael Beck mit den langjährigen Vorständen […]

Am Donnerstag den 25.10. hat die S+B Gruppe den DC Tower 3 an einen amerikanischen Investor verkauft.

Jarisch: Es wurde ja bereits im Vorfeld viel gemunkelt, aber am Donnerstag wurde die letzte Unterschrift unter den Vertrag gesetzt. Der DC 3 wurde an die Firma Greystar verkauft, die das Projekt gemeinsam mit der Partners Group erworben hat. Das ist das größte Objekt seit dem Bestehen unserer Gesellschaft, das wir als Alleineigentümer im Portfolio hatten und verkauft haben.

Das heißt, der Verkauf des DC 3 ist der größte Deal der S+B?

Jarisch: Ja. Es ist die größte Immobilientransaktion, die wir in der Firmengeschichte je durchgeführt haben. Es handelt sich bei dem DC 3 um einen 110 Meter hohen Turm mit 34 Stockwerken, und es werden rund 900 Apartments entstehen. Wir haben das Projekt entwickelt, eine rechtskräftige Baugenehmigung, und wir haben mit den Vorbereitungsarbeiten bereits begonnen. In den nächsten Monaten starten wir mit den Tiefbauarbeiten. Für Mitte 2021 ist die Fertigstellung geplant.

Können Sie etwas über den Investor sagen?

Jarisch: Greystar wurde 1993 vom Amerikaner Bob Faith gegründet. Es ist ein großer amerikanischer Konzern, der Studentenhäuser, Seniorenheime und auch gewerbliche Wohnungen in der ganzen Welt betreibt und vermietet. In Österreich war der DC 3 das erste Projekt, das Greystar gekauft hat – in diesem Fall gemeinsam mit der Partners Group.

Wie viele potenzielle Käufer beziehungsweise Interessenten gab es für den DC 3?

Jarisch: Das Interesse war prinzipiell enorm hoch, und wir haben mit einer Handvoll Investoren Gespräche geführt. Vor gut einem Jahr wurde mit Greystar bereits ein Vorvertrag unterschrieben, und ab dann haben wir die Details abgestimmt. Das Gebäude wird ja auch von uns – beziehungsweise von der Firma i+R Bau GmbH – errichtet.

Um wie viel werden die Apartments vermietet?

Jarisch: Der Markt ist überall gleich und ich denke daher, dass die Miete monatlich ab 750 Euro ausmachen wird – inklusive aller Kosten.

Ist das nicht sehr teuer?

Jarisch: Die Preisgestaltung obliegt Greystar, aber Sie dürfen nicht vergessen, dass der Markt anders ist, als wir es in den letzten Jahrzehnten gewohnt waren. Wien ist mittlerweile die größte deutschsprachige Studentenstadt und wird bald die größte Europas sein. Es gibt nicht mehr nur den klassischen Studenten, der nach Wien kommt und hier sein Studium beginnt und vollendet.

Viele ausländische Studenten kommen über Austauschprogramme wie das Erasmus Student Network im Schnitt für ein halbes Jahr oder ein Jahr nach Österreich. Dann ziehen sie wieder zurück oder in eine andere Stadt und machen dort den nächsten Abschnitt ihres Studiums.

Daher ist diese Form des Wohnens günstiger, als sich auf dem freien Markt eine Wohnung zu suchen mit Kautionen, Nebenkosten, einer Mindestdauer des Mietvertrags oder Kündigungsfristen. Abgesehen davon: Ein Vermieter, der weiß, dass jemand nach zwölf Monaten wieder auszieht, hat auch nicht unbedingt eine große Freude, diese Wohnungen an Studenten zu vermieten.
Es sind aber nicht nur Apartments für Studenten.

Wer soll noch angesprochen werden?

Jarisch: Die UNO City und die Konferenzzentren sind ebenfalls Märkte, die bedient werden können. Vonseiten der UNO herrscht großes Interesse, und man hat wegen einer Kooperation auch schon bei uns angefragt. Aber das wird Greystar als Betreiber direkt verhandeln. Das hat mit uns nichts zu tun. Ich denke aber, dass Greystar hier sehr flexibel sein wird und dass sich eine Aufteilung nach dem Bedarf richten wird.

Was ist für Sie das Besondere am DC Tower 3?

Jarisch: Er ist eines der drei höchsten Studentenhäuser Europas, und eine große Besonderheit besteht darin, dass jedes Zimmer ein dreieckiges Fassadenelement hat. Das springt aus der Innenhülle heraus, und dort befindet sich eine Sitzbank. Das heißt, jeder Bewohner hat zum Lernen, Musikhören, Genießen oder Entspannen eine eigene Fensterbank mit traumhaftem Ausblick. Und noch ein Punkt: 1.000 neue Bewohner können nur gut sein, denn sie bringen mehr Leben in die Donaucity.

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7. GBB Award: Wie sich das Thema Nachhaltigkeit in sieben Jahren gewandelt hat

Seit sieben Jahren vergeben wir die GBB Awards in Kooperation mit Drees & Sommer an nachhaltige Immobilienprojekte und Produkte, die den Green & Blue-Gedanken in der Immobilienwirtschaft weiterbringen. Auch dieses Jahr wird der Award wieder ausgeschrieben. Die Einreichung ist dabei bis zum 22. Oktober möglich. Die Einreichunterlagen sind auf www.gbb-award.at downloadbar.

