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Co-Working – der Raum zwischen Home und Office

Menschen wollen selbst bestimmen, wann und wo sie arbeiten – Marcus Weixelberger, Gründer von andys.cc, sieht diese zukünftigen Arbeitsplätze aber nicht nur in der Stadt. Und ein anderes Geschäftsmodell hat er auch noch …

Was erwarten sich Arbeitnehmer von einem zukünftigen Arbeitsplatz und wie muss er aussehen bzw. was muss er bieten können?

Marcus Weixelberger

Marcus Weixelberger (46) ist CEO und Founder des Office-as-a-Service-Anbieters andys.cc. Er gründete das Unternehmen 2018 und eröffnete ein Jahr danach den ersten Standort des österreichischen Proptechs. Weixelberger blickt auf eine 20-jährige Berufserfahrung im IT-Sektor zurück, die er vor andys.cc bereits in mehreren anderen Unternehmen als Co-Founder eingebracht hat. Er war ab 1990 als ausgebildeter Hotelkaufmann […]

Weixelberger: Speziell im letzten Jahr haben sich aufgrund von Covid die Interessen der Arbeitenden, aber auch der Unternehmen sehr stark geändert. Für viele Angestellte und Selbstständige funktioniert Homeoffice nicht – aufgrund von Platzmangel, unzureichendem Equipment oder familiären Bedingungen. Sie können zu Hause nicht produktiv arbeiten und suchen vermehrt nach einer passenden Alternative.

Pendler wiederum haben gemerkt, welche Zeitreserven in einem Arbeitsplatz in der Nähe von zu Hause liegen, und genießen durch flexible Arbeitsplatzmodelle eine höhere Lebensqualität.

Auch Unternehmen haben die Chancen entdeckt, die in der Führung von dezentralen Teams liegen. Geschäfte werden zunehmend virtuell abgewickelt, weshalb die IT-Infrastruktur und die Büroräumlichkeiten angepasst werden müssen. Für viele bedeutet das finanzielle Investitionen, für die gerade keine Mittel zur Verfügung stehen.

Kurzum: Menschen wollen arbeiten, wann und wo sie wollen – der Arbeitsplatz der Zukunft muss diese zeitliche und örtliche Flexibilität ermöglichen und gleichzeitig ein professionelles Arbeitsumfeld bieten.

Wie lassen sich diese Anforderungen auf Co-Working-Spaces umlegen?

Weixelberger: Grundsätzlich lässt sich sagen, je besser die Ausstattung der Räumlichkeiten und je flexibler das Arbeiten für jeden Einzelnen gestaltet werden kann, speziell in Bezug auf die Verfügbarkeit, desto professioneller und gefragter ist der Arbeitsplatz.

Unsere Mitgliedschaften sind bereits auf monatlicher Basis buchbar und decken die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse ab: von frei wählbaren, flexiblen Arbeitsplätzen bis hin zum eigenen Büro. Wir ermöglichen unseren Mitgliedern das Betreten und Nutzen jedes Standorts in Österreich 24/7 über unseren digitalen Smartphone-Key.

Wie wichtig werden Co-Working-Angebote außerhalb der Ballungsräume sein?

Weixelberger: Sehr wichtig! Da die meisten Österreicher nicht in Wien wohnen, wird es immer wichtiger, Büroräumlichkeiten außerhalb der Hauptstadt zu realisieren, nämlich überall dort, wo die Menschen leben. Genau hier setzt unsere Mission an: Mit andys.cc sollen sie an jeder Straßenecke in Österreich arbeiten können.

Im Gegensatz zu uns konzentrieren sich viele Co-Working-Anbieter bei der Location-Auswahl auf A-Lagen und große Büroflächen. Wir glauben jedoch, dass gerade kleinere Räumlichkeiten in B-Locations großes Potenzial besitzen. Es gibt viel Bedarf und zahlreiche Möglichkeiten für eine kleinteilige Vermarktung von Gewerbeimmobilien, allerdings ist dafür ein spezielles, skalierbares Raumkonzept notwendig.

Aber nicht nur für Arbeitende und Pendler werden Co-Working-Spaces im ländlichen Raum immer wichtiger. Auch für Unternehmen oder Gemeinden ist dieses Arbeitskonzept ein Problemlöser – in Bezug auf die Reduktion der Fixkosten großer Büros, die Flucht von Fachkräften in die Metropolen und das Aussterben von Kleinstädten und Dörfern wegen des Wegzugs von Arbeitskräften.

Im Gegensatz zu anderen Co-Working-Anbietern setzt andys.cc auf ein Franchise/Shared-Revenue-Modell, wodurch Immobilienbesitzer eine höhere Rendite erhalten – können Sie das System kurz erklären?

