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RE/MAX & Argentus – Kooperation für nachhaltige Gebäude

Eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Kooperation gehen das deutsche Unternehmen Argentus und RE/MAX Commercial ein. Das deutsche Unternehmen für Nachhaltigkeitsmanagement und das Maklerunternehmen wollen gemeinsam in Österreich aktiv werden. Sandra Zengerling von Argentus und Stefan Krejci von RE/MAX Commercial über die Idee hinter der Kooperation.

Welche Dienstleistung bietet Argentus?

Sandra Zengerling: Als Beratungsunternehmen unterstützen wir Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung. Unser Dienstleistungsspektrum in Österreich reicht vom ganzheitlichen Nachhaltigkeitsmanagement über das technische Energiemanagement, die Digitalisierung der Verbrauchserfassung (Smart Metering) sowie den Energieeinkauf und das Vertragsmanagement bis hin zur Immobilienberatung. Diese umfasst Analysen und Optimierungen von Asset-Management, Property-Management und Facility-Management sowie der Betriebskosten und der Due Diligence.

Welche Pläne haben Sie in Österreich?

Sandra Zengerling

Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene blickt Sandra Zengerling auf drei Jahrzehnte Erfahrung in der Immobilienwirtschaft zurück. Diese sammelte sie unter anderem als Deputy CEO bei der BNP Paribas Real Estate Property Management France in Paris und als Geschäftsführerin des Property Managers Imoplan. Auch auf den Gebieten Asset und Facility Management und der […]

Sandra Zengerling: Wir begleiten seit vielen Jahren Investoren, die Bestände in Österreich haben, hierher. Wir haben sie bereits in Deutschland beraten, und so hat es sich ergeben, dass auch in Österreich immer wieder Unternehmen unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Im Zuge unserer Kooperation mit Stefan Krejci von RE/MAX Commercial planen wir, dieses Geschäft auszuweiten und österreichische Immobilienunternehmen zu beraten bzw. sie gegebenenfalls natürlich auch ins Ausland zu begleiten. So wie wir es auch für die CA Immo tun.

Stefan Krejci: Ich sehe uns als Türöffner in Österreich. RE/MAX ist zwar als Makler bekannt, aber wir überlegen uns auch, wo wir uns insgesamt positionieren wollen und welche Themen wir weiterentwickeln werden, da sie zukunftsträchtig sind.

Sandra Zengerling: Unsere Herangehensweise ist, dass wir auch die DNA in den jeweiligen Ländern kennen müssen und wie die Unternehmen funktionieren und agieren. Wir brauchen daher einen Kooperationspartner, der die Usancen der österreichischen Branche kennt.

Auf welche Assetklassen werden Sie sich bei der Kooperation konzentrieren?

Stefan Krejci

Stefan Krejci ist für den Vertrieb in Österreich zuständig. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der in Österreich ansässigen RE/MAX Commercial Group, einem Gewerbeimmobilienberater, mit dem Argentus kooperiert. Bevor er 2016 zur RE/MAX Commercial Group stieß, war er Leiter Letting and Transaction für Handelsflächen bei der IG Immobilien. Seine Erfahrungen auf dem österreichischen Immobilienmarkt reichen bis 2004 […]

Stefan Krejci: Wir werden uns zunächst auf Büroimmobilien sowohl im Bestand als auch bei Neubauprojekten konzentrieren. Wir sehen, dass es bei den Bürohäusern den größten Hebel gibt. Es bieten sich beim Bestand sehr viele Themen an, die man abklopfen kann, die man rasch in die Tat umsetzen kann und mit denen man relativ rasch Erfolge erzielt.

Sandra Zengerling: Die größte Chance ist die immense Komplexität der Materie. Es ist schwierig, einen Überblick zu gewinnen, und die Investoren brauchen jemanden, der sich auf die wesentlichen Punkte konzentriert, nämlich auf solche, die leicht umzusetzen sind und wo man sich rasch Luft verschaffen kann. Man muss sich auf die ersten Schritte konzentrieren und dann sehen, welche weiteren Maßnahmen umgesetzt werden können.

Nachhaltigkeit in der Immobilienbranche – was sind die größten Herausforderungen, was sind die größten Chancen?

Sandra Zengerling: Die Immobilienbranche steckt in Deutschland und in Österreich hinsichtlich der Digitalisierung fast noch in den Kinderschuhen – da muss man schnell aufholen. Denn viele Unternehmen stehen zunächst vor allem vor der Herausforderung, dass sie einen Überblick über ihren Status quo hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitssituation benötigen. Und je digitalisierter eine Immobilie bzw. ein Portfolio ist, desto schneller kann die aktuelle Situation analysiert und dann eine Strategie erstellt und realisiert werden.

Nehmen wir zum Beispiel die Assetklasse Office. Hier verändert sich sehr viel, aber die Gebäude an sich sind oft schlecht dokumentiert. Dadurch werden viele Möglichkeiten liegen gelassen, und ich denke, man könnte viele Sachen viel schneller und leichter machen, wie zum Beispiel die Umstellung der Energielieferung auf CO2-neutrale oder grüne Energie.

Wir haben in Österreich zahlreiche Möglichkeiten, Immobilien zu zertifizieren.

Stefan Krejci: Man hat es mit den Zertifikaten relativ leicht gehabt. Die Unternehmen haben das gewählt, was am einfachsten war. Zertifikate allein schaffen aber keine Nachhaltigkeit. Die Nachhaltigkeitsthemen haben früher nicht ineinandergegriffen, und natürlich ist der Faktor Mensch nicht zu unterschätzen: Bei Logistikflächen oder Bürohäusern hat er einen nicht so starken Anteil wie bei Wohnbauten. Es gibt kaum Menschen, die ein Passivhaus haben und sich strikt an die entsprechenden Verhaltensregeln für das Energiesparen halten. Man muss den Menschen einkalkulieren. Es besteht die Gefahr, dass die Regulierung am Ziel vorbeigeht.

Sandra Zengerling: Die Zertifizierung ist das eine, aber es wäre auch eine Nachzertifizierung sicherlich sehr sinnvoll. In einer Studie wurde festgestellt, so wie Stefan Krejci schon angedeutet hat, dass der Energieverbrauch in Wohnbauten nach einer Sanierung noch einmal ansteigt, da die Menschen zum Beispiel die Heizungen höher schalten.

Man muss eben schauen, an welchen Schrauben man sinnvoll drehen kann.

Wo sehen Sie die großen Chancen, wenn Sie in die Zukunft blicken?

Sandra Zengerling: Ich denke, es sollte auch ein Umdenken in der Assetklasse Office geben. Es passiert nicht selten, dass Bürogebäude nach 30 Jahren abgerissen werden, da sich Technik und Bürowelt verändert haben und das Gebäude den neuen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Das sollte aber vermieden werden, denn die Bausubstanz lässt normalerweise eine weitaus längere Lebenszeit zu. Ziel muss es sein, die Gebäude effizienter zu nutzen. Da müssten auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen flexibler werden, damit nicht mehr benötigte Flächen einfacher umgenutzt werden können.

Aber auch die Eigentümer und Investoren müssen darauf achten, ihre Gebäude möglichst effizient zu nutzen und innovative neue Nutzungskonzepte für veraltete Bestandsflächen zu entwickeln. Dabei muss das Gebäude aber so flexibel konzipiert sein, dass Umnutzungen möglich sind.

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