Im Zuge der Vorbereitung auf den Award habe ich mir die Einreichungen und die Gewinner der letzten sieben Jahre angeschaut und versucht, daraus etwas über die Entwicklung des Themas Nachhaltigkeit in der Immobilienbranche abzuleiten. Als wir 2012 mit dem GBB Award starteten, erlebte das Thema Nachhaltigkeit gerade einen großen Hype. Nachhaltigkeit war damals das, was dieser Tage Digitalisierung heißt. Der Grund dafür: wahrscheinlich nicht zuletzt die Nachwehen der Wirtschaftskrise. Nachhaltigkeit bedeutet auch ‚sicher‘, ‚verantwortungsvoll‘, ‚überlegt‘. Nachhaltigkeitsberichte wurden zu einem Marketinginstrument, und ökologisch umsichtig handeln war sexy.

Als Aufhänger für eine Immobilienkonferenz natürlich ideal: ein Thema, bei dem es nicht nur um Gewinnmaximierung und Risikominimierung geht, sondern bei dem man richtig zu einer besseren Welt beitragen kann.

In den ersten Jahren: Fokus auf Energieeffizienz und eigengenutzte Immobilien

Gleich beim ersten Mal hatten wir eine Vielzahl an Einreichungen. Der Fokus lag dabei auf eigengenutzten Betriebsgebäuden sowie Wohnbauten. Im Produktbereich waren es Baustoffe und Lösungen im Energiebereich. Die ersten GBB Awards gingen an Spar für einen Leuchtturmsupermarkt in Oberösterreich und an die Firma Philips für energiesparende Beleuchtungssysteme.

Auch im nächsten Jahr war es eine eigengenutzte Immobilie, die den Preis gewann: Schachinger hatte ein großes Logistikzentrum in Holzbauweise gebaut. Holz war in diesem Jahr überhaupt ein zentrales Thema: In der Kategorie Produkt setzte sich Lukas Lang mit seiner modularen Holzbaukonstruktion durch.

Zertifizierungen pushen das Thema Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft

2014 wurden auf einmal einige Projektentwicklungen eingereicht. Durchgesetzt hat sich die Raiffeisen evolution mit einem Projekt in Bukarest: Promenada ist eine Shopping-Mall, die nach DGNB zertifiziert wurde. Die steigende Bedeutung der Nachhaltigkeitszertifizierungen scheint mir der Grund für die vermehrte Einreichung von Developerseite zu sein. Wer den Aufwand für die Zertifizierung bewältigt hat, hat gleich auch genug Material für die Einreichung.

Erstmals gewann 2014 ein Start-up – heute würde man es Proptech nennen. key2office war eine Plattform für die gemeinschaftliche Nutzung von Seminar- und Besprechungsräumen. Leider gibt es das Unternehmen nicht mehr.

Die Gebäudezertifizierung erwies sich auch 2015 wieder als Treiber des Themas Nachhaltigkeit. Als Projekt wurde die Quartierszertifizierung des Flughafens Wien von der Jury ausgezeichnet. Und im Produktbereich „Hybrid Building 2050“ wieder eine sehr leicht abbaubare Hybridkonstruktion, diesmal aus der Oberpfalz.

Soziale Dimension gewinnt an Bedeutung

2016 zeigte sich ein sehr interessanter neuer Aspekt bei den Einreichungen. Die soziale Dimension stand mehr im Mittelpunkt als ökologische Aspekte. Leistbarkeit war Thema bei den Wohnbaueinreichungen, Kommunikation bzw. Gesundheit bei den gewerblichen Projekten. Der GBB Award ging an die Steiermärkische Krankenanstalten für eine Vielzahl an Projekten zur Optimierung des Immobilienbestands. Mit einem Spezialpreis wurde die Smart City Graz ausgezeichnet, deren Größenordnung einen Vergleich mit Einzelprojekten unmöglich machte.

In der Kategorie Produkt setzte sich die „Belimo Energy Valve“ durch, mit der auf einmal Energieströme im Gebäude messbar und damit optimierbar wurden.

Warum sind auf einmal soziale Aspekte bei den Einreichungen in der Kategorie Projekte so wichtig geworden? Vielleicht, weil die steigenden Kosten für Wohnen und Leben, die Schere zwischen Arm und Reich und die Nachbeben der EU-Schuldenkrise es notwendig machen, auf die Menschen Rücksicht zu nehmen?

Digitalisierung schafft Nachhaltigkeit

2017 brachte die Digitalisierung wieder neue Impulse. In der Kategorie Produkte waren alle Einreichungen stark mit dem Thema Smart und Digital verbunden. Die Jury hat sich letztlich für „Geoverse“ entschieden, ein Produkt, das die Verarbeitung riesiger Datenmengen bei 3D-Modellen ermöglicht. In der Kategorie Projekte wurde die WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH für ihr Ersatzquartier der Ganztagsmittelschule und Neuen Mittelschule Torricelligasse Wien ausgezeichnet.

Und 2018? Gibt es schon einen erkennbaren Trend?

Die Sichtung der bisherigen Einreichungen zeigt wieder eine Tendenz in Richtung Digitalisierung. Aber auch Energieeffizienz und Ökologie scheinen im Zuge des immer spürbareren Klimawandels wieder an Bedeutung zu gewinnen.

 

ÜBRIGENS:

Bis zum 22. Oktober gibt es noch die Möglichkeit, für den 7. GBB Award einzureichen.