Weixelberger: Von Anfang an übernehmen wir die Planung und Gestaltung der neuen Location in Abstimmung mit dem Eigentümer. Darüber hinaus laufen die Investitionen in die technische Infrastruktur zur Gänze über uns. Wir wollen die für andys.cc typischen durchgängigen digitalen Prozesse und Standards sicherstellen können. Danach kümmern wir uns um den täglichen Betrieb der Office-Location, die Vermarktung, den Sale, die Betreuung der Mitglieder.

Der Revenue-Sharing-Partner stellt hingegen die Immobilie zur Verfügung und investiert in deren Ausstattung. Er erhält monatlich auf Basis der aktuellen Mitgliederzahl einen vordefinierten Teil des Umsatzes. Im Vergleich zu einer regulären Vermietung ist der Erlös des Eigentümers durchschnittlich um 15 bis 20 Prozent höher, da es zu keinen Leerständen kommt und die Standorte schon bei einer 50-prozentigen Auslastung ihren Break-even-Point erreichen. Eine Win-win-Situation für beide Parteien.

Wie werden die Co-Working-Spaces serviciert?

Weixelberger: Wir sehen uns als Office-as-a-Service-Anbieter, nicht als reinen Standortbetreiber. Wir kümmern uns um unsere Mitglieder von der ersten Kontaktaufnahme an. Als Proptech-Start-up liegt uns Digitalisierung sehr am Herzen, weshalb wir eine durchgängig digitale Customer-Experience über alle Standorte hinweg anbieten, von einem virtuellen 360-Grad-Rundgang über die Onlinebuchung einer Membership bis hin zur täglichen Nutzung

Wenn Sie in die Zukunft blicken, welche Veränderungen sehen Sie bei Co-Working-Spaces kommen?

Weixelberger: Wir sind davon überzeugt, dass eine Konsolidierung am Co-Working-Betreibermarkt stattfinden wird. Derzeit gibt es viele Ein-Standort-Anbieter, und wir glauben, dass diese ihr Konzept aufgrund der immer relevanter werdenden Post-Corona-Bedürfnisse – also zeitliche und räumliche Flexibilität – zukünftig überdenken müssen. Darüber hinaus verstärkt auch das gegenwärtige Preisdumping in der Branche den Druck auf Einzelstandort-Betreiber.

Je mehr Angebot es am Co-Working-Markt gibt, desto höher werden auch die Standards, die sich Arbeitende wünschen. Es ist gut denkbar, dass Büros bald noch mehr Bereiche des privaten Lebens abdecken werden, wie beispielsweise die Essensversorgung oder eine integrierte Kinderbetreuung. Die Ansprüche potenzieller Mitglieder an Location, Einrichtung und Service werden weiterhin steigen und eine natürlich Auslese nach sich ziehen.

Uns sind diese Trends bewusst, und das Konzept von andys.cc baut bereits jetzt auf diesen Punkten auf. Wir sind ein Betriebssystem als Office-as-a-Service-Provider und bieten den Arbeitsplatz der Zukunft schon heute an.

Welche konkreten Pläne gibt es von Ihrer Seite?

Weixelberger: In den letzten zwei Jahren haben wir fünf Standorte eröffnet, darunter auch einen in Niederösterreich. Es sind aktuell sechs Standorte in unserer Pipeline, die sich vor allem auf Wien, aber auch die Westachse konzentrieren. Diese werden innerhalb der nächsten sechs bis 18 Monate in die Umsetzung gehen. Wir arbeiten hier mit Bauprojektentwicklern und Vermietern zusammen, die großes Potenzial in der Verwertung ihrer Immobilien durch unseren Office-as-a-Service-Ansatz sehen.

Über andys-Standorte:

Alle andys-Standorte verfügen über moderne und professionell konzipierte Büroinfrastruktur, Meetingräume und Open-Space-Bereiche. Die Besprechungsräume sind klimatisiert und mit einer Moderationsbox, Flipcharts sowie der neuesten Technik und ausfallsicherem WLAN ausgestattet. Bei einer andys-Mitgliedschaft sind Drucken und Scannen, Obst und Snacks, Kaffee und Tee, Mikrowelle, Klimaanlage, tägliche Reinigung und viele weitere Services bereits inkludiert.

Die Mitglieder wurden beispielsweise während des ersten und des zweiten Lockdowns mit den für sie wichtigen Infos zu den gesetzlichen Regelungen per Newsletter und in der Members-App auf dem Laufenden gehalten. Mitglieder werden an jedem Standort über Infoscreens über die Luftfeuchtigkeit und CO2-Daten sowie die wichtigsten Tagesnews aus unterschiedlichsten Medien informiert. Die technische Infrastruktur ist standortübergreifend vernetzt, weshalb beispielsweise ein Dokument aus dem 23. Bezirk in Klosterneuburg ausgedruckt werden kann.

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