Alles über die Einreichung, die formalen Anforderungen usw. findet man auf www.gbb-award.at

 

 

Die Jury für den GBB Award:

Dipl. Ing. Marc Guido Höhne Drees & Sommer

MMag. Philipp Kaufmann

A.o. Univ.-Prof. Dr. Gunther Maier WU Wien

FH-Prof. DI Christian Polzer FH Campus Wien

Dr.-Ing. Wolfram Trinius

Hier gibt es Tipps für Einreicher: GBB Award 2018: Tipps für Einreicher und Insights zum Thema Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft

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MIPIM PROPTECH EUROPE 2018 - ATMOSPHERE - EXHIBITION AREA

MIPIM PropTech Europe, professionelle Startups die gekommen sind um zu bleiben

Auf der MIPIM PropTech in Paris zeigten Start-ups durchgängige Lösungen. Technologische Marktreife und ein reifer Markt begegneten sich (fast) auf Augenhöhe.

Professionalität überzeugt, und darin standen die Start-ups, die auf der in Paris abgehaltenen MIPIM PropTech Europe, vertreten waren, den Immobilienprofis um nichts nach. Aus dem Start-up-Wettbewerb der Veranstaltungspremiere mit stark französischem Einschlag gingen zwei Anwendungen als Sieger hervor. Spaceti und Sensorberg liefern jeweils eine All-in-one-Lösung für offene Büro- bzw. Gebäudeumgebungen.

B2B2C

Mit SHARRY und CityLity gibt es hier auch bereits ein breites Angebot. Nicht nur Immobilieneigentümer, sondern auch Endkunden werden für neue, offene Arbeitsweisen und Arbeitswelten unterstützt. Mit der Kombination von Hard- und Software und eben ohne den reinen B2B-Fokus sind es durchschlagende Lösungen, und das ganz ohne aufdringliche Technik. Nutzer sollen einfach mit dem Handy ihre Dinge im Griff haben. Sensoren und Zutrittsysteme sind abgestimmt. Damit ist von der Garage bis zur Raumbuchung für Meetings mit Kollegen und Kunden alles vernetzt, was räumlich oder zeitlich vernetzt sein soll.

Digitales Facility-Management

Marktgängige Produkte, die das Facility-Management unterstützen, sind ebenfalls im Kommen. Mit Datapole soll das Energie- und Abfallmanagement dank künstlicher Intelligenz nochmals effizienter werden. Außerdem ließe sich die Wartung der Gebäudetechnik vornehmen, bevor sie akut wird.

Der absolute Liebling der Franzosen ist allerdings WeMaintain , ein Vermittler von Aufzugsservice. Zuletzt hat man als Gewinner eines Wettbewerbs im „Business“-TV vor breitem Publikum bewiesen, dass das Geschäftsmodell hält. In Europa und Asien wolle man aktiv sein und das Aufzugsservice von den Produzenten entkoppeln. Den Immobilienmanagern wird es recht sein, wenn für das gleiche Service Einsparungen bis zu 50 Prozent zu erwarten sind.

Digitales Immobilienmanagement

Produkte, die das Immobilienmanagement unterstützen, werden mehr und auch leistungsstärker. Neuheiten wie Assetti , EP , Deepki oder Explore bereiten Daten auf, analysieren, selektieren und leiten Handlungsbedarf ab. Markttransparenz, Portfoliomanagement oder Standortanalyse werden ebenfalls geboten, wobei hier inhaltliche Überschneidungen vorhanden sind.

Die vorerst nur in Französisch vorhandene Plattform Lafoncierenumerique bietet objektbezogen eine „Rundumlösung“. Marktdaten, aber auch Juristisches, Notarielles und Finanzielles sowie BIM und Sensorik sind Teil des großen Ganzen. Damit ist plötzlich eine einzige Plattform da, mit der sich die ganze Wertschöpfungskette abbilden lässt. HBS Research ist ebenfalls für den französischen Investmentmarkt tätig und arbeitet bereits intensiv an der Implementierung von Blockchainlösungen. Brickblock und Drooms sind international aktive Firmen, die schon bald den gesamten Verkaufsprozess digitalisieren könnten.

Direkte Vermittlung

Eine Vermittlungsplattform, die darauf bereits zugeschnitten ist, heißt oward . Das Neue daran ist, dass der Makler kaum mehr gebraucht wird. Die Vergabe erfolgt an den Bestbieter, und Informations- sowie Prozessstandards sorgen für transparente Abläufe. Beim CRM für Vermittler sind allerdings auch Produkte in Entwicklung, mit denen Makler ihre Position stärken können. Apimo bietet eine „Matching“-Funktion, die algorithmisch Kunden und Angebote verknüpft und übrigens auch in Deutsch zu haben ist.

Expansion

Nieschenplayer wie Nestpick , eine Berliner Plattform für Kurzzeitwohnen, oder der Retailvermittler eLocations gaben sich bei der MIPIM PropTech Europe expansiv. Spezialservices wie Picterra aus der Schweiz, die Satellitenbilder in Hausinformationen umwandeln, machten erstmals auf sich aufmerksam. Aus Österreich hatte sich der „Bau-Digitalisierer“ PlanRadar als Besucher eingefunden. Die heimische Immobilienwirtschaft war einzig durch die S+B-Gruppe vertreten. Ansonsten wurde deutlich, dass auf europäischer Ebene vieles passieren könnte, was derzeit noch auf Länderebene hängen bleibt.

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1.500 Besucher auf der ersten MIPIM PropTech in Paris

Technologischer Wandel wird nun auch in der Immobilienwirtschaft als Thema immer konkreter. Auf Start-ups aktiv zuzugehen könnte sich daher langfristig bezahlt machen, hieß es bei der ersten MIPIM PropTech Europe in Paris.

Aller Anfang ist schwer. Um es Start-ups und der Immobilienwirtschaft Europas leichter zu machen, wurde die MIPIM PropTech in Paris ins Leben gerufen. Frankreich mit seinen 400 Immobilien-Start-ups bot das richtige Ökosystem für die zweitägige Veranstaltung in Paris. „Momentan ist Innovation eigentlich gar nicht notwendig, um am Markt erfolgreich zu agieren“, weiß Robin Rivaton. Er ist Co-Autor des Buches „Make Real Estate Great Again“ und Mitbegründer der französischen Start-up-Vereinigung Real Estech. Im Gespräch mit der Immobilien-Redaktion rät er, Start-up-Partner zu suchen: „Wer sich vorwagt, wird in Zukunft profitieren können.“ Der digitale Weg würde Zugänge zu neuen Märkten eröffnen.

Hubs und Sensoren, verwertbare Smart Home Produkte gefragt

Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch Bridget Wilkins, Beraterin von CBRE in UK: „Die Start-ups arbeiten an zukünftigen Werten, und das kann ein starkes Motiv sein, um deren Produkte auch aufzugreifen.“ Besonders ambitioniert sind die Innovation-Hubs des Smart-Building-Projektentwicklers EDGE Technologies aus Holland. „Kapital in der Höhe von einer Milliarde Euro steht uns für weitere Projekte zur Verfügung“, erklärt Firmenchef Cees van der Spek in Paris, dessen Gebäude mit von Sensoren erfassten Daten auch das Wohlbefinden steigern sollen. Peter Bommel von Ankermieter Deloitte: „Es musste auch ein inspirierender Ort für unsere Angestellten werden.“ Das Hauptmotiv, sich einzumieten, sei gewesen, für Top-Arbeitskräfte der Digital Natives eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

Bedeutung von Soft Facts und Service steigt – Coworking kein Nischenprodukt mehr

Auf die wachsende Bedeutung solcher Soft Facts verwies auf der Proptech-Veranstaltung auch Valérie Britay, Direktorin des börsennotierten Immobilienunternehmens Gecina: „Wir finden uns in einer B2B2C-Welt wieder und müssen vom Raumvermittler zum Serviceunternehmen werden.“ Sie sieht Coworking daher auch nicht als Nischenprodukt, sondern als etwas, was die Endnachfrager von morgen mit ihren Arbeitsweisen generell benötigen. Diese sind bekanntermaßen ebenfalls digital, und in einer sich verändernden Welt müsse das Immobilienangebot dem entsprechen.

Künstliche Intelligenz und aufgeräumte Oberflächen laden zur Benutzung ein

Technologie gilt als Treiber für Veränderung, wird aber laut Experten selbst immer unauffälliger. Ein Rundgang mit Blick auf die Anwendungen im Ausstellungsbereich der Veranstaltung bestätigt den Eindruck. Aufgeräumte Bildschirmoberflächen mit künstlicher Intelligenz im Hintergrund laden zur Benützung ein. Was neue Technologien für etablierte Unternehmen leisten können, darauf gab Tanguy Quero, bei Jones Lang Lasalle (JLL) für Wissensmanagment zuständig, einen Hinweis: „Im täglichen Geschäft auftretende Herausforderungen mithilfe von Start-ups besser meistern zu können, schafft eine Win-win-Situation.“ JLL ist ein weltweit aktiver Immobiliendienstleister aus den USA, der soeben einen Start-up-Fonds mit 100 Millionen Dollar an Venture-Kapital neu aufgelegt hat.

Daten nutzen statt besitzen, so werden Potentiale gehoben

Ziemlich genau 1.500 Besucher aus 47 Ländern haben an der MIPIM PropTech in Paris teilgenommen, wobei auch 188 Start-up-Firmen dabei waren. 150 größere und kleinere Investoren und Entwickler hatten Vertreter geschickt, um Technologien kennenzulernen. Öfters war in den Podiumsdiskussionen von unterschiedlichen „Mindsets“ die Rede, die aufeinandertreffen. Schwer vergleichbare Standards würden noch viele länderübergreifende Kooperationen unterbinden. Digitalisierung könnten Unternehmen nicht im Alleingang betreiben, und darum – so eine Erkenntnis – müssten große Unternehmen einen Schritt voraus machen. Daten nutzen statt sie besitzen sei in Zukunft sinnvoll. Gute Produkte damit zu entwickeln, das würden die Start-ups leisten können, um gemeinsam Potenziale zu heben.

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Keine Struktur bei öffentlichen Bauprojekten – Parlamentsumbau wird zu “KH Nord” II

Mangelnde Professionalität des Bauherrn ist der Grund, warum sich das KH Nord in Schieflage befindet. Dabei wäre es so einfach gewesen. Man könnte aus dem KH Nord lernen, aber es bahnt sich das nächste Desaster an. Der gleiche Fehler passiert nämlich soeben wieder beim Parlamentsumbau. Jetzt könnte man den sich abzeichnenden Mehrkosten noch entgegentreten, indem vor Baubeginn die notwendige Organisationsstruktur hergestellt wird.

Seit Freitag, dem 18. Mai, ist es durch den Rechnungshofbericht offiziell: Beim Bau des Krankenhauses Wien-Nord hat es eine Vielzahl eklatanter Mängel gegeben, die auch die Kosten explodieren ließen – von vagen Schätzungen aus dem Jahr 2007 von rund 400 Millionen Euro auf nunmehr vermutete 1,4 Milliarden Euro! Aufwendige teure Prozesse beginnen zu laufen, die ziemlich sicher jahrelang enormes Geld kosten werden und die vermutlich schwer zu gewinnen sein werden. Die Verschuldensfrage wird gerichtlich wohl kaum zu klären sein (jedenfalls nicht in dem Sinn, wie sich die Stadt Wien das wünscht).

Die nächste Problembaustelle entsteht

Während sich aber alle noch verwundert die Augen reiben, läuft im Hintergrund das nächste Problemprojekt an: das Parlament oder, besser gesagt, der Umbau des Parlaments. Eigentlich hat er noch gar nicht begonnen, denn der Baubeginn ist seit dem offiziellen Projektstart im Oktober 2017 bereits acht Monate in Verzug. Warum dies so ist, ist ganz einfach erklärbar: Die Bauherrenverantwortlichkeit ist nicht so klar, dass kurzfristige Entscheidungen überhaupt möglich sind. Diese sind aber bei Bauprojekten leider immer erforderlich, weil eben ein komplexes Bauprojekt rasche und vor allem vorausschauende Entscheidungen benötigt. Bauherrenverantwortliche müssen daher auch mit den entsprechenden Entscheidungskompetenzen ausgestattet sein.

Steuerung der Prozessabläufe

In Projektentwicklungen von privaten Unternehmen übernehmen Profis die Steuerung der Prozessabläufe, optimieren die Prozesse, straffen die Abläufe, kommunizieren offen miteinander und finden – möglichst rasch – gemeinsame Lösungen. Von allen diesen sinnvollen Prozessen sind sehr viele öffentliche Projekte leider meilenweit entfernt.

Eine Bauherrenverantwortung mit einer klaren Verantwortungspyramide wäre hier die Voraussetzung für die optimale Ausführung. Es muss einen Verantwortlichen geben, der befugt und verpflichtet ist und die fachliche Kompetenz hat, ganz oben zu entscheiden. Der aber auch das Budget und die dazugehörige Budgetverantwortung hat, Probleme unverzüglich zu lösen.

Verantwortung nicht erwünscht

Die Bauherrenverantwortung ist aber auch oftmals gar nicht erwünscht, da man dann nicht in Projekte hineinregieren kann. Wenn nämlich ein Gremium für solche Bauvorhaben zuständig ist, wird die Verantwortung verwässert, und es können auch Wünsche von außen an die Beteiligten herangetragen werden. Außerdem sind oft Leute beteiligt, die nicht bzw. nicht ausreichend mit der Materie befasst sind und denen daher das Wissen um die Zusammenhänge fehlt. Die heimische Politik will immer gern mitspielen, aber so kann ein Projekt nicht zielführend umgesetzt werden. Die einzige Prämisse muss sein: zum Wohle des Projekts.

Projektstart ohne Plan

Beim Parlament wurde bereits die Abwicklungszeit um ein Dreivierteljahr verlängert. Genau hier wäre bereits die Bauherrenverantwortung wahrzunehmen, denn die Kosten laufen schon jetzt davon. Einerseits sind aufgrund der konjunkturellen und der bauwirtschaftlichen Entwicklung die Baukostensteigerungen viel höher als ursprünglich gedacht. Andererseits wurde der Parlamentsumbau nicht so vorbereitet, wie es eigentlich notwendig gewesen wäre. Bei diesem Projekt, bei dem es u. a. erhebliche denkmalpflegerische Risiken gibt und das ein Gebäude betrifft, bei dem die letzte Sanierung in den 50er-Jahren durchgeführt worden ist, muss von Anfang an der Ist-Zustand dokumentiert werden. Das wäre in diesem Fall eine Grundvoraussetzung, denn erst mit dieser Dokumentation kann man die Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke vornehmen.

Nach dem jetzigen Stand der Dinge ist fast schon sicher davon auszugehen, dass es zu Mehrkosten kommen wird, die man uns als unvorhersehbar erklären wird, und wir in einem Dreivierteljahr in diesem Zusammenhang wieder über das Parlament berichten werden.

Und jetzt frage ich mich, wieso ich das weiß, aber die Verantwortlichen nicht.

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Containerparty – wo wir in Zukunft nicht nur feiern, sondern auch kaufen werden.

Mit 27 Jahren ist Kurt Krameß – als Erfinder des Spezialcontainers „der.kurtl“ – ein Schritt in die neue Welt der Präsentationen gelungen: Vielseitigkeit, Funktionalität und Individualität stehen im Vordergrund.

 

Der Erfinder

Kurt Krameß

Mit meiner Idee von „der.kurtl“ möchte ich die Welt bereichern und Menschen Freude sowie eine gute Zeit bereiten. So wie ich selbst eine offene und freundliche Art pflege, lädt „der.kurtl“ Menschen zum Entdecken und Verweilen ein. Meine Einstellung zum Leben habe ich in meinem Produkt verwirklicht – POP UP YOURSELF. POP UP YOUR LIFE. POP […]

18. Surf Worldcup in Podersdorf im Jahr 2016. Zahlreiche weiße Zelte stehen auf der Wiese und laden die Zuschauer und die Sportler ein. Darin werden Gastronomie und Veranstaltungen geboten oder Artikel verkauft. Die Uniformität der Zelte bringt den Surfer Kurt Krameß zum Nachdenken: „Warum verkaufen sich die Firmen so schlecht? Das Ziel des Marketings ist ja, mit einem tollen Erscheinungsbild Aufmerksamkeit zu erregen und in Erinnerung zu bleiben. Sie haben zwar alle eine schöne Einrichtung, aber rundherum ist nur ein Zelt.“ Der Gedanke lässt den Diplomingenieur nicht los und mündet schließlich in eine einzigartige Idee: Warum nicht ein Produkt schaffen, in dem sich Unternehmen auf eine einzigartige Weise präsentieren können?

Zu Hause beginnt er nun, sich Gedanken zu machen und dann zu konkretisieren. Seine ersten Ideenskizzen entstehen, die ersten Pläne und schließlich der erste Prototyp. „der.kurtl“ ist geboren – ein Container als vielfältig nutzbare Präsentationsplattform. „Container haben mich immer begeistert, sie sind so einfach und doch so individuell, wenn man ihnen eine spezielle Note verpasst“, so Kurt Krameß. Und die gab er seinem Container. „der.kurtl“ ist flexibel einsetzbar: Es gibt den klang.kurtl für Konzerte, auf dem eine Band Platz findet, den gusto.kurtl für Gastronomie, den feschen.kurtl für Modeveranstaltungen, den info.kurtl oder den sport.kurtl. Letztendlich handelt es sich um ein und dasselbe Produkt, das aber so konzipiert ist, dass es faktisch alle Möglichkeiten bietet. Neben der Containervermietung betreut Kurt Krameß seine Kunden auch mit Inneneinrichtung und Brandingflächen. Der Container muss von den Mietern nur noch entsprechend bestückt werden. Er lässt sich in alle Richtungen öffnen und gibt damit dem Ideenspielraum von Unternehmen viel Platz. Und er ist leicht zu transportieren, da er circa zwei Tonnen wiegt. Bei einer Lieferung mittels Anhänger ergeben sich durch ein Gesamtgewicht von unter 3,5 Tonnen große Vorteile bei der Logistik.

Kurt Krameß sieht für seine Innovation eine große Zukunft – in vielen Bereichen. „der.kurtl“ ist eine Containerparty für alle Sinne und eine ideale Präsentationsplattform für jede Art neuer Ideen. Onlinedienste verändern den Handel derzeit maximal und er sieht den Container als Schnittstelle zwischen Offline- und Onlinehandel. Die Produkte lassen sich bestens präsentieren und ausprobieren. Der Kunde kann anschließend direkt im Container online einkaufen. Die Produktentwicklungszyklen werden immer kürzer und wenn laufend wieder neue Produkte auf den Markt kommen, dann müssen diese auch entsprechend beworben werden. „Meine Zielgruppe sind daher Firmen, die etwas Hochwertiges in einem originellen Umfeld präsentieren wollen.“

„der.kurtl“ ist natürlich auch als „Lokal“ zu verwenden – und „es gibt doch immer mehr Events. Egal ob im Sommer oder im Winter.“ Die nächsten Schritte hat Kurt Krameß schon geplant: „Ich bin ein großer Optimist und ich werde nach dem aktuellen Prototyp im Winter 2019 zwei weitere Eventcontainer bauen. Diese werden in der Vielseitigkeit und Funktionalität weitere Fähigkeiten aufweisen.“ Quasi der.kurtl 2.0, der bereit ist für eine Serienfertigung. Wie der Firmenname popup2go designs e.U. bereits verrät, möchte Kurt Krameß mittelfristig und zukünftig verschiedenste mobile und individuelle Pop-up-Lösungen anbieten.

Podersdorf 2018, 20. Surf Worldcup. Zwischen all den uniformen weißen Zelten steht „der.kurtl“. Bacardi hat ihn für eine Bar genutzt, und wie zu erwarten war, suchten die Besucher das Besondere. Die Cocktailbar war Anziehungspunkt und Eye-Catcher.

 

Alle Informationen zum “Kurtl” finden Sie auf der Homepage unter www.derkurtl.com

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Schönbrunn, Belvedere & Co – Kulturgüter, das Erbe einer Nation

400 Einzelobjekte aus allen Epochen der letzten 800 Jahre und über 60 Liegenschaften verwaltet die Burghauptmannschaft Österreich unter der Leitung von Hofrat Reinhold Sahl. In den vergangenen acht Jahren als Burghauptmann pflegte er ein gemeinsames Erbe, das es seit dem Mittelalter in Österreich gibt. Die größte berufliche Herausforderung war für ihn aber ein Neubau.

Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?

Sahl: Der größte Wert ist, dass ich an österreichischem Kulturgut arbeite. Also an vielen Kulturgütern. Es ist das Gefühl, dass ich für etwas verantwortlich bin, was für Österreich extrem wichtig ist. Es ist dieses Besondere an der Geschichte, am Fundament und an den Wurzeln der Gesellschaft zu arbeiten und diese auch zu erhalten. Das ermöglicht auch einen Lerneffekt für die Zukunft, denn wer aus der Geschichte nicht lernt, der tut sich in der Zukunft schwer. Es ist faszinierend, was Österreich als Nation schon alles erlebt und durchgemacht hat.

Eine Immobilie hat eine gesellschaftliche Funktion, und sie ist enorm vielschichtig. Sie ist eine Zeugin der Vergangenheit und dient als Wegweiser in die Zukunft.

Meinen Sie damit historische Immobilien oder alle Arten von Immobilien?

Sahl: Sowohl als auch. Architektur, egal ob einst oder heute, ist ein Zeugnis gesellschaftlicher Erwartungen. Sie ist ein Phänomen, indem sie auch den gesellschaftlichen Kontext ihrer Zeit widerspiegelt. Man braucht sich ja nur die Hofburg anzusehen. Sie wurde gebaut, um eine bestimmte Wirkung zu erzeugen und etwas zu präsentieren. Es ist die Symbolik der eingebauten Architektur, der Zeichen, der Fresken, der Darstellungen. Sie ist ein gesellschaftliches Statement.

Wenn man die Masse an Wohnbauten ansieht, stellt sich manchmal die Frage, ob wir noch gute Architektur haben?

Sahl: Man darf die Masse nicht überbewerten. Es gibt unterschiedliche Strukturen, und, wie gesagt, Architektur hat ja eine gesellschaftliche Bedeutung. Eine Wohnung ist nicht nur ein Kastl, um darin zu schlafen und nicht nass zu werden. Das Haus hat einen wesentlichen Einfluss darauf, wie sich Menschen begegnen, wie sie sich treffen, wie sie Freundschaften schließen. Architektur kann die gemeinschaftliche Entwicklung fördern oder behindern.

Wenn man Konglomerate betrachtet, wo tausende Menschen auf kleiner Fläche wohnen, dann brauche ich nicht darüber nachzudenken, warum Konflikte ausbrechen. Qualitätsvolle Gemeinschaftsflächen sind notwendig für eine gesellschaftliche Entwicklung, denn die Menschen müssen sich begegnen können.

Welchen Stellenwert hat das „Bewahren kultureller Bauten“ für eine Nation?

Sahl: Es ist unerlässlich. Um im Baulichen zu bleiben: Kulturelle Bauten sind wie das Fundament eines Hauses. Sie können ein Haus neu bauen, wegreißen oder erweitern, doch die Fundamente sind immer stabil. Das trifft auch auf die kulturellen Bauten zu und damit auf die Entwicklung einer Gesellschaft. Wir wissen, wo wir herkommen und dass das Erhalten einer Kultur und das Lernen aus dieser für die weitere Entwicklung ein zentraler Faktor ist – und natürlich auch die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Wir suchen als Gesellschaft eine Bestimmung, und wir brauchen die Quelle dazu. „Wo komme ich her, wo gehe ich hin?“ ist doch eine grundsätzliche Frage. Es ist eine immerwährende Suche des Menschen und der Gesellschaft.

Wo liegen prinzipiell die Herausforderungen bei der Erhaltung historischer Bauten und Liegenschaften?

Sahl: Leider geht es stark um die mangelnden finanziellen Ressourcen. Gerade dadurch sind wir aber auch gezwungen, extrem präzise zu arbeiten, um die notwendigen Maßnahmen für die Erhaltung der Gebäude zu setzen. Wir haben in Gebäuden mit unterschiedlichen Baujahren ab 1400 unterschiedliche Nutzungen, und das ist ebenfalls eine wirkliche Herausforderung.

Daher ist unsere Tätigkeit sehr objektspezifisch. Das Know-how und die persönliche Erfahrung der Mitarbeiter in der Burghauptmannschaft hinsichtlich Erhalt und Struktur solcher Objekte sind Leistungsfaktoren. Das Einzige, was bei uns Standard ist, ist, dass wir keinen haben, da eben alle Bauten individuell zu betrachten sind.

Was war in den vergangenen acht Jahren für Sie die größte Herausforderung?

Sahl: Ein Neubau. Nämlich die Integration des Parlaments innerhalb der Hofburg während der Zeit des Umbaus. Wir hatten keine Freiräume, und es war sehr diffizil und spannend, diese Aufgabe zu lösen. Es war technisch und organisatorisch etwas Besonderes, und von allen Varianten haben wir die beste und günstigste Lösung gefunden. Wir freuen uns sehr, dass wir das Gesetzgebungsorgan des Bundes bei uns beheimaten dürfen.

Gibt es ein „Baujahr“ oder eine Epoche, die sie stilistisch besonders fasziniert?

Sahl: Bestimmte Epochen gibt es nicht, aber die Hofburg zum Beispiel fasziniert mich, da sie als zusammenhängender Komplex alle Baustile vereint. Wir sitzen hier im ältesten Teil aus dem 13. Jahrhundert. Die Burg war ursprünglich Teil der Stadtbefestigung und wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert. Der Vorteil war, dass die alten Objekte nicht weggerissen wurden, sondern der nächste Bauabschnitt in seinem damaligen Baustil angeschlossen wurde. Die Hofburg ist der größte zivile Baukomplex der Welt. Wir haben hier 2.600 Räume.

Der Vatikan ist zwar größer, aber der ist kirchlich.

Laut Statistik haben wir rund fünf Millionen Touristen, die einen der Räume direkt besuchen, und noch einmal weit über 20 Millionen, die nur durchgehen und Objekte anschauen, ohne ein Ticket zu lösen.

Das gebaute kulturelle Erbe Österreichs hat einen enormen Stellenwert für den Tourismus.

Sahl: Der Kulturtourismus in Österreich ist zu 80 Prozent von der Historie geprägt. Die Menschen kommen, um sich die alten Bauwerke anzusehen, und diese sind in der Tat ein hoher volkswirtschaftlicher Faktor. Und wir haben wirklich viele davon quer durch Österreich: zum Beispiel die Hofburg und das Schloss Ambras in Innsbruck, die Schlösser Belvedere und Schönbrunn sowie Schloss Hof.

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Verzehnfacht in zehn Jahren – Chinas Immobilienpreise explodieren

Vor Kurzem war Michael Reinberg in seiner Tätigkeit als Sekretär der ARE – Austrian Association of Real Estate Experts zu Besuch in China und traf unter anderem auch Prof. Dr. Chai Qian, den Generalsekretär des chinesischen Immobiliensachverständigenverbandes CEIRA. Mit ihm verbrachte er einen Tag in Shanghai und bekam dabei einen guten Einblick in den chinesischen Immobilienmarkt.

 

Im Interview

Michael Reinberg

Michael Reinberg ist allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger (SV), Sachverständiger für internationale Immobilienbewertung (ebs) und Immobilientreuhänder (Verwalter, Makler und Bauträger).

Wie haben sich die Immobilienpreise in China in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Reinberg: Die Preise haben eine rasante Entwicklung genommen. Anders als bei uns haben sich in China die Preise für gute Wohnlagen in den letzten zehn Jahren nicht einfach verdoppelt, sondern sind auf das Zehnfache gestiegen. Die Preise in guten Wohnlagen – das sind in China üblicherweise Wohntürme – bewegen sich bei rund 20.000 US-Dollar pro Quadratmeter. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass diese in der Regel nur in Form von „lease hold“ erworben werden können, was bei uns dem Baurecht entspricht. In China umfasst es allerdings nicht 99 Jahre, sondern 40 bis 70 Jahre.

Wie versucht man diesen Preisanstieg in den Griff zu bekommen?

Reinberg: Es wird versucht, diese Entwicklung zu stoppen, indem man den Erwerb von derartigen Liegenschaften einschränkt. Die Reglementierungen sehen vor, dass pro Person jeweils nur eine Wohnung erworben werden darf. Die systematische Kapitalveranlagung in mehrere Wohnungen soll dadurch eingeschränkt und somit der Preisanstieg unter Kontrolle gebracht werden.

Dies wird auch ein Grund sein, warum die Chinesen derzeit auf der ganzen Welt eine so starke Käufergruppe bei Immobilien darstellen.

Reinberg: Das ist sicherlich einer der Gründe, dass sie ins Ausland ausweichen.

Können Sie einen groben Überblick über die Immobilienbewertung in China und deren Entwicklung geben?

Reinberg: Die Liegenschaftsbewertung in China hat naturgemäß eine weit höhere Anzahl von Vergleichsdaten; nicht nur, weil der Markt um ein Vielfaches größer ist, sondern auch, weil die Variantenvielfalt von Immobilien zum Beispiel im Wohnbereich weniger umfangreich ist. Bei Standorten mit einer Vielzahl von gleichartigen Wohnhochhäusern ist das Ausmaß der Vergleichstransaktionen naturgemäß größer.

Ferner wird von den SV-Büros an eigenen, größtenteils automatisierten Bewertungsmodellen gearbeitet, um Werte zum Zweck der Besteuerung von Immobilientransaktionen ausweisen zu können. Dabei handelt es sich um eine Vielzahl von ähnlichen Objekten, die innerhalb kürzester Zeit bewertet werden müssen, um eine Grundlage für die Besteuerung zu liefern.

Was ist Ihnen in China besonders aufgefallen?

Reinberg: Ganz besonders auffällig ist das geregelte Alltagsleben. In Shanghai wirkt alles sehr korrekt, sauber und organisiert. Sicherheit steht auf der Prioritätenliste offensichtlich ganz oben, ebenso wie Umweltschutz und Digitalisierung. Es gibt überall Überwachungskameras, der gesamte einspurige Verkehr ist elektrobetrieben, und sehr viele der Kollegen und Kolleginnen von den Sachverständigenbüros fahren einen Tesla als Dienstwagen. Es wird fast alles über das Mobiltelefon bezahlt, und QR-Codes befinden sich überall: nicht nur in den Geschäften, sondern auch am Tisch im Restaurant.

Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung in China ein?

Reinberg: China wird in seiner Beurteilung häufig auf die nationale Wirtschaftsleistung reduziert, was aber zu kurz gegriffen ist. Verfolgt man nämlich auch die FDI (Foreign Direct Investments), sieht man, dass der geografische Radius dieser Investments unentwegt größer wird. China ist nicht nur ein wirtschaftlich bedeutender Wettbewerber, sondern auch ein kontinuierlich wachsender Player in Europa – auch aus immobilienwirtschaftlicher Sicht.

Prof. Dr. Chai Qian ist Deputy Executive President Secretary-General of CIREA (China Institute of Real Estate Appraisers and Agents)